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	<title>Himmelende &#187; dialog</title>
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	<description>Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.</description>
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		<title>Der Fremde in der Fremde</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 15:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Valentin: Fremd ist der Fremde nur in der Fremde. Karlstadt: Das ist nicht unrichtig. &#8211; Und warum fühlt sich ein Fremder nur in der Fremde fremd? Valentin: Weil jeder Fremde, der sich fremd fühlt, ein Fremder ist und zwar so &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/08/30/der-fremde-in-der-fremde/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Valentin: Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.<br />
Karlstadt: Das ist nicht unrichtig. &#8211; Und warum fühlt sich ein Fremder nur in der Fremde fremd?<br />
Valentin: Weil jeder Fremde, der sich fremd fühlt, ein Fremder ist und zwar so lange, bis er sich nicht mehr fremd fühlt, dann ist er kein Fremder mehr.<br />
Karlstadt: Sehr richtig! &#8211; Wenn aber ein Fremder schon lange in der Fremde ist, bleibt er dann immer ein Fremder?<br />
Valentin: Nein. Das ist nur so lange ein Fremder, bis er alles kennt und gesehen hat, denn dann ist ihm nichts mehr fremd.</p></blockquote>
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		<title>In Teilen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 05:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[aufbruch]]></category>
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		<description><![CDATA[Sie rührte das Kakaopulver in die kalte Milch, konzentriert, langsam, als sei es eine buddhistische Disziplin, eine Möglichkeit zur Erkenntnis, „der kleine Weg des Kakaorührens“. „Und du willst wirklich fort?“. Kleine Schokoinselchen tauchten nach und nach auf, als U-Boote getarnte &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/06/15/in-teilen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie rührte das Kakaopulver in die kalte Milch, konzentriert, langsam, als sei es eine buddhistische Disziplin, eine Möglichkeit zur Erkenntnis, „der kleine Weg des Kakaorührens“.<br />
„Und du willst wirklich fort?“. Kleine Schokoinselchen tauchten nach und nach auf, als U-Boote getarnte nicht gelöste Pulverklumpen, die gegen den Uhrzeigersinn strudelten, während sie eines nach dem anderen vorsichtig mit dem Löffel herausfischte und davon runterschlürfte. „Aber du kommst doch auch wieder, oder?“<br />
„Schau, ich bin doch noch nicht mal weg. Lass uns doch jetzt nicht schon vom Wiederkommen reden.“</p>
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		<title>Keine Berührungsängste</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 10:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[beobachtung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Menschen haben eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Maschineninterfaces entwickelt. Sie erwarten überall berührungsempfindliche Oberflächen &#8211; Touchdisplays, die nicht zuletzt dank iPhone und Co. Massenware geworden sind. So sehe ich immer mehr Menschen vor Automaten und Leuchtreklametafeln stehen und zärtlich über Anzeigeflächen &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/06/11/keine-beruhrungsangste/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Menschen haben eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Maschineninterfaces entwickelt. Sie erwarten überall berührungsempfindliche Oberflächen &#8211; Touchdisplays, die nicht zuletzt dank iPhone und Co. Massenware geworden sind. So sehe ich immer mehr Menschen vor Automaten und Leuchtreklametafeln stehen und zärtlich über Anzeigeflächen und LED-Lichter streicheln; als ersten Versuch, und obwohl diese Geräte nicht mit berührungsempfindlichen Oberflächen ausgestattet sind versuchen sie dennoch zuallererst auf einer sensuell-haptische Ebene in Kommunikation zu treten, als ob man sich heute schon darauf geeinigt hätte, dass es unserer bloßen Berührung bedarf, um den Geist in der Maschine in Wallung zu bringen und einen ernsthaften Prozess damit wortwörtlich anzustoßen.<br />
Für mich sieht es manchmal so aus, als ob wir heute sinnlicher denn je mit Maschinen kommunizieren. Leider beschränkt sich dieses Verhalten aber weitestgehend eben nur auf Maschinen.</p>
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		<title>Der Anfang vom Ende</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 08:49:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
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		<description><![CDATA[Felix Wissen Sie, ich hatte immer irgendwie Erfolg bei Frauen. Ich bin jemand, der Frauen gern hat. Es war vor ungefähr vier Monaten, da hat es aber angefangen, das kam ganz plötzlich, ich hab da wirklich keine Erklärung für - &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/04/30/der-anfang-vom-ende/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Felix</strong><br />
