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	<title>Himmelende &#187; Skepsisreservat</title>
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	<description>Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.</description>
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		<title>Das disharmonische Blech aus dem Aufzug</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 10:23:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dem Aufzug unseres Wohnhaus gibt es eine Abdeckung, die aus einem Blech besteht, das einen fürchterlichen Klang produziert, wenn man dagegen schlägt. Das lässt mir keine Ruhe, jedes mal, wenn ich in den Aufzug einsteige, muss ich von neuem diesen fürchterlichen Klang testen, mich vergewissern, ob es wirklich immer noch so scheußlich klingt, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dem Aufzug unseres Wohnhaus gibt es eine Abdeckung, die aus einem Blech besteht, das einen fürchterlichen Klang produziert, wenn man dagegen schlägt. Das lässt mir keine Ruhe, jedes mal, wenn ich in den Aufzug einsteige, muss ich von neuem diesen fürchterlichen Klang testen, mich vergewissern, ob es wirklich immer noch so scheußlich klingt, wie beim letzten mal. Mit dem Schlüsselbund klopfe ich dann dagegen und höre genau hin. Fast so kommt es mir vor, dass es von mal zu mal scheußlicher klingt und dann denke ich mir: &#8220;Herrgott, was bist du bloß für ein scheußlicher Klang?&#8221; und ich kann mich an dieser akkustischen Abscheulichkeit einfach nicht satthören, so wie man sich an einer besonders fettleibigen Person vor lauter Angeekeltsein nicht sattsehen kann. Aber diese fettleibige Person kann ja eigentlich gar nichts dafür, dass ich so dumm glotze, wie eben auch das disharmonische Blech aus meinem Aufzug ja eigentlich gar nichts dafür kann, dass mir sein Klang missfällt. Und ausserdem hat es nur indirekt etwas damit zu tun, dass ich jetzt Nietzsche besser verstehe. Aber alles der Reihe nach.</p>
<p><span id="more-280"></span></p>
<p>&#8220;Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum&#8221;. Nietzsche hat das mal gesagt und so ganz habe ich diesen Satz zeitlebens nie wirklich verstanden. Da mir das mit den Sätzen von Nietzsche bisweilen öfter passiert, war ich nicht weiter sonderlich schockiert. Trotzdem ließ mich dieser Gedanke nicht los, bis zu einem Nachmittag im Aufzug mit meiner Hassliebe Blech. Ich trommelt auf ihm herum und plötzlich entspann sich ein wunderbarer Rhythmus, so schräg und artifiziell, in seinem Klang aber dennoch den Trommel afrikanischer Volksstämme ähnlich. Und dann begriff ich plötzlich diesen Nietzsche.<br />
Menschen leben in der Zeit, oder mit der Zeit. Egal, wie man es auch betrachtet, wir sind Zeitwesen. Zeit vergeht, wenn Dinge geschehen, wenn Ereignisse aufeinander abfolgen &#8211; oder Dinge können erst geschehen, wenn Zeit vergeht, so genau bin ich da noch zu keiner qualifizierten finalen Erkenntnis gekommen. Der dritte Satz der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thermodynamik">Thermodynamik</a> beschäftigt sich mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entropie_(Thermodynamik)">Entropie</a>, die als Maß für den Ordnungszustand eines thermodynamischen Systems verwendet wird, aber auch etwas über den Grad der Ungewissheit des Ausgangs eines Versuches aussagen kann. Energetisch betrachtet ist es für ein System immer günstiger, einen hohen Grad der Unordnung zu erreichen (mein System &#8220;Schreibtisch&#8221; ist da ein sehr gutes Beispiel). Eine inhärente fundamentale Eigenschaft all dieser Prozesse ist ein Ereignis, das das Intervall anstösst. Ein Intervall, das den Anfang und das Ende eines Ereignisses markiert, das aber auch in der Zeit selbst liegt. In allen Prozessen summt also ein kosmischer Grundton, schlägt sozusagen ein Grundrhythmus, ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stimmgabel">Diapason</a> der Dinglichkeit, der den Takt des Daseins vorgibt. Zeit vergeht und schwingt. Und da wir an diese Bedingung geknüpft sind, als Zeitwesen diesem universalen Takt hörig sind, ist der Rhythmus im Sein bereits eine der Bedingungen des Lebens selbst. Rhythmus ist ein wesentlicher Aspekt der Musik. Ohne Rhythmus, dadurch also auch ohne Musik, wäre die Welt tatsächlich ein Irrtum, eine fucking fundamentale Fehlannahme. Zumindest gilt das für diese Welt, wie sie es woanders mit der Zeit und der Musik und den Dingen handhaben, weiß ich nicht. Kann sein, dass das auf <a href="http://www.physikclub.de/nachrichten/erdahnlicher-exo-planet-entdeckt">Gliese 581</a> schon ganz anders aussieht.</p>
<p>Die Welt liegt in unseren Köpfen, ist eine Projektion in unserem Geist und vice versa, ein gemeinsamer Nenner, auf den wir uns verständigen. Geräusche liegen überall in der Welt und ihr Rhythmus dringt aus allen Dingen. Stadtleben ist voller Geräusch, voll taktgebender Kakophonie. Unzählige Automaten, elektrisch-pneumatische Apparaturen, die arbeiten. Geräusche der Menschen, Schritte, Stimmen, Signale, sie sind der Beat der Stadt. Spitzt man die Ohren, erkennt man den Funk der sich öffnenden und schließenden Geldeinwurfschlitze der Fahrkartenautomaten. Straßenlärm ist kein Geräusch, es ist eben Lärm, in ihm fand ich bis jetzt kaum einen Rhythmus. Vielleicht ist mein Bewusstsein nicht weit genug? Wenn ja, dann sollte ich vielleicht mehr von Stockhausens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zwölftonmusik">Zwölftonmusik</a> hören.</p>
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		<title>Superhelden und die Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 08:47:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anfang diesen Jahres gabs drüben in Los Angeles eine geniale Ausstellung: Kunst unter dem Einfluss der Masters of the Universe. Auf der Seite findet ihr viele Fotos der Exponate, die ihr euch auf gar keinen Fall entgehen lassen dürft. Ich für meinen Teil fand diese Ausstellung so scheissinspirierend, dass ich mir unweigerlich ein paar Notizen dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2010/01/tumblr_kw5nuwN32w1qzwfr0o1_1280.jpg" rel="lightbox[3606]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3856" title="Idole der Jugend" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2010/01/tumblr_kw5nuwN32w1qzwfr0o1_1280-185x185.jpg" alt="" width="185" height="185" /></a>Anfang diesen Jahres gabs drüben in Los Angeles eine geniale Ausstellung: <a href="http://ihavethepowerart.blogspot.com/">Kunst unter dem Einfluss der Masters of the Universe</a>. Auf der Seite findet ihr viele Fotos der Exponate, die ihr euch auf gar keinen Fall entgehen lassen dürft. Ich für meinen Teil fand diese Ausstellung so scheissinspirierend, dass ich mir unweigerlich ein paar Notizen dazu machen musste, um mich der Thematik gegenüber produktiv zu verhalten. Im Folgenden also nun ein paar Superheldengedanken über die Idole meiner Jugend, über den Mythos und das gesellschaftliche Bild, das diese Figuren implizieren.<br />
<span id="more-3606"></span><br />
(Bei meiner Betrachtung beschränke ich mich auf die klassisch amerikanischen Heldenfiguren. Wer darüber hinaus sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, dem lege ich <a href="http://www.etk-muenchen.de/sixcms/detail.php?&amp;id=59439&amp;template=neu_werke_default_film">dieses Buch</a> ans Herz, auf das sich verschiedene Aussagen dieses Artikels stützen.)</p>
<h3>Spiderman &#8211; Superman &#8211; Batman: Die Inversion eines Rollenklischees</h3>
<p>Zunächst werde ich das Verhältnis der Maskierungen dieser Figuren in den Mittelpunkt stellen. All diese Helden sind mehr oder minder getarnt, besitzen ein &#8220;Superheldencamouflage&#8221;, das sie neben ihrer konventionellen Daseinsrolle als Durchschnittsbürger unerkannt als übermenschliche Erscheinung auftreten lässt. Während Spiderman und Batman ein typisches Rollenklischee erfüllen, nimmt Superman einen invertierten Status ein. So ist der Mensch Peter Parker der Alltagsmensch, seine Maske ist Spiderman. Erst durch diese Tarnung kann er zu einem in der Öffentlichkeit agierenden Superhelden werden, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Bruce Wayne ist der Alltagsmensch, seine Maske ist Batman. Erst durch diese Tarnung kann er zum Superhelden werden. Clark Kents Maske jedoch ist nicht Superman. Superman kam als Superman von einem fernen Planeten auf diese Erde. Supermans Maske ist der Alltagsmensch Clark Kent, eine Umkehrung des Tarnungsverhältnisses. Der Held bedient sich der besonderen Maske der Gewöhnlichkeit, sein Kostüm ist der Makel der Menschlichkeit; erst durch diese imitierte Zerbrechlichkeit kann er überhaupt erst in unsere Gesellschaft treten, um so mit ihr verhandeln zu können.</p>
<h3>Batman &#8211; Der dunkle Ritter als Antiheld</h3>
<p>Batman war schon immer meine Lieblingsfigur denn er ist kein Superheld im klassischen Sinn. Warum? Er erfüllt doch wesentliche Eigenschaften, die einem Helden zukommen.<br />
Hat Batman eine Doppelidentität? Sicher. Er ist in seinem normalen Leben Bruce Wayne, ein reicher und bei den Frauen ziemlich erfolgreicher Smartass. Verdammt sexy? Ganz bestimmt. Als Batman ist er eine supertrainierte Kampfmaschine. Prügelt er jedem Verbrecher sieben verschiedene Sorten Scheiße aus dem Hirn? Zur Hölle, darauf könnt ihr wetten. Aber: Batman kann nicht fliegen. Er besitzt keine Superkräfte, keine Laseraugen, keine mysteriöse genetische Mutation, die ihn an Wänden kleben oder <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hulk_(comics)">grün</a> werden lässt. Alles in seinem Wirken ist das Ergebnis einer perfektionierten Form der Körperbeherrschung; er ist trainiert, zieht von Aikido bis Zen-Bushido alle Register und wer ihm besonders blöd kommt, dem kommt er auch mal mit einem Tae-Bo Fitness-Workout, Marke &#8220;kieferchirurgischer Eingriff ohne Lokalanästhetikum&#8221;. Ausserdem besitzt er ein gutes Händchen für ideales Timing und setzt so die trickreichsten technischen Finessen genau im richtigen Moment ein.</p>
<p>Batman nimmt also eine tatsachenverkehrte Sonderrolle ein, er ist der gefallene Engel, ein dunkler, ein postmoderner Antiheld, der stets das Gute will und stets das Böse schafft. Im Grunde ist er ein schizophrener Gegenentwurf der Idee, das Gute könne das Böse in der Welt für immer auslöschen, denn sein Beispiel beweist, dass das Gute stets das Böse bedingt, und umgekehrt.<br />
Supermans schwacher Punkt ist das Kryptonit, etwas Dingliches, ein besonderes Material, das von seinem Herkunftsplaneten stammt und das Einzige in dieser Welt ist, das ihn schwächen und töten kann. Batmans Achillessehne ist psychologischer Natur: Der nie überwundene Tod seiner Eltern, beides wohlhabende Gutmenschen und vermögende Gönner der Stadt Gotham; die unwürdige Szene einer Hinrichtung in einer dunklen Seitengasse durch einen Kleinkriminellen vor den Augen des Kindes Bruce Wayne und der daraus resultierende manische Versuch des Erwachsenen Bruce, das Böse in Gotham City für immer auszulöschen, um damit die Schuld zu tilgen. Batman ist also der Rächer, die Figur quasi der geistige Wurmfortsatz Bruce Waynes Hasses auf alles Schlechte und Niederträchtige und obwohl Batman eine Verkörperung des Guten, wie jeder fiktionale Held die Antipode des Bösen sein will, so ist doch der Grund allen Übels in Gotham City Batman selbst. Erst sein Auftauchen als Superheld brachte neben den delinquenten Randerscheinungen Superschurken wie Joker und Two-Face auf den Plan. Ein Kreislauf eines sich stetig nivellierenden Kräfteverhältnisses entstand, das unweigerlich zur Katastrophe führen muss. Das Böse gebar zunächst das Gute &#8211; der Meuchelmörder, der die Eltern tötete &#8211; woraufhin das Gute das Böse gebar &#8211; Batmans Erscheinung ruft die Superschurken auf den Plan, nur er allein ist Sinn- und Daseinsgrund für das metastasentreibende Böse auf der anderen Seite, ein kosmisch universelles Ying-Yang, egal ob in Gotham City, Metropolis oder in Eternia.</p>
