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	<title>Himmelende &#187; leben</title>
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	<description>Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.</description>
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		<title>La candeur infernale de la jeunesse</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 18:56:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Amphetamin-Annie war sich nicht zu schade ihren Badeanzug abzustreifen und mit ihren Brüsten vor den Gesichtern der Männer am Tresen zu wackeln. Die Stimmung in der Bar war fickrig und aufgeheizt, nur das Dröhnen aus den Boxen übertöhnte noch das &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/11/22/la-candeur-infernale-de-la-jeunesse/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Amphetamin-Annie war sich nicht zu schade ihren Badeanzug abzustreifen und mit ihren Brüsten vor den Gesichtern der Männer am Tresen zu wackeln. Die Stimmung in der Bar war fickrig und aufgeheizt, nur das Dröhnen aus den Boxen übertöhnte noch das Johlen. Es roch nach Alkohol und schwitzenden Männern. Hätte man ihr früher davon erzählt, dass sie eines Tages mit ihren großen, weichen, wohlgeformten Brüsten ein Menge Kohle scheffeln würde: Sie hätte sich wohl umgedreht und wäre lachend davongelaufen. Und würde man Amphetamin-Annie jetzt sagen, dass sie nicht viel später ungleich mehr Geld mit ganz anderen Sachen verdienen würde: Ihre Reaktion fiele heute sicher nicht anders aus.<br />
Früher, das war ein bestimmter Ort, eine Zeit und ein Junge, der mehr als alle anderen in sie verliebt war. Damals saßen sie beide in der letzten Klasse des städtischen Elisabeth-Gymnasiums und versuchten sich auf die Reaktionsgleichungen der Photosynthese zu konzentrieren, so gut sich Jungverliebte auf Reaktionsgleichungen in der Schule eben konzentrieren können. Der Junge fiel damals durch die Abiturprüfung, Annie schaffte den Abschluss, mit einem ziemlich guten Durchschnitt sogar. Ein paar Wochen später war ihre Beziehung zu Ende und er würde sie die nächsten dreieinhalb Jahre nicht wiedersehen. In dieser letzten Abschlussklasse hätte es viele Mädchen gegeben, die ihm gefielen aber Annie hatte etwas besonderes: die Röte in ihrem Gesicht, wenn sie ein Referat halten musste. Andere Mädchen pressten ihre Lippen so fest zusammen, dass sie sich blutleerweiß verfärbten; wieder andere wurden vor Aufregung nur am Hals rot oder auf der Stirn. Einmal musste ein Mädchen über die Bedeutung der Frauenrolle in Fontanes &#8220;Effie Briest&#8221; referieren, bei der lediglich die innere Ohrmuschel rot wurde. Aber Amphetamin-Annie war tatsächlich das einzige Mädchen auf dieser Welt, das, wenn es nervös wurde oder sich schämte, rote Flecken in der Form von Norwegen auf beiden Wangen bekam und deren Symmetrie von erstaunlicher Gleichförmigkeit war, fast wie bei einem Rohrschach-Test.<br />
Die raue Hand eines Bauarbeiters schnellte hervor und quetschte ihren linken Busen fest zusammen; Annie sagte nichts, sie schlug die Hand des Mannes weg, ging einen Schritt zurück und tanzte weiter. Und man sah Norwegen leuchten, rot und symmetrisch auf beiden ihrer blassen Wangen, während ein junger Mann mit Anzug und Krawatte, der lange in der Türe stand sich umdrehte und davonging.</p>
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		<title>Fragen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 21:02:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
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		<category><![CDATA[Neugierde]]></category>

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		<description><![CDATA[Du kannst so vieles erst verstehen Wenn du dir selbst die Neugier lässt. Wer Augen schließt um Schönes nur zu sehen, der wird dem Blinden gleich und vieles ihm entgehen Von all dem Welt gewordenen Rest. Gestatte dir, dich hin &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/11/21/fragen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Du kannst so vieles erst verstehen<br />