Wissen Sie, ich hatte immer irgendwie Erfolg bei Frauen. Ich bin jemand, der Frauen gern hat. Es war vor ungefähr vier Monaten, da hat es aber angefangen, das kam ganz plötzlich, ich hab da wirklich keine Erklärung für -</p>
<p><strong>Therapeutin</strong><br />
Wir können das ganze auch abkürzen. Mutterkomplex oder Borderline. Im Endeffekt gibt es nur Borderline, der Rest ist Kommentar. Das Wort Mutterkomplex lässt einige Männer zumindest kurz aufhorchen, bevor sie ihr Ding irgendwo reinstecken.</p></blockquote>
<p>via <a href="http://migati.blogspot.com/2010/04/der-anfang-vom-ende.html">Babylon Episoden</a>.</p>
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		<title>Brenzlig für Guido</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 23:03:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[dialog]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Aus einer Unterhaltung in einer Ladenpassage: I: &#8230; ach mir doch egal. Soll sich Herr Westerwelle doch weiter in seine spätrömische Dekadenz hineinlamentieren. Ich lebe mein Leben sowieso nach streng wertorientierten Kultur-Verpflichtungen, da brauch ich solche Possen nicht. II: Alles &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/02/18/brenzlig-fur-guido/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einer Unterhaltung in einer Ladenpassage:</p>
<blockquote><p>I: &#8230; ach mir doch egal. Soll sich Herr Westerwelle doch weiter in seine <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,678319,00.html">spätrömische Dekadenz</a> hineinlamentieren. Ich lebe mein Leben sowieso nach streng wertorientierten Kultur-Verpflichtungen, da brauch ich solche Possen nicht.</p>
<p>II: Alles Phrasendrescherei. Spätrömische Dekadenz &#8211; das ist doch auch bloß so eine oberflächlich dahingeplapperte, stupid verallgemeinernde abendländische Kultur-Aussage; viel Wind, aber nichts in der Hose.</p>
<p>I: Windhose?</p>
<p>II: Tote Hose! Das hat doch alles kein Fundament. Ich mein, er ist Aussenminister, warum missbraucht er sein Amt und macht das Thema zur Chefsache? Bläst sich auf, zweieinhalb mal so groß. &#8220;Man wird das in Deutschland ja wohl noch sagen dürfen&#8221;. Ja, klar. Das ist ein Terrorist, sag ich dir, der nimmt für sein eskapistisches Gequatsche das gesamte auswärtige Amt als Geisel. So ist der nämlich drauf.</p>
<p>I: Kollateralschäden sind ihm egal.</p>
<p>II. Kollateralschäden sind ihm sowas von egal!</p>
<p>I: Echt, bald wirds brenzlig für Guido. Wenn er sich nicht bald entschuldigt, steigen ihm die ganzen Hartzer aufs Dach. Dann brennt die Hütte, wie Rostock &#8217;92 (?). Wird ungemütlich&#8230;</p></blockquote>
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		<title>Everything was beautiful and nothing hurts</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 09:53:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[dialog]]></category>
		<category><![CDATA[monolog]]></category>
		<category><![CDATA[zweifel]]></category>

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		<description><![CDATA[Er erzählt die Geschichte nur brüchig. 100 mal nachfragen, damit die Wahrheit kohärent wird. Sie weint. Das Gespräch ist jetzt zu Ende. Jetzt herrscht Affekt. So viel Zweifel war nie. Erst die Teilung, jetzt die Trennung. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Wenn &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/12/29/everything-was-beautiful-and-nothing-hurts/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-3250" href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/02/darling-large.jpg" rel="lightbox[3257]"><img class="aligncenter size-large wp-image-3250" title="darling-large" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/02/darling-large-585x292.jpg" alt="" width="500" height="250" /></a></p>
<p>Er erzählt die Geschichte nur brüchig. 100 mal nachfragen, damit die Wahrheit kohärent wird. Sie weint. Das Gespräch ist jetzt zu Ende. Jetzt herrscht Affekt.<br />
So viel Zweifel war nie. Erst die Teilung, jetzt die Trennung. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Wenn sie jetzt geht, dann gibt es kein Wiederkommen. Splendor regis. Und Tränenglanz schimmert über seine Wange hinab.<br />
(Bild: <a href="http://www.damianloeb.com/index.html">Damian Loeb</a>)</p>
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		<title>Veilchenzucker</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 08:14:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[dialog]]></category>
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		<category><![CDATA[liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Gutenachtgeschichte Sina ist ein offenes Buch mit ein paar fehlenden Seiten. Sagt immer, was sie denkt, aber manchmal nicht, was sie fühlt. Sagt nun: &#8220;Liebe ist ein viel kleineres Gefühl als wir alle vermuten&#8221; und hofft, dass ihr jemand &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/05/15/veilchenzucker/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Eine Gutenachtgeschichte</h2>