<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2010/07/Satan-Gustave-Dore.jpg" rel="lightbox[3606]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4676" title="Satan - Gustave Doré" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2010/07/Satan-Gustave-Dore-185x185.jpg" alt="" width="185" height="185" /></a>Der figurative Zwiespalt des Superhelden spiegelt sich ausserdem in der Gestalt seines Avatars: die der Fledermaus. Das Bild der Fledermaus ist in der europäischen Geschichte seit der Antike überwiegend negativ besetzt. So wird Satan in einem Stich von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gustave_Doré">Gustave Doré</a> für Jon Miltons <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paradise_Lost"><em>Paradise Lost</em></a> mit Fledermausflügeln dargestellt. Eine wie ich finde schöne Versinnbildlichung für den Fall Batman ist Goyas Radierung &#8220;<a href="http://himmelende.de/2006/12/02/der-traum-der-vernunft-gebiert-monster/">Der Traum der Vernunft gebiert Monster</a>&#8221; von 1797/98, auf der im Hintergrund Fledermäuse und andere Nachtgestalten zu sehen sind. Nicht zu vergessen sei natürlich auch die allgegenwärtig wiedergekaute Aufbereitung des Dracula-Stoffes, sei es durch Werner Herzogs geniale <a href="http://www.google.com/images?hl=de&amp;safe=off&amp;gbv=2&amp;tbs=isch%3A1&amp;sa=1&amp;q=nosferatu+kinski&amp;aq=f&amp;aqi=g1&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=">Nosferatu-Figur</a> oder die unvermeidliche <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Twilight_Saga_(film_series)">Twilight-Saga</a>, die bei mir jedoch allerhöchstens Assoziationen von an Skorbut erkrankten Jugendlichen hervorruft.</p>
<h3>He-Man und der Niedergang der klassischen Männerrolle</h3>
<p>Um eines gleich vorweg zu betonen: He-Man ist die Klischeerampensau der Superheldenfiguren der 1980er Jahre, eine von der Spielzeugfirma Mattel entworfene Superheldenfigur mit allen dazugehörigen Attributen, jedoch ist der Schauplatz des Geschehens, ein ferner Planet namens Eternia komplett fiktional und findet nicht, wie mit Batmans Gotham City oder Supermans Metropolis eine Entsprechung in irdischen urbanen Lebensräumen.</p>
<p>Die Geschichte um Prinz Adam und sein Alter Ego He-Man, Kämpfer für das Gute und ewiger Widersacher von Skeletor, Vertreter des Bösen ist viel mehr als bloß eine weitere Adaption des Superheldenstoffes; beabsichtigt oder nicht, es ist auch die Geschichte von einem Typus Mann unserer Menschenwelt, der verschwindet. He-Man markiert den Niedergang einer klassischen Männerrolle, er ist Synonym für das letzte Aufleben eines überholten Bildes. Galten bis zu dieser Zeit die blondgeschopfigen Muskelpakete, die bis zur Unkenntlichkeit definierten und mit Steroiden auf zweieinhalbfache Normgröße aufgeblasenen Körper eines Arnold Schwarzeneggers oder Dolph Lundgrens &#8211; der in der bis jetzt einzigen Realverfilmung der Masters of the Universe die Hauptrolle übernahm &#8211; als ideelles Leitmotiv und Grundvoraussetzung der popkulturellen Superheldencharakterisierung, so wurde dieses spätestens Mitte der 1990er Jahre langsam abgelöst. Ein Paradigmenwechsel setzte ein. Waren &#8211; allein der Titel spricht Bände &#8211; die Masters of the Universe, also die, zumeist männlichen Herrscher über das Universum &#8211; eher ein Spiegelbild für egomanisch maskuline Allmachtsphantasien, die dem Diktat des Heroischen unterliegen, so musste der Superheld von nun an nicht mehr zwingend über diese patriarchalischen Klischees verfügen, um in seiner Rolle zu funktionieren. Als mehr oder minder erfolgreiches Beispiel sei hier <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Captain_Planet">Captain Planet</a> anzuführen, der gemeinsam mit seinem Planetenteam gegen die Verschmutzung der Erde kämpft. Allmählich verschwanden die atavistischen Gesichtszüge der Figuren oder wurden abgemildert, eine neue Androgynität hielt Einzug. Auch im Superheldensegment erfolgte eine Annäherung der Geschlechter und Männer übernahmen sukzessive sonst feminin konnotierte Rollenbilder. Die Identitätskrise des Mannes fand also nicht erst mit Beckhams öffentlich zelebriertem Bewusstsein für Körperpflegeprodukte statt sondern bereits mit He-Man, der der Letzte einer aussterbenden Art war.</p>
<h3>Die Rolle der Frau und die sexuelle Ebene</h3>
<p>Ebenso wie He-Man selbst entsprechen auch die weiblichen Charaktere der Serie einem klassischen Rollenbild. Die Frau als Gegenpol zur Heldenfigur ist Usus und gehört zu jeder funktionierenden Heldengeschichte. He-Man stehen zwei Frauen zur Seite. Als Prinz Adam ist er der &#8220;verweiblichte&#8221;, sensible und romantische Charakter und wird umsorgt von der &#8220;<a href="http://i154.photobucket.com/albums/s255/gallery1988sf/He-Man/DanLydersenMadonnaTellaNa16x12oilon.jpg" rel="lightbox[3606]">Sorceress</a>&#8220;, der Zauberin und Hüterin des sagenumwobenen Schlosses Grayskull. Sie übernimmt die Mutterrolle in ihrer erziehungsberechtigten Funktion als mahnende, höhere Instanz, eine wachende Adlerfrau, die in ihren Visionen zukünftige Ereignisse vorhersieht. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Teela">Teela</a>, die zweite Frau in He-Mans Leben und eigentlich potentielle Kopulationspartnerin ist eine Amazone, eine Kriegerin, die ähnlich wie Lois Lane in Bezug auf Supermans Rolle als Clark Kent einem Gefühlsgefälle unterliegt: Eigentlich verliebt in He-Man findet sie He-Man als Prinz Adam lediglich &#8220;süß&#8221; (seien wir ehrlich, sie findet ihn lächerlich), da sich dieser in ihrer Anwesenheit tölpelhaft und präpubertär naiv verhält. Ihr Schwarm ist in Wirklichkeit der präpotente muskulöse Retter des Universums He-Man, der jedoch erst eine Verwandlung durchführen muss, um diese Rolle zu übernehmen.</p>
<p>Als Prinz Adam ist er schwach (muss er sein, er trägt pinke Strumpfhosen!). Erst mithilfe seines Zauberschwertes, das als phallische Versinnbildlichung dient erreicht er übermenschliche Kräfte; er muss erst sein &#8220;Schwert aus der Scheide ziehen&#8221; und den magischen Satz &#8220;Bei der Macht von Grayskull!&#8221; rufen um zu He-Man zu werden, den Mann der Männer. Oder anders: Erst wenn er die Hingabe an die Weiblichkeit aufgibt, erlangt er die Superkräfte. Indem er erkennt, was er mit seinem &#8220;Zauberschwert&#8221; anstellen kann, durchbricht er die postadoleszente Phase vollends und wird &#8220;Mann&#8221; &#8211; ein äußerst machismohaftes Bild, das hier entwickelt wird.</p>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Skeletor">Skeletors</a> bessere Hälfte ist <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Evil-Lyn">Evil-Lyn</a>, eine devote, grenzwertig schizophrene Frau, die die Rolle einer untergeordneten Sklavin einnimmt. Sie hat nicht die erziehungsberechtigte Funktion, sondern ist lediglich ein Symbol für die Frau als willenloser Nutzgegenstand, der rein der Bedürfnisbefriedigung dient, wobei zweifelhaft ist, ob sie nicht der eigentlich intelligentere Teil des diabolischen Duos ist und Skeletor in Wirklichkeit als Machtinstrument missbraucht. Wer weiß schon, was sich im Bett des Knochengesichtes so alles abspielt?</p>
<p>Dass darüber hinaus auch religiöse Elemente erkennbar sind, sei nur am Rande zur erwähnen: Purpur als sakrale Farbe und hier Zeichen des Bösen, sowie das Kreuz auf He-Mans Brustpanzer, das in seiner Form sehr an das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eisernes_Kreuz">Eiserne Kreuz</a> erinnert.</p>
<p>Abschließend sei zu sagen, dass egal welche Deutungsversuche unternommen werden, das Wesen der (Super)heldengeschichten seit der Antike nahezu unverändert blieb. Das traditionelle Element der Tragödientheorien ist seit der aristotelischen Poetik das Leid eines Einzelnen: der sozial und/oder moralisch hochstehende Leidende stürzt in sein Verhängnis, er scheitert bewusst oder unbewusst. Im Kampf mit dem Schicksal entfaltet sich stets die markante Individualität, in seinem Untergang zeigt sich die tragische Größe und gewinnt durch seine standhafte, selbstbewusste Haltung den Respekt des Rezipienten. Die persönliche Katastrophe eröffnet einen höheren Sinn. Diese Elemente flossen auch in die Superheldengeschichten der Gegenwart ein und wurden permanent weiterentwickelt. Somit sind diese Geschichten nicht bloß als ein popkulturelles Produkt mit geringer Halbwertszeit und anweisender Beipackzettel zu den heutig vorherrschenden Lebenskonzepten zu betrachten, sie sind vielmehr der Schlüssel zum Verständnis einer Gesellschaft, deren Ikonen schon längst die Votivtafeln verlassen haben und uns nun selbst von der Rückseite einer Cornflakespackung aus ihre Träume von einer besseren, gerechteren Welt entwickeln.</p>
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		<title>Schall und Rauch</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 11:51:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es darf gequalmt werden. Oder doch nicht? Bayern entscheidet an diesem Sonntag per Volksentscheid über ein strenges Rauchverbot. Dabei wurde selten über einen Gesetzesbeschluss soviel Bohei gemacht; selten waren die Lager so gespalten. Gutheisser wie Ablehner argumentieren mit viel Verve. Eine pro-Rauchverbot-Aussage weht mir in den letzten Stunden allerdings so oft um die Ohren, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es darf gequalmt werden. Oder doch nicht? <a href="http://www.br-online.de/aktuell/volksentscheid-DID1218447956115/index.xml">Bayern entscheidet an diesem Sonntag</a> per Volksentscheid über ein strenges Rauchverbot. Dabei wurde selten über einen Gesetzesbeschluss soviel Bohei gemacht; selten waren die Lager so gespalten. Gutheisser wie Ablehner argumentieren mit viel Verve. Eine pro-Rauchverbot-Aussage weht mir in den letzten Stunden allerdings so oft um die Ohren, dass ich jetzt mal was dazu schreiben muss.</p>
<blockquote><p>&#8220;Unbedingt wählen gehen!! Gesundheit ist unser höchstes Gut! Denkt auch an die, die heute nicht selbst entscheiden können, z. B. die Kinder!&#8221;</p></blockquote>
<div>Okay, lobenswerter Aufruf und Argument. Konsequent verfolgt würde dieser Standpunkt allerdings bedeuten, dass man auch für die Abschaffung genveränderten Brokkoligemüses, für die Abschaffung von Handymasten, für die Abschaffung der kosmischen Hintergrundstrahlung, für die Rettung des Seepferdchens und für den gesetzlich verordneten Pflichteinbau von Rußpartikelfiltern stimmen muss. Und für oder gegen mindestens drölfmillionen weiterer Sachen, die die Gesundheit beeinträchtigen.</div>
<div id="_mcePaste">Ich bin sehr kritisch, was dieses Volksbegehren betrifft. Gerade diese &#8220;aber unsere lieben armen, unmündigen Kinder&#8221;-Argumentation der ödp halte ich für überkommenes, tendenziöses Geplapper. Da sollten sie erst mal Pokemon und RTL2 verbieten, dann reden wir über den Nichtraucherschutz weiter.</div>