Wenn du dir selbst die Neugier lässt.<br />
Wer Augen schließt um Schönes nur zu sehen,<br />
der wird dem Blinden gleich und vieles ihm entgehen<br />
Von all dem Welt gewordenen Rest.</p>
<p>Gestatte dir, dich hin zu neigen<br />
zu dem, was dich zur Frage drängt.<br />
Das ist uns Menschen seltsam eigen<br />
Drum möge man uns bitte zeigen<br />
Wie alles stets zusammenhängt.</p>
<p>- Martin Kießling</p>
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		<title>Infrastruktur des Sterbens</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 09:43:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
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		<category><![CDATA[Tip]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Arzt hat die Wahrheit gesagt. Die Zeit ist bemessen. Warum ich und warum jetzt? Ein Mann lässt Frau und Kinder zurück, Eltern, Freunde, Nachbarn und die Geliebte von Gestern, die Personen in seinem Leben. Tag um Tag ein Stück &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/11/17/infrastruktur-des-sterbens/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Arzt hat die Wahrheit gesagt.<br />
Die Zeit ist bemessen.<br />
Warum ich und warum jetzt?<br />
Ein Mann lässt Frau und Kinder zurück, Eltern, Freunde,<br />
Nachbarn und die Geliebte von Gestern,<br />
die Personen in seinem Leben.<br />
Tag um Tag ein Stück Abschied.<br />
Die Worte werden weniger, länger dauert das Schweigen.<br />
Vor dem Fenster wechselt das Jahr die Farben.<br />
Sterben ist eine letzte Arbeit.<br />
Nicht allein sein, während man allein bleibt,<br />
das ist vielleicht gut.<br />
- Wolfgang Kohlhaase</p>
<p><a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/7242.html">Wie sieht Sterben aus?</a><br />
Jenseits aller Metaphysik untersucht Andreas Dresen in seinem Film &#8220;Halt auf freier Strecke&#8221; die Verbindung von Kino und Tod.</p>
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		<title>Man ist niemand</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 13:01:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[zitat]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt einen Trick, um weder Spacko noch Sportskanone zu sein: Man ist niemand. Das ist leichter, als man glaubt. Ja, man muss nur Praktikant oder Hospitant oder dergleichen sein. Dann ist man zumindest immerhin irgendwas, aber auch nur unwesentlich &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/11/16/man-ist-niemand/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt einen Trick, um weder Spacko noch Sportskanone zu sein: Man ist niemand. Das ist leichter, als man glaubt. Ja, man muss nur Praktikant oder Hospitant oder dergleichen sein. Dann ist man zumindest immerhin irgendwas, aber auch nur unwesentlich mehr als niemand.</p>
<p><a href="http://himmelende.de/2010/10/31/ton-jeu-est-fini-2/">Ton jeu est fini | Himmelende</a></p>
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		<title>Gewohnheit</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jul 2011 11:25:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[alltag]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Durch die Straßen fahrender Blutspendeaufruf, ein blechernes Megaphon, das die Stimme des Sprechers in den höheren Vokalen abbrechen lässt. Lockmittel aus den Betonhäusern. Große Kaffeehausketten, auf Kunstledersesseln gestrandete Fashionistas, blähend wie Wale in der Sonne, schlürfen maximalgelangweilt ihre Latte Macchiatos. &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/07/29/gewohnheit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durch die Straßen fahrender Blutspendeaufruf, ein blechernes Megaphon, das die Stimme des Sprechers in den höheren Vokalen abbrechen lässt. Lockmittel aus den Betonhäusern.<br />