<p>Sina ist ein offenes Buch mit ein paar fehlenden Seiten. Sagt immer, was sie denkt, aber manchmal nicht, was sie fühlt. Sagt nun: &#8220;Liebe ist ein viel kleineres Gefühl als wir alle vermuten&#8221; und hofft, dass ihr jemand widerspricht. Aber weil alle betrunken sind, halten sie das für einen großartig klugen Satz, da kann man nichts machen, Sina, unsere Dichterin. &#8220;Hast recht&#8221;, sagt Hannes und guckt sie an. Sie kaut eine lila gezuckerte Veilchenpastille, der nächste Schluck Wein schmeckt nach violetten Blumen, und plötzlich springt ihr wieder ein Satz in den Kopf, den sie mit siebzehn einmal aufgeschrieben hat, als ihre zweite große Liebe gerade zerbrochen war. Eineinhalb Jahrzehnte her, das: &#8220;Menschenblut bleibt rot, die Liebe ist jedoch manchmal violett, und die Sehnsucht sowieso&#8221; Schmeckt ihr irgendwie immer noch.</p>
<p>Sie blickt in die Runde, die Party ist zu Ende, nur der harte Kern sitzt noch am Küchentisch und wird plötzlich ganz weich. Leona, Sina, Marion, Jack und Hannes. Leona beginnt zu weinen, und Marion nimmt sie in den Arm. &#8220;Er ist es nicht wert&#8221;, sagt sie, noch so ein Luftblasen-Satz. Darum geht es ja nicht, jede verlorene Liebe ist es wert, beweint zu werden, auch die Liebe zu einem Vollidioten, und das ist er ja nicht mal. Leonas Ex, Moritz.</p>
<p>Sina sagt auch nicht immer, was sie weiß. Dass Moritz letzte Nacht bei ihr war. Dass er nun auf sie wartet, in ihrem Bett. Dass der Gedanke an ihn sie noch mehr benebelt als der Wein, der Gedanke an sein Bein, das sich zwischen ihre Schenkel schiebt, der raue Jeansstoff auf ihrer nackten Haut, die kühle Gürtelschnalle an ihrem Nabel, seine Finger um ihre Handgelenke, sein Atem an ihrem Hals, was willst du? Dich.</p>
<p>&#8220;Wenn du in mir bist, und dir meine Seele und mir dein Körper gehört, wo ist dann der Unterschied, wenn ich ihn nicht kennen will, wir lösen uns auf, wir verbrennen, hast du Angst?, ja, ja!, unsere Finger umschlungen, du verschließt mir den Mund, damit ich vergesse, und meine Liebe bleibt in mir wie unterdrückte Tränen, besiegt.&#8221; Geschrieben mit 22, während einer aussichtslosen Affäre. Dreht sich alles im Kreis?</p>
<p>Unsinn, ist nur der Alkohol, der Lebensbruchstücke ineinander fügt und es logisch erscheinen lässt, dieses Episodenpuzzle, schön, klug, leer, verschwommen, ganz. &#8220;Wenn es so ein kleines Gefühl ist, warum tut es dann so verdammt weh&#8221;, heult Leona, und Hannes antwortet prompt: &#8220;Ist ja nicht die Liebe, die dich weinen lässt. Sondern die Leere.&#8221; Was Leona nicht überzeugt: &#8220;Dann ist Leere ein größeres Gefühl als Liebe, ja? Ihr seid doch alle nicht ganz dicht!&#8221; Sie rennt auf den Balkon, die Zigarette in der Hand, steht draußen und nimmt einen langen Zug. Jack will ihr nach, aber Marion hält ihn zurück. &#8220;Lass sie.&#8221;</p>
<p>Jack ist in Leona verliebt, vermutet Sina, und beinahe hätte sie es laut gesagt, aber sie beißt sich auf die Lippen, lass dem Bären sein Geheimnis. Jack, der große, schwere Kanadier, spricht selten, was daran liegen mag, dass sein Deutsch noch nicht so gut ist, oder daran, dass er lieber guckt als redet, sie weiß es nicht, und es spielt auch keine Rolle. Plötzlich aber sagt er doch etwas, leise, kaum hörbar: „Liebe ist groß, aber in ihrer reinsten Form&#8230; wie sagt man&#8230; unaufdringlich.“ Lustig, dass das gerade von ihm kommt, denkt Sina.</p>
<p>Dann kommt Leona zurück, stellt sich vor Sina und sagt: &#8220;Ich weiß, dass er mit dir schläft.&#8221; Sie sagt es ganz sachlich, ohne Vorwurf, wenn überhaupt schwingt ein wenig trunkenes Karten-auf-den-Tisch in ihrer Stimme mit, heute sagen wir alles, Nacht der Wahrheit, fast Morgen der Wahrheit, Nacht der Sensationen, Nacht der Liebe, Nacht des Sex&#8230; Des kleinen Skandals letztlich, das braucht es ja manchmal, ein wenig Oh und Ah, bis alle sich an die Neuigkeit gewöhnt haben und sie verschwindet im wolkigen Weißt-du-noch-damals.</p>
<p>Sina ist zu verblüfft, um etwas zu entgegnen, aber Leona scheint auch nichts zu erwarten, sie setzt sich ermattet auf ihren Stuhl und drückt die Zigarette aus. &#8220;Ist das wahr?&#8221;, fragt Marion, und Sina nickt, woraufhin sich alle auf sie stürzen, ach, gar nicht mal auf sie, auf das Thema, wie kam es dazu, wie kannst du nur, bist du der Grund, dass er Leona verlassen hat? Am meisten sprechen Marion und Hannes, war ja klar, Leonas beste Freundin und Mister Ich-habe-zu-allem-was-zu-sagen-hört-mir-zu. Nur Leona selbst sagt nichts, guckt nur von einem zum anderen, wischt sich mit dem Handrücken die letzten Tränen aus dem Gesicht und wirkt plötzlich ganz eins mit sich und der Welt, ganz ruhig. Leona hätte auch „dass du mit ihm schläfst“ sagen können, denkt Sina kurz.</p>
<p>Sie hat keine Lust, sich zu entschuldigen, und tut es dann doch, schwach zwar nur, halbherzig, aber dennoch: &#8220;Sie waren schon getrennt, als es begonnen hat.&#8221; Es. Begonnen. Plötzlich sehnt sie sich fast schmerzlich nach seiner Haut. In einem Zug trinkt sie ihr Glas aus und steht auf. &#8220;Okay Leute, ich gehe dann mal&#8230;&#8221;<br />
