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	<title>Himmelende &#187; Rücklicht</title>
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	<description>Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.</description>
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		<title>Erdlochprophezeihungen</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 14:16:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es würde sicher bald zu schneien begonnen haben, als sich diesen Freitag unter lautem rumpeln und poltern die Erde in Ratingen auftat und ein klaffendes Loch unbekannter Tiefe hinterlies. Die Feuerwehr war natürlich sofort zur Stelle, doch da es nichts &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/12/17/erdlochprophezeihungen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es würde sicher bald zu schneien begonnen haben, als sich diesen Freitag unter lautem rumpeln und poltern <a href="http://www1.wdr.de/themen/panorama/erdloch100.html">die Erde in Ratingen auftat</a> und ein klaffendes Loch unbekannter Tiefe hinterlies. Die Feuerwehr war natürlich sofort zur Stelle, doch da es nichts zu löschen gab, konnte sie nur in die Röhre blicken, oder &#8211; in diesem speziellen Fall &#8211; eben nur in den Schacht. Bewohner der Straße &#8220;An der Hoffnung&#8221;, in der sich der Zwischenfall ereignete, waren allenthalben schockiert und ratlos über die spontane Erdlocheröffnung, eröffnen doch sonst nur Möbelhäuser oder Mega-Küchen-Fachmärkte in dieser Gegend. Der Bürgermeister bezog bis zur jetzigen Stunde noch keine Stellung, von Rücktritt war aber auch noch nicht die Rede.<br />
Manch spitzfindige Politiker in den Reihen der CDU mögen sich nun die Hände reiben und an einen verfrühten Weihnachtssegen glauben, wenn da der <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,804223,00.html">Baustopp über einen Bahnhof</a> und dort der <a href="http://www.stern.de/panorama/endlagersuche-fuer-atommuell-gorleben-kritiker-halten-baustopp-fuer-mogelpackung-1763634.html">Baustopp über ein Endlager</a> verhängt wird und sich just dieser Tage die Erde in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ratingen">Ratingen</a> mit einem gähnenden Loch auftut. Wenn schon die <a href="Gorleben-Baustopp http://www.stern.de/panorama/endlagersuche-fuer-atommuell-gorleben-kritiker-halten-baustopp-fuer-mogelpackung-1763634.html">Endlagersuche in Gorleben</a> so mutlos ergebnisoffen verlief, dann böte sich nun eine fabelhafte Option: Den Castor also direkt ins Loch rollen lassen; ein, zwei, drei Kritiker gleich schwupps hinterher, verbucht als sogenannte Erdlochkollateralschäden. Das alles Gute nur von oben käme ist halt doch nur die eine Seite der Wahrheit.<br />
Manch ein sich aus lauter Erklärungsnotstand den Mund fusslig redender Politiker der FDP mag nun die Hände jubelnd zum Himmel werfen, denn weder für <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/9/0,3672,8420649,00.html">parteiinterne Grabenkämpfe</a> noch für <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,798077,00.html">Umfragewerte unbekannter Tiefe</a> muss sich die FDP nun schämen, reicht doch ein beschwichtigender Fingerzeug <a href="http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/nachrichten/ftd/PW/60139594.html">rüber nach Nordrhein-Westfalen</a>, wo sich nun schließlich ganz andere Gräben auftun.<br />
Und auch der gemeine Steuerhinterzieher braucht seit diesem Freitag die Daten-CD versendende Guerillataktik der Schweiz nicht mehr zu fürchten: Wer braucht schon Südseesteueroasen, wenn sich ein weiteres Schlupfloch direkt vor der eigenen Haustür auftut?<br />
Und von <a href="http://www.zeit.de/2011/51/01-Wulff">Christian Wulff</a>? Derzeit keine Spur von ihm. Der noch amtierende Bundespräsident zog es eh schon seit ein paar Tagen vor, eher über den Anwalt mit dem Volk zu kommunizieren, anstatt direkt und in persona. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.<br />
Ist das Loch in Ratingen am Ende gar Vorbote für das bevorstehende <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KfgMU-xthmM">Armageddon 2012 im emmerich&#8217;schen Sinn</a>, also mit viel Tamtam und Kitsch? Wie man es auch drehen und wenden mag: Wenn sich also die Erde am schönen Rhein auftut, entlang einer Straße namens &#8220;An der Hoffnung&#8221;, so kann diese Meldung nur prophetischen Charakter haben. Wir bleiben gespannt und warten auf die nächste Erdöffnung.<br />
Bestimmt ganz bald, auch in ihrer Nähe.</p>
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		<title>Kinderarbeit bei Ferrero</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 08:43:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ferrero]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Wochenende lief ein Bericht im WDR Fernsehen, den ich jedem Nutella-Liebhaber wärmstens an&#8217;s Herz lege. &#8220;Der Ferrero-Check&#8220;. Zugegeben, der Titel kommt arg plakativ daher, inhaltlich überraschte er mich jedoch eingermaßen. Ferrero unterhält Beziehungen zu Händlern, die Kinder beschäftigen. Das Unternehmen &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/08/17/kinderarbeit-bei-ferrero/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Wochenende lief ein Bericht im WDR Fernsehen, den ich jedem Nutella-Liebhaber wärmstens an&#8217;s Herz lege. &#8220;<a href="http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/0808/03_ferrerocheck.jsp">Der Ferrero-Check</a>&#8220;. Zugegeben, der Titel kommt arg plakativ daher, inhaltlich überraschte er mich jedoch eingermaßen.</p>
<p>Ferrero unterhält Beziehungen zu Händlern, die Kinder beschäftigen. Das Unternehmen bezieht einen Großteil seiner Haselnüsse aus Plantagen an der türkischen Schwarzmeerküste. Dort werden immer wieder Fälle von Kinderarbeit bekannt. Ferrero, weltweit der größte Abnehmer von Haselnüssen, hätte eine entscheidene Position, etwas positiv zu verändern in der Welt. Stattdessen: Kinder-Riegel aus Kinderhand. Das ist bitterer Zynismus.</p>
<p>Nach dieser Sendung gab es eine Diskussion unter meinen Freunden: Was besser sei für diese Menschen: Gar keine Arbeit oder zumindest eine schlechtbezahlte Arbeit zu haben? Ist dieser Vergleich vielleicht schon falsch? Warum gelingt es einem Staat nicht, solche Firmen zum Handeln zu bewegen? Unfähige Politiker? Korrumpierte Systeme? Ist der Markt an allem Schuld? Solange es andere Händler gibt, die mit günstigeren Konditionen locken, wird Ferrero einfach weiterziehen.</p>
<p>Auffällig ist, dass es immer wieder sogennante &#8220;Nichtregierungsorganisationen&#8221;, NGOs sind, die  über solche Mißstände zuerst informieren. Warum stammen solche Beiträge nicht von einem staatlichen Institut, deren Vertreter dort extra für diesen Zweck von uns eingesetzt wurden? Warum müssen erst private Organisationen wie in diesem Fall das <a href="http://www.suedwind-institut.de/">Südwind Institut</a> uns mit solchen Beiträgen aufklären? Hat sich das Prinzip Regierung als solches vielleicht bald überholt?</p>
<p>Ich sehe im kritischen, informierten und vor allem handlungswilligen Bürger die einzige Option, solche Strukturen aufzubrechen. Wie in all den vielen Lebensmittelskandalen neuester Zeit hat jeder Konsument an der Kasse von Aldi und Co. die Entscheidungsgewalt darüber, welchen Unternehmen er sein Vertrauen &#8211; und damit sein Geld schenkt.</p>
<p>siehe <a href="http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firmen/firmenliste/ferrero">Aktiv gegen Kinderarbeit &#8211; Ferrero</a></p>
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		<title>Helft mir mal damit</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 11:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
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		<category><![CDATA[writers block]]></category>

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		<description><![CDATA[Worüber schreiben Schriftsteller, die nicht schreiben können? Sie schreiben über das nicht-schreiben-Können. Es ist doch so einfach! Was halbwegs schizophren klingt, ist vielleicht die einzige Möglichkeit, sich münchhausenmäsig selbst aus dem Dreck zu ziehen. Und weiter im Text. Mich einreihend &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/07/24/helft-mir-mal-damit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2011/07/Truman.jpg" rel="lightbox[6248]"><img class="aligncenter size-large wp-image-6256" title="Truman" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2011/07/Truman-585x365.jpg" alt="" width="585" height="365" /></a></p>
<p>Worüber schreiben Schriftsteller, die nicht schreiben können? Sie schreiben über das nicht-schreiben-Können. Es ist doch so einfach! Was halbwegs schizophren klingt, ist vielleicht die einzige Möglichkeit, sich münchhausenmäsig selbst aus dem Dreck zu ziehen.<br />
Und weiter im Text.</p>
<p><em>Mich einreihend in die Karawane der Gebückten; da fällt niemand raus, da fällt niemand auf.</em><br />
<em> Mich schreibend an das Leben herantastend,</em><br />
<em> mich schreibend selbst hervorbringend.</em><br />
<em> Wie gesagt,</em><br />
<em> an Haaren herbeigezogen</em><br />
<em> am Schopfe herausgezogen.</em><br />
<em> Verdämmerung,</em><br />
<em> denn da findet einer</em><br />
<em> nicht mehr aus sich selbst heraus.</em></p>
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		<title>Am Ufer (ein Traum und ein anderer)</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 12:52:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kennt ihr das: Ihr wacht aus einem Traum auf und könnt euch noch so halbwegs daran erinnern und je mehr ihr euch versucht daran zu erinnern, desto mehr verblasst das Bild, bis nur noch eine dumpfe Ahnung davon übrig ist? &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/04/10/am-ufer-ein-traum-und-ein-anderer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennt ihr das: Ihr wacht aus einem Traum auf und könnt euch noch so halbwegs daran erinnern und je mehr ihr euch versucht daran zu erinnern, desto mehr verblasst das Bild, bis nur noch eine dumpfe Ahnung davon übrig ist? Das ist so, als wäre man blind und versucht, nur mit den Fingerspitzen die Äste eines so zarten Konstrukts zu begreifen, die bei jeder Berührung wie Asche zerfallen und am Ende nur noch zwei Dinge übrig bleiben: Schatten und die Gewissheit, dass da mal etwas gewesen sein muss, denn der Aschehaufen beweist irgendwas, vielleicht auch gar nichts, aber daran möchte man nicht denken, sonst käme der Zweifel hoch und dann wäre doch alles bloß nichts.</p>