<div>Deutsche sind Überreglementierungskünstler. Warum lässt man dem Bürger nicht die Freiheit selbst zu entscheiden? Muss denn jeder Furz reguliert werden? Das Gesetzt zum Nichtraucherschutz (schöner Euphemismus, statt &#8220;Rauchverbot&#8221;) ist in seinem jetzigen Zustand nicht schlecht. Gastronomen, die ihre Einrichtungen rauchfrei betreiben erleben ebenso Zuspruch, wie Einrichtungen, die das Rauchen explizit erlauben.</div>
<div>Ich bin Nichtraucher, überzeugt, aber kein Gesundheitsnazi. Für den Raucher ist es ebenso ein Stück Lebensqualität, in einem Raucher-Café seinen Kaffee mit Zigarette zu genießen, wie es für mich ein Stück Lebensqualität ist, in der Pizzeria meines Vertrauens keinen Qualm ins Gesicht geblasen zu bekommen. Und dieses Nebeneinander funktioniert mit dem bestehenden Gesetz ganz gut.</div>
<div id="_mcePaste">Darum: &#8220;Nein&#8221; zum Nichtraucherschutz, &#8220;Ja&#8221; zur Entscheidungsfreiheit und gegen Überreglementierung.</div>
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		<title>Sozialkontaktüberfordert? Dann rempeln Sie doch ganz einfach zurück.</title>
		<link>http://himmelende.de/2010/03/27/sozialkontaktuberfordert-dann-rempeln-sie-doch-ganz-einfach-zuruck/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 07:35:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[satire]]></category>
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		<description><![CDATA[Man kann von Facebook halten, was man will: ewiger Orkus, in dem unsere Privatssphäre verschwindet; Ego-Booster und Selbstinszenierungsmaschine 2010; beste Plattform, um mit seinen Freunden in Verbindung zu bleiben; netter Zeitvertreib vs. Verschwendung von Lebenszeit u.s.w. Spätestens nach der x-ten Farmville-Anfrage, der Einladung zum Quiz &#8220;Welcher Kohlrouladentyp bist du?&#8221; oder &#8220;Michael hat Würstchenbude in Mafia [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann von Facebook halten, was man will: ewiger Orkus, in dem unsere Privatssphäre verschwindet; Ego-Booster und Selbstinszenierungsmaschine 2010; beste Plattform, um mit seinen Freunden in Verbindung zu bleiben; netter Zeitvertreib vs. Verschwendung von Lebenszeit u.s.w. Spätestens nach der x-ten <a href="http://www.farmville.com/">Farmville</a>-Anfrage, der Einladung zum Quiz &#8220;Welcher Kohlrouladentyp bist du?&#8221; oder &#8220;Michael hat Würstchenbude in <a href="http://www.zynga.com/games/index.php?game=mafiawars">Mafia Wars</a> erobert&#8221;-Statusmeldung wird einem jedoch klar: Facebook nervt.<span id="more-4105"></span></p>
<p>Dabei ist der Kern der Kritik nicht die irritierenden, weil weitestgehend sinnlosen Statusmeldungen und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Myriaden">Myriaden</a> zweifelhafter Spiele-Einladungen, sondern der Umstand, dass Facebook im Grunde genommen ein Hort der oberflächlichen Nettigkeiten und der breiigen Kritiklosigkeit ist.</p>
<p>Es fehlt dieser Plattform eindeutig ein gewisses Niveau der &#8220;Arschlochigkeit&#8221;; es fehlt die Kehrseite, es fehlt die Möglichkeit einer öffentlich zelebrierten Ablehnungshaltung. Es gibt den &#8220;Gefällt mir&#8221;-Button, mit dem man seine Zustimmung zu Beiträgen gleich welcher Art signalisieren kann. Warum gibt es keinen &#8220;Gefällt mir nicht&#8221;-Button?</p>
<p>Es gibt &#8220;Freundeslisten&#8221;, in der die zarten Kontaktpflänzchen gehegt und gepflegt werden können. Warum gibt es nicht auch eine &#8220;Hassliste&#8221;? Und mehr noch, ähnlich dem System der Kaufvorschläge bei Amazon auch Entsprechendes bei Facebook: &#8220;Freunde in deiner Liste, die diesen Kontakt hassen, hassen auch folgende Kontakte.&#8221; Wenn man schon Menschen, Firmen oder Institutionen auf Facebook findet, die man auf den Tod nicht ausstehen kann und Zeit ihres erbärmlichen Lebens auf dem Bullshitradar aufblinken, dann möchte man das der Welt doch auch bitteschön zeigen.</p>
<p>Oder dieses unsägliche &#8220;anstupsen&#8221;, um jemanden auf sich aufmerksam zu machen. Warum nicht treten? Warum nicht rempeln? &#8220;Du wurdest von Marta angerempelt. Zurückrempeln?&#8221; Das entspräche doch unserer vielzitierten Ellbogengesellschaft; das wäre das virtuelle Abbild einer sozialen Gemeinschaft par excellence, eine Gesellschaft der Gutheisser kann da nicht funktionieren. &#8220;Ich bin ein Fan von Sommer&#8221;, warum dann nicht auch konsequenterweise &#8220;Ich bin kein Fan von Klimaerwärmung&#8221;?</p>
<p>Natürlich ließe sich nun einwenden, dass auf Facebook sehr wohl kritisiert und konstruktiv debattiert wird. Schließlich gäbe es ja genügend Gruppierungen, die sich mit ernsthaften Themen beschäftigen, wie z.B. die Gruppen &#8220;100.000 Veganer sagen NEIN zu Kalbsragout!&#8221; oder &#8220;Schützt das Wachtelei!&#8221;, nicht zu vergessen &#8220;Justin Bieber is a fucking moron!&#8221; und natürlich der &#8220;Verein zur Reinerhaltung des Gotischen Kulturguts und die Rettung des Seepferdchens&#8221;. Aber das ist nicht das Problem. Problem ist, dass Facebook die Funktionen einer öffentlich zelebrierten Ablehnungshaltung im Kern nicht implementiert hat und uns damit zum gegenseitigen Eierschaukeln und Bauchpinseln nötigt. Einzige Lösung: ein Nicht-Verhalten, gemäß dem Motto &#8220;You don&#8217;t exist until you are in my contact list.&#8221;</p>
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		<title>Die unerhörte Gleichzeitgkeit des Seins</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 11:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das war&#8217;s. 2009 ist rum (endlich) und 2010 läuft noch nicht ganz flüssig. Derweil beglückt uns Zeit Online mit einem lesenswerten Rückblick auf fünf Symbole der Nullerjahre &#8211; &#8220;Die Requisiten des Jahrzehnts&#8220;, das Coffee-to-go-Prinzip und andere Zeichen der Entgrenzung: iPhone (Welt-Fernbedienung) Ritalin (Konzentrationsförderungshilfe) Porsche Cayenne (übermotorisierter Streitwagen) Manufactum (Neue Bürgerlichkeit) Das Coffee-to-go-Prinzip bedeutet: Alles ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war&#8217;s. 2009 ist rum (endlich) und 2010 läuft noch nicht ganz flüssig. Derweil beglückt uns Zeit Online mit einem lesenswerten Rückblick auf fünf Symbole der Nullerjahre &#8211; &#8220;<a href="http://www.zeit.de/2010/01/Requisiten-des-Jahrzehnts">Die Requisiten des Jahrzehnts</a>&#8220;, das Coffee-to-go-Prinzip und andere Zeichen der Entgrenzung:</p>
<ol>
<li>iPhone (Welt-Fernbedienung)</li>
<li>Ritalin (Konzentrationsförderungshilfe)</li>
<li>Porsche Cayenne (übermotorisierter Streitwagen)</li>
<li>Manufactum (Neue Bürgerlichkeit)</li>
</ol>
<blockquote><p>Das Coffee-to-go-Prinzip bedeutet: Alles ist mit allem vereinbar, alles kann überall geschehen. Das Sinfonieorchester im Ohr (MP3-Player), das Internet in der Hemdtasche (Smartphone), sitzen wir inmitten von Hochhäusern am Sandstrand (City-Beach) oder im tiefsten Winter unter freiem Himmel (Heizpilz) und erledigen in schönster Urlaubsstimmung (Cargo-Pants und Kapuzenpulli) unsere geschäftliche Korrespondenz (Laptop).</p></blockquote>
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		<title>Die Opposition diskutiert</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 10:55:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es brodelt in der Medienküche. Vier Tage vor der Bundestagswahl überbieten sich die Parteien mit ihren Wahlversprechungen, eine Superlative jagt die Nächste. Dass dabei kaum Rücksicht auf widerspruchsfreie Rhetorik genommen wird, war abzusehen. So fordert &#8220;DIE LINKE&#8221; auf ihren Plakaten &#8220;Reichtum für alle!&#8221;, drei Werbeflächen weiter will sie diesen &#8220;Reichtum besteuern!&#8221;. Heißt also im Klartext: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es brodelt in der Medienküche. Vier Tage vor der Bundestagswahl überbieten sich die Parteien mit ihren Wahlversprechungen, eine <a title="The incredible, amazing, awesome Apple Keynote" href="http://www.youtube.com/watch?v=Nx7v815bYUw">Superlative</a> jagt die Nächste. Dass dabei kaum Rücksicht auf widerspruchsfreie Rhetorik genommen wird, war abzusehen. So fordert &#8220;DIE LINKE&#8221; <a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/09/die_linke_wahlslogans_2009.jpg" rel="lightbox[2915]">auf ihren Plakaten</a> &#8220;Reichtum für alle!&#8221;, drei Werbeflächen weiter will sie diesen &#8220;Reichtum besteuern!&#8221;. Heißt also im Klartext: Steuern für alle! Aber das ist mittlerweile ein alter Stiefel.</p>
<p>Die Opposition diskutiert sich den Mund faselig, während sich die großen Volksparteien gegenseitig den Bauch pinseln und den softesten, weichgespültesten Kuschelwahlkampf seit Jahren betreiben. Natürlich hat das Methode. Angela Merkels &#8220;Kein Wahlkampf&#8221;-Wahlkampf ist unspektakulär, bietet aber auch kaum Angriffsfläche. Frank-Walter Steinmeier hingegen möchte die Unterschiede zwischen den beiden Parteien deutlich machen, bleibt jedoch im vagen. Allein dass er <a title="Video: FWS macht Unterschiede deutlich" href="http://himmelende.de/wp-content/videos/opposition_diskutiert/ZDF_heute_Journal_Steinmeier.mov">Unterschiede</a> erkenne, unterscheide schließlich die beiden voneinander. Das muss reichen. Basta!<span id="more-2915"></span></p>
<p>Das ist Wahlkampfrhetorik 2009, alles bleibt im Ungefähren verhaftet und dem durchschnittlichen Bildungsbürger schlägt es vor Wut Blasen auf der Großhirnrinde. Dabei sind sich Angela und Frank-Walter noch nicht mal einig, wer wen wo zuerst tätscheln soll, anstatt sich mal kräftig auf die Omme zu hauen, so wie es das politikerverdrossene Fußvolk sehen will. Das TV Duell brachte weder die erhoffte <a title="Maue Quote für TV-Duell Merkel gegen Steinmeier" href="http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4529137/Maue-Quote-fuer-TV-Duell-Merkel-gegen-Steinmeier.html">Quote</a>, noch die erhoffte Euphorie; es war langweilig, ein Teil der Bundesbevölkerung verstarb kurzerhand freiwillig vor den Fernsehgeräten und ersparte sich damit den eigenständigen Gang zur Urne. Wer trotzdem am Leben blieb, erlitt über weite Strecken allerhöchstens geistige Diarrhöe, da war der Gang zur Toilette schon das Highlight des Abends. RTL erkannte die Zeichen, sorgte für Zündstoff und lud Renate Künast, Guido Westerwelle und Gregor Gysi ins Studio zum Streitgespräch. Das populistische Geplänkel war wenigstens unterhaltsam, Herr Gysi bewies dabei Entertainment-Qualitäten. Zwei kurze Ausschnitte:</p>
<p>Guido und Renate mokieren sich über einen &#8220;miserablen&#8221; Einspieler von RTL. Guido stellt sogar fest, dass das &#8220;ein hochintelligenter Beitrag&#8221; war, fast so hochintelligent wie seine restlichen Kommentare. Gregor regt sich schon gar nicht mehr auf, er bekomme nämlich &#8220;immer nur solche Einspieler&#8221;.</p>
[See post to watch QuickTime movie]
<p>Hier beantwortet der Fraktionschef der Linken eine Frage aus dem Publikum, wie er zu den Studiengebühren und zur Bildungspolitik, die heutzutage geführt wird stehe. Natürlich antwortet er zunächst schmalzig-pathetisch, erteilt dabei der FDP aber einen kleinen Seitenhieb.</p>
[See post to watch QuickTime movie]
<p>Doch was wäre die Bundestagswahl ohne ordentliche Wahlwerbespots, bei denen wir, also das Volk, <a title="Wahlempfehlung: Stimmen Sie am 27. September für diese Partei!" href="http://news.de.msn.com/politik/Article.aspx?cp-documentid=149766514">die Partei der Gelassenen und Unaufgeregten</a> nur noch dastehen und leicht bedröppelt aus der Wäsche kucken können?</p>
