Ohnmacht

Verstehe manchmal die Frauen nicht, macht aber nichts, schließlich sind Frauen ja auch Frauen. Würde meine Wenigkeit versuchen die kuriosen Vorgänge in den Gehirnen von Mick, Mack oder auch Möck zu verstehen, müsste man wohl über einen längeren Aufenthalt in einer preiswerten Kurklinik nachdenken. Um das zu vermeiden ist es gut nicht zuviel zu denken.
Holte deshalb heute die Hose aus dem Waschsalon. Als ich seinerzeit die Hose so mit Bierflecken zum Waschsalon brachte, war da auch eine neue Angestellte die man nicht als unattraktiv bezeichnen muß.
Eine anmutige Erscheinung mit nettem Lächeln. Wenn man ständig von Meuchelmördern umgeben ist, dann ist man hierfür anfälliger als manch anderer Delinquent. Trank zur Stärkung ein paar Schnaps und ein paar Bier und einen Wein. Marschierte also dann über die Straße zur Wäscherei und zog den Bauch ein, habe eigentlich keinen Bauch, aber die Muskulatur ist sehr empfindlich und reagiert auf kleinste Ereignisse manchmal etwas unverständlich. Auf jeden Fall öffnete sich die automatische Tür des Salons und wer stand im Laden und lächelte mir freundlich zu?
Destroneli! Der Hausmeister und Stammgast der flotten Lotte. Keine Spur von der Blondine. Schaute verlegen auf den Terrakastroboden und blickte schließlich in Destronelis trübe Augen und dann auf seine Hose, auf der ein großer gelber Fleck zu sehen war. Plötzlich drehte sich alles. Um mich herum wurde es dunkel, Kasupke stand in Priesterkleidung vor mir, lachte und bespritzte mich mit Bier, Mick Mack und auch Möck trugen Trauerkleidung und sangen Hänschengleingingaleinindieweidewältherein (nicht mal im Delirium können sie richtig deutsch) und die Blondine schwebte von oben als Engel herab und spielte auf der Harfe, Destroneli hielt die Trauerrede und betonte meine Verdienste im Gartenbauverein und verteilte anschließend Kokain an die Trauernden. Wachte schließlich irgendwann wieder auf, sah Destronelis Gesicht, wäre fast wieder in Ohnmacht gefallen, sah dann aber das Antlitz der fremden blonden Frau und lächelte schwach.

Autor: Tango Paris

Arbeitstitel "Tango Paris": eine gut gefüllte Seelenkommode, Gaukler der Worte und neuer Smutje in der Himmelende-Phrasenküche. Zuständig für Eifersucht und asiatische Sklavinnen in "Herr Kasupke".

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