<p>Heute Nacht hatte ich einen virtuosen Traum. Ich bin mir sicher, denn ich kann mich daran erinnern, dass ich mich daran erinnern konnte. Vielschichtig und fragmentartig muss er gewesen sein, aber ich weiß nur noch von einem Mädchen, das kurze Sätze sagte, einfache Sätze, aber verdammt gute Sätze, so wahr und vielsagend und trotz ihrer prägnanten Kürze wahnsinnig auf den Punkt gebracht (seit ein paar Wochen habe ich mir aus Gründen der Dramaturgie, die mir als absolut unvermittelbar erscheinen angewöhnt, in jedem Himmelende-Eintrag mindestens einmal „wahnsinnig“ und / oder sämtliche Steigerungsformen davon unterzubringen).<br />
Der Zimmerboden war weiß, das Mädchen saß im Schoß einer Mutter, die ich kannte und beide lachten. Das Mädchen wendete sich zu mir und sprach. Haupt-, Nebensatz, Punkt. Und dann knisterte etwas in meinem Hirn und ich musste auch lachen, im Traum. Die Sätze des Mädchens waren so gut, dass ich bereits im Traum daran dachte, ich müsse sie mir unbedingt aufschreiben, nachdem ich erwachen werde. Das war einer dieser ganz seltenen Träume, in denen ich weiß, dass ich Träume; und ich kann es genießen und diesen Zustand scheinbar beliebig lange halten, wie wenn man auf dem Rücken liegend auf dem Wasser schwebt, Arme und Beine von sich gestreckt; man liegt ganz oben auf, wenn man tief eingeatmet hat; man hat es unter Kontrolle und kann es solange halten, bis man ausatmet und man glaubt zu versinken und die kalte Nahtstelle zwischen Wasser und Luft sich kreisförmig auf dem Gesicht schließt.<br />
Wenn ich ausatme ist mein Traum vorbei.</p>
<p>Jedenfalls, jetzt im Nachhinein betrachtet weiß ich aus diesem langen Traum nichts mehr, ausser dieser Episode mit dem Mädchen. Und an die Sätze dieses Mädchens kann ich mich auch nicht mehr erinnern, nur etwas mit Paris und Tod kamen darin vor. Aber das war alles nicht vergleichbar mit dem Traum von letzten Dienstag.</p>
<p>„In meinem Traum stehe ich an einem Fluss, der weniger Wasser trägt als sonst. Ich weiß das, weil ich den Fluss kenne; ein Teil seines Bettes liegt trocken, blankgeschliffene weiße Steine leuchten am Ufer unter der Vormittagssonne. Eine große Fläche, dort liegt ein morscher Baumstamm, Treibgut, eine Gruppe von Wildtieren schaart sich darum. Es müssen Hirsche sein, schöne Tiere mit großen Geweihen, die dort auf dieser freien Fläche um den Baum herumstehen. Ich gehe am Ufer entlang, das Wasser ist kristallen und es ist unmöglich, leise über die Steine zu gehen. Die Tiere sehen mich, richten alle Köpfe gleichzeitig in meine Richtung und springen davon. Sie sind sehr erschrocken. Obwohl ich keine böse Absichten hege und mich nur langsam und vorsichtig annähere weiß ich genau, dass sie nur auf der Flucht sind, weil ich etwas sehr Böses ausstrahle. Die Tiere verschwinden in den nahen Wald, nur hektisches Rascheln ist noch eine Weile zu hören und dann nichts. Aber ich täusche mich denn hinter dem Baumstamm muss noch ein letztes Tier zurückgeblieben sein, ich erkenne zunächst nur die Spitzen seines Geweihs und es schlägt wild um sich. Und dann höre ich ein Schnauben, lang und quälend verzerrt. Verzweiflung, hier bleiben zu müssen und Sehnsucht den anderen Tieren hinterher. Ich gehe um den Stamm herum und sehe, dass eines seiner Beine darunter eingeklemmt ist. Ich komme näher, das Tier kann mich nur aus dem Augenwinkel erkennen, es reagiert absolut panisch und weil es seinen Kopf nicht ganz in meine Richtung drehen kann verdreht es seine Augen. Sie sind weit aufgerissen und schwarzglänzend und aus seiner Schnauze trieft eine klare Flüssigkeit. Ich komme näher und die Angst des Tieres vor mir ist so unermesslich groß, dass es sich &#8211; nur einen stöhnenden kurzen Laut von sich gebend &#8211; in einer irren Bewegung das festgeklemmte Bein abreisst und davon humpelt, den anderen Tieren hinterher, viel schneller, als ein Tier auf drei Beinen laufen könnte.<br />
Von mir geht in diesem Traum etwas abgrundtief Böses aus. Das ist das einzige, das ich mit Sicherheit weiß.“</p>
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		<title>Gondrellplatz, Tram 18</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 11:54:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnfasching]]></category>
		<category><![CDATA[irgendwo dazwischen]]></category>

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		<description><![CDATA[Je weiter wir rauskommen, umso fremdartiger wird ihr Deutsch. Und wir sind jetzt sehr weit draußen. Zwei Frauen unterhalten sich, die eine berichtet von ihren großen Problemen im Kopf. Da oben, erzählt sie und tippt sich auf die graue Stirn, &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/04/10/gondrellplatz-tram-18/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Je weiter wir rauskommen, umso fremdartiger wird ihr Deutsch.<br />
Und wir sind jetzt sehr weit draußen.</p>
<p>Zwei Frauen unterhalten sich, die eine berichtet von ihren großen Problemen im Kopf. Da oben, erzählt sie und tippt sich auf die graue Stirn, passieren Dinge, die dort nicht passieren dürften; sie gehe ja schon in Behandlung, seit ein paar Monaten, aber geholfen habe bisher nichts. Nun probiere sie seit letzter Woche eine ganz neuartige Therapie. Sie mache jetzt gute Fortschritte mit Hypnosefischen.<br />
<em>&#8220;Hypnosefische?&#8221;</em>, fragt die andere und auch ich schaue neugierig auf und denke, dass es eben nur solche skurrilen dahingeworfenen Alltagsbrocken sein können, weswegen ich immer noch fest daran glaube, dass alle Menschen um mich herum in Wirklichkeit Aliens sind. Wer den Beweis braucht, der setze sich in die Tram 18 Richtung Gondrellplatz: nur Psychonauten und Magnete des Obskuren.<br />
<em>„Die Fische hypnotisieren mich; ich komm da also hin und die bringen mich dann in Trance und holen mich da auch wieder ab; die machen mich voll ruhig. Die Fische arbeiten mit mir, versteht du? Das ist privat, zahlt die Kasse leider nicht.“</em> Die Gesprächspartnerin, eine angepasste Mittelstandsfrau mit hübschem Gesicht, die aber viel lieber in ihrem Gardena-Katalog blättern würde und nur halbherzig der Fischtherapierten zuhört, sagt: <em>„Ach, ist ja interessant“</em>, in eben diesem Ton wie Menschen jemandem zustimmen, den sie eigentlich für komplett gaga halten und trotzdem größtmöglichstes Interesse heucheln. Und die Tram ruckt und bleibt stehen und ich versuche, so schnell wie möglich Land zu gewinnen.<br />
Mutanten, nichts als Mutanten.</p>
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		<title>Die andere Saite eines Riesen</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 07:33:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[gestalt]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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		<description><![CDATA[Er brummt mit tiefer Stimme sein Unglück. Dass er sich den Knöchel gleich zweimal verstaucht hat und er jetzt deswegen vorsichtig sei, sagt er, während ich seine Laufschuhe, die er gleich kaufen wird in die Schachtel zurück packe und an &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/04/02/die-andere-saite-eines-riesen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er brummt mit tiefer Stimme sein Unglück. Dass er sich den Knöchel gleich zweimal verstaucht hat und er jetzt deswegen vorsichtig sei, sagt er, während ich seine Laufschuhe, die er gleich kaufen wird in die Schachtel zurück packe und an die Kasse stelle. Größe 49, das ist ein Kindersarg, andere Leute leben in solchen Kartonagen; aber ich sage es nicht, es wäre unhöflich und für ihn sicher nicht das erste mal, dass er das hört. Grobschlächtig und kastenförmig ist die Gestalt des Mannes, ein Riese, der selbst im Sitzen noch einen Kopf größer ist als ich im Stehen. Langsam und träge sucht er seine Sachen zusammen: Jacke, Einkaufstaschen, Plastiktrinkflasche, und allein der glaziale Fortschritt seiner Bewegungen lässt jede seiner Handlung wohlüberlegt und wahnsinnig bedacht aussehen.</p>
<p>Hohe kantige Wangenknochen, wie mit der Axt bearbeitet verstärken die atavistischen Gesichtszüge des Mannes. Es sind genetische Expressionen eines Menschentypus, dessen Wurzeln irgendwo im Dunst der dunkelgrauesten Vorzeit liegen. Der Riese ist Conan, ein Neandertaler. Seine Hände sind so groß, dass er damit ohne Mühe meinen Kopf umklammern und mich vom Boden heben könnte; oder um damit Betonbrocken aus einem Grund zu zerbrechen, der absolut keinen Sinn ergibt. Oder um damit Schweine in zwei Hälften zu teilen. Ich denke für einen Moment an Höhlen und große Feuer, an abgeschabte Tierfelle und Knochenwerkzeuge aber das ist alles Blödsinn und gehe mit ihm an die Kasse, während seine braune Augen blitzgescheit unter den wulstigen Brauen hervorlugen und mich skeptisch mustern, als hätte er gerade erraten, was ich dachte.</p>
<p>Während er sein Portemonnaie öffnet macht er mit der anderen Hand eine rotierende Geste, die irgendwie zeigen soll, dass er in Eile ist, die ich jedoch aufgrund der zweieinhalbfachen Verlangsamung sämtlicher Bewegungen des Riesen für die Lockerungsübung eines verknacksten Handgelenks halte. Er nickt mir freundlich zu, steckt das Wechselgeld ein und nimmt die Tüte mit den neuen Schuhen an zwei Fingern. Dann sagt er bloß noch, dass das Gespräch sehr interessant war, vielen Dank für die Beratung, er sei jetzt allerdings etwas in Eile, denn er müsse zur Cello-Stunde. Und in mir geht ein Licht auf, so wie meine Gesichtsmuskulatur vollkommen erschlafft: Ich sehe den Riesen vor mir, wie er dieses Cello hält, das allein durch seine überwältigende körperliche Präsenz wie die miniaturisierte Form einer aufgestellten Geige wirkt und denke an die Finger seiner Hand &#8211; in meinen Gedanken eben noch Dächerabdeckend &#8211; wie er sie auf die Seiten des Instruments presst, das leidvoll knarzt.</p>