<p>Da wäre zum Beispiel die Christliche Mitte, die für ein Deutschland nach Gottes Geboten antritt. Dabei zeigt sie ernsthafte Führungsansprüche und beweist, dass sie in den letzten 2000 Jahren Christentum wirklich was dazugelernt und hart an ihrem Parteiprogramm gearbeitet hat. So einschlägig einleuchtend klingen dann auch ihre Forderungen, sie sagt&#8230;<br />
Ja zum Leben, zur Wiederauferstehung, zur <a title="Sixtus vs. Lobo - Parteien zur Wahl" href="http://www.sixtus-vs-lobo.de/svl/video/164/">Rohrpost</a>, Bibel TV und gehäkelten Klorollenhütchen.<br />
Sie sagt nein zur Abtreibung, zu AIDS, zu Schwulen, zu Moscheen, zum Ozonloch, zur Wiedervereinigung, zum Internet und Peter Maffay. Ach, und sie sagt auch nein &#8211; und das ganz entschieden &#8211; zum Missbrauch und Verführung von Kindern und Jugendlichen. Also nein zur <a href="http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&amp;source=/kulturzeit/themen/35549/index.html">Pädophilie innerhalb der katholischen Kirche</a>, aber das geschieht ja zum Glück <a href="http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Paedophile-Priester-article23083.html">nicht so oft</a>.</p>
[See post to watch QuickTime movie]
<p>Mit einem großen Nein beginnt auch der nächste Spot. Nein, die Frau, die da redet, heiße nicht Schlämmer und sie kandidiere auch nicht für eine Spaßpartei. Richtig, denn der Name der Frau ist Uschi Winkelsett und sie kandidiert für die Republikaner, nicht für die FDP. Und bei den REPs gibt es scheinbar nicht viel zu lachen, denn Politik, so Frau Winkelsett ist <a href="http://www.nichtlustig.de/">nicht lustig</a>. &#8220;Viele Menschen spüren, dass irgend etwas nicht stimmt in unserem Land.&#8221; Ja, genau. Ich spüre, dass etwas mit der Wahlwerbung in diesem Land ganz und gar nicht stimmt. Das Beste kommt dann aber zum Schluss. Die Republikaner lehnen zwar Horst Schlämmer ab, erblöden sich aber trotzdem dazu, ihn zu zitieren. &#8220;Schlechter als die anderen sind wir auch nicht.&#8221; Was bitteschön, Frau Winkelsett soll ich von einer Partei halten, die mit solchen Minderwertigkeitskomplexen in den Bundeswahlkampf zieht, sich Slogans bei einem zugegebenermaßen genialen Komiker klaut und derart tiefstapelt, dass mir auch der letzte Lacher noch in der Hose hängen bleibt? Die Republikaner sind nicht schlechter als die anderen Parteien, das mag stimmen. Nur sind sie eben auch kein Stück besser.</p>
[See post to watch QuickTime movie]
<h5>Illustration by <a href="http://www.eatjapanesefood.co.uk/">Holly Wales</a></h5>
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		<title>Zwei Beobachtungen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 15:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war vor kurzem in einer Boutique mit dem Namen „forever 18“. Der Name lässt es ahnen: Hier werden vorwiegend Teenager-Klamotten verkauft, Zielgruppe ist weibliches Publikum. Der Laden war gerammelt voll, rings um mich herum stiegen Hormonwolken auf. Ich hatte mich bis zu diesem Augenblick noch nie so unglaublich unwohl in einem Laden gefühlt. Ich fühlte mich beobachtet; ich fühlte mich, als würde ich ganz fürchterlich auffallen. Irgendwie verständlich, ich war ja auch der alte Hahn im Korb, wenn nicht sogar der Älteste in diesem Hühnchennest. Das war allerdings nicht ganz richtig, ich beobachtete dort nämlich exakt zwei Kategorien Frau:<br />
Mädels, die aussahen wie siebzehn, sich verhielten wie Siebzehnjährige und ohne Zweifel wirklich siebzehn waren. Und als Mädels „getarnte“ Frauen, die aussahen als wären sie gerne siebzehn, als hätten sie den dringenden Wunsch niemals aufgegeben, dass Gott und &#8211; vor allem &#8211; die Welt sie auch so sähen, es aber seit 30 Jahren schlicht und ergreifend nicht mehr sind, da helfen dann auch keine blondierten Zöpfe und kein Maracuja-Lipgloss mehr. Ich zweifelte an meiner Rolle als Hahnen-Altvorderer, fühlte mich von da an aber trotzdem kein Stück wohler.</p>
<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/09/iPhone-Schmutzhülle.jpg" rel="lightbox[2835]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2842" title="iPhone Schmutzhülle" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/09/iPhone-Schmutzhülle-150x150.jpg" alt="iPhone Schmutzhülle" width="150" height="150" /></a>Die zweite Beobachtung machte ich in einem Laden für Handyzubehör. Es war eine dieser Beobachtung die mir zeigen, dass es doch vorwärts geht mit der Gesellschaft. Und zwar ganz gewaltig, denn in diesem Handyzubehörladen gab es iPhone-Schutzhüllen, genauer gesagt feste Oberschalen aus Plastik, die auf die Rückseite des Mobiltelefons gesteckt werden, um es vor Kratzern zu schützen. Auf den Schalen waren künstliche Wassertropfen aufgesprüht. Also nicht bloß als Bild aufgedruckt, ein billiger visueller Trick, sondern richtige unechte Plastik-Wassertropfen. Das iPhone sieht damit aus, als hätte es draufgeregnet. Und das finde ich bemerkenswert: Menschen kaufen Schutzhüllen, um ihre Handys vor Wasser und Schmutz zu schützen und kleben dann auf diese Schutzhüllen wiederum künstliche Wasser- und Schmutzspuren drauf, damit die Handys in ihren Schutzhüllen aussehen, als seien sie voll Wasser und Schmutz. Das ist toll, ich würde diese Erfindung &#8220;Schmutzhüllen&#8221; nennen. Sie bewirken, dass teure technische Alltagsgeräte, wie eben zum Beispiel das iPhone aussehen, als seien sie verdreckt bzw. verspritzt und räumen damit dem Besitzer die Möglichkeit ein, trotzdem ziemlich cool und gelassen zu wirken, während er mit seinem Mobiltelefon herumwedelt und bei Starbucks seinen Grande Latte Macchiato schlürft. Er weiß ja, was die anderen nicht sehen, nämlich: Eine Schmutzhülle schützt sein iPhone vor echtem Dreck, der künstliche Dreck ist Imitation.</p>
<p>Ist das das neue Dandytum? Ich weiß es nicht, der Trend erinnert mich aber stark an den &#8220;<a href="http://himmelende.de/2004/12/20/der-gilb-und-gabbana/">Vintage Look</a>&#8220;, da sah die Mode durch künstliche Verunreinigung auch aus, als käme sie aus der Altkleidersammlung und nicht von Dolce &amp; Gabbana. Schmutzhüllen liegen also im Trend. Das ist wie Fortschritt, bloß in die andere Richtung.</p>
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		<title>Inglourious Basterds</title>
		<link>http://himmelende.de/2009/08/25/inglourious-basterds/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 10:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Film: Inglourious Basterds (Trailer) Erster Eindruck: &#8220;Das wird ein Nazi-Blutbad!&#8221; Darum gehts: Ein Haufen unrühmlicher Schweinehunde, angeführt von Lt. Aldo Raine battelt sich in fünf Kapiteln durch das von den Nazis besetzte Frankreich. Ihr Auftrag: Angst im dritten Reich verbreiten, indem sie grausam Soldaten töten und skalpieren. Der Plan der Bastarde kreuzt sich jedoch bald [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/08/Inglourious-Basterds.jpg" rel="lightbox[2735]"><img src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/08/Inglourious-Basterds-150x150.jpg" alt="" title="Inglourious-Basterds" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2737" /></a><strong>Film:</strong><br />
Inglourious Basterds <a href="http://www.apple.com/trailers/weinstein/inglouriousbasterds/">(Trailer)</a></p>
<p><strong>Erster Eindruck:</strong><br />
&#8220;Das wird ein Nazi-Blutbad!&#8221;</p>
<p><strong>Darum gehts:</strong><br />
Ein Haufen unrühmlicher Schweinehunde, angeführt von Lt. Aldo Raine battelt sich in fünf Kapiteln durch das von den Nazis besetzte Frankreich. Ihr Auftrag: Angst im dritten Reich verbreiten, indem sie grausam Soldaten töten und skalpieren. Der Plan der Bastarde kreuzt sich jedoch bald mit dem eines französisch-jüdischen Mädchens, das ein Kino in Paris leitet. Dort soll die Premiere eines Propaganda-Filmes stattfinden, inklusive hochrangiger Nazi-Bonzen. Das Mädchen hat sich für diese Uraufführung etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die Bastarde allerdings auch.</p>
<p><strong>Kurz gesagt:</strong><br />
Filmvorführer vs. Führer</p>
<p><strong>Das kam vor:</strong><br />
Nazi-Fucks, Nazi-Bingo, Nazi-Inferno, Kaugummi</p>
<p><strong>Das kam nicht vor: </strong><br />
<a href="http://www.apple.com/trailers/independent/deadsnow/">Nazi-Zombies</a>, <a href="http://www.flashglamtrash.com/gallery/p-105-2349.jpg" rel="lightbox[2735]">Nazi-Porn</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blondi">Blondi</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gpz-10cjeYE">Hitlers Klöten</a></p>
<p><strong>Was wir uns fragten:</strong><br />
a) Bin ich deutsch?<br />
b) Who is Gefreiter Butz?<br />
c) Sind Klorollenhütchen Nazi-Symbole?<br />
d) &#8220;Warum richten sie ihre Walther auf meine Hoden?&#8221;</p>
<p><strong>Was wir daraus lernen:</strong><br />
a) Pick up the phone and your plan is kaputt.<br />
b) Nazis ain&#8217;t got no humanity! They need to be destroyed.<br />
c) Richte niemals eine Schusswaffe auf die Testikel eines Sturmführers.</p>
<p><strong>Letzter Eindruck:</strong><br />
&#8220;Das war ein Nazi-Blutbad!&#8221;</p>
<p>Once upon a time in Nazi occupied France&#8230; Mit diesem Satz beginnt der Film und macht damit deutlich: Hier haben wir es mit einer Mischung aus Kriegsfilm und Spaghetti-Western zu tun. Sensationelles Schauspiel von <a href="http://www.imdb.com/name/nm0910607/">Christoph Waltz</a>, Brad Pitt mit dem breitestesten american-slang westlich der Karpaten &#8211; ein Pflichtfilm für Tarantino-Fans, besonders sehenswert im O-Ton. Mir persönlich wars stellenweise zu viel splatter. Unnötig. Killing Nazi-Fucks ist ja okay, aber bei Leichenfledderei wirds heikel. Warum dennoch sehenswert? Geschickter Umgang mit Nazi-Symbolik, drittes Reich Thematik, geniale Dialoge (sowieso). Typisch Tarantino, eine Gradwanderung zwischen grotesker Massakermetzelei und emotional dichten, fast romantischen Szenen. Man weiß nie: Soll man lachen, weinen oder kotzen? Im Zweifelsfall geht alles gleichzeitig.</p>
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		<title>Populismus in Deutschland</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 08:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Populismusvorwurf, was fürn Quatsch. Das ist so hilflos und kindlich. Das ist, als würden sie einem Sportler vorwerfen, dass er schwitzt. Das sind Politiker, die müssen populär sein.&#8221; Hagen Rether zum Thema Populismus und Politik. http://www.youtube.com/watch?v=zrB9191ll08]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Populismusvorwurf, was fürn Quatsch. Das ist so hilflos und kindlich. Das ist, als würden sie einem Sportler vorwerfen, dass er schwitzt. Das sind Politiker, die müssen populär sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Hagen Rether zum Thema Populismus und Politik.</p>
<p>http://www.youtube.com/watch?v=zrB9191ll08</p>