Sie ist schon an der Wohnungstür, als Leona ihr hinterherkommt. &#8220;Warte!&#8221; Sina dreht sich um. &#8220;Ich weiß, dass du nicht der Grund bist&#8221;, sagt Leona. &#8220;Es macht mich krank, dich bei ihm zu wissen, aber mir ist klar, dass du nichts dafür kannst. Du&#8230; Wir sind ja nicht mal befreundet, du und ich&#8230;&#8221; Sina zuckt mit den Schultern. &#8220;Werden wir wohl so schnell auch nicht sein, was?&#8221; Und dann lachen sie plötzlich beide, für eine Sekunde ist alle Bitterkeit verschwunden, sie umarmen sich kurz, als gäbe Leona Moritz frei. Was natürlich so nicht stimmt, aber manche Illusionen sind es wert, gelebt zu werden. Zumindest ein bisschen. In Leonas Augenwinkeln beginnt es wieder zu glitzern. &#8220;Viel Glück&#8221;, flüstert Sina. Im Türrahmen der Küche steht Jack und wartet, Sina geht, die anderen bleiben, sie läuft durchs Treppenhaus, läuft nach Hause und fühlt sich leicht und schwer zugleich.</p>
<p>Mein Körper liebt ihn schon, denkt sie, nur mein Herz hinkt noch hinterher. So leise es geht, dreht sie den Schlüssel im Schloss herum, obwohl sie ja will, dass er aufwacht. Sie schleicht ins Schlafzimmer, küsst ihn auf die Schläfe, er ist noch ganz warm und weich und schwach vom Schlaf, ein Kind. Das muss sie aufschreiben, denkt sie, &#8220;warm und weich und schwach vom Schlaf, ein Kind&#8221;, das klingt hübsch und zärtlich und vertraut, nicht so fremd, wie er ihr noch ist, Moritz. &#8220;Hab ich dich geweckt?&#8221;, fragt sie, und er schüttelt den Kopf: &#8220;Ich war noch wach.&#8221; &#8220;Du schwindelst!&#8221; Sie lacht und streicht ihm eine Locke aus dem Gesicht. &#8220;Siehst ganz verpennt aus.&#8221; Er gähnt, &#8220;hast recht&#8221;, noch weiß sie nicht, dass er kurz nach dem abrupten Aufwachen immer leugnet geschlafen zu haben, nicht absichtlich, er ist selbst überzeugt von dem, was er sagt.</p>
<p>Jetzt schlingt er die müden Arme um sie, zieht sie aufs Bett, küsst sie, schiebt seine Hand unter ihr Kleid. Er trägt einen Schlafanzug, das rührt sie. Die Männer vor ihm haben alle in Slip und T-Shirt geschlafen. Du baust dein Glück auf Leonas Seelensplittern, denkt sie, drängt den Gedanken aber beiseite. Irgendwann geht es eben nicht mehr anders, irgendwann hat jeder seine Narben, sie küsst ihn zurück, er zieht ihr das Kleid aus, umfasst ihre Brüste und streicht mit den Daumen darüber, durch den dünnen Stoff seiner Hose spürt sie sein pochendes Glied, sie will den Moment festhalten, mag diese kleine Barriere aus Baumwolle, die ja doch nicht bremst, aber der Moment vergeht, und es folgt ein zweiter, ein dritter, er dringt in sie ein, und sie denkt nicht mehr, fühlt.</p>
<p>Später liegen sie stumm nebeneinander, Sinas Blick fällt auf die Fensterbank. Auf den samtigen Usambaraveilchen in den lila Keramiktöpfchen glitzern Wassertropfen. „Hast du meine Blumen gegossen?“, fragt sie, er lächelt im Halbschlaf und nickt in sein Kissen, unklar, ob das als Antwort gemeint war oder ob er schon träumt. Draußen geht langsam die Sonne auf und taucht das Zimmer in orange-violettes Licht. Sie guckt ihm beim Schlafen zu und dann an die Decke. Ist es Liebe? Noch nicht.</p>
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		<title>Sonnenblume</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 09:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Stell dir vor, du könntest die Zeit in Fetzen reißen, alles neu zusammensetzen und dann noch mal im Mosaik leben“, sagt Marie und lacht. Sie sagt öfter solche Sachen. Und sie lacht die ganze Zeit. Deshalb hat Nils sich in Marie verliebt und kaut nun Mangostücke, die sie von der Frucht schneidet und ihm in den Mund schiebt, obwohl er sich nichts daraus macht. Nichts aus Obst und eigentlich auch nichts aus solch schrägen Gedanken, wie Marie sie immer hat. Aber heute scheint die Sonne. <a href="http://himmelende.de/2009/04/26/sonnenblume/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Stell dir vor, du könntest die Zeit in Fetzen reißen, alles neu zusammensetzen und dann noch mal im Mosaik leben“, sagt Marie und lacht. Sie sagt öfter solche Sachen. Und sie lacht die ganze Zeit. Deshalb hat Nils sich in Marie verliebt und kaut nun Mangostücke, die sie von der Frucht schneidet und ihm in den Mund schiebt, obwohl er sich nichts daraus macht. Nichts aus Obst und eigentlich auch nichts aus solch schrägen Gedanken, wie Marie sie immer hat. Aber heute scheint die Sonne.</p>
<p>Gestern Abend, an seinem achtzehnten Geburtstag, hat Marie ihn zum ersten Mal geküsst, und weil sie es beide noch nicht anders kennen, war das ein Kuss, der bedeutet: Jetzt gehören wir zusammen. Er liegt auf dem Rücken, an seinen nackten Füßen kitzelt das Gras und in seinem Gesicht kitzeln Maries Locken. Als er die Augen einen Spaltbreit öffnet, sieht er flirrendes Gold. Ihr blondes Haar riecht nach Sommer. Ein bisschen ungewaschen, nach Baggersee, Blütenstaub und „Sunflower“, ihrem Parfüm. „Interessant wären die Stellen, an denen sich die einzelnen Fetzen überlappen“, geht er auf ihr Gedankenspiel ein, doch sie kichert und hat die Zeitfetzen offenbar schon wieder vergessen. „Ich hol uns ein Eis.“ Auch das ist typisch für sie. Sie fragt gar nicht, ob er überhaupt will. Noch stört ihn das nicht, noch macht es ihn nur verliebter in sie, denn er hat tatsächlich vorhin an Eis gedacht. Sie kann Gedanken lesen, denkt er. Meine Gedanken. Später werden ihn solche Situationen wütend machen, genau wie ihre Sprunghaftigkeit, erst nur ganz wenig und irgendwann richtig, obwohl sie immer noch oft seine Wünsche errät. Aber darauf kommt es nicht immer an.</p>