Große Kaffeehausketten, auf Kunstledersesseln gestrandete <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=fashionistas">Fashionistas</a>, blähend wie Wale in der Sonne, schlürfen maximalgelangweilt ihre Latte Macchiatos.<br />
Der Kunde an der Kasse von Aldi regt sich über die Kassiererin an der Kasse von Aldi auf, während sich die Kassiererin an der Kasse von Aldi über den Kunden an der Kasse von Aldi aufregt, während sich all die anderen wartenden Kunden an der Kasse von Aldi über den sich aufregenden Kunden und die sich aufregende Kassiererin an der Kasse von Aldi aufregen.<br />
Und alle versuchen dabei so unaufgeregt wie möglich zu erscheinen.</p>
<p>Draussen scheißt ein Hund.</p>
<p>Autobahnraststättentests in der Zeitung und im Fernsehen und im Radio; in der U-Bahn oder Straßenbahn, jeder wird jetzt ein kleinwenig rummeinen. (Das darf man ja wohl noch! Das darf doch wohl nicht wahr sein?)<br />
Und der Peter wird vom Papa im Kinderzimmer geprügelt und später dann schwer misshandelt, weil er die Erwartungen der Großenwelt nicht erfüllt, einerseits; und weil dem Papa andererseits schon immer stark das Blut in der Hose pochte, wenn er den Kleinen am Kinderspielplatz zusah.</p>
<p>Und irgendwo anders nimmt sich jemand das Leben.<br />
Und die Blumenverkäuferin verkauft einen Nelkenstrauß.</p>
<p>Und Peter wird sich in fünf Jahren das Leben nehmen.<br />
Von heute an, fünf Jahre rückwärts, verstehen Sie das?<br />
Und noch ein Jahr<br />
und noch ein Jahr<br />
und noch ein Jahr<br />
und noch ein Jahr und noch ein Jahr.</p>
<p>Es ist Zahltag, jeder darf heute ein wenig beitragen zum allgemeinen Unmut in unserer Hochkultur (sog.); hier unser Beitrag, unsere kleine kakophonische Intonation maximaler Langeweile.<br />
Wir sind draussen.<br />
Und Deutschland funktioniert.</p>
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		<title>Märchensplitter</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jun 2011 14:04:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Das war keine Zeit, als wir uns fanden und wieder verloren, keine Zeit, kein Raum, keine Wirklichkeit. Etwas stand still, da waren nur noch wir, gefangen in einem Märchen, und alles, was glänzte, war Gold. Es war einmal ein Mädchen &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/06/18/marchensplitter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war keine Zeit, als wir uns fanden und wieder verloren, keine Zeit,  kein Raum, keine Wirklichkeit. Etwas stand still, da waren nur noch wir,  gefangen in einem Märchen, und alles, was glänzte, war Gold.</p>
<p>Es  war einmal ein Mädchen mit bernsteinfarbenem Haar und Lippen weich wie  Rosenblättern, mit Augen, grün wie das Meer und Händen, gemacht, um  Klavier zu spielen, um Katzenkinder zu streicheln und irgendwann einen  Prinzen aus einer anderen Welt.<br />
Das war ich in meinen Gedanken.<br />
Die  Wahrheit, wenn man sie so nennen will, lag knapp daneben. Mein Haar  glänzte matt in rötlichem Blond und in das Grün meiner Augen mischten  sich all die Farben, die keine Namen hatten oder nur erfundene, die  niemand kennt. Ich besaß ein Keyboard, das ich selten hervorzog, und  meine Katze Scharsad war schon 13, wenn auch verschmust wie ein Baby.</p>
<p>An  meinem 20. Geburtstag fühlte ich mich so alt, dass ich mir überlegte zu  sterben, aber dazu war ich nicht unglücklich genug. Außerdem kamst  plötzlich du. Nichts an dir war wirklich schön, aber du konntest einem  in die Augen sehen wie kaum ein Junge in deinem Alter. Manche lernen das  nie und wer es lernt, dem sieht man die Anstrengung oft an, mit der er  sein Können erarbeitet hat. Du dagegen musstest über deinen Blick nicht  nachdenken, weil er zu dir gehörte wie dein Lächeln, deine Beine, dein  Haar, du sahst mich an, so warm und offen und auf irritierend  sympathische Art überlegen. Spöttisch gar, als wüsstest du um meine  zittrigen Knie.</p>
<p>&#8220;Herzlichen Glückwunsch.&#8221; Dein Atem roch nach Rauch.  Wir kannten uns nicht, aber jemand hatte dir gesagt, wer ich bin.  Geburtstagskind. Ich glaube, du hast mich sogar umarmt, zumindest ein  bisschen.<br />