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		<title>Im Test: Nike Lunaracer+</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 15:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun hat es doch etwas länger als die versprochene Woche gedauert, um Nikes Lunaracer+ genauer unter die Lupe zu nehmen. Prinzipiell ähnelt dieses Modell dem bereits vorgestellten Zoom Victory+, mit einer Ausnahme: Hier macht Nike alles richtig. Damit könnte der Test auch genau so schnell zu Ende sein, wie ein Beitrag auf der Titelseite der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun hat es doch etwas länger als die versprochene Woche gedauert, um Nikes Lunaracer+ genauer unter die Lupe zu nehmen. Prinzipiell ähnelt dieses Modell dem <a href="http://himmelende.de/2009/05/21/im-test-nike-zoom-victory/">bereits vorgestellten</a> Zoom Victory+, mit einer Ausnahme: Hier macht Nike alles richtig.</p>
<p>Damit könnte der Test auch genau so schnell zu Ende sein, wie ein Beitrag auf der Titelseite der Bild-Zeitung: Undifferenziert, kurz und vorbei, bevor die Titten kommen. Also ist eigentlich alles irgendwie das selbe, bloß anders? Nicht ganz. Die Wahrheit steckt im Tchibo und der Teufel im Detail und genau diese kleinen, aber feinen Unterschiede heben den Lunaracer+ auf mein kleines, subjektives Favoritenpodest: Best Laufschuh ever ever!</p>
<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/06/Bild-1.png" rel="lightbox[2540]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2558" title="Lunaracer+ Fakten" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/06/Bild-1-150x150.png" alt="Lunaracer+ Fakten" width="150" height="150" /></a>Farblich kommt der Schuh in einem ähnlichen Kampfneongelb daher, wie bereits der Victory+. Und so wird sich manch Läufer entweder neidisch den Kopf verrenken zwecks Begeisterung oder mit spontaner Magenentleerung reagieren zwecks Ablehnung. Gleich ist auch der Einsatz von <a href="http://www.nike.com/nikelab/site.html?en_US#/technology/flywire/video/tech-flywire">Flywire</a> geblieben, Nikes stabilitätsfördernder Nahtkonstruktion, die direkt im Material eingewebt ist und somit Gewicht spart. Damit verbunden ist auch eine engere Passform, die den Fuß sehr fest im Bett hält. Läufer, die es luftiger in ihren Tretern haben wollen, sollten den Schuh eine Nummer größer kaufen. Damit enden allerdings auch schon die Gemeinsamkeiten zum Victory+. Grundlegend neu ist das Sohlendesign. Hier setzt Nike nicht auf herkömmliche Materialen, sondern auf einen speziell entwickelten Schaumstoff aus der Raumfahrt oder der Formel 1 oder was weiß ich woher. <em>Lunarlite</em> wird das Material genannt und das besondere daran: Beim Auftritt soll die Energie nicht vollständig absorbiert, sondern größtenteils verlustfrei wieder zurück gegeben werden, was sich in einem trampolinartigen Effekt bemerkbar macht. Das klappt in der Praxis sogar ganz gut und entpuppt sich nicht als bloßes Marketinggewäsch. Man geht im Lunaracer+ ein wenig wie auf Marshmallows, allerdings versumpft man darin nicht, sondern wird angenehm zurück gefedert. Wie viele gelaufene Kilometer dieser Effekt anhält, wird sich erst noch zeigen müssen. Und was Nike mit dem Schaumstoff anstellt, um diese Eigenschaft zu erreichen bleibt Geheimsache. Kevin Hoffer aus der Nike Innovationsküche nuschelt in diesem <a href="http://www.nike.com/nikelab/site.html?en_US#/product/luna-racer/video/interview-luna-racer">Produktvideo</a> zwar etwas von &#8220;we turn the road into a bed of feathers&#8221; in die Kamera, aber ich sag nur: Fuck you, it&#8217;s magic! Darüber hinaus ist dieser Schaumstoff besonders leicht, was dem Schuh zusätzliches Gewicht erspart. Mit 156 Gramm ist er ein absolutes Leichtgewicht, das man am Fuß kaum fühlt. Während des Laufens blickte ich öfters verunsichert an mir herab um zu prüfen, ob ich überhaupt Schuhe trage oder nicht doch barfuß durch die Tundra hoppse.</p>
<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/06/Bild-11.png" rel="lightbox[2540]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2565" title="Druckstelle" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/06/Bild-11-150x150.png" alt="Druckstelle" width="150" height="150" /></a>Die Form des Fersenbereichs ist anders konzipiert als beim Victory+ und verleiht dem Fuß beim Lunaracer+ dort etwas weniger Halt. Das ist allerdings überhaupt nicht störend, eher im Gegenteil. Der Schaft an der Achillessehne ist weicher und schließt weiter unten ab, was zur Folge hat, dass man sich im Vergleich zum Victory+ hier keine blutigen Sehnen holt. Hier scheinen die Designer wenigstens einmal selbst in ihre Schuhe geschlüpft und ein paar Runden um den Block gelaufen zu sein. Toll. Als Innovations-i-Tüpfelchen darf die Unterstützung für Nike+-Sensoren nicht fehlen, von dessen System es demnächst hoffentlich bald eine <a href="http://www.brennr.de/2009/03/05/neu-nike-sportband-v2-mit-pulsgurt/">überarbeitete Version des Sportbands</a> geben wird. Punktabzug gibt es für den in das Material eingearbeiteten Rahmen im Mittel- und Vorderfußbereich, der die Stabilität fördern soll. Genau <a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/06/Bild-11.png" rel="lightbox[2540]">an dieser Stelle</a> liegt mein kleiner Zeh an und das drückte bei den ersten Läufen etwas unangenehm, aber nicht störend und mittlerweile gar nicht mehr. Ausserdem fiel mir auf, dass das hightechige Oberschuhmaterial die Feuchtigkeit nicht besonders gut abtransportiert. Das hatte zur Folge, dass sich nach zwei längeren Läufen von jeweils 16 Kilometern Schwitzwasser im Schuh ansammelte. Lags an den falschen Socken, am Wetter oder an dem Whiskey, den ich vorm Laufen trank: Es störte nicht, nichtmal olfaktorisch (meine Füße riechen eh immer nach Rosenwasser). Nur die Sohle begann langsam zu quietschen und ja, wäre ich noch mal zehn Kilometer weiter gelaufen, vielleicht hätte ich dann langsam Probleme bekommen. Also, die Schuhe sind bei mir noch nicht Marathon-erprobt.</p>
<p><strong>Pro:</strong></p>
<ul>
<li>Design</li>
<li>irre leicht</li>
<li>schnell</li>
<li>sehr bequem</li>
<li>keine blutigen Achillessehnen</li>
<li>Material gut abwaschbar</li>
</ul>
<p><strong>Contra:</strong></p>
<ul>
<li>Design</li>
<li>Schweißbildung durch dichtes Oberschuhmaterial</li>
<li>innerer Rahmen drückt Anfangs auf kleinen Zeh</li>
<li>leuchten nicht im Dunkeln</li>
</ul>
<p><strong>Fazit:</strong><br />
Ich mag meine Lunaracer+. Ein verdammt schneller und leichter Wettkampfschuh für Mittel- aber auch Langdistanzen, ohne viel Schnickschnack und so unglaublich bequem, dass ich mir weitere Worte spare und euch empfehle, ihn einfach mal anzuprobieren. Wer die Farbe nicht abhaben kann, für den wirds demnächst eine <a href="http://www.brennr.de/2009/05/29/nike-lunarglide/#comment-3696">überarbeitete Version</a> in schwarz geben.</p>
<p><strong>Wertung: 5/5 Sternen</strong><br />
★★★★★</p>
<p>So, und weil dieser kleine verlauste Beitrag hier nur knapp am Bildzeitungsniveau vorbeischrammt, folgt nun ein <del datetime="2009-06-11T19:24:14+00:00">Foto</del> Video mit großen Brüsten. Das habt ihr jetzt davon.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/TkfzGnPUf_M&amp;rel=0&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/TkfzGnPUf_M&amp;rel=0&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<item>
		<title>Im Test: Nike Zoom Victory+</title>
		<link>http://himmelende.de/2009/05/21/im-test-nike-zoom-victory/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 May 2009 21:18:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Skepsisreservat]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
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		<category><![CDATA[sport]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Sommer-Laufsaison 2009 ist eröffnet und Himmelende geht gleich mit zwei Paar neuen Schuhen an den Start. (Dank an die lokale Runners Point Filiale unseres Vertrauens für die beiden Testmuster. Die schlechte Nachricht: Ihr bekommt sie nicht wieder.) Da eine ordentliche Laufschuhanalyse  schnell den Umfang einer wissenschaftlichen Diplomarbeit erreicht &#8211; man google sich durch diesbezügliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sommer-Laufsaison 2009 ist eröffnet und Himmelende geht gleich mit zwei Paar neuen Schuhen an den Start. (Dank an die <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=runners+point,+m%C3%BCnchen&amp;sll=37.0625,-95.677068&amp;sspn=45.553578,71.982422&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;z=12&amp;iwloc=A"><span>lokale Runners Point Filiale</span></a> unseres Vertrauens für die beiden Testmuster. Die schlechte Nachricht: Ihr bekommt sie nicht wieder.)</p>
<p>Da eine ordentliche Laufschuhanalyse  schnell den Umfang einer wissenschaftlichen Diplomarbeit erreicht &#8211; man google sich durch diesbezügliche Foren und Artikel auf runnersworld.com &#8211; will ich hier nur meine persönlichen Eindrücke schildern, ohne viel technischen Schnickschnack. Von Sprengung, Pronation etc. habe ich nicht viel Ahnung. Was ich wissen will: Wie läuft es sich in den neuen Schuhen. Punkt. Und das ist natürlich hochgradig subjektiv. Also fangen wir an.</p>
<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/05/nike_zoom_victory_infos.jpg" rel="lightbox[2364]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2395" title="Nike Zoom Victory+ Fakten" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/05/nike_zoom_victory_infos-150x150.jpg" alt="Nike Zoom Victory+ Fakten" width="150" height="150" /></a>Als erstes nehmen wir den Nike Zoom Victory+ 2009 ins Visier. Nach über 1200 Kilometern in <a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/05/nike_vomero3.jpg" rel="lightbox[2364]">meinen alten Vomero 3</a> sind die ersten Meter in diesem neuen Schuh eine absolute Offenbarung für mich. Vomero ist auf Stabilität und Dämpfung ausgelegt, die Sohle schluckt jede Unebenheit, vom Untergrund bekommt man nicht viel mit, die Energie der Beine verpufft hauptsächlich im Schaumstoff der Sohlen. Das ist wie mit einem S-Klasse Mercedes: unendlich bequem, da rüttelt nix, da zwickt nix, da merkt man keine Bodenwelle, alles ein bisschen wie in Watte verpackt. Der Nike Zoom Victory+ ist vielleicht kein Porsche, aber geht ganz klar in diese Richtung. Ein knackiger, neutraler Schuh, sehr leicht (~ 170 Gramm), ohne großartige Dämpfung, ausgelegt auf Geschwindigkeit, Geschwindigkeit, Geschwindigkeit. Sebastien Mermet, Footwear Designer bei Nike preist das Konzept als &#8220;the ultimate naked ride&#8221; an (<a href="http://www.nike.com/nikelab/site.html?en_US#/product/nike-zoom-victory-plus/video/interview-nike-zoom-victory-plus">Video</a>). Er meint damit nicht den ultimativen nackten Ritt durchs Unterholz, sondern die Reduktion auf das Wesentliche. Also geringes Gewicht und trotzdem hohe Stabilität. Erreicht wird das unter anderem mit Nikes Flywire (<a href="http://www.nike.com/nikelab/site.html?en_US#/technology/flywire/video/tech-flywire">Video</a>), ein direkt in das Material eingenähtes dynamisches System aus Fäden, die Halt verleihen, sich fest an den Fuß schmiegen, trotzdem dehnbar sind und den Schuh somit durch Einsparung von Material extrem leicht machen. Nike überträgt dafür das Konzept der <a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/05/nike_victory_sprint.jpeg" rel="lightbox[2364]">olympischen Sprint-Version des Schuhs</a> eins zu eins auf den Zoom Victory+, klebt aber eine dickere Sohle dran. Darin findet auch ein <a href="http://nikeplus.nike.com/">Nike+</a> Sensor Platz, was den Schuh für Leute interessant macht, die gerne auf diesen Motivationsverstärker vertrauen. Soviel zur Theorie.</p>