<blockquote class="pull"><p>Daher sollte man, wenn man von der Gestalt, die man sieht, auf die Seele, die spricht, schließt, nicht etwa Geist und Lebendigkeit erwarten, wohl aber mit Intelligenz rechnen dürfen und einem Hauch von Erhabenheit.</p></blockquote>
<p>- Fernando Pessoa</p>
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		<title>Anstehen</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 10:09:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[warten]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal verlaufen die Ereignisse dieser Welt in einer seltsamen Gleichzeitigkeit. In Ägypten stehen Menschen in Schlangen vor den Wahllokalen. Hunderte, Tausende, warten stundenlang; stehen dort, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Es ist das Volk, das etwas bewegen will, die erste wirklich &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/04/01/anstehen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal verlaufen die Ereignisse dieser Welt in einer seltsamen Gleichzeitigkeit. In Ägypten stehen Menschen in Schlangen vor den Wahllokalen. Hunderte, Tausende, warten stundenlang; stehen dort, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Es ist das Volk, das etwas bewegen will, die erste wirklich demokratische Entscheidung dieser Menschen. Sie alle stehen dort, weil sie etwas ändern wollen, das ist ihre Motivation, am System, am Fundament, an ihren Lebensumständen.</p>
<p>In vielen anderen Ländern dieser Welt stehen Menschen in Schlangen vor den Apple Stores. Hunderte, Tausende, warten stundenlang vor den Glaspalästen; stehen dort, weil sie zu einem exklusiven Kreis Erstbesitzer gehören möchten. Sie wollen das neue iPad 2 in Händen halten, Begehrlichkeit ist ihre Motivation, sie wollen konsumieren und zelebrieren, denn sie haben ein Recht auf Spaß. Es geht ihnen nicht um eine basale Veränderung am System; sie sind damit soweit zufrieden und wollen lediglich seliger Teilhaber sein. Hier wie dort stehen also Menschen in Schlangen und warten auf etwas. Das ist soweit nichts aussergewöhnliches, jeder steht mal irgendwo aus irgendwelchen Gründen in einer Schlange: am Schalter für die Bahntickets, an der Wasserpumpe für den Brunnen, an der Kasse bei Tengelmann, an der Essensausgabe in der Mensa oder für die Tagesportion Reis.</p>
<p>Mir gefiel die Gegenüberstellung dieser zwei Bilder, die sich oberflächlich sehr ähneln und ein sehr gutes Beispiel für die Gegensätzlichkeiten unserer Welt sind. Als ich den Wahlvorgang in Ägypten und den Erstverkaufstag des neuen iPad 2 verfolgte, stolperte ich über folgende Meldung, die mit den Ereignissen am Nil jedoch nichts mehr zu tun hat:</p>
<blockquote><p><strong>Die wundersame iPad Wanderung</strong><br />
Seit zwei Wochen wird in den USA die neue Version von Apples Tablet-Computer iPad verkauft. Die Warteschlangen vor den Läden sind lang, weil das Unternehmen offenbar die Nachfrage nicht bedienen kann. In New York steht eine Gruppe Asiaten unter Verdacht, große Menge des iPad 2 zu kaufen, um sie nach China zu schicken und dort zu horrenden Preisen zu verkaufen.<br />
(Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ipad144.html">Tagesschau.de</a>)</p></blockquote>
<p>So schließt sich ein Kreis, der im Grunde genommen ziemlich schizophren ist:<br />
Da wird in China ein Produkt von Arbeitern gefertigt, die wahrscheinlich froh sind, sich von ihrem Monatsgehalt ein paar Schuhe kaufen zu können; dann wird das Produkt ins Ausland geliefert, erfährt dort durch Exklusivität und Rarität zunächst eine ideelle, dann eine extreme preisliche Aufwertung. Dann wird das Produkt in das Herstellungsland reimportiert, um dort von einer wohlhabenden Käuferschicht an der Spitze der Gesellschaft, die natürlich mächtig Kohle dafür lockermachte mit glänzenden Augen im Empfang genommen zu werden. Für das Geld, das die Wohlhabenden dort für ein im eigenen Land produziertes, reimportiertes Gerät ausgeben, könnte der chinesische Fabrikarbeiter, der dieses Gerät herstellte monatelang ein wunderbares Leben führen. Und ein Paar neue Schuhe wären bestimmt auch noch drin. Man kann natürlich jetzt mit unmoralischen Absichten dieser vor den Apple Stores wartenden Chinesen argumentieren. Aber wenn es um die eigene Haut geht, ist sich jeder selbst am nächsten und tatsächlich sind es einfache globale marktkapitalistische Prozesse, ganz ohne Voodoo. Gibt es einen vergleichbaren Güterstrom bei uns in Deutschland oder Europa, der dieser Situation ähnelt? Mir fällt keiner ein.</p>
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		<title>Zu unserem Besten</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 13:22:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An diesem Wochenende tagte die unvermeidliche Sicherheitskonferenz in München und das hieß: Helikopter, Straßensperren, Umleitungen und eine Tausendschaft an Polizeibeamten &#8211; genauer, 3400 &#8211; die aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen wurden, verzierten das Straßenbild. Das Spiel wiederholt sich in regelmäßigen Abständen. Ich &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/02/06/zu-unserem-besten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An diesem Wochenende tagte die unvermeidliche <a href="http://www.securityconference.de/Muenchner-Sicherheitskonferenz-2011.muenchnersicherheit.0.html">Sicherheitskonferenz</a> in München und das hieß: Helikopter, Straßensperren, Umleitungen und eine Tausendschaft an Polizeibeamten &#8211; genauer, 3400 &#8211; die aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen wurden, verzierten das Straßenbild. Das Spiel wiederholt sich in regelmäßigen Abständen. Ich komme gerade mit frischen Eindrücken zurück aus der Innenstadt: Großdemonstration gegen die Konferenz. Und die internationale Solidarität marschierte heute mit 20.000 Watt Bassbumms fahnenschwingend direkt an meiner Tür vorbei. Als von Terrordrohungen gegängelter Bürger hat man hat sich an schwer bewaffnetes Sicherheitspersonal im Stadtbild längst gewöhnt. Allein bei diesem Gleichgültigkeitsgedanken sollte einem ein Warnlicht aufgehen. Seit den letzten <a href="http://himmelende.de/2010/11/27/der-alte-affe/">Anschlagswarnungen in Deutschland vor ein paar Monaten</a>, als noch von einer konkreten Gefahr die Rede war üben wir uns in heroischer Gelassenheit. Oder zumindest in etwas Vergleichbarem. Ausser, dass in der Zwischenzeit viel Wasser den Ganges hinunter geflossen ist, ist sonst nicht viel passiert.</p>
<p>&#8220;Für eine sichere Welt im 21. Jahrhundert&#8221; ist eines der Mottos der Veranstaltung und eine Phrase stach mir während der Podiumsdiskussionen besonders ins Auge: <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/sicherheitskonferenz-muenchen?page=all">internationale Sicherheitsarchitektur</a>. Das fühlt sich an wie ein Gebäude, das um uns herumkonstruiert wird; etwas, das auf einer Blaupause entworfen und dann rigoros in der Realität angewandt wird. Wenn ich dieses massive Auftreten der Staatsgewalt in der Öffentlichkeit beobachte, wird mir immer anders; ich bin verwirrt und ratlos und in mir gärt das unbestimmte Gefühl, dass etwas nicht stimmt mit dieser Welt, dass da etwas direkt vor meinen Augen falsch läuft. Warum muss eine Konferenz, in der es um unsere Sicherheit geht, vor uns geschützt werden? Weil viele mit dieser Aussenvorbehaltung, mit dieser Politik nicht einverstanden sind. Warum muss so eine Veranstaltung, die vielen als provokanter Akt gilt überhaupt in einer Stadt abgehalten werden? Je mehr Polizisten dort sind, um so mehr zeigt sich, wie stark der Grad der Ablehnung ist. Und es waren sehr viele Polizisten dort.</p>
<p>Ich finde es äusserst bedenklich, dass die Menschen, die über unser Wohl und Weh entscheiden, die eigentlich in Kontakt und Dialog mit uns stehen müssten, von uns ferngehalten werden. Ich frage mich, um welche Sicherheit es dabei eigentlich geht: Um unsere oder deren Sicherheit? Immer wenn diese Konferenz in der Stadt tagt, fühle ich mich besonders ohnmächtig und sehr sehr weit weg von denjenigen, die über unsere Zukunft entscheiden sollen.</p>
<p>Tu&#8217; gutes muss im Umkehrschluss nicht bedeuten, nichts böses zu tun.</p>
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		<title>Werbeversprecher</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 12:30:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal komme ich mir so vor, als lebe ich in einer Gesellschaft die auf Teufel komm raus entmündigt werden will. &#8220;Fliegt nicht so viel, raucht nicht so oft, fahrt nicht so weit; zu viel Salz ist schlecht, zu wenig Salz &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/02/06/werbeversprecher/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal komme ich mir so vor, als lebe ich in einer Gesellschaft die auf Teufel komm raus entmündigt werden will. &#8220;Fliegt nicht so viel, raucht nicht so oft, fahrt nicht so weit; zu viel Salz ist schlecht, zu wenig Salz aber auch, Salz aus dem Himalaya ist aber überhaupt das Beste!&#8221;, ein schizophrenes &#8220;well-balanced-life&#8221;, das mit vorgekauten Argumenten, serieller Kargheit, Zwangsjacken und Strengedenken ausser mittelprächtigen Psychosen höchstens noch Gehirnblähungen und Krätze auslöst. Aber um was geht es eigentlich?</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Mutter in den USA klagt gegen den Hersteller von Nutella. Sie habe festgestellt, dass die Schokocreme ihr Kind dick machen könnte, obwohl doch die Werbung ein &#8220;gesundes und nahrhaftes Frühstück&#8221; anpreise. In Nutella steckt &#8220;ähnlich viel Fett und Zucker, wie in einem Schokoriegel&#8221;. Das könne nicht gesund sein für ihr vier Jahre altes Kind, stellte eine Mutter aus Kalifornien fest und fühlte sich getäuscht.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/8/0,3672,8206184,00.html">Quelle: heute.de Nachrichten</a></p>