<p>Jetzt kehrt sie zurück, mit genau der Sorte, die er sich gewünscht hat, was nicht schwierig war, denn er hat sich gewünscht, dasselbe zu essen wie sie. Zwei Cornetto Zitrone also in ihren Händen. Er greift nach einem, da hält sie ihn fest. &#8220;Erst einen Kuss!&#8221; Sie ist eine, die immer bekommt, was sie will. So ein Glück, Glück, Glück, dass sie ihn gewollt hat. Will. Er ist das, was man einen Spätzünder nennt, während sie schon einige Jungs gehabt hat vor ihm. Zumindest erzählt man sich das, weil sie so hübsch ist und so lustig und weil sie die angeblichen Affären nie leugnet. Irgenwann wird er erfahren, dass die Hälfte der Geschichten nicht stimmt. Die andere Hälfte aber doch, und die genügt ihm eigentlich schon. Er wäre gern ihr erster Mann, und die Vorstellung von Marie in den Armen eines anderen macht ihn krank. Gleichzeitig spannt seine Badehose, wenn er daran denkt, und er dreht sich auf den Bauch. Da spürt er ihren Körper auf seinem Rücken, ihre Brüste auf seinen Schulterblättern, ihre Lippen auf seinem Ohr, ihre Zunge an seinem Hals. &#8220;Das ist unfair!&#8221;, stöhnt er und beißt sich die Lippe rot. Bloß nicht hier, bloß nicht jetzt! Sie lacht und rutscht weiter auf ihm herum. Leckt das Eis ab, das auf seine Haut tropft. Nicht besonders raffiniert oder geschickt, aber so unbekümmert und selbstverständlich, dass es ihn wahnsinnig macht. Marie!</p>
<p>Nils und Marie lieben einander zweieinhalb Sommer lang. Sie ist das erste Mädchen, für das er Blumen pflückt, das erste, für das er die Schule schwänzt (bis dahin galt er als Streber), das erste, für das er Gedichte schreibt (tatsächlich!) und das erste, mit dem er schläft. Das Ende kommt schleichend und unspektakulär. Irgendwann ist ihre gemeinsame Zeit vorbei, Marie spürt und sagt es als erste, doch in Nils regt sich wenig Widerspruch. Bei der letzten Umarmung weinen beide und wollen einander nicht loslassen, doch ein wenig erleichtert sind sie doch. Jetzt kann das Leben weitergehen, Freiheit, all die Möglichkeiten, auf die Plätze, fertig, los. Wenige Monate später geht Marie als Au-pair-Mädchen nach Los Angeles und bleibt länger als geplant, beinahe zwei Jahre. Man sagt, die sei die Freundin eines amerikanischen Seifenopern-Stars geworden, doch Nils bekommt davon wenig mit, da er die Kleinstadt zum Studieren verlassen hat und sein Leben nun ein anderes ist, eins ohne Marie. Als sie zurückkommt und ihn besucht, ist ihr Haar geglättet, auf Kinnlänge gekürzt und noch blonder als zuvor. &#8220;Die Sonne!&#8221; erklärt sie strahlend und fällt ihm um den Hals. Er erwidert ihre Umarmung. Sie ist ihm fremd. Einen Kaffee trinken sie dennoch zusammen und dann drei Gläser Wein, worauf es zum Kuss kommt und ganz selbstverständlich eins zum anderen führt. Maries Bewegungen sind routiniert, ihre Zunge, ihre Hände machen alles richtig, so richtig, dass Nils vor lauter Perfektion fast die Lust vergeht. Doch nach einer Weile wird sie weich und verspielt und fast wieder seine Marie. Zwei Wochen lang schlafen sie miteinander, so oft es geht, bis ihnen schwindlig ist vor Erschöpfung, ihre Haut ganz wund und ihre Haare verklebt. Dann ist es endgültig vorbei.</p>
<p>Marie ist der Anfang. Nach ihr liebt Nils einige, und als er in einem Alter ist, in dem Männer gewöhnlich heiraten, heiratet er die Frau, die er zu diesem Zeitpunkt liebt, was nicht die schlechteste Wahl ist, vielleicht sogar die beste. Sie bekommen eine Tochter, die rabenschwarzes Haar hat wie ihre Mutter und die er liebt wie keinen Menschen zuvor. Wenige Wochen nach ihrem achten Geburtstag liegt er mit ihr am See, streicht ihr über den Kopf, über die maisgelben Spängchen, die Stirn und wundert sich über die kleine Grübelfalte zwischen ihren Brauen. Die Sonne brennt. &#8220;Mein ernstes Mädchen&#8221;, denkt er voll Sehnsucht und Sorge und Zärtlichkeit, doch da erhellt sich plötzlich ihr Gesicht, und die dunkelbraunen Augen blitzen, als wären sie blau. &#8220;Papa&#8221;, fragt sie, &#8220;kann das sein, dass ich gleichzeitig hier bin und ganz woanders? Dass mein Leben viele Knicke hat und ich vielleicht gleichzeitig ich und schon ganz alt bin oder jemand anders?&#8221; Sie schüttelt den Kopf, denkt noch mal kurz nach. „Oder nein, jemand anders vielleicht nicht. Aber ich in alt, das glaube ich manchmal schon, dass das geht. Oder, Papa?“ Er streicht ihr weiter übers Haar. Maries Mosaik. Etwas kitzelt in seinem Gesicht. Er steht auf, kauft Zitroneneis und stolpert beinahe über einen herumliegenden Ast. Schließlich sagt er: &#8220;Ja, mein Engel. Ja, das kann sein.&#8221;</p>
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		<title>Froschkönigin</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 19:35:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[dialog]]></category>