<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/05/nike_zoom_victory_single.jpg" rel="lightbox[2364]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2397" title="Nike Zoom Victory+" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/05/nike_zoom_victory_single-150x150.jpg" alt="Nike Zoom Victory+" width="150" height="150" /></a>Die Praxis bietet zunächst sehr gemischte Gefühle. Bei allen neuen Modellen mit Flywire fällt die Größe etwas knapper aus. War der Vomero in US 9 groß genug, um spezielle Einlagen zu verkraften, ist beim Zoom Victory dafür kein Platz mehr. Läufer, die nicht gerne mit einem sehr eng anliegenden Schuh laufen, sollten ihn deshalb eine halbe Nummer größer kaufen. Ich persönlich bin mit der engeren Passform sehr zufrieden. Der Schuh klebt so bockefest an den Füßen, Flywire tut hier seine ganze Arbeit. Fühlt sich wirklich gut an. Optisch ist der neonfarbene Zoom Victory+ auf jeden Fall ein echter Hingucker.</p>
<p>Nach den ersten Metern wird mir schnell bewusst: dieser Schuh ist ein Bastard, ein hundsgemeines Dreckschwein! Warum? Er ist schnell. Verdammt schnell. Was sich jetzt etwas schizophren anhört (ein Schuh an sich kann nicht schnell sein), stimmt jedoch insofern, als dass dieser Schuh förmlich danach drängt, noch einen Ticken schneller zu laufen. Und noch einen. Und noch einen. An der Ampel, nach 300 jungfräulichen Metern blicke ich an mir herab und betrachte meine Füße, wie sie unruhig hin- und hertippeln, nervös, ungeduldig. Das ist gaga aber diese Schuhe wollen laufen, schnell laufen! Und das macht Spaß. Selbst am Ende einer 12 Kilometer-Runde fauchen die Dinger und lassen mich noch einmal voll aufdrehen.</p>
<p><strong>Pro:</strong></p>
<ul>
<li>schneller, leichter Schuh</li>
<li>angenehm enge Passform</li>
<li>klebt am Fuß wie Pattex</li>
<li>vermittelt ein sehr gutes Gefühl für den Untergrund</li>
<li>leise (!)</li>
</ul>
<p>Leider gibt es, nach all dieser Lobhudelei einen idiotisch großen Haken, besser gesagt einen Designfehler kolossaler Größe: der Schaft, der die Achillessehne umschließt. Dieser ist den Designern bei Nike absolut misslungen. Ich las im Vorfeld viele Berichte von Läufern, die sich Schrunden und blutige Achillessehnen holten, die sich lautstark darüber beschwerten und den Schuh umtauschen mussten; ich las die Empfehlungen im Shop unter <a href="http://nikerunning.com">nikerunning.com</a>, wo es massenweise Proteste und miserable Bewertungen hagelte. All das hielt mich nicht davon ab, mich mit den Victory&#8217;s auf die Strecke zu wagen. Und soll ich euch etwas verraten? Sie haben alle recht. Ich hatte in meinem ganzen Leben nach nur einem Lauf noch niemals so blutige Achillessehnen, inklusive an dieser Stelle durchgescheuerten Socken. Selbst das Innenfutter der Schuhe saugte sich voller Blut, was zugegebener Maßen sehr martialisch aussah. Dementsprechend deprimiert war, nach anfänglicher Euphorie, meine Stimmung. Ich gab die Hoffnung jedoch nicht auf und den Schuhen noch eine zweite, eine dritte Chance; klebte über die lädierten Stellen ein dickes Pflaster, drückte den Schaft der Schuhe an dieser Stelle mehrmals auseinander und hey: das Aufscheuern ist weg. Was eigentlich nicht sein dürfte, bewahrheitet sich hier besonders: Zoom Victory+ muss eingelaufen werden. Mein Paar adelt das jedoch, denn nur so entstehen Legenden und wahre Männerlaufschuhe, blutgetränkt und unter Schmerzen mit zusammengebissenen Zähnen eingelaufen.</p>
<p>Ärgerlich, weil ganz einfach vermeidbar ist auch folgender Designfehler: die Zunge. Sie ist auf der Innenseite nicht fest mit dem Material vernäht. An sich nichts dramatisches. Bei diesem Paar Schuhe knickt jedoch die Naht beim Reinschlüpfen so unglücklich nach Innen, dass die Zunge dann an diesen Stellen quasi &#8220;doppelt&#8221; aufliegt und unangenehm auf den Span der Füsse drückt. Nervig. Gehört man zu den Geduldigen, kann man versuchen bei angezogenem Schuh die Zunge mit den Fingern innen gerade zu ziehen. Mühsame Frickelei.<br />
Zu schlechter Letzt: Das Oberflächenmaterial ist sehr anfällig für Schmutz. Zumindest in der Farbvariante mit dem weiß-schwarz Gradienten. Selbst die kleinsten Dreckflecken werden vom Material so aufgesaugt, dass sie selbst nach minutenlangem Schrubb-Prozedere nicht mehr rauszubekommen sind. Läufer mit Sauberkeitsfimmel durchleben hier Psychosen.</p>
<p><strong>Contra:</strong></p>
<ul>
<li>hinterer Schaft reibt Achillessehnen blutig</li>
<li>Zunge knickt beim Reinschlüpfen ein</li>
<li>schmutzempfindliches Material</li>
</ul>
<p><strong>Fazit:</strong> Ganz klar, eine Hassliebe. Zumindest, was die ersten Läufe betrifft. Dann wurde es immer harmonischer. Mein Tip für euch: Lauft den Schuh einmal, ihr werdet fluchen. Lauft den Schuh zweimal, ihr werdet immer noch fluchen. Lauft ihn ein drittes und viertes mal und die beschriebene Achillessehnenproblematik verschwindet langsam und ihr erhaltet ein verdammt gutes Paar Laufschuhe, die von den unzähligen negativen Stimmen in ein viel schlechteres Licht gerückt werden, als sie eigentlich verdient haben.</p>
<p><strong>Wertung: 4/5 Sternen</strong><br />
★★★★●</p>
<p>Ich persönlich hab mittlerweile irre viel Spaß an Nike&#8217;s neuem Zoom Victory+ (dass ich das mal von Laufschuhen behaupten würde, hätte ich nie gedacht). Wenn ich diese neongelben Wahnsinnsdinger anziehe, fühle ich mich wie Peter Parker in <a href="http://www.apple.com/trailers/sony_pictures/spider-man_3/trailer1_high.html">Spiderman 3</a>. Sie ergreifen Besitz von mir und ich mutiere zum absoluten badass. Dann solltet ihr schleunigst die Straßen verlassen. Es wird sonst Kollateralschäden geben.</p>
<p><em>Hinweis für alle Münchner unter euch: Den Zoom Victory+ gibts derzeit reduziert bei Sport Scheck für 99 statt 130 Ocken. Zuschlagen und erstmal ordentlich blutige Sehnen holen. Yeah!</em></p>
<h5>Testbericht in der nächsten Woche: <a href="http://himmelende.de/2009/06/11/im-test-nike-lunaracer/">Mit dem neuen Lunaracer+ einmal zum Mond und zurück.</a></h5>
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		<title>Verschoben: Lauferfahrung dokumentiert &#8211; THC</title>
		<link>http://himmelende.de/2009/04/22/verschoben-lauferfahrung-dokumentiert-thc/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 15:17:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewegungsdrang]]></category>
		<category><![CDATA[Skepsisreservat]]></category>
		<category><![CDATA[biologie]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[gesundheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Aufgrund eines Anfalls akuter Lustlosigkeit wird der Artikel &#8220;Lauferfahrung dokumentiert: THC&#8221;, ein Beitrag aus einer Serie, die die Auswirkung verschiedener Stoffe in Nahrungs- und Konsumprodukten auf den laufenden Menschen betrachtet, verschoben. Wir danken für Ihr Verständnis.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aufgrund eines Anfalls akuter Lustlosigkeit wird der Artikel &#8220;Lauferfahrung dokumentiert: THC&#8221;, ein Beitrag <a href="#mce_temp_url#">aus einer Serie</a>, die die Auswirkung verschiedener Stoffe in Nahrungs- und Konsumprodukten auf den laufenden Menschen betrachtet, verschoben. Wir danken für Ihr Verständnis.</p>
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		<title>Im Test: cep Kompressions-Laufstrümpfe</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 09:57:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Skepsisreservat]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;running O2 sportsocks – für alle Läufer&#8221; steht auf der Schachtel, drin stecken ein Paar Laufstrümpfe mit High-Tech und Raumfahrt und Klimaregulation und einer Menge anderem Voodoo-Kram. Kompression ist ein Meister aus Deutschland, made in Germany. cep tüftelt seit Jahrzehnten an der perfekten Stricktechnologie. Raus kamen ganz ordentliche Kompressions-Laufstrümpfe &#8220;kurz vor Verschreibungspflicht&#8221;, so die Verkäuferin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/04/photo-1.jpg" rel="lightbox[2001]"><img class="alignleft size-medium wp-image-2013" title="cep Kompressions-Laufsocken" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/04/photo-1-225x300.jpg" alt="cep Kompressions-Laufsocken" width="225" height="300" /></a>&#8220;<a href="http://www.cep-sports.com/produkte/running-o2/running-o2-socks.html">running O2 sportsocks </a>– für alle Läufer&#8221; steht auf der Schachtel, drin stecken ein Paar Laufstrümpfe mit High-Tech und Raumfahrt und Klimaregulation und einer Menge anderem Voodoo-Kram.</p>
<p>Kompression ist ein Meister aus Deutschland, made in Germany. cep tüftelt seit Jahrzehnten an der perfekten Stricktechnologie. Raus kamen ganz ordentliche Kompressions-Laufstrümpfe &#8220;kurz vor Verschreibungspflicht&#8221;, so die Verkäuferin medizinfraumäßig nickend, als sie vor mir auf die Knie ging, um meinen Wadenumfang zu messen. Der ist nämlich die ausschlaggebende Größe bei den cep-Socken.<br />
Und bevor ihr denkt, ich hab verstärkt einen an der Marmel: Die Dinger halten, was sie versprechen. Nach drei Läufen, jeweils um die 15 Kilometer, stellen sich ähnliche Effekte ein, wie damals schon bei meinem ersten Paar <a href="http://himmelende.de/2008/09/11/laufender-wirbelsturm/">Rohner</a>. Unterschied hier: Es gibt sie wahlweise auch in Schwarz und sie sind noch einen Ticken enger. Die cep&#8217;s sind somit nicht nur die teuersten Socken meines Lebens (46 Euro!), es sind auch die am schwierigsten Anzuziehenden. Wer dafür nicht die richtige Technik entwickelt, darf sich auf diverse Krämpfe einstellen. Hiermit verkünde ich also feierlich, dass ich in die Sockenforschung gehen und Kompressionsstrümpfe entwickeln werde, die leicht und schmerzfrei anzuziehen sind. Und damit roll ich dann den Weltmarkt auf.<br />
Sonst bin ich ja keine Slogan-Hure, aber den von cep kann ich unterschreiben: &#8220;Schneller laufen &#8211; leichter laufen &#8211; schneller erholen &#8211; besser fühlen.&#8221; Einziger Punktabzug: horrender Preis. Von fünf möglichen Sternen also nur vier.</p>
<p>★★★★●</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Treudoofpunkte</title>
		<link>http://himmelende.de/2009/04/04/treudoofpunkte/</link>
		<comments>http://himmelende.de/2009/04/04/treudoofpunkte/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 08:42:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Skepsisreservat]]></category>
		<category><![CDATA[konsum]]></category>
		<category><![CDATA[treue]]></category>
		<category><![CDATA[zorn]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ist es noch nicht mal 10 Uhr Morgens vorbei und ich muss mich schon aufregen. Ihr kennt doch bestimmt diese Sammelpunkte-Aktionen, Treuemarken, etc. auf den verschiedensten Produkten: Bei Jacobs gabs mal eine Ritzenhoff-Tasse, wenn man soundsoviel Punkte aus deren Kaffee-Verpackung ausschnitt und sie einschickte. Weihenstephan schmiss einem für 15 Punkte einen Milchbecher hinterher; gesammelte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ist es noch nicht mal 10 Uhr Morgens vorbei und ich muss mich schon aufregen. Ihr kennt doch bestimmt diese Sammelpunkte-Aktionen, Treuemarken, etc. auf den verschiedensten Produkten: Bei Jacobs gabs mal eine Ritzenhoff-Tasse, wenn man soundsoviel Punkte aus deren Kaffee-Verpackung ausschnitt und sie einschickte. Weihenstephan schmiss einem für 15 Punkte einen Milchbecher hinterher; gesammelte Punkte werden bei Payback schon mal mit einem Wanderrucksack oder, wem das nicht passt mit einer Nudelpfanne vergütet. Die für die jeweiligen Wunschprämien benötigten Sammelpunkte sind mehr oder weniger dem eigentlichen Warenwert angemessen. Doch oft erübrigt sich die Frage, ob man, statt 30 Packungen FixMate-Tee zu kaufen, um mit den gesammelten Punkten die Prämie zu ergattern nicht gleich den versprochenen WMF Süßstoffspender &#8220;Clever &amp; More&#8221; im Fachhandel beziehen soll. Zwei Argumente dafür: Man kommt günstiger weg und verendet gewiss nicht an einer Teevergiftung.<br />