<p>Produkthaftungsklagen sind in Amerika ein einträgliches Milliardengeschäft. Mit &#8220;irreführender Werbung&#8221; zu argumentieren halte ich jedoch für ein Stück weit naiv, da fast jede Werbung auf die eine oder andere Art irreführend ist. Die Natur der Werbung ist zu verleiten, zu einer womöglich irrationalen Entscheidung zu bewegen. Dem Bauern, der seine Karotten vom Hof gutmütig für 1,50 anbietet, mag man noch keine willentliche Irreführung unterstellen. Aber schon bei den Tomaten im Supermarkt geht es los: Sie werden gezüchtet und getrimmt auf ein perfektes Aussehen, schmecken aber scheußlich oder im besten Falle nach gar nichts. Das Aussehen entspricht also nicht dem Geschmack: irreführende Werbung.</p>
<p>Eine Frau, die um die Gunst des Mannes &#8220;wirbt&#8221;, sich schminkt und mit Push-Up alles zurecht rückt, von dem die Schwerkraft überzeugt ist, es in eine andere Richtung ziehen zu müssen, betritt den Jahrmarkt der Eitelkeiten auch unter Vortäuschung eines falschen Sachverhalts. Der kritische Mann, mit genügen Blut im Hirn (oder in der Hose) kann dann entscheiden, ob die Körbchengröße echt oder bloß drapiert ist.</p>
<p>Die Frage ist also: Verfüge ich über genügend kritischen Verstand, um mich von der Werbung nicht vollends hinters Licht führen zu lassen oder fresse ich unreflektiert wirklich jeden Scheiss, den mir die Werbeindustrie vorsetzt? Und da betrachte ich diese Diskussion von zwei Seiten her:</p>
<ul>
<li>Von der Perspektive des (hoffentlich) mündigen und (hoffentlich) denkenden Erwachsenen.</li>
<li>Von der Perspektive eines Kindes.</li>
</ul>
<p>Letzteres kann nicht selbst entscheiden, was gesund ist und was nicht. Es lässt sich von leuchtenden Farben der Verpackung und simplen Werbeversprechen eher verleiten und muss in die Obhut genommen werden. Krassestes Beispiel hierfür ist <em>Nimm2</em>. Jeder mündige Konsument weißt natürlich schon lange, dass <em>Nimm2</em> einfach nicht gesund ist, egal wie viel Vitamin C drinsteckt. Perfider ist diese Werbung bei vielen Joghurt-Produkten, die als allgemein gesundheitsfördernd akzeptiert sind. Am Beispiel von <em>Fruchtzwergen</em> jedoch, wo nicht auf jedem Becher die Nährwertangaben verzeichnet sind, sondern höchstens auf einem Etikett einer ganzen Sechserpackung, kehrt die enthaltene Menge an Zucker die Gesundheitsbilanz des Joghurts ins Negative, was vielen Müttern schon nicht mehr bewusst ist, den Kindern natürlich erst recht nicht. Bei <em>McDonalds</em> stehen die Nährwertangaben gar auf der Rückseite der Papierunterlagen der Tabletts, die man aber meist erst dann &#8211; wenn überhaupt &#8211; umdreht, wenn das Tablett leer, die Hamburger, Pommes und Cola somit schon gegessen und getrunken sind. Enigmatisch-bunte Nährwertsymbole, die seitlich auf der BigMac-Packung angebracht sind, helfen da auch nicht weiter.</p>
<p>Ich bin für ein Verbot von irreführender Werbung in dem Sinn, als dass sie Kindern nicht suggerieren darf, sie hätten ein gesundes Produkt vor sich. Was ich allerdings für noch viel wichtiger halte ist, dass durch diese &#8220;Auslagerung von Aufklärungsarbeit&#8221; die Erwachsenen sich nicht vollends aus der Verantwortung genommen fühlen. Es ist in aller erster Linie immer noch ihre Aufgabe zu überprüfen, was und wie viel das Kind isst.</p>
<p>Selbst, wer Nährwertetabellen scheut sollte wissen, dass die Inhaltsstoffe auf deutschen Etiketten gemäß der enthaltenen Gesamtmenge aufgeführt sind. Soll heißen: Was zuerst draufsteht, ist auch am meisten drin.</p>
<blockquote><p>Zutaten:<br />
<strong>Zucker, pflanzliches Fett,</strong> Haselnüsse (13%), fettarmer Kakao, Magermilchpulver (7,5%), Emulgatoren Lecithine (Soja), Vanillin.</p></blockquote>
<p>Na, klingelts?<br />
Das Motto ist alt, funktioniert aber noch immer:<br />
&#8220;Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bemächtigen.&#8221;<br />
Herdplatten sind heiß, Kaffee ist heiß, das haben wir alle irgendwann einmal gelernt. Entweder schmerzlich am eigenen Körper oder mit erhobenem Zeigefinger und mahnenden Worten der Eltern. Wer dann nicht über genügend Abstraktionsvermögen verfügt, &#8220;Kaffee heiß&#8221; mit &#8220;Heiß verursacht Schmerz&#8221; zu kombinieren, glaubt auch an den Weihnachtsmann und muss tendenziell vor jedem Superman-Comic geschützt werden (nein, nicht jedermann in blauer Leggings und rotem Umhang kann fliegen).</p>
<p>Eine von Verbraucherschützern geforderte Lebensmittelampel ist sinnvoll, verschafft sie doch bei aller Produktvielfalt eine schnelle Auskunft über die Menge bedenklicher Inhaltsstoffe in einem Produkt. Anders die amerikanischen Etiketten, die oftmals schwer zu interpretieren sind, da dort meist nur die vom Hersteller empfohlene Tagesdosis angegeben wird. Und die liest sich dann sehr euphemistisch, lässt jedoch einen kritischen Vergleich mit anderen Produkten kaum zu, da die Menge der empfohlenen Tagesdosis von Produkt zu Produkt variiert.</p>
<p>Nutella als einen gesunden Brotaufstrich zu bezeichnen ist sicherlich nicht richtig. Aber wie naiv ist es denn bitteschön, einem Vierjährigen eine Nuss-Nugat-Creme unter die Nase, bzw. aufs Brot zu reiben und sich dann zu wundern, wenn das Kind fett wird? Man sollte ALLES, was man seinen Kindern gibt vorher auch mal selbst probiert haben. Und Herrgott, wenn von 100 Gramm Brotaufstrich 50 Prozent aus Zucker und 30 Prozent aus Fett bestehen, dann kann das Produkt einfach nicht gesund sein. Bitte Hirn anschalten.</p>
<p>Äpfel sind zum Beispiel auch sehr gesund. Wenn ich aber ein Kilo Äpfel zu mir nehme, steigt mein Blutzuckerspiegel auch bis knapp vor Reinkarnation als Snickers-Riegel. Was also tun? Auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paracelsus">Paracelsus</a> hören, der schon vor gut 500 Jahren sagte:</p>
<blockquote><p>&#8220;Alle Ding&#8217; sind Gift, und nichts ohn&#8217; Gift; allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist.&#8221;</p></blockquote>
<p>(Danke an Andy für den kreativen Input.)</p>
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		<title>Die große Ablenkung</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 10:24:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Internet essen Aufmerksamkeit auf. Dieses Ding ist unersättlich! Ein nobler Vorsatz für produktives Schreiben: Nutze die ersten Minuten des Tages. Kleine gelbe Notizzettel vollkritzeln, mit Gedanken Wände dekorieren; eine kurze Erinnerung, ein Nachhall aus dem Alltagstrott in ein Textdokument auf &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/01/20/die-grose-ablenkung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Internet essen Aufmerksamkeit auf.<br />
Dieses Ding ist unersättlich!</p>
<p>Ein nobler Vorsatz für produktives Schreiben: Nutze die ersten Minuten des Tages. Kleine gelbe Notizzettel vollkritzeln, mit Gedanken Wände dekorieren; eine kurze Erinnerung, ein Nachhall aus dem Alltagstrott in ein Textdokument auf dem Computer hacken; Wortgeröll beiseite räumen, das sich so im Laufe der Zeit ansammelt, cut-up, edit, den Unterarm vollschreiben, egal was; schreiben, bevor die klebenden Vernunftgedanken aus der nächtlichen Katharsis empordämmern und sich purpurn schwer über alles legen.<br />
Und nicht erst den Rechner anmachen und surfen oder Mails lesen. Also bewusstes auslassen, ich will mich nicht in den ersten Stunden mit E-Mails auseinandersetzen, denn sie zwingen mich zu einer Antwort, zu bloßem passiven Reagieren und fordern, mich zu etwas zu verhalten. Sie verhindern, mich mit einer Idee zu beschäftigen, die aus mir heraus kommt. Mag sein, dass das konservativ ist, aber ich züchte ja keine Dogmen.</p>
<p>Ich nenne es einen noblen Vorsatz, denn es hebt mich über das breiige Informationseinerlei, das die Gedanken einlullt und einem subkutan von den Großinformationsdistribuenten unter die Hirnrinde einmassiert wird. Und ich wachse daran. Doch es passiert immer häufiger &#8211; ich scheue prozentuale Angaben, versuche es aber mal damit &#8211; wenn nicht sogar in 80 Prozent der Fälle, dass ich unter guten Vorsätzen den Computer einschalte und eineinhalb Stunden später geistig halbseitig gelähmt vom Monitor aufschaue und nichts auf den Weg gebracht habe. Da wollte ich an zwei Geschichten gleichzeitig schreiben, etwas über Trappistenmönche recherchieren, lande dann bei „Hagiographie“ und lese etwas von Dostojewski und Sergej Jessenin. Mal huschen ein paar nackte Popos links und rechts über die Fenster, das ein oder andere Ablenkungstittchen ist vielleicht auch dabei, die erscheinen dann aber wirklich unwillkürlich und ganz ohne mein zutun, schlimme Bannerwerbung, pfui! Acht Minuten heute-Journal über den Dioxinskandal leiten mich direkt weiter zu Berichten und Fotostrecken über Massentierhaltung und Foers Appell an die fleischverzichtende Gutmenschlichkeit. Fünfseitige Zeit-Artikel sind dann meist das Endstadium dieser  metastasentreibenden, ungezügelten Wissensbegehrlichkeit. Das ist alles interessant und trägt bestimmt dazu bei, das ich eines Tages ein besserer Mensch sein werde. Und ich muss alles alles lesen oder sammle es, der Read Later-Button ist mein Freund, der Notschalter und ich weiß gleichzeitig genau, dass ich diese Informationsberge niemals bewältigen werde. Oder erst, wenn sie alt und ranzig und eventuell irrelevant sind. Zeitgeschehen ist ein leicht verderbliches Gut, will man es nicht unter historischer Recherche verbuchen. Und überhaupt passiert ja heute viel mehr als, sagen wir, vor zwanzig Jahren, gell?</p>
<p>Es passiert heute nicht mehr als vor zwanzig Jahren, nur werden wir darüber schneller und einfacher informiert. Serendipity, also das (zweifelhafte) Glück etwas zu finden, nachdem man eigentlich nicht suchte, spülte mich schon an so manche Strände unbekannter Inseln. Das Internet, einmal eingewählt klinkt es sich direkt in mein Hirn, wirkt phänomenal aufmerksamkeitszersetzend. Ich facebooke und tumblere und flickere mich durch Bilderwelten, bis der Kopf am Ende ganz müd und schwer und überladen ist mit Eindrücken; und überlagert mit Bildern, die alles in allem höchstens noch ein diffuses Knarzen ergeben; eine riesige wabernde Wortwolke, mit vier Zillionen Begriffen und Brocken, ein unheimliches Korrelat und ich bin ausserstande, einen vernünftigen Haupt- und Nebensatz zu formulieren. Stecker ziehen als physische Intervention ist auch ziemlich aussichtslos, WLAN und iPhone funken auch noch den größten Mist in den letzten leeren Raum des Körpers.<br />