Du trugst eine schwere, schwarze Kunstlederjacke  wie beinahe alle Jungs in dieser Zeit und kamst mit einem Freund in die  Kneipe, in der ich mich feiern ließ. Mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit gehörtet ihr für den Rest des Abends zu uns.<br />
Ich trank aus deinem Glas, und die anderen grinsten. Nur Steve nicht, der in mich verliebt war, wie er mir später einmal gestand. Als die Kneipe schloss, zogen alle weiter und ließen dich und mich allein.</p>
<p>Der Mond stand tief in jener Nacht und leuchtete gelborange. Du erzähltest mir etwas von Lichtbrechung und Staubpartikeln in der Atmosphäre, bis du merktest, dass ich keine Erklärungen wollte, nur diese riesige Münze am Himmel und dich. Da nahmst du meine Hand, und alles war, wie es sollte.<br />
Wir kauften eine Flasche Sekt an der Tankstelle und legten uns damit in den Park. Zählten die Sterne und küssten uns Bilder ins Gesicht, was kitzelte und uns kichern ließ. Dann lagen wir, bis ich beinahe einschlief in deinem Arm.<br />
Ich träumte von  Tausendundeiner Nacht, was immerhin fast drei Jahre gewesen wären, aber unsere Stunden wiederholten sich nicht. Sie wurden, was sie bis heute sind, Juwelensplitter in meiner Erinnerung. Sommernachtslachen. Morgentau. Vergissmeinnicht.<br />
Schnell verloren wir uns aus den Augen.</p>
<p>Ich  wollte glauben, dass du gestorben bist, bei einem Motorradunfall, dass  dein letzter Gedanke mir galt und dem Mond, der wie eine Sonne war. In  Wahrheit hast du schon früh ein Haus gebaut im ödesten Vorort der Welt, du hast  Kinder bekommen mit einer Frau namens Nadine, man erzählte, ihr hättet euch gesucht und gefunden. So war es wohl auch. Die Jahre gingen ins Land, irgendwann folgten Sommernächte ohne dich und ohne dass du fehltest. Alles fügte sich.</p>
<p>Es war einmal eine Prinzessin mit bernsteinfarbenem Haar, die hatte in ihrem Schloss eine Geheimkammer entdeckt und darin glitzernde Schätze versteckt. Große, glänzende Steine aus Glas, auch hier und da einen echten Rubin oder Saphir, Diamanten und Splitter davon, einige schimmernde Perlen und Münzen aus Gold oder Silber, manche aus Blech. Es machte nicht immer einen Unterschied, wenn sie mit den Händen durch ihre Sammlung aus Kostbarkeiten strich, denn lächeln und weinen musste sie so oder so.</p>
<p>Wirklichkeit ist nur das, auf was wir uns alle einigen können. Nicht immer trifft sie den Kern der Dinge, und so wird Unsagbares in der Erzählung gern zum Traum. Wegen der Freiheit und all der Bilder.<br />
Da ich nicht gestorben bin, besitze ich den Schlüssel zur Kammer noch heute. Und das ist wohl so etwas wie ein Happy End.</p>
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		<title>Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben</title>
		<link>http://himmelende.de/2011/05/07/und-dem-tod-soll-kein-reich-mehr-bleiben/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 11:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[Dylan Thomas]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>

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		<description><![CDATA[And death shall have no dominion. Dead mean naked they shall be one With the man in the wind and the west moon; When their bones are picked clean and the clean bones gone, They shall have stars at elbow &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/05/07/und-dem-tod-soll-kein-reich-mehr-bleiben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>And death shall have no dominion.<br />
Dead mean naked they shall be one<br />
With the man in the wind and the west moon;<br />
When their bones are picked clean and the clean bones gone,<br />
They shall have stars at elbow and foot;<br />
Though they go mad they shall be sane,<br />
Though they sink through the sea they shall rise again;<br />
Though lovers be lost love shall not;<br />
And death shall have no dominion.</p>
<p>And death shall have no dominion.<br />