Warum ich mich jetzt so aufrege? Vor mir steht ein kackbraunes Nutellaglas, &#8220;Punktesammeln für Sportrpämien von adidas&#8221;, so die Versprechung auf dem Etikett. Auf der Aluminiumfolie unter dem Deckel befinden sich jeweils zwei Sammelpunkte. Will ich sie einsenden, muss ich das Glas anbrechen. T-Shirts, Handtücher und Rucksäcke werden angepriesen. Die kleinste Prämie, ein Volleyball &#8211; und das ist die eigentliche Frechheit &#8211; ist &#8220;schon&#8221; ab 60 (!) Punkten zu haben.<br />
Also, mal ganz unter uns, lieber Herr Ferrero. 30 Nutella-Gläser für einen minderwertigen Plastikvolleyball zu verlangen, ist schon ein liederliches Angebot, dass sie uns da unter die Nase reiben wollen. Von Hohn will ich jetzt gar nicht erst reden. Ich habe in meinem ganzen 28-jährigen Dasein auf diesem Planeten noch keine 30 Gläser Nutella verbraucht. Noch nicht mal ansatzweise. Und jetzt kommen sie daher und verlangen von mir, dass ich das bis zum 30.05.2009 (es gilt das Datum des Poststempels) fertig bringen? Nicht in diesem Leben.<br />
Also, behalten sie mal schön ihre Prämien &#8211; ihre Kapuzenjacken (145 Punkte) und Sporttaschen (160 Punkte). Ich behalte dafür meine Gesundheit. Denn nach 30 Gläsern Nuss Nugat Creme passe ich nämlich in keines der angebotenen T-Shirts mehr rein. Und mit dem &#8220;Fit machen fürs Sportabzeichen&#8221;, so der Slogan der Kampagne, siehts dann auch ganz düster aus, so zuckerkrank, wie ich dann sein werde.</p>
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		<title>Die fünf Pforten der Manipulation</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 12:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ralf Grauels Thesenpapier: Ein Faksimile, für mich so bedeutend, weshalb ich hier es im Original wiedergeben möchte. Eine lasergenaue Beobachtung systemimmanenter Manipulationen. Vielleicht nicht mehr ganz taufrisch (das Papier wurde bereits 2002 veröffentlicht), was der Schärfe der Betrachtung jedoch keinen Abbruch tut. Wissenschaftsakademie Berlin Herbsttrimester 2002 Freitag, 22. November, 20 &#8211; 22 Uhr (c.t.) Kompaktseminar: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.modocom.de/akademie/GrauelThesenpapier.htm">Ralf Grauels Thesenpapier</a>: Ein Faksimile, für mich so bedeutend, weshalb ich hier es im Original wiedergeben möchte. Eine lasergenaue Beobachtung systemimmanenter Manipulationen. Vielleicht nicht mehr ganz taufrisch (das Papier wurde bereits 2002 veröffentlicht), was der Schärfe der Betrachtung jedoch keinen Abbruch tut.</p>
<p>Wissenschaftsakademie Berlin<br />
Herbsttrimester 2002<br />
Freitag, 22. November, 20 &#8211; 22 Uhr (c.t.)<br />
Kompaktseminar: &#8220;Die fünf Pforten der Manipulation&#8221;<br />
Dozent: Ralf Grauel<br />
Seminarort: Torstrasse 94 (Redesigndeutschland), Berlin-Mitte<br />
Thesenpapier:<br />
In allen Systemen wird manipuliert. In biologischen Kreisläufen, bei der Militärausbildung, im täglichen Umgang miteinander, sogar auf mikroskopischer Ebene findet wir Zeichen von Manipulation.<br />
Egal ob bei Parasiten, beim Militär oder in der Werbung. Manipulation lebt von Platzhaltern, von Bildern und Signalen, die etwas Eigentliches, Ursprüngliches verdecken und es mit neuen Signalen ersetzen. Oder aber sie ruft fertige Verhaltensmuster ab, die dem Zwecke des Manipulators dienen, nicht aber denen des Opfers.<br />
&#8220;Manipulation ist Verhaltensbeeinflussung zu fremden Nutzen.&#8221; (Rupert Lay)<br />
Alle Systeme zeichnet noch etwas anderes aus. Sie sind Kreisläufe. Interessanterweise würden viele dieser Kreisläufe ohne die Manipulatoren, ohne die kommunikativen Strippenzieher, in sich zusammenbrechen.<br />
Das gilt für die Psychologie, die Biologie genau so wie für die bunte Welt des Konsums.<br />
Das Prinzip bleibt gleich. Die Wirklichkeit wird abstrahiert, distanziert. Eine Simulation übernimmt. Das Zeichen wird stärker als das Original. Das vorherige System oder Signal verschwindet, bis die manipulierte Botschaft übernimmt.</p>
<p>Manipulierte Information ist eine Magenpille im Zuckermantel, ein trojanisches Pferd.<br />
Ein Selbstmordbefehl, der wie eine Erlösung klingt.<br />
Ein Opferungsbefehl, der sich wie Sex anfühlt.<br />
Eine als Unterhaltung verkleideter Kaufbefehl.<br />
Die Frage ist, wie funktioniert das?<br />
Wie bringt man einen Menschen dazu, sich gegen seinen eigenen Willen, manchmal sogar gegen seinen Instinkt zu verhalten?</p>
<p>Schritt 1: Trenne das Opfer von der Herde.</p>
<p>Trennung erzeugt Schuld. Schuld erzeugt Abhängigkeit.</p>
<p>Schritt 2: Beobachte es. Lerne es kennen. Finde den Eingang.</p>
<p>Nichts hat so viel Macht über einen Menschen, wie seine eigenen Emotionen.</p>
<p>Schritt 3: Baue Dich ein. Je tiefer umso besser. Lösche was nicht passt. Werde es.</p>
<p>Schichtweiser Abtrag der Persönlichkeit durch konstanten körperlichen und psychischen Stress. Das Opfer nimmt die Botschaft in sich auf. Die benötigten Steuerungsimpulse werden minimal.</p>
<p>Schritt 4: Erteile neue Befehle. Deine Befehle.</p>
<p>Es ist nie wichtig was jemand tut, sondern nur für wen er es tut. Soziale Hierarchie ist der Schlüssel zum Erfolg. Autorität, Freundschaft, sexuelle Reize. Im Innneren des Organismus.</p>
<p>Schritt 5: Unterstütze es. Gib seinem Handeln einen Sinn. Und gib ihm eine neue Herde.</p>
<p>Immer eine Ausrede für den rationalen Teil, das letzte bisschen Verstand, nachliefern.<br />
&#8220;Lässt der Widerstand des Subjektes nach, wird es Zeit, ihm einen gesichtswahrenden Grund oder eine Entschuldigung für seine Gefügigkeit zu liefern.&#8221; (CIA)<br />
&#8220;Kunden brauchen immer eine rationale Entschuldigung für ihre emotionale Entscheidung. Deswegen: Stets eine liefern.&#8221; (David Ogilvy, Werber)</p>
<p>Vertreibung schafft Schuld.<br />
Schuld schafft Abhängigkeit.<br />
Abhängigkeit fördert Konsum.</p>
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		<title>Das Alphabet der Krise</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Mar 2009 09:32:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wirtschaft bringt ihren eigenen Wortschatz hervor, der mit einer brutalen Deutlichkeit aufwartet, wie sie in der Finanzbranche bisher nicht üblich war. Ein kleiner Auszug aus ihrem Vokabular: Abwrackprämie, die; Belohnung für die Vernichtung von Gebrauchsgegenständen; ihr Besitzer empfängt die Prämie, die er als Steuerzahler entrichtet. Abgewrackt werden auch insolvente Banken; in diesem Fall kommt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Wirtschaft bringt ihren eigenen Wortschatz hervor, der mit einer brutalen Deutlichkeit aufwartet, wie sie in der Finanzbranche bisher nicht üblich war. Ein kleiner Auszug aus ihrem Vokabular:</h3>
<p><strong>Abwrackprämie</strong>, die; Belohnung für die Vernichtung von Gebrauchsgegenständen; ihr Besitzer empfängt die Prämie, die er als Steuerzahler entrichtet. Abgewrackt werden auch insolvente Banken; in diesem Fall kommt die Prämie als Bonus den Managern zugute, die für die Pleite gesorgt haben.<br />
<strong>Bad Bank</strong>, die; ein Neologismus, der an die Rede von den schwarzen Schafen erinnert und offenläßt, ob es auch Banken gibt, in denen das Gute gedeiht.<br />
<strong>Berater</strong>, der; Bankangestellter, der ebenso im Nebel stochert wie seine Kunden, aber wenigstens, solange der Umsatz stimmt, Geld damit verdient, statt es einzubüßen.<br />
<strong>Casino</strong>, das; eine legale Veranstaltung, bei der stets die Bank gewinnt. Die Teilnahme ist auch im Internet möglich und heißt dort &#8220;online banking&#8221;.<br />
<strong>Paket</strong>, das; Sperrgut, das, als stünde Weihnachten vor der Tür, überall geschürt und auf den Weg gebracht wird. Der Versand erfolgt nicht per Nachnahme. Die Rechnung übernimmt auf keinen Fall der Empfänger. Der Inhalt ist mindestens neunstellig und erinnert an ein beliebtes Geschenk zum Kindergeburtstag: an die Wundertüte.<br />
<strong>Realwirtschaft</strong>, die; zur Unterscheidung von ihrem Gegensatz, einer Ökonomie, die vor allem mit Fiktion beschäftigt ist.<br />
<strong>Spritze</strong>, die; aus der Drogenszene bekanntes Instrument zur Verabfolgung hoher Dosen, um den Kreislauf der Abhängigen zu stabilisieren und sie vor Entzugserscheinungen zu bewahren.<br />
<strong>Zertifikat</strong>, das; ein Papier, das dem Anleger ein Maximum an Unsicherheit garantiert.</p>
<p>(Auszug eines Textes von Hans Magnus Enzensberger, ZEIT Nr. 12 &#8211; März 2009)</p>
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		<title>Rückbesinnung auf etablierte gesellschaftliche Werte</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Feb 2009 11:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein junger, bärtiger Mann, nur spärlich bekleidet mit einer Badehose steht in einem grauen, würfelförmigen Raum ohne Fenster. In der Mitte des Raumes befindet sich eine baumähnliche Skulptur: einzelne Holzelemente aus einem Baumarkt, mit präziser Maschinengenauigkeit gefräst und mit Schrauben fixiert, sind ähnlich wie Äste um den Stamm angeordnet. Der Mann öffnet nun eine Schublade [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/1FyGZjH0Wwc&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/1FyGZjH0Wwc&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Ein junger, bärtiger Mann, nur spärlich bekleidet mit einer Badehose steht in einem grauen, würfelförmigen Raum ohne Fenster. In der Mitte des Raumes befindet sich eine baumähnliche Skulptur: einzelne Holzelemente aus einem Baumarkt, mit präziser Maschinengenauigkeit gefräst und mit Schrauben fixiert, sind ähnlich wie Äste um den Stamm angeordnet.<br />
Der Mann öffnet nun eine Schublade im Stamm des Baumes, aus der er einen Schraubenschlüssel nimmt. Nun beginnt er, den Baum Stück für Stück zu zerlegen. Er verteilt die Einzelteile zunächst auf dem grauen Teppich mit Blümchenmuster und fügt nach und nach die Teile zu neuen Objekten zusammen: ein Gartenstuhl, ein Sonnenschirm und zu guter Letzt ein Stockbett, dessen wackliges Bein er mit einem Familienfoto unterlegt. Schlussendlich legt sich der Mann nach getaner Arbeit schlafen.</p>
<p>Es wäre kein arte-Kurzfilm, wenn er nicht tatsachengetränkt daherkommt und mit einer kodierten Message aufwartet. Der in der Mitte stehende &#8220;Baum&#8221; ist ein expressionistisches Gefüge aus Einzelstücken, die anders formiert Alltagsgegenstände bilden. Grundbestandteil ist Holz, ein Rohstoff und Gegenstand jahrhundertealter Bautradition. Der Mann ist isoliert in der Kammer, abgeschottet von der Aussenwelt operiert er im Geheimen und hat nichts ausser seinen Händen, einen Schraubenschlüssel und ein Foto, wahrscheinlich von seinen Liebsten. Unser experimental Robinson Crusoe bedient sich also am Roh-Stoff und orientiert sich an den ihm innewohnenden Fähigkeiten und Erfahrungen. Er dekodiert den Baum aus Baumarktelementen, um ihn hernach wieder zu kodieren; er geht an dieses Gebilde heran, zerlegt es in seine Einzelkomponenten und führt es in die jeweiligen Ursprungsformen zurück. Die Arbeit des Holzskulpturkünstlers ist es, aus einem Abstraktum sinnstiftende Alltagsgegenstände zu rekonstruieren, eine Rückbesinnung auf etablierte gesellschaftliche Werte.</p>