Was hilft, ist Peter Lustigs Motto, das er am Ende einer jeden Löwenzahn-Sendung als umstürzlerisches Saatkorn ins Bewusstsein der Kinder pflanzte: „Und jetzt: abschalten!“, gefolgt von einer anachronistischen Drehbewegung mit Daumen und Zeigefinger, als die Fernseher noch mechanische Drehschalter hatten. Nur eine Idee, aber Unkraut kann auch Beton sprengen. So fühle ich mich und manchmal stelle ich fasziniert fest, wie sehr die große Ablenkung bereits mein Verhalten im Alltag prägt. Volle Maximalzerstreuung voraus! Dabei ist online-sein per se nichts schlechtes, nur mein Umgang damit ist manchmal uferlos. Zeit, an meinem noblen Vorsatz festzuhalten und nicht bloß tumb vorm Leuchtschirm dasitzen und warten, bis mir wieder das Gehirn überschwappt. Wobei, dann würden solche Texte vielleicht niemals zustande kommen?</p>
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		<title>Notwehr</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 16:38:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Lyrikpirat wieder unterwegs, Neuzeitnomade, Unterwegs-sein als Lebensprinzip, more goodbye&#8217;s then hello&#8217;s, das schafft Freiluftbedingungen im Oberstübchen. Gehirnfurchenlüften. Also Sachen gepackt, Kerouac eingesteckt, Rucksack geschultert, die Segel gesetzt, die Nase in den Wind gereckt und los. Momentaufnahmen eines Streifzugs durch &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/01/09/notwehr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Lyrikpirat wieder unterwegs, Neuzeitnomade, Unterwegs-sein als Lebensprinzip, more goodbye&#8217;s then hello&#8217;s, das schafft Freiluftbedingungen im Oberstübchen. Gehirnfurchenlüften.<br />
Also Sachen gepackt, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Dharma_Bums">Kerouac</a> eingesteckt, Rucksack geschultert, die Segel gesetzt, die Nase in den Wind gereckt und los. Momentaufnahmen eines Streifzugs durch die Stadt, Zwischenbericht eines Vorübergehenden. Heute ein Novum: Bloggen aus der Welt dazwischen, bloggen von der Straße, live und in Farbe, ziemlich genau <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=en&amp;q=San+Francisco+Coffee+Company+GmbH,&amp;sll=48.158643,11.584804&amp;sspn=0.009275,0.022724&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;rq=1&amp;ev=zi&amp;radius=0.63&amp;split=1&amp;hq=San+Francisco+Coffee+Company+GmbH,&amp;hnear=&amp;ll=48.158643,11.584804&amp;spn=0.009275,0.022724&amp;z=16">von hier</a>, ein Ding der Unmöglichkeit, ein Unding, Gedankenunkraut. Aufmerksamkeitsspanne plusminus ein hundertstel Augenblick, Synapsenknacken in der Höhle des Löwen, in der überfüllten Filiale eines Kaffeerösters, gleich links ab der Flaniermeile. Einzige Bedingung des Spiels: Das Teil muss online stehen, solange ich noch unterwegs bin.<br />
Draussen warme einschläfernde Luft, ein Fakefrühling, fühlt sich bloß so an als ob, es liegt in der Luft und jeder weiß, dass es noch mal knüppeldick mit der Kälte kommen wird. Der Rest eine krakeelende Lärmwelt, Ohrlosigkeit eine Grundvoraussetzung, um nicht wahnsinnig zu werden. Verloren ist, wer den Aufmerksamkeithaschern ins Netz geht. Kinder betrachten mich mit großen Augen, als sei ich eine Vogelscheuche mit einem Neonbuch auf den Schenkeln, grotesk und mit fransigen Haaren und genau deshalb so faszinierend. Irgendwie haben sie recht, wie eben nur Kinder recht haben können. Ich lache, sie lachen und laufen davon. Es dämmert und Lichter gehen an und die Hausfassaden sind Betonmonster mit tausend glühenden Augen und dennoch liegt alles friedlich. Billige Bilder, mehr bekomme ich hier nicht hin.<br />
Flucht aus der Straßenschlucht. Mein Zug geht in zehn Minuten, raus aus der Stadt, raus aufs Land, in die Abgeschiedenheit, bis dahin maximale Zerstreuung voraus. Wenn ich euch damit langweile, brecht mir in den Kommentaren die Beine.</p>
<blockquote><p>„Das glaubt man nicht, wenn man jung ist: Dass Dichtung einfach nur Notwehr sein kann. Eine Weise, sich selbst und das Leben zu überstehen.“</p></blockquote>
<p><a href="http://www.zeit.de/kultur/2011-01/eva-strittmatter-nachruf">Eva Strittmatter</a></p>
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		<title>Keine Auskunft von der Staatsgewalt</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 10:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun ging ich also vor ein paar Tagen tatsächlich zu dem Unsicherheitspersonal am Hauptbahnhof, das dort seit ein paar Wochen an den Eingängen mit vollautomatischen Argumentationsverstärkern und sehr ernsten Mienen gegen eine sehr ernste Zeit anfriert; sie stehen dort in &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/01/01/keine-auskunft-von-der-staatsgewalt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ging ich also vor ein paar Tagen tatsächlich zu dem <a href="http://himmelende.de/2010/11/27/der-alte-affe/">Unsicherheitspersonal am Hauptbahnhof</a>, das dort seit ein paar Wochen an den Eingängen mit vollautomatischen Argumentationsverstärkern und sehr ernsten Mienen gegen eine sehr ernste Zeit anfriert; sie stehen dort in der Kälte und ich wollte mich mit ihnen unterhalten. Kein Spott, kein Streitgespräch, keine Zanksucht, sondern eine ehrliche ernsthafte Frage von einem ehrlichen ernsthaften jungen Mann. Ich fragte sie, ob sie für den Fall der Fälle einen Schießbefehl hätten. Wenn also Big Buddy Mudschaheddin gotteszornig und lautschreiend auf sie zustürmte, ob sie ihn dann abknallen würden, einfach so. Ihre Antwort: kein Kommentar. Es gäbe aber höhere Stellen, die Auskunft erteilten. Ebenfalls kein Kommentar darüber, welche Stellen das seien. Die Beamten versuchten so wenig Anteilnahme wie möglich zu zeigen, das Gespräch lief nur in eine Richtung, Einbahnstraße, nach ziemlich genau 37 Sekunden waren wir durch und meine Absicht, eine ernsthafte Antwort auf eine ernsthafte Frage zu bekommen damit beendet. Natürlich naiv, aber warum nicht einfach versuchen, mit 100% ungeheuchelter Neugierde sich direkt an die Staatsgewalt zu wenden?</p>
<p>&#8220;Würde ja keinen Sinn machen, mit einer Maschinenpistole hier zu stehen ohne dass wir sie benutzen dürften.&#8221;, durch die Blume ein zarter Erklärungsversuch eines Beamten, der letzte Satz am Ende des zwei Wege Monologs. Ich dachte an UNO Einsätze in Afrika, ohne ein Mandat, dort eingreifen zu dürfen, hatte aber weder Luft noch Lust, mich auf Windmühlendebatten einzulassen.</p>
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		<title>Der alte Affe</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2010 14:16:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Hosen voll, die Köpfe leer. Ein Gespenst geht um im bundesdeutschen November: Angst. Konkreter, die Angst vor einem Anschlag. Es ist eine vorauseilende Angst, Präventiv-Paranoia, medieninduziert und von Unsicherheitsexperten geschürt. Mehr Argumentationsfutter, um Attrappen zu untermauern. Der Bin-Laden Kasper &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/11/27/der-alte-affe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hosen voll, die Köpfe leer. Ein Gespenst geht um im bundesdeutschen November: Angst. Konkreter, die Angst vor einem Anschlag. Es ist eine vorauseilende Angst, Präventiv-Paranoia, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/terror-regional/">medieninduziert</a> und von <a href="http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/der-terror-ist-da-das-muesli-ist-alle/">Unsicherheitsexperten</a> geschürt. Mehr Argumentationsfutter, um Attrappen zu untermauern. Der Bin-Laden Kasper wird wieder aus der Mottenkiste geholt. Dabei ist Al Kaida längst zu einer Idee geworden, die unkontrollierbar weiterwuchert. Unabhängig davon, wie viele Brunnen wir in Afghanistan bauen.</p>
<p>Sie sagen: Es ist wieder <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-11/terrorfahndung-vorratsdatenspeicherung-maiziere-schnarrenberger">der Versuch, Überwachungsapparate zu stärken</a> und den Bürger zu entmündigen; im Augenblick lethargischer Schockstarre noch menschenunwürdigere Gesetze durchzudrücken, weil der Politik eben nichts mehr anderes einfällt als Entmündigung und Überwachung. Ganz ehrlich, soviel Ganzkörperscan war nie! Ich sehe eigenartige Aufmunterungsfloskeln durch die Medien kursieren, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YoWWKl8YGJo">von einer &#8220;heroischen Gelassenheit&#8221; ist da die Rede</a>, während die Bundesregierung von <a href="http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/cdu-innenminister-de-maiziere-sieht-konkrete-terror-gefahr-in-deutschland_aid_572951.html">konkreter Gefahr</a> spricht und allen <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E2FE50EC74D224FABAEC1D19EB8B99945~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Grund zur Sorge verordnet</a>, aber keinen Grund zur Hysterie. Wann und wie sollte das bitteschön auch passieren? &#8220;Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger. Bitte haben Sie JETZT allen Grund zur Hysterie.&#8221; Und ich bin so müd von dieser ganzen Debatte. Es ist wie immer das gleiche Spiel. Es ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_alte_Affe_Angst">der alte Affe:</a> Angst, die sich in den Köpfen festsetzt und dort Metastasen treibt; die einen umklammert und die Kehle zuschnüren kann wie Kälte in diesen Tagen.</p>
<p>Vor dem Münchner Hauptbahnhof ist die Sache kompliziert, da steht schwer bewaffnetes Unsicherheitspersonal. Maschinengewehr im Anschlag, 24/7 Reaktionsbereitschaft, alles für den Ernstfall geprobt, ein Routineprogramm im Kopf gegen die Katastrophe. Prüfende Blicke sezieren. Permanente Ganzkörperscans. Maschinengewehre für die Sicherheit, das ist ein fucking <a href="http://services.langenscheidt.de/cgi-bin/fremdwb/searchfw.pl?match=exact&amp;lang=fwde&amp;connect=or&amp;instr=Oxymoron">Oxymoron</a>. Ob schwerbewaffnete Staatsdiener in der Öffentlichkeit den BND-Normterroristen von seinen Anschlagszielen fernhält, wage ich zu bezweifeln. Ich fühle mich keinen Deut sicherer, wenn der Bundesgrenzschutz mit Vollautomatik mir bei Glühweintrinken auf dem Christkindlmarkt über die Schulter schaut.</p>