Under the windings of the sea<br />
They lying long shall not die windily;<br />
Twisting on racks when sinews give way,<br />
Strapped to a wheel, yet they shall not break;<br />
Faith in their hands shall snap in two,<br />
And the unicorn evils run them through;<br />
Split all ends up they shan&#8217;t crack;<br />
And death shall have no dominion.</p>
<p>And death shall have no dominion.<br />
No more may gulls cry at their ears<br />
Or waves break loud on the seashores;<br />
Where blew a flower may a flower no more<br />
Lift its head to the blows of the rain;<br />
Though they be mad and dead as nails,<br />
Heads of the characters hammer through daisies;<br />
Break in the sun till the sun breaks down,<br />
And death shall have no dominion.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dylan_Thomas">Dylan Thomas</a></p>
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		<item>
		<title>Steht ja doch nichts für die Ewigkeit geschrieben</title>
		<link>http://himmelende.de/2011/05/06/steht-ja-doch-nichts-fur-die-ewigkeit-geschrieben/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2011 21:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[irgendwo dazwischen]]></category>
		<category><![CDATA[kapitulation]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[neustart]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>

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		<description><![CDATA[Lang anhaltender Beifall; Getöse, von allen Seiten etwas: Zurufe, Buhrufe, Glückwünsche (Segenswünsche), Hassvorschläge. Sie wollen dich; sie wollen dich zerfetzen und aufessen, darin sind sie gut. Sie wollen deinen Endspurt sehen (und lecken sich die Finger blutig) und dann dein &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/05/06/steht-ja-doch-nichts-fur-die-ewigkeit-geschrieben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lang anhaltender Beifall; Getöse, von allen Seiten etwas: Zurufe, Buhrufe, Glückwünsche (Segenswünsche), Hassvorschläge. Sie wollen dich; sie wollen dich zerfetzen und aufessen, darin sind sie gut. Sie wollen deinen Endspurt sehen (und lecken sich die Finger blutig) und dann dein Grab, ein Gütesiegel. Damit sie applaudieren können und hoffen.<br />
Bis der Nächste in den Ring steigt<br />
und lang anhaltender Beifall; Getöse, von allen Seiten etwas.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Im Mandarinenwald</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 18:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[seele]]></category>
		<category><![CDATA[sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[„Orange ist die untraurigste Farbe der Welt!“, findet Leon und malt zwei dicke, apfelsinenfarbene Würmer mit lachenden Mündern, kugeligen Augen und blauen Haaren. Dann kritzelt er ihnen klumpige Füße und so etwas wie Hände, an denen sie einander halten. „Verliebte!“, &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/02/27/im-mandarinenwald/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Orange ist die untraurigste Farbe der Welt!“, findet Leon und malt zwei dicke, apfelsinenfarbene Würmer mit lachenden Mündern, kugeligen Augen und blauen Haaren. Dann kritzelt er ihnen klumpige Füße und so etwas wie Hände, an denen sie einander halten. „Verliebte!“, erklärt er und schämt sich ein bisschen dafür.  Legt den Kopf schief und patscht sich das Händchen auf Wange und Auge.<br />
„Verliebte küssen sich aber“, behauptet seine ältere Schwester Mia voll heiligen Ernstes.<br />
„Küssen ist traurig“, flüstert Leon, dabei ist er erst vier. Er weiß noch nichts von Sehnsucht, geschlossenen Augen und <em>„… mach mir ruhig etwas vor“</em>.</p>
<p>Meral  erschrickt. Hoffentlich! „Warst du schon mal verliebt, Leon?“<br />
„Neeeeeiiiiiin!“ Entrüstet. „Ich bin doch noch ein Kind!“<br />
„Klar, du hast recht. Dumm von mir.“ Erleichtert.<br />
Die Kinder lachen. „Dumm wie ein Flummi, dumm, dumm, dumm!“<br />