		<category><![CDATA[farben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Er malt sie immer in Grün. Obwohl sie die Farbe nicht mag. Sie hat es ihm mehrmals gesagt, erst sachlich, dann wütend, irgendwann resigniert, doch er greift weiter zu den grünen Farbtuben, tannendunkel, maihell, Wiesen, Meer und ihre Augen. Das ist der Punkt. "Du hast die schönsten Augen der Welt", sagt er oft. "So ein Grün habe ich nirgendwo sonst gesehen." Mag ja sein. "Ich bin das aber nicht", flüstert sie. "Grün ist nicht meine Farbe." "Ich sehe dich so", sagt er, und damit ist das Thema erledigt. Immer. <a href="http://himmelende.de/2009/04/07/froschkonigin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://juicyfruit.exblog.jp/"><img class="size-full wp-image-1891" title="090406-title" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/04/090406-title.jpg" alt="image by juicyfruit" width="500" height="149" /></a></p>
<p>Er malt sie immer in Grün. Obwohl sie die Farbe nicht mag. Sie hat es ihm mehrmals gesagt, erst sachlich, dann wütend, irgendwann resigniert, doch er greift weiter zu den grünen Farbtuben, tannendunkel, maihell, Wiesen, Meer und ihre Augen. Das ist der Punkt. &#8220;Du hast die schönsten Augen der Welt&#8221;, sagt er oft. &#8220;So ein Grün habe ich nirgendwo sonst gesehen.&#8221; Mag ja sein. &#8220;Ich bin das aber nicht&#8221;, flüstert sie. &#8220;Grün ist nicht meine Farbe.&#8221; &#8220;Ich sehe dich so&#8221;, sagt er, und damit ist das Thema erledigt. Immer.</p>
<p>Einmal war sie schon so weit, ihn deshalb zu verlassen. Es kann ja keine Liebe sein, dachte sie, wenn er mich so anders sieht als ich mich selbst. &#8220;Es kann keine Liebe sein, wenn du mir vorschreibst, wie ich dich zu sehen habe&#8221;, sagte er. Nach dem Streit und den Tränen und dem Kuss und seinen Händen, ihren Händen, dem Rausch und der Erschöpfung blieb sie doch.</p>
<p>Manchmal träumt sie davon, dass er ihren nackten Körper bemalt, spürt die Pinselstriche, die nasse Farbe, sanft und kühl, dann sein Gewicht, wenn er sie nimmt, auf dem alten, schweren Tisch in seinem Atelier, auch im Traum zerkratzen ihr die angetrockneten Farbreste darauf den Rücken, doch die Striemen sind grün und irgendwann merkt sie, wie ihre Haut sich verfärbt, erst die Finger, dann die Arme, Brüste, Beine, Hals, Gesicht, ist das der Tod? Vielleicht. Dann erwacht sie. Mit Wolken im Kopf und in den Gliedern.</p>
<p>Er ist 15 Jahre älter als sie, und manchmal ist das ein Problem. Wenn sie mit ihm wachsen möchte und merkt, dass er ihren Weg längst gegangen ist. Dann wächst nur die Einsamkeit, und meistens schläft sie in solchen Momenten mit ihm, um zu vergessen und die Unterschiede zu verschmelzen, das funktioniert. Sie hätte gern ein Kind mit ihm. Es hätte seine schwarzen Locken und karamellfarbene Haut, seine große schiefe Nase und diese Zartbitter-Augen, vielleicht ihren fein geschwungenen Mund, ein zartes Mädchen mit ihrer beider Seelen im kleinen Gesicht.</p>
<p>An ihrem 30. Geburtstag führt er sie in sein Atelier, sie mag den Geruch dort und die Atmosphäre, die zärtlichwarme Kälte, den Boden aus Beton. Doch in der Mitte des Raumes ist wieder sie selbst in Grün, zwei mal zwei Meter, ihr Gesicht, ihre Brüste, ihre Hände, ihr Haar, Grün in Grün, als wäre sie eine Zimmerpflanze, lebendig, aber stumm. &#8220;Das bin ich nicht&#8221;, sagt sie leise, der Satz fühlt sich leer an in ihrem Mund, doch zum ersten Mal antwortet er anders als sonst, antwortet: &#8220;Ich weiß&#8221;, und zieht sie an sich. &#8220;Wir übermalen es.&#8221;<br />
&#8220;Wir?&#8221;, fragt sie, da drückt er schon eine rote Farbtube über der Leinwand aus, kleckst damit ein Herz auf das Bild, sie muss lachen, &#8220;du bist albern&#8221;, aber dann wischt sie mit der Hand durch das Herz, über ihre grünen Brüste, die trockene Farbe darunter kratzt, sie greift zu Gelb und Orange und Blau, malt mit den Händen, er sieht ihr zu, setzt hier und da eine Linie, die ihr farbiges Chaos im Zaum hält, ist das noch ein Mensch, den sie da malen? Ja, denkt sie, ein Mensch von innen. Oder zwei. Sie küsst ihn auf den Mund und lacht, singt &#8220;Will you love me tomorrow?&#8221;, ihr Lied.</p>
<p>Sie hat es gesungen, damals in der verrauchten Kneipe, die es nicht mehr gibt und in der sie als Studentin einge Mal aufgetreten ist. Sie mochte es, wie er sie ansah dabei, ja, morgen werde ich dich lieben, aber vielleicht schon heute Nacht. So kam es. Am nächsten Morgen betrachtete sie die feinen Fältchen um seine Augen die kleine Narbe am Kinn, das erste Grau in seinem Haar, alles an ihm rührte sie, wenn er schlief, und alles an ihm erregte sie, wenn er erwacht war. Sie kam jede Nacht, in der ersten Woche, er kam jede Nacht, sechs Jahre ist das her, irgendwann zog sie bei ihm ein, sie singt nur noch manchmal und nur noch für ihn. &#8220;Du bist ihm verfallen&#8221;, sagte eine Freundin, die es als Warnung meinte, doch ihr gefiel der Satz. Und die Vorstellung.</p>