<p>Stand in der Stadt rum und wartete auf den Anschlag. Nichts passierte. Es würde ausreichen, seinen Rucksack in die Hand zu nehmen und laut schreiend auf das Unsicherheitspersonal zuzustürmen. Seit dem Ende des politischen Herbstes war es im Nachkriegsdeutschland noch nie so einfach in der Öffentlichkeit erschossen zu werden. Jetzt ist Winter und ein Suizidaler mag auf diesen Trichter kommen. Es besteht derzeit akute Headshotgefahr in allen Einrichtungen des öffentlichen Lebens. &#8221;Darüber macht man doch keine Witze!&#8221;, und ich mache sie auch nicht. Gedankenspielerei, als ich heute mit einer eingerollten Tüte, die ich unterm Arm trug durch die Stadt ging. Im Rucksack hatte ich eine in Plastikfolie verpackte Ketchupflasche dabei. Weil mir das Ketchup beim <a href="http://www.mcdonalds.de/">Antichrist</a> immer zu wenig ist. Ich wurde nicht aufgehalten und auch nicht kontrolliert. Zum Glück, mit der Nummer wäre ich eh nicht davon gekommen; dass die Flasche für die Pommes und nichts explosives gegen demokratische Grundwerte ist. Das bekommt man nämlich nicht vermittelt. Nicht in diesen Tagen. Selten wurde ich von so vielen erschrockenen Blicken geprüft.</p>
<p>Ich habe keine Angst. Nicht, weil ich die Möglichkeit ausschließe, dass ein Anschlag auch in Deutschland stattfinden könne; nicht, weil mich im Lichterglanz vorweihnachtlicher Hochstimmung euphemistische Verblendung anheim fällt. Es ist mir schlicht egal.<br />
Es ist mir egal, ob mir der Tod hier auf die Schliche kommt und mich ein besonders wacher Schläfer mit tausend Kilogramm Druck pro Quadratzentimeter in alle Einzelteile zersprengt; oder mich übermorgen in dreizehn Jahren ein durch Feinstaub ausgelöster Lungenkrebs zur Strecke bringt; oder in zwei Wochen, wenn mir das Aneurysma im Hirn platzt, weil ich mal wieder zu festen Stuhlgang hatte. Es ist mir schlicht egal. Es macht nämlich keinen Unterschied.</p>
<p>Doch es macht einen Unterschied, ob wir uns jetzt von den Angstmachern in der Politik frivol füttern lassen oder nicht; ob wir uns von den Scharfmachern der Großbuchstabenpresse in eine Gedankenzwangsjacke stecken lassen oder nicht; ob wir in den Scheuklappenmodus fallen und uns hinter jedem neuen Angriff auf die Privatsphäre wegducken oder nicht. Und wenn es wirklich soweit ist, wenn wir das wollen, indem wir es zulassen, dass jeder Bürger unter Generalverdacht gestellt wird und nur noch die Tadellosen, die heroisch Gelassenen übrig bleiben, die sich als Vorzeigeobjekte eines neuen glattgebügelten Establishments des Angst hervortun, vor dem sich der Staat nun endgültig nicht mehr fürchten muss, dann müssen wir uns fragen, ob es wirklich diese Zukunft ist, die wir immer antrebten.</p>
<p>(In dieser Sache, zwei wichtige Dinge: <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/11/ich-habe-angst/">ein Beitrag von Thomas Knüwer</a> und <a href="http://wirhabenkeineangst.de/">eine Initiative von Mario Sixtus</a>. PARTICIPATE NOW!)</p>
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		<title>Think like us</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2010 13:04:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bewusstes Filtern oder technischer Fehler? Facebook deaktivierte für ein paar Stunden systemweit die Möglichkeit, Informationen zu Lamebook weiterzugeben. Egal ob in öffentlichen Statusmeldungen oder persönlichen Nachrichten. Überall dort, wo der Begriff &#8220;Lamebook&#8221; verwendet wurde, wurde geblockt. Diese Seite sammelt lustige und &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/11/27/think-like-us/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bewusstes Filtern oder technischer Fehler? Facebook deaktivierte für ein paar Stunden systemweit die Möglichkeit, Informationen zu <a href="http://www.lamebook.com/">Lamebook</a> weiterzugeben. Egal ob in öffentlichen Statusmeldungen oder persönlichen Nachrichten. Überall dort, wo der Begriff &#8220;Lamebook&#8221; verwendet wurde, wurde geblockt. Diese Seite sammelt lustige und stumpfsinnige Statusmeldungen, die auf Facebook veröffentlicht wurden, was die Betreiber des sozialen Netzwerks wiederum als geschäftsschädigend erachteten und alle Informationen von und über Lamebook sperrten. Und diese Informationsblockade verursacht jetzt natürlich großes Bohei. Sie lief zwar nur für eine kurze Zeit, aber lange genug, um die Diskussion über Zensur und Rechteverwaltung im Internet erneut anzufachen. Das Szenario: Über was und wen wir uns in Zukunft austauschen können wird uns diktiert von einem Kommunikationsmonopol, das sich zu willkürlicher Zensur entschließt. <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-11/facebook-lamebook">Zeit</a>, <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/facebook-schmeisst-konkurrenten-raus/3257618.html">Tagesspiegel</a> und das Blog <a href="http://netzwertig.com/2010/11/23/lamebook-facebooks-versehentliche-zensur/">netzwertig.com</a> berichteten darüber.</p>
<p>Gerade war Facebook, über das mittlerweile mehr als eine halbe Milliarde Menschen ihre Kommunikation mit Freunden und Bekannten verwaltet, ein wenig aus der Negativpresse gekommen, da tritt die Firma aus Kalifornien wieder ins Fettnäpfchen, was in Anbetracht dieses sensiblen Themas besonders unverständlich ist. Laut einer <a href="http://techcrunch.com/2010/11/22/facebook-censorship/">öffentlichen Pressemitteilung</a> des Dienstleisters handelte es sich bloß um ein Versehen; es zeigt aber, dass technisch bereits alle Systeme installiert und funktionsfähig sind, um nicht nur politisch unkorrekte Wörter filtern zu können. Und das ist ein Problem. Noch reicht es, sich dafür einfach zu entschuldigen. Noch lüftet Facebook eine Datenburka durch Protest der User. Aber das kann sich in Zukunft ändern.</p>
<p>Apple, Facebook, Google: All diese Konzerne bauen ein Internet-Disneyland auf, sogenannte <em>walled gardens</em>, also betreute und moderierte Bereiche, bunt und weitläufig, die einem das Gefühl von Freiheit vermitteln sollen, die aber trotzdem ummauert und abgeschlossen sind. Die alles unter einem Dach zusammenführen sollen, von der Kommunikation mit Freunden, der Verwaltung digitaler Identitäten, Nachrichten-, Handels- und Entertainmentplattform, alles in einem. Und diese Gärten solle man am besten überhaupt nicht mehr verlassen müssen.</p>
<p>Das Störende: All diese Dienste bauen auf den offenen Standards und der Infrastruktur des Internets auf, die diesen Firmen überhaupt erst ermöglichte zu solch einer Größe anzuwachsen. Facebook im speziellen hat jetzt eine kritische Masse erreicht und saugt immer mehr Informationen in sich auf, ohne diese Informationen wieder herauszugeben. Das aber ist das Grundprinzip eines offenen Internets. Zugriff auf diese Daten hat nur, wer sich wiederum bei Facebook registriert und selbst Daten in ein hermetisches System, das nach Aussen hin abgeschottet ist einspeist.</p>
<p>Kontrollierende Marktmacht und verschreckende Dystopie hin oder her: Es geht den großen Konzernen längst nicht mehr um die Verkörperung einer Idee, sondern um die Vermittlung einer Ideologie. Nicht mehr: Denkt anders. Sondern: Denkt wie wir!</p>
<p>http://www.youtube.com/watch?v=DBP8UnWQukQ</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong><br />
Wer Facebooks Zensurpolitik live und in Farbe ausprobieren möchte &#8211; youropenbook.org ist immer noch gesperrt.<br />
(<a href="http://netzwertig.com/2010/11/30/youropenbook-org-jetzt-koennt-ihr-facebooks-zensurfeature-selbst-testen/">via Netzwertig</a>)</p>
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		<title>Der kurze Post zum langen Abschied</title>
		<link>http://himmelende.de/2010/09/04/der-kurze-post-zum-langen-abschied/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 04:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine tausend Meile weite Reise beginnt vor deinen Füssen. Liebe Leute, Schluss für heute. Der Rucksack ist &#8211; soweit ich das überblicken kann gepackt; das Bier ist griffbereit, die Notrutschen sind aufgeblasen, Zeit für den Abgang. Ab morgen weht ein anderer &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/09/04/der-kurze-post-zum-langen-abschied/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Eine tausend Meile weite Reise<br />
beginnt vor deinen Füssen.</p></blockquote>
<p>Liebe Leute, Schluss für heute. Der Rucksack ist &#8211; soweit ich das überblicken kann gepackt; das Bier ist griffbereit, die Notrutschen sind aufgeblasen, <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article8949659/Flugbegleiter-flippt-aus-und-wird-zum-Volksheld.html">Zeit für den Abgang</a>. Ab morgen weht ein anderer Wind: hoffentlich Rückenwind.<br />
Emirates bringt mich heute Abend um halb 11 von München zunächst nach Dubai, drei Stunden Aufenthalt, dann Melbourne, nochmal kurz tanken, Scheiben abziehen und dann der letzte Hoppser nach Auckland. Läuft alles gut, komm ich mit 28 Stunden Flugzeit durch, plusminus 18.000 Kilometer, so wie die Krähe fliegt (flöge sie denn so weit). Ich bin jedenfalls sehr gespannt und freue mich riesig über die nächsten acht Monate, die vor mir liegen.</p>
<p>Also: Wir sehen uns auf der anderen Seite. Und wenn ihr an mich denken wollt und ihr euch absolut nicht vorstellen könnt, wie und wo dieses sogenannte &#8220;Neuseeland&#8221; sein soll, dann schaut einfach auf den Boden und denkt euch circa 12750 Kilometer weiter durch die Erde. Denn ziemlich genau da werde ich dann stehen, bloß eben andersherum auf dem Kopf.</p>
<p>See you in another life, brother.</p>
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		<title>Tiere essen</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 13:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist manchmal eigenartig, wie eindringlich Informationen, die einem scheinbar ungewollt zufließen mit aller Macht auf einen gravierenden Missstand aufmerksam machen können. Zunächst ganz dezent, sublim und nur tröpfchenweise; in ihrer Gesamtheit sind sie dann allerdings so erdrückend, dass ein &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/08/30/tiere-essen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist manchmal eigenartig, wie eindringlich Informationen, die einem scheinbar ungewollt zufließen mit aller Macht auf einen gravierenden Missstand aufmerksam machen können. Zunächst ganz dezent, sublim und nur tröpfchenweise; in ihrer Gesamtheit sind sie dann allerdings so erdrückend, dass ein Rückfall in den Scheuklappenmodus unmöglich ist. Und man fragt sich, wie konnte man nur so lange taub gewesen sein auf dem Ohr? Etwas ist in mir in Bewegung geraten und ich bin von seiner Richtigkeit so überzeugt, dass ich es weitergeben muss. Darum ein kleiner Post, ein Weckruf.</p>