<p>So. Komplett schleierhaft bleibt mir jedoch, warum sich der Jungspund-Peter-Lustig ausgerechnet in Bermuda-Shorts und mit aufgeklebtem Taliban-Bart durch sein IKEA-Glück bastelt. Wer möchte, kann bei Bedarf noch eine Schnitte platonisches Höhlengleichnis hineinwursten. (Ist es nicht die den Gegenständen zugrunde liegende Idee, die diese erst formt?) Aber vielleicht habe ich heute ganz einfach nur zu viel Kaffee getrunken und meine zerebrale Denkfurche dehydriert langsam. Nichts für ungut.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.arte.tv/">Arte</a><br />
Via <a href="http://www.lestarte.com/blog/">Lestarte</a> (Danke Olli!)</p>
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		<title>Lauferfahrung dokumentiert: Zigaretten</title>
		<link>http://himmelende.de/2009/02/21/lauferfahrung-dokumentiert-zigaretten/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 14:42:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was man nicht alles im Namen der Wissenschaft über sich ergehen lässt. Sebastian von Himmelende geht in der Serie &#8220;Lauferfahrung dokumentiert&#8221; der Frage auf den Grund, welche Stoffe in Nahrungs- und Konsumprodukten sich wie auf den Organismus eines Sportlers auswirken. Am Ende der Teststrecke steht eine rasselnde Lunge, ein paar Gramm Hüftgold mehr, aber auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Was man nicht alles im Namen der Wissenschaft über sich ergehen lässt. Sebastian von Himmelende geht in der Serie &#8220;Lauferfahrung dokumentiert&#8221; der Frage auf den Grund, welche Stoffe in Nahrungs- und Konsumprodukten sich wie auf den Organismus eines Sportlers auswirken. Am Ende der Teststrecke steht eine rasselnde Lunge, ein paar Gramm Hüftgold mehr, aber auch die Erkenntnis: es ist nicht alles schlecht, was ungesund aussieht.</h3>
<h2>Zigaretten</h2>
<p>Na das geht ja gleich mal mittelprächtig los. Für einen Ex-Raucher &#8211; mittlerweile seit sechs Jahren abstinent &#8211; sind die Verlockungen am Ende der zweiwöchigen Teststrecke enorm und ich musste mich gehörig zusammennehmen, um mit dem Rauchen nicht wieder anzufangen. Die Macht der Gewohnheit und die Macht suchtgenerierender Tabak-Inhaltsstoffe sind ein paar hinterfotzige Kandidaten, aber das soll jetzt nicht Gegenstand meiner Betrachtung sein. &#8220;<a href="http://himmelende.de/2008/11/10/nicht-deswegen/">Manchmal muss man Rauchen, um das Nicht-Rauchen nicht überhand nehmen zu lassen.</a>&#8221; Das gilt aber auch im Umkehrschluss und das befreiende Gefühl, wenn sich der ganze schleimige Scheiss wieder aus der Lunge löst, ist unübertroffen.</p>
<h4>Was steckt drin</h4>
<p>Hauptbestandteil einer Zigarette ist neben Teer und ein paar anderen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tabakzusatzstoffe">leckeren Zusatzstoffen</a> das Nikotin. Als Acetylcholin-Konkurrent (ein Neurotransmitter, der für die Weiterleitung eines Impulses vom Ende der Nervernfaser zum Muskel verantwortlich ist), dockt es an Rezeptor-Molekülen der Museklfaser an, besetzt diese und löst Muskelzittern aus. Fies: Es kann von körpereigenen Enzymen nicht abgebaut werden. Nikotin ist also, ähnlich wie Curare, ein Nervengift: ein Muskelrelaxans. Die letale Dosis für einen gesunden, erwachsenen menschlichen Organismus liegt bei 20 &#8211; 35 mg, was nicht besonders viel ist. Ein paar Zigaretten ins Müsli gekrümelt und der Rest des Tages verläuft, naja, sagen wir eher ungünstig.<br />
Bei der Verbrennung des Tabaks entstehen dann noch in etwa drölfmillionen anderer kleiner, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tabakrauch">fieser Nebenprodukte</a>, die meisten davon mit karzinogenem Charakter, also krebserregend. Summa summarum also genau die richtigen Stoffe, die ein Sportler so braucht. </p>
<h4>Versuchsaufbau und Erfahrungen</h4>
<p>Dazu gleich eine kurze Anmerkung. Die von mir beschriebenen Erfahrungen sind subjektiver Natur, die von Mensch zu Mensch variieren können. Dass sie nichtwissenschaftlicher Art sind, brauche ich nicht extra zu erwähnen. Genau so wenig, wie dass die einzelnen Versuche dieser Serie schlecht bis gar nicht miteinander zu vergleichen sind. Trotzdem will zumindest folgende Rahmenbedinungen festlegen:</p>
<ol>
<li>Die Versuchsphase erstreckt sich immer über 14 Tage.</li>
<li>In dieser Zeit treibe ich weiterhin Sport, d.h. alle 48 Stunden 10 Km Joggen.</li>
<li>Mindestens 4 Stunden vor dem Laufen erfolgt die letzte Zufuhr des jeweiligen Stoffes.</li>
</ol>
<p>In diesen 14 Tagen rauche ich 34 Zigaretten (1,0 mg Nikotin, 10 mg Kondensat und 10 mg Kohlendioxid pro Zigarette). Gleich die erste Inhalation wirkt heftig: Schwindelgefühl und leichtes Muskelzittern. Meine Verdauung spielt verrückt, permanent befinde ich mich auf dem Weg zwischen Schreibtisch und Toilette. Der Effekt beim Laufen innerhalb der ersten Tage ist sofort spürbar: Kreislaufbeschwerden und Muskelkrämpfe nach den ersten Kilometern. Für gewöhnlich laufe ich Distanzen zwischen 10 und 15 Km, ohne überhaupt daran zu denken, aufzuhören. Nach drei Tagen Zigarettenkonsum ist nach 4 Km erstmal Schluss. Ich brauche einen Zwischenstop, weil ich nicht genügend Luft bekomme. Es rasselt in meiner Lunge und es fühlt sich an, als würde einem der Hals zugedrückt werden. Ich fühle scheinbar jedes einzelne Lungenhärchen stechen, fühle die Lunge als solches in meinem Brustkorb und das ist übel.<br />
Nach einer Woche (ich muss meine Laufdistanz bereits auf 5-6 Km runterschrauben, mein Puls springt jetzt nämlich schon nach 800 Metern in eine Region, die alles andere als gesundheitsförderlich ist) gesellen sich zu den leistungsmindernden Effekten noch Stoffwechselstörungen: Ich bekomme Pickel und zwar richtig viel. Als die 14 Tage vorüber sind, laufe ich nicht mehr gegen die Muskelerhärtung durch Überreizung, sondern gegen den Schmerz in meinem Brustkorb.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Egal, was eure Idole, Freunde und der Marlboro-Mann erzählen: Rauchen ist scheisse. Punkt. Die Aspekte der Sozialisierung und der Kommunikationsförderung von Zigaretten stelle ich nicht in Abrede. Als Leistungs- und Ausdauerkiller rangieren Zigaretten in meinen Versuchen jedoch absolut unangefochten in der Kategorie &#8220;gesundheitliche Wasserstoffbombe&#8221;.<br />
Immense körperliche Beeinträchtigungen und die entstehende Suchtwirkung &#8211; dieser erste Versuch war im Vergleich zu allen Folgenden der Übelste. Am Ende tat mir meine Lunge richtiggehend leid, wie sie nach jedem Lauf versucht hat, mit vermehrter Schleimproduktion diesen ganzen Schrott aus sich heraus zu husten. Die Leistungsminderung lag in meinem Fall bei über 50%. Meine Muskeln hätten in dieser Zeit mehr drauf gehabt, allein es fehlte an Luft.<br />
Zwei Wochen nach Testende war ich in etwa wieder auf dem Leistungsniveau wie davor. Das ist überraschend schnell. Allerdings dürfte noch weitaus mehr Zeit vergehen, bis wirklich alle Schadstoffe in meinem Körper abgebaut sind.<br />
Für alle angehenden Nichtraucher, ehemals rauchende, jetzt rückfällig gewordene Sportler (oder Läufer mit dem latenten Drang zu masochistischen Selbstversuchen) empfehle ich folgendes. Weiterlaufen und nicht schonen, gemäß dem Motto: &#8220;Ich erhol mich erst mal ein paar Tage und fang dann nächste Woche wieder mit dem Sport an.&#8221; (Die Gefahr, in dieser Zeit wieder Blödsinn anzustellen, ist groß!) Da Nikotin vom Körper selbst zwar relativ einfach abgebaut werden kann, an der neuromuskulären Synapse jedoch nur durch eine vermehrte Acetylcholin-Ausschüttung von den Kontaktstellen &#8220;vertrieben&#8221; wird: macht weiter Sport. Ausserdem merkt man dabei am Besten, was für einen Scheiss man sich eigentlich antut und überlegt es sich vielleicht zweimal, mit dem Rauchen wieder anzufangen.</p>
<p>Zum Thema:<br />
<a href="http://www.sportanalyse.de/cms/trainingstheorie/1051-rauchen-und-sport.htm">Rauchen und Sport &#8211; Einfluß von Tabakkonsum auf die körperliche Leistungsfähigkeit im Sport</a><br />
<a href="http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Regeneration-Was-K%F6rper-Zigarette/507874.html?eid=501405">Regeneration &#8211; Was im Körper nach der letzten Zigarette passiert</a></p>
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		<title>Atari Porno!</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 10:25:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<title>Der Pop, der Pop, der Alkopop</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/11/10/der-pop-der-pop-der-alkopop/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 14:58:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Karlsberg Mixery Vodka Flavour iced energy. In die 0,33er Flasche hinter dieser Etikettensprachpanscherei traut sich die Firma Karlsberg ein Biergepansche abzufüllen (Neudeutsch: Bier-Mischgetränk, Neudeutscher: Alkopop), das sich zusammensetzt aus 80% Bier (wo?!), Zucker, Guaranaextrakt, Taurin und Koffein. Hielt mich bis 4 Uhr Früh wach und machte nach sechs Flaschen noch nicht mal richtig betrunken. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-939" title="Mixery Vodka Flavour iced energy" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/11/six_pack_iced_energy_kombi_.jpg" alt="" width="208" height="232" /><em>Karlsberg Mixery Vodka Flavour iced energy.</em><br />
In die 0,33er Flasche hinter dieser Etikettensprachpanscherei traut sich die Firma Karlsberg ein Biergepansche abzufüllen (Neudeutsch: Bier-Mischgetränk, Neudeutscher: Alkopop), das sich zusammensetzt aus 80% Bier (wo?!), Zucker, Guaranaextrakt, Taurin und Koffein. Hielt mich bis 4 Uhr Früh wach und machte nach sechs Flaschen noch nicht mal richtig betrunken. Die ganze Nacht umsonst um die Ohren gehauen. Also Kategorie: günstig und mittelmäßig. Wenn überhaupt, dann schmeckt das Zeug nur eisgekühlt, wobei Bullenpisse eisgekühlt bestimmt auch schmeckt (was ich zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels noch nicht überprüft habe und auch nicht überprüfen werde). Gabs für 3,99€ im Sixpack an der Tanke. Keine Beanstandung also, es war spät und ich war unvernünftig und mit Mittelmäßigkeit leicht abzuspeisen. Ich hasse Nächte, in denen ich mich mit Mittelmäßigkeit abspeisen lasse.<br />
Der Hinweis &#8220;Don&#8217;t drink and drive&#8221; auf dem Rücketikett darf als Witz verstanden werden, damit einem das Gesöff, sofern es denn wieder hochkommt (was wahrscheinlich ist) zumindest im Hals stecken bleibt und sich nicht gleich via oraler Inkontinenz über dem frisch gewixten Parkettboden ergießt. Karlsberg bewirbt diese Geschmacksarmut in Flaschen mit den Slogans &#8220;Mixery Relaunch&#8221; (also überarbeitet und immer noch beschissen), &#8220;Die Innovation im Biermarkt!!!&#8221; (so Innovativ, dass man gleich die dreifache Bekräftigung in Form des Ausrufezeichens benötigt, um darauf aufmerksam zu machen) und &#8220;Mixery&#8230; wie Sie es noch nie gesehen haben!!!&#8221; (und wahrscheinlich auch nie wieder trinken werden).<br />
<em>Resümee:</em> herrliche Geschmacksarmut in Flaschen</p>
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