<p>&#8220;Tomorrow and forever&#8221;, sagt er mit seinem Londoner Akzent, den sie liebt, und lächelt. Es ist das erste Mal, dass sie ihm glaubt. Ihre verschlungenen Hände auf der Leinwand, die schmatzende Farbe auf ihrer Haut, das ist das Glück, denkt sie, das Glück, das Glück, die Sonne und ja, auch das Meer, ein Kuss voller Farben, Sekunden voll Licht, das Leben, halt mich, doch diesmal fällt er, fällt, oder sie beide, wer weiß das schon, sie rollen über den Boden, ein Eimer voll schmutzigem Wasser kippt um, sie lachen und weinen und halten sich. Ihr weißes Kleid ist fleckig, sie guckt es an und lacht. &#8220;Ich bin ein fleischgewordenes Klischee!&#8221;<br />
&#8220;Wir beide&#8221;, sagt er und schiebt seine Hände unter den groben Stoff, seine farbigen Hände voller Farbe, erneut muss sie lachen deshalb und er mit ihr, sie küsst seinen dunklen Mund, die großen, weichen Lippen, sein unrasiertes, raues Kinn, küsst und küsst, jetzt ist sie über ihm, er lässt seine Hände von ihr, legt sie hinter den Kopf auf den Boden, sieht zu, wie sie das Kleid auszieht, darunter trägt sie nichts, wozu, sie sind zu Hause, zu Hause, so fühlt es sich an.<br />
Sie öffnet seine Jeans, sein Hemd, zieht ihn aus, spürt ihn in sich, es dauert nicht lange, und die Farben verschwimmen vor ihren halb geöffneten Augen, der Raum dreht sich im Kreis, Zittern, Rausch, Liebe und alles, dann zuckende Stille, leise Tränen und Licht in den Pfützen um sie herum.<br />
Die Augen hatte sie ausgespart auf dem Bild, sie blitzen immer noch grün, wie zwei junge Buchenblätter, es stört sie nicht mehr, sie kugeln über den Boden, &#8220;bleib in mir&#8221;, bittet sie, doch natürlich gelingt das nicht, sein Körper wärmt sie dennoch, sie küsst ihm einen Tropfen von der Schulter und ist ihm nah wie noch nie.<br />
Das war im Frühling.</p>
<p>Im Winter verlässt sie ihn mit der neugeborenen Tochter für einen jungen, schwedischen Dichter mit sanften Händen, Flausen im Kopf und einem Hausboot in Amsterdam. Ein Irrtum, den der Vater geduldig hinnimmt und der vielleicht auch keiner ist. Der Dichter singt dem Baby alte Liebeslieder vor, bei denen es nur selten einschläft, es schläft überhaupt weniger als gedacht. Dafür schläft der Dichter mit der Mutter, Nacht für Nacht, und jede Nacht ein bisschen zu lange. Bald wird er müde. Es ist eine ansteckende Müdigkeit, die sich paart mit plötzlicher Sehnsucht, und so kommt es, dass die Suche dann doch zu Ende ist. Noch bevor die Kleine das erste Mal zahnt, kehrt die Mutter mit ihr nach Hause zurück.</p>
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		<title>Call Wolfgang &#8211; terrorist generated content</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Dec 2008 15:37:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Installation / Netzaktion von Johannes Kreidler &#8220;Zwei Computer telefonieren via VoIP miteinander und generieren automatisch Terrorabsprachen zur Herausforderung des BKA.&#8221; via twitter.com/sixtus]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Installation / Netzaktion von <a href="http://www.kreidler-net.de/call.html">Johannes Kreidler</a></p>
<blockquote><p>&#8220;Zwei Computer telefonieren via VoIP miteinander und generieren automatisch Terrorabsprachen zur Herausforderung des BKA.&#8221;</p></blockquote>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/do6ISwfV65E&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=en&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/do6ISwfV65E&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=en&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>via <a href="http://twitter.com/sixtus/status/1043484668">twitter.com/sixtus</a></p>
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		<title>This interview is over</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 16:33:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gefunden via www.uiuiuiuiuiuiui.de]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/6ihUOxkdNPc&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/6ihUOxkdNPc&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Gefunden via <a href="http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/?p=2048">www.uiuiuiuiuiuiui.de</a></p>
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		<title>Fucking proud to have the Oktoberfest</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Oct 2008 19:16:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Hatten wir früher nicht mal so etwas wie Herbst? Und heute: Vom Sommer direkt in den Winter, der Übergang scheint nahtlos. Bäume schütteln ihr gelbgestreiftes Laub ab. Und das in einem atemberaubenden Tempo, wie neuerdings sonst nur bayerische Ministerpräsidenten von &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/10/05/fucking-proud-to-have-the-oktoberfest/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hatten wir früher nicht mal so etwas wie Herbst? Und heute: Vom Sommer direkt in den Winter, der Übergang scheint nahtlos. Bäume schütteln ihr gelbgestreiftes Laub ab. Und das in einem atemberaubenden Tempo, wie neuerdings sonst nur bayerische Ministerpräsidenten von ihren Stühlen geschüttelt werden. Wobei Erwin Huber dann noch einen Tick schneller war als Mutter Natur. Sein Parteivorsitz ist schon passé, noch bevor das sommermüde Blattwerk den Boden überhaupt erst berührt.<br />