<p><span id="more-4939"></span></p>
<p>Auf einmal waren da diese Links: <a href="http://devour.com/video/do-you-eat-crap/">ein Video</a>, <a href="http://www.zeit.de/2010/33/Vegetarismus-Interview">ein Interview</a>, <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/maike-hank/fleischlos-mit-hintertuere">ein Blogbeitrag</a>, <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,711042,00.html">ein Artikel</a> und <a href="http://www.worldpressphoto.org/index.php?option=com_photogallery&amp;task=view&amp;id=1747&amp;Itemid=257">eine Fotostrecke</a>. Allen zugrunde liegt das Thema &#8220;Verwurstung&#8221;, der gedankenlose Fleischkonsum und die industrielle Verwertung von Tieren. Die <a href="http://www.zeit.de/2010/33/index">Ausgabe Nr. 33</a> der ZEIT behandelte das Thema im Leitartikel. Basis war ein sehr lesenswertes Interview mit dem Schriftsteller und jetzt Teilzeitvegetarier Jonathan Safran Foer, das meiner Meinung nach einen sehr nüchternen und menschlichen Standpunkt auf dieses Thema darlegt. Hier ein kurzer Auszug:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir sollten nicht Vorwürfe machen, sondern Alternativen aufzeigen. Ein Freund von mir hat gesagt, ich würde ja gern mit dem Fleischessen aufhören, aber wenn meine Großmutter mich einlädt, gibt es immer Roastbeef, das esse ich so gern. Ich hab ihm gesagt: Dann iss das Roastbeef! Aber iss kein Fleisch mehr in Restaurants oder bei McDonald’s. Darauf antworten manche: Aber das ist doch scheinheilig. – Okay, dann sei eben scheinheilig! Das Ziel ist ja nicht, ethisch rein zu sein, sondern die Welt besser zu machen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Leider finde ich <a href="http://himmelende.de/2010/07/09/von-einem-der-auszog/">in diesen Tagen</a> nur wenig Zeit und so kann ich dieses Thema nicht in dem Umfang bearbeiten, der mir lieb wäre. Der damalige ZEIT-Artikel, in Kombination mit den anderen Informationen trat jedoch etwas in mir los, was schon länger brüchig war. Bis jetzt entzog ich mich dieser &#8220;Fleischdebatte&#8221;, ich war mir zwar immer bewusst, was ich da auf dem Teller hatte. Welche Prozedur und welches Leid das Tier jedoch über sich ergehen lassen musste, bevor es mir zur Mahlzeit wurde, dieser Vorstellung verschloss ich mich, so gut es ging.</p>
<p>Diese Debatte berührt mich sehr. Ich erinnere mich noch an meine missbilligenden Blicke, die ich stets für die &#8220;Körnerfresser&#8221; übrig hatte. Ich verstand sie nicht, ahnte zwar immer eine ethische Richtigkeit hinter ihrem Handeln und verdrängte meine eigenen Gewissenskonflikte so gut es ging. Doch jetzt verstehe ich. Wenn der Mensch ein Tier ist, dann ist das Tier auch ein Stück weit Mensch. Über 90 Prozent des weltweiten Fleischbedarfs wird aus Massentierhaltung bezogen und wir fügen damit unseren allernächsten Verwandten auf diesem Planeten ungeheures Leid zu. Fleisch ist ein Luxusgut, wenn man bedenkt, dass für ein Kilo Steak etwa zehn Kilo Getreide verfüttert wird. Getreide, dass andernorts fehlt. Darum möchte ich Fleisch vermeiden und komplett auf tierische Nebenprodukte verzichten. Ich will nicht, dass ein Tier wegen mir sterben muss. Und wenn es schon geschlachtet werden muss, dann soll es wenigstens ein artgerechtes Leben gehabt haben. Darum kein Fleisch aus Massentierhaltung.</p>
<p>Eine Zahl in dieser Debatte hat mich besonders beeindruckt. Würden alle Amerikaner nur einmal in der Woche auf Fleisch verzichten, würden pro Woche 220 Millionen Tiere weniger sterben. Was unseren Fleischkonsum ausserdem hochhält ist die Tatsache, dass es zwischen dem fertigen Produkt und dem lebendigem Tier, das als Ausgangsstoff dient, keine Verbindung mehr gibt. Die Wurst im Regal ist steril, unter Schutzatmosphäre verpackt, kein Blut, wenig Fett, überdeckt mit einem Pfeffermantel. Der Herstellungs- und damit Tötungsprozess ist abstrakt. Wenn jeder das Tier, dessen Fleisch er essen möchte selbst töten müsste, der Fleischkonsum ginge rapide bergab.</p>
<p>Dabei entwickeln die meisten Menschen ein kurioses ambivalentes Verhältnis gegenüber Tieren. Auf der einen Seite hegen und pflegen sie selbst Haustiere, verwöhnen sie mit Zahnpflegeprodukten, Decken und Pullovern, sparen an keiner noch so teuren lebensverlängernden tierärztlichen Behandlung und kämen niemals auch nur im Traum auf den Gedanken, Miezi eines Tages aufzuessen. Auf der anderen Seite verfüttern sie ihren Haustigern feinste Gourmet-Schweineleberpastete und verzehren selbst tierische Produkte. Über deren qualvollen Leidensweg zucken sie nur mit den Schultern oder ignorieren es geflissentlich. So ist halt das Leben. Die einen liegen auf dem Sofa und werden gekrault. Und die anderen werden kopfüber an den Beinen aufgehängt und mehroderwenigertot mit der Säge zerteilt. In diesem Weltbild ist etwas in Schieflage geraten.</p>
<p>Fängt man erst einmal an, bewusst darauf zu achten, in welchen Produkten überall Tier drinsteckt, merkt man schnell, in was für einer Misere man steckt. Die überwiegende Mehrheit der industriell gefertigten Produkte kommt kaum noch ohne Tier oder tierische Zusatzstoffe aus. Wenn man Glück hat, ist deren Verwendung auf der Packung angegeben. Das ist aber nicht immer der Fall. Geliermittel zum Beispiel muss, wenn es direkt im Verarbeitungsprozess verwendet werden, nicht deklariert werden. Erst über die Anfragen beim Hersteller erfährt man dann, was wirklich drinsteckt.</p>
<p>Ich werde weder zu einem Veganer-Extremisten noch zu einem Gutmenschen, der alle von der Richtigkeit seines Handelns überzeugen MUSS, denn dafür esse ich selbst einfach zu gerne Fleisch. Seit ein paar Wochen jedoch schaffe ich es fast vollständig darauf zu verzichten und das macht mich natürlich auch ein klein wenig stolz, alleine schon der Süßigkeiten wegen, in denen Gelatine steckt. In einer Welt, in der das Überangebot regiert, übe ich Enthaltsamkeit. Ich verzichte bewusst, nicht aus schlechtem Gewissen, sondern aus Überzeugung. Ich will nur Denkanstöße geben. Und es wäre ja schon ein Anfang, wenn ihr das nächste mal, wenn ihr in einen Whopper beißt oder eine Tüte Haribo aufreisst nur ein paar Minuten darüber sinniert, welches Leben das Tier wohl hatte, das euch nun als Nahrung dient.<br />
Mit ziemlicher Sicherheit ein beschissenes, kurzes Leben.</p>
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		<title>Gemeinsam ein Schritt oder zwei</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 08:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und mit der Zeit verschwinden die Menschen, die einstigen Freunde und Lebenswegmitläufer; sie stehlen sich ganz leise aus deinem Leben. Da musst du aufpassen und die Augenblicke, da du sie vielleicht das letzte mal siehst wertschätzen und erinnern. Denn dann &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/08/16/gemeinsam-ein-schritt-oder-zwei/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und mit der Zeit verschwinden die Menschen, die einstigen Freunde und Lebenswegmitläufer; sie stehlen sich ganz leise aus deinem Leben. Da musst du aufpassen und die Augenblicke, da du sie vielleicht das letzte mal siehst wertschätzen und erinnern.<br />
Denn dann sind sie weg.<br />
Aber es werden neue kommen und die neuen Lebenswegmitläufer werden auch wieder zu Blutsbrüdern, die dich nicht im Stich lassen werden. Doch erinnere dich immer an die, die waren. Denn nur wenn du sie im Herzen trägst, bleibst du auf ewig mit ihnen verbunden.</p>
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		<title>Die Notwendigkeit glücklichen Strebens</title>
		<link>http://himmelende.de/2010/07/19/die-notwendigkeit-glucklichen-strebens/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 10:28:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[glück]]></category>
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		<category><![CDATA[Streben]]></category>

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		<description><![CDATA[Il ne faut plus qu&#8217;on poursuivre le bonheur. &#8220;Siehst du Ihn?&#8221; &#8220;Wer sieht Ihn?&#8221; &#8220;Genau das, genau das ist sein Problem, er sieht sich noch nicht mal selbst.&#8221; &#8220;Im Grunde genommen ist er eigentlich ein armer Kerl.&#8221; Schon wieder Wochen &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/07/19/die-notwendigkeit-glucklichen-strebens/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Il ne faut plus qu&#8217;on poursuivre le bonheur.</em></p>
<p>&#8220;Siehst du Ihn?&#8221;<br />
&#8220;Wer sieht Ihn?&#8221;<br />
&#8220;Genau das, genau das ist sein Problem, er sieht sich noch nicht mal selbst.&#8221;<br />
&#8220;Im Grunde genommen ist er eigentlich ein armer Kerl.&#8221;</p>
<p>Schon wieder Wochen her aber dieser letzte Satz spukte tagelang in meinem Kopf. Aus mir heraus, über mich, in der dritten Person. Verurteilung von einem Aussenstehenden, der ich selbst bin. Eigentlich unhöflich mir selbst gegenüber, von mir in meinem Kopf &#8211; also quasi während ich ja anwesend bin, in der dritten Person zu sprechen. (Und wir reden hier noch nicht einmal vom königlichen &#8220;Wir&#8221;.) Da richtet also jemand über mich, aller Wahrscheinlichkeit nach ich selbst und sprüht feinen Nebel Mitleid; wenn ja, dann bitteschön Selbstmitleid und das ist ja dann fast schon widerlich.</p>
