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Autoren-Archiv: fab

A seeker, a mover, a malcontent.

Barbara geht Baden

Winter wars, ich holte mir einen Priester im Arztpelz: Ich fühle mich unfrei und manchmal kann ich die Worte nicht halten, die Diarrhö der Sprache, sagt er, wenn es drinnen brennt, Empörung, Sinn fürs Echte und so weiter, auf den Block notiert er: Aspirin, Immodium Akut, Gedichte, lesen Sie türkische Lyriker und gegen die Unfreiheit [...]

Gruß an den Körnel

Heimwärts mit dem Rücken voran auf unbefahrenen Schienen, die Lichter die im dahinsickernden Nebel verschwinden; horizontale Firmamente wie Wächterstatuen des Gewesenen, des Ausgebliebenen, des Verschwundenen in der hereinbrechenden Nacht die das Auge weitet, wenn an den Kirchtürmen die letzten Glocken des Tages läuten und die elektrisierte Luft langsam weicher wird; die Melodie des Weltraums klappert [...]

Memento für den Mülleimer

Der Schreibtisch war voller leerer Flaschen, die Rechnung für den letzten Abend schwamm in meinem Kopf, als hätte man einen Abfluss mit Erbrochenem verstopft, um dann anschließend ein Bad darin zu nehmen. Das Interview war prächtig verlaufen, es war auf jeden Fall genug, meinen Kopf fürs erste aus der Schlinge zu ziehen, obwohl es gleichzeitig nur eine Frage der Zeit war, bis die Schweine mir wieder ans Bein rotzen würden. Ständig taucht aus irgend einem verdammten Morast so ein hinterhältiger Viehzüchter auf und versucht die ganze Welt mit seinen schwachsinnigen Ideen zu befruchten. Für einen Moment aber sollte ich Ruhe haben. Flint, das arme Schwein, hatte mir seine ganze beschissene Geschichte erzählt, über seinen Einsatz im Sudan, wie er im Glauben, Arbeit in ein armes Land zu bringen, bitter enttäuscht wurde.

Schöne Grüße vom Phantom

Glitzer funkel Seifenblase, aus welchem Schaum warst du geboren. Hast dieser Tage schön geglänzt, dann warst auch du verloren. Deiner Kinder, Schwestern, Brüder, sang ich schon die schönsten Lieder, warn recht kurz meist nur zuweil, wie du – Oh Seifenblase – mein.

Manege der Realität oder wie kluge Menschen all dies nennen

Abend, eins, einuhr. Zurück in der stillen Schwebe, die man Zuhause nennt. In meinem Fall eine Burg, wie Burroughs sie gebaut hatte, um den wahnwitzigen Abschaum und das Gekreisch auf den Straßen abzuschirmen. Wir stecken tief drin. Den Vorhang auf und die Manege brennt, ein Flammenkorps stolziert über den Treibsand, bettelt, betet dem Publikum zu: [...]

Erschütter mich

An meine geliebte Anja Ist der Himmel dunkel Oder halte ich meine Augen geschlossen, weil ich hoffe, dass ich dann nichts sehe Ist es die Welt, die schreit Oder schreie ich weil ich hoffe, dass ich dann nichts hören kann Ist es die Hölle, die unter mir bebt Oder tanze ich auf den Steinen, weil [...]

Still

Still, schwarze Nacht Zauberröhren schließen sich und grelle Lichter schwinden Geschäftig Raunen fliegt dahin auf kühlen Westerwinden Wenn kalte Aschenfeuer schwindend wirre Bilder bringen, Die lachend nun vor tauben Ohren Wahneslieder singen. Still Still, schwarze Nacht Trug und Schein der Rizinus gleich, in schmale Ritzen fließt Wenn gnadenvoll das kosmisch’ Uhrwerk seine Tore schließt Letzter [...]