Ja, der Herbststurm ist ein gerechter, kalter Geselle: Mahnt er nicht nur vor dem kommenden Winter und treibt nicht nur manch welkes Eichen- und Erlenblatt vor sich her; er fegt auch die CSU-Obrigkeit aus ihren Ämtern.<br />
So legt die Spätherbstsonne blasse &#8220;50% + x&#8221;-Erinnerungen über Wiesen und Wege. Während draussen vor der Parteizentrale die Nacht ihren Mantel ausbreitet und die Medienmischpoke sich die Nasen an den Fensterscheiben platt drückt, um bei den bevorstehenden Diadochenkämpfe möglichst mittendrin, statt nur dabei zu sein, macht man es sich drinnen in der warmen Stube schon mal gemütlich, rückt Stühle zusammen (oder auseinander) und reibt sich gespannt die Hände am Kaminfeuer.</p>
<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/10/stfranzls_kaffee_kompanie.jpg" rel="lightbox[773]"><img class="alignleft size-medium wp-image-822" title="St. Franzls Kaffee Kompanie" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/10/stfranzls_kaffee_kompanie-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Also wird&#8217;s Winter. Ganz langsam. Gedanklich noch im Sommer verhaftet, steckt mein Körper nun in den dicksten Klamotten, die der Schrank hergibt. Kommen jetzt schon Glühweinstimmung und Jahresrückblickshowgefühle auf, greife ich damit aber sicher zu weit vor. Nur geht es mir dieses Jahr irgendwie zu schnell. Mit dem Verschwinden der heissen Tage noch nicht abgefunden und mit dem Heraufziehen der Kalten noch nicht angefreundet. Da empfiehlt sich ein Spaziergang über das Oktoberfest. Liegt ja quasi gleich hinterm Haus. Der vorletzte Wiesntag bringt herrlichen Sonnenschein &#8211; und gefühlte zwei Millionen Besucher aus aller Welt. Gab es jemals ein Babel: Es war in seiner Urform der Münchner Wiesn sicher nicht unähnlich. Französisch, Spanisch, Kroatisch, Griechisch, Chinesisch und andere Sprachen, die ich noch nie in meinem Leben zuvor gehört habe werden wild durcheinander gebrabbelt. Einmal im Jahr bricht hier der totale Wahnsinn aus. &#8220;Ozapft is!&#8221;, brüllt der Oberbürgermeister und alle kommen sie. Aus der ganzen Welt. Von der Preisgestaltung und dem ganzen Hype kann man halten, was man will. Einzigartig ist hier jedoch die Völkerverständigung, die &#8211; je nach Alkoholisierungsgrad &#8211; mal gut, mal schlecht verläuft. Irgendwie kommt man jedoch immer zusammen. Es gibt keinen anderen Ort auf dem Planeten, an dem das Prinzip &#8220;Biergarten&#8221; so funktioniert, wie hier. Der Wirt lässt &#8220;Ein Prosit!&#8221; spielen (das macht er möglichst oft, denn pro &#8220;Prosit!&#8221; fließt eine ziemlich exakt kalkulierbare Menge Bier in die Kehlen und damit Geld in seine Taschen). Das ist der Moment, in dem man von aussen aufgefordert wird mit den anderen Menschen am Tisch in Kontakt zu treten. Mal bleibt es dabei lediglich beim Zuprosten, oft kommt jedoch auch schnell ein Gespräch zustande. Das Bier senkt dazu die Hemmschwelle und man stellt nach ein paar Minuten überrascht fest, wie man sich mit Händen und Füßen gestikulierend mit diesen Fremden verständigt, mit denen man sonst niemals ins Gespräch gekommen wäre.<br />
Die soziale Komponente des Phänomens Wiesn kann gewaltig sein. Das scheint auch ein junger Amerikaner neben mir verstanden zu haben, der sich mit einem bierseeligen Lächeln irgendwann zu mir dreht und mir ins Ohr brüllt: &#8220;Man! You can be so fucking proud to have the Oktoberfest!&#8221;</p>
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		<title>Über Vernunft</title>
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		<pubDate>Wed, 28 May 2008 14:25:21 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Kurzgesagt]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Chuck Norris ist auch nicht vernünftig.&#8221; &#8220;Naja, aber der ist ja auch beyond.&#8221; ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Chuck Norris ist auch nicht vernünftig.&#8221;<br />
&#8220;Naja, aber der ist ja auch beyond.&#8221; </p>
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		<title>Chatterbotgeplauder</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/02/29/chatterbotgeplauder/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Feb 2008 07:59:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eliza: &#8220;Was zählen Schafe, wenn sie nicht einschlafen können?&#8221; bas: &#8220;Menschen.&#8221; Eliza: &#8220;Aha, DNA-Stränge!&#8221; bas: &#8220;So ungefähr.&#8221; Eliza auf denkwerkzeuge.ch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eliza: &#8220;Was zählen Schafe, wenn sie nicht einschlafen können?&#8221;<br />
bas: &#8220;Menschen.&#8221;<br />
Eliza: &#8220;Aha, DNA-Stränge!&#8221;<br />
bas: &#8220;So ungefähr.&#8221;</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ELIZA" title="Eliza auf wikipedia.de">Eliza</a> auf <a href="http://demo.vhost.pandorabots.com/pandora/talk?botid=e4fc10b06e3632ef">denkwerkzeuge.ch</a></p>
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