<p><span id="more-4368"></span>Vorlesungen beginnen wieder, 2. Fachsemester und ich mäandere umher, finde keinen Tritt und Applaus und Anschluss, am Unileben, an den Menschen; finde keine Begeisterung für mein Fach, irgendwas, das mich motivieren würde und einen Sinn gäbe, morgens aus dem Bett zu fallen. Gehe dorthin &#8211; alleine, jeden Tag, eine repetetive One-Man Freakshow, ein Abenteuer in Superpathos. Mein Körper zappelt ohne Okay vom Hauptquartier herum und sitzt allein in einem überfüllten Raum, gemeinsam einsam mit einer dösenden Hundertschaft in den Vorlesungen. Nein, das ist nicht &#8220;allein&#8221;, das ist viel schlimmer; gefühlte drei Milliarden Kilometer weg vom Nächsten zu sein, mal zwei, drei flüchtige Worte, man tätschelt sich nur oberflächlich und nach den Vorlesungen und Seminaren ziehen alle ab wie Feuerwerksfunken, wie Sternschnuppen, ein Jeder in eine andere Richtung, verschwinden in der Allschwärze des Alltags. Mädels sind hier in der Mehrzahl, vielleicht 80% Frauenquote; sie habe ihre Gruppen, fließen zusammen wie feinste Quecksilbertropfen zu einer Pfütze, da sind sie eben doch schneller und gewiefter als die Jungs. Mich stört das nicht, ich komme gut mit ihnen klar, bleibe aber gewollt aussen vor. Manchmal tritt blitzender Skeptizismus in ihren Blicken hervor, wenn ich mich mit einer einfachen Frage an sie richte: &#8220;Will der jetzt was von mir oder will der jetzt wirklich was von mir?&#8221;</p>
<p>Mit den meisten Kerlen meines Fachs kann ich nichts anfangen, das sind entweder verhutzelte und verkrumpelte Raucher, die nur in die Sonne gehen, weil dort die Aschenbecher stehen; verschrobene, verkopfte Bleichgesichter, deren Rücken vom zu lange in der Bibliothek sitzen krumm sind und deren Haut dünn und brüchig ist wie das Papier der alten Bücher selbst, über die sie so lange die Köpfe senkten. Oder ich versuche unglückliche Konnexionen mit kilometerweit aufgeblasenen Egos herzustellen, um die herum große testosteroide Hormonwolken wabern; die so viel Gel in den Haaren haben, dass kleine Fliegen drin kleben bleiben. Von letztere Spezies gibt es zum Glück nicht sehr viele an dieser Fakultät. Die wenigen Nochmenschen dort sind ok, meistens stehe ich jedoch neben allen Dingen und denke mir, dass ich da so gar nicht dazu gehöre. Jetzt jemanden zu haben, der mit mir studiert, wäre schön. Das ist kein dusselig bekacktes Gefühlsgeschmalze, das ist mein Ernst. Zusammenarbeit in der Gruppe hilft enorm, mal denkt der eine an einen bevorstehenden Termin, den man selbst verschwitzt hätte; ein anderer nimmt einem die Unterlagen für einen Kurs mit, den man vielleicht verschlafen hat, und so weiter. Die Last wird eben aufgeteilt. Aber so schleppe ich immer alles alleine in meinem Kopf herum: Welche Prüfung steht wann und wo an? Wie melde ich mich für was an? Und ständig das Gefühl etwas übersehen zu haben. Das ist der Nachteil einer so großen Uni, man säuft schnell im Massenbetrieb ab. Mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt.</p>
<p>Und dann diese Angst unabdingbarer Endgültigkeit. Schaffe ich es nicht, was mache ich dann? Kein Plan B, keine Alternative; Mensch, du bist 30, wo geht&#8217;s hin? Und ich will die Familie glücklich sehen und die Freundin, weil ich weiß, dass es ihnen gut geht, wenn es mir gut geht. Aber das tut es nicht und verstellen kostet auf Dauer ganz schön Kraft. Und weiß, dass das Quatsch ist, also die Schwarzmalerei und von wegen keine Optionen. Ich sollte die Möglichkeiten sehen, die ich habe; so unendlich vieles, das ich erreichen könnte. Doch dieser zähschwarzige Konjunktiv, ich könnte, ich sollte und: mach ich was? Ändere und plane ich was? Was macht der Navigator dort oben auf der Brücke meines Lebensdampfers eigentlich, und noch weiter droben der große Fährmann? Da schlendere ich so vor mich hin, suche den Weg des geringsten Widerstandes. Die letzten Jahre an der Schule, wo ich mein Abitur nachholte taten gut, weil ich da eine Bestimmung hatte, gemocht und gebraucht wurde. Das rettete mir das Leben, aber in Wirklichkeit überbrückte es nur etwas, das jetzt wieder zum Vorschein kommt. In mir herrscht ein basaler spiritueller Mangel, ein Loch in meiner Seele. Ein adäquates Mittel unserer Zeit ist es, so ein Loch vorübergehend mit Konsumgütern zu stopfen:<br />
Das Nichterfüllte wird auf ein Objekt übertragen, das solange es unerreicht bleibt ein Leitmotiv der Begeisterung darstellt. Es übernimmt die materielle Ersatzfunktion für den Prozess geistiger Seinswerdung, es behindert und blockiert uns an der innerlichen Charakterbildung. Hält man das vermeintliche Glück dann in Händen, muss man sich etwas neues suchen. Das Alte verliert seinen Glanz, es ist nicht mehr interessant, es kann nicht mehr den Befriedigungszweck erfüllen, weil es erreicht wurde. Ein neues Objekt wird auserkoren und so geht es weiter und weiter und weiter, bis wir ganz verbraucht und kurzatmig im Zustand höchsten Unglücks verhangen sind, denn der eigentliche Kern blieb während der ganzen tumben Streberei stets unbefriedigt. Weil sich das Seelenloch nicht mit etwas Materiellem stopfen lässt, denn Dinge sind endlich und vergehen. Das ist die Karotte vor der Nase des Esels, der den Karren zieht: die Dinge niemals zu erreichen, die wir eigentlich erreichen wollen. Eine permanente Suche nach unendlichem Spaß.</p>
<p>Dabei ist es vielmehr eine Mangelernährung der Wesenheit Mensch, die als Notwendigkeit glücklichen Strebens das Erreichen maximaler Ichsucht zum Ziel gesetzt hat. Der Konsumismus um uns herum findet nur statt, weil sich Menschen gerne mit fragilen Ersatzbefriedigungen abspeisen lassen und vor lauter verstelltsein gar nicht durchblicken können zum wahren Kern ihrer Bedürfnisse. Was ist der Mensch also? Fremdbestimmt von Ideologien und Repräsentanten einer fragwürdigen Gesellschaft, ein Wesen ohne Sinnperspektive? Ist die menschliche Existenz immer nur abhängig von Umständen, die außerhalb liegen? Oder ist er doch ein willensfreier Charakter, ein Navigator eben, der allerhöchstens hin- und wieder Instruktionen des großen Fährmanns von noch weiter oben empfängt, ansonsten aber selbständig entschließt, gegen welchen Eisberg er die Kiste donnert?<br />
Ich muss Seelenfutter finden, sonst krepiere ich.</p>
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		<title>Es muss chaotisch sein, sonst ist das Ding nicht gut</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 08:07:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Stirn war ein Waschbrett und meine Lippen bewegten sich lautlos, während mein Hirn im Sturmschritt einem Zustand totaler Sorge entgegenhetzte. Egal, wie tief du dich in den Englischen Garten schlägst; egal wie viele Drehungen du machst und dich weiter &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/07/14/es-muss-chaotisch-sein-sonst-ist-das-ding-nicht-gut/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Stirn war ein Waschbrett und meine Lippen bewegten sich lautlos, während mein Hirn im Sturmschritt einem Zustand totaler Sorge entgegenhetzte.</p>
<p>Egal, wie tief du dich in den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Englischer_Garten_(München)">Englischen Garten</a> schlägst; egal wie viele Drehungen du machst und dich weiter in die vermeintliche Natur schraubst; egal wo du dich auch versteckst in der Stadt: Sie ist immer da. Sie macht sich immer bemerkbar durch ein sonores Hintergrundbrummen, wie die kosmische Hintergrundstrahlung, nur als Geräusch ist es immer da, zeigt dir, aus welchem Material du in Wirklichkeit gemacht bist und tritt dir permanent in den Arsch: Stahl und Beton, mein Lieber, und Glas, vergiss die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/DNA">Biomolekülstruktur</a> bitte für eine Sekunde, das war ein <abbr title="(engl. für Jux, Scherz, Schabernack; auch Schwindel)">Hoax,</abbr> hab ich mir aber nicht selbst ausgedacht, sorry.<br />
Man kann die Stadt niemals völlig loswerden, jeder begrünte und renaturierte Streifen (alleine schon das Wort ist eine Farce) ist bloße Fassade, wirklich lieb gemeint aber nur ein unzureichender, kläglicher Versuch, den Menschen zu seiner Allverbundenheit zurückzuführen, die doch nur von der umklammernden Künstlichkeit durchdrungen sein kann, die unser Verpflanztsein in ein geschaffenes System stetig offenbart. Ein süßes Wiegenlied in der Matrix Abends um halb sechs, wenn der Verkehr über den mittleren Ring rollt.</p>
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		<title>Kein Text</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 07:38:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dranbleiben, immer dranbleiben, nie dranglauben. Kreativ sein, zumindest ein Versuch wert und schreiben, immer schreiben schreiben schreiben, immer an den Texten arbeiten, nie aufhören, nie aufhören, das Klicken der Tasten darf nie aufhören, wir arbeiten daran, permanent, wie Hastige, wie &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/07/14/kein-text/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dranbleiben, immer dranbleiben, nie dranglauben. Kreativ sein, zumindest ein Versuch wert und schreiben, immer schreiben schreiben schreiben, immer an den Texten arbeiten, nie aufhören, nie aufhören, das Klicken der Tasten darf nie aufhören, wir arbeiten daran, permanent, wie Hastige, wie Ruhelose. Literatur zu verfassen ist kein Leichtes, ist kein mal eben aus dem Ärmel Geschütteltes, nichts mal eben so Zufliegendes. Es ist harte Arbeit, entgegen der Meinung vieler, die denken, der Dichter denke ja auch bloß ein wenig mehr als man selbst und schaufelt dann seine Wörter zusammen und vertickt sie auf dem Worttrödelmarkt, zurecht eine brotlose Kunst meinen die dann. Also muss ich meine Gedanken fokussieren, sie bündeln zu laserscharfen Gedanken, die auch das Glas schneiden, würde ich sie drauf richten. Und immer versuchen, sie nicht ausfransen zu lassen, die Gedanken, das ist der schwerste Teil am Schreiben: nicht fransig sein.<br />
Das geht jetzt ein paar Wochen mit neuer Disziplin, für meine Verhältnisse sagenhaft, neu aufgelegt und noch nie dagewesen. Eine neue Qualität und es wirkt, es hilft, war keine bittere Pille. Das Geheimnis, das keines ist: jeden Morgen, gleich nach dem Aufstehen ein paar Stunden an den Texten sitzen, daran arbeiten, dranbleiben und doch dran glauben, dass was draus wird. Sehen Sie? Es wirkt. Wichtig ist nur, die Traumparasiten loszuwerden, dieses wuselnde Gekrabble unter der Hirnrinde, das ist das A und O, der Rest kommt ganz von alleine.<br />
Versuchen sie bloß kein DDT zur Entwesung, das verursacht meiner Meinung nach nur Kopfschmerzen und porentief reine Raumleere im Areal zwischen den Ohren.</p>
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