<em>Federleicht, unsichtbar tanzen dicke Apfelsinenwürmer durchs Zimmer. Ein heißer Sommertag. Es könnten meine sein</em>, denkt Meral. <em>Meine Kinder.</em></p>
<p>Sind es aber nicht. Mathis hat sie mit Anne bekommen. Mia wurde kaum ein Jahr nach seiner Trennung von Meral geboren, Leon zwei Jahre später. Der Schmerz vergeht nicht. Wahrscheinlich nie. Jeder schleppt ein paar ungelebte Leben mit sich herum, die einen mehr, die anderen weniger, die einen bringt es zum Weinen und Zweifeln, die anderen akzeptieren Träume als Teil ihrer Wirklichkeit.</p>
<p><em>Ungeschriebene Briefe, ungeküsste Küsse, nicht verwirklichte Pläne und verlorener Mut, all das. Was wohl zusammenkäme, könnten und würden wir jedem Impuls folgen, in einer Parallelwelt, mehreren Welten, jedem Impuls, jeder verrückten Idee, jeder Sehnsucht? Wieviele Verbrecher wären unter uns, wie viele Weltenbummler, wie viele Eltern, Millionäre, Huren? Welche Konsequenzen müssten wir tragen, wie viele gleichzeitig ablaufende Leben bräuchte jeder, wie viele Jahre kämen zusammen im Laufe eines Menschseins, 500, 1000, gar mehr?</em></p>
<p>Gedankenspiele. Zeitvertreib. Außerhalb ihrer Fantasie hat Meral keine Kinder von Mathis bekommen, Punkt. Nicht von Mathis und auch sonst von niemandem. Mia und Leon verkörpern eine Liebe, die hätte sein können. Und doch sind die beiden Kleinen ihr Glück.</p>
<p>Vor zwei Tagen ist Anne verschwunden. Musste mal raus, hatte sie Mathis in einem Brief geschrieben. Könne nicht mehr, sei ganz leer, verwirrt, brauche Abstand und Ruhe. Mathis hat Meral gebeten zu kommen und ihr den Brief gezeigt. Daraufhin fühlte sie alles und nichts. Küsste ihn schnell auf den Mund, und er küsste vor Schreck ein bisschen zurück. Sie taten sofort, als sei es nicht passiert, was machte es auch für einen Unterschied. Es war kein Kuss, der eine Antwort bedeutet oder eine Frage. Nur Leere und Traum. Dann kamen die Kinder ins Zimmer und zerbrachen versehentlich die Vase mit den halb verwelkten, flammenfarbenen Gerbera. Große Scherben. Niemand weinte.</p>
<p>„Sie kennen und mögen dich“, sagte Mathis später leise. „Kannst du&#8230;?“<br />
Meral nickte. „Wann brauchst du mich?“<br />
Jetzt ist sie hier, ohne ihn.<br />
„Bleibst du für immer?“, fragt Mia.<br />
Meral schüttelt den Kopf.<br />
Dann kommt, was kommen musste. Leon: „Wo ist Mama?“<br />
„Sie ist&#8230; muss nur&#8230; Ich&#8230; Ich weiß es nicht, Schatz.“<br />
„Sie braucht Urlaub von uns“, erklärt Mia und blickt auf den Boden.<br />
Meral nimmt sie in den Arm. „Hat sie das gesagt?“<br />
Mia schüttelt den Kopf, dann nickt sie. „Ich glaube.“ Ein paar Tränen kullern still über ihre Wangen.<br />
„Bestimmt kommt sie bald wieder&#8230;“ Meral drückt beide Kinder an sich. Ihre Haare duften nach Pfirsisch-Shampoo. „Lass uns ein bisschen rausgehen und spielen, ja?&#8221;<br />
Die Sonne brennt. Sie spielen Restaurant, backen Steinepizza, kochen Grasnudeln mit Hagebuttensoße und tanzen danach in der Sandkasten-Disko, bis alle wieder fröhlich sind und verschwitzt und erschöpft.</p>
<p><em>Ich verliere mich in einem fremden Leben,</em> <em>ich darf das nicht spüren, dieses Glück. Irgendwann in den letzten Jahren bin ich vom Weg abgekommen, aber im Grunde tut das nichts zur Sache, denn letztlich ist ja alles Weg, machen wir uns nichts vor. Willst du mit Anne tauschen? Willst du? Komm zu dir.</em></p>
<p>Die Kinder schlafen schon, als Mathis nach Hause kommt. Meral sitzt auf der Terrasse.<br />
Er öffnet eine Flasche Sekt.<br />
„Aperol, Eis?“<br />
„Gern.“ Sie trinken.<br />
„Danke, dass du da warst&#8230; Bist.“<br />
„Schon okay, war ein schöner Tag.“ Sie sieht ihn schlucken. Tränen oder Sekt. „Entschuldige.&#8221;<br />
Er schüttelt den Kopf. „Ist ja nicht deine Schuld.“ Dann bricht es aus ihm heraus: „Ich wusste nicht, dass sie so unglücklich ist. Klar hat sie manchmal so Sachen gesagt, von wegen alles hinschmeißen und so, aber ehrlich, wer will das denn nicht? Zwischendurch mal ein anderes Leben, danach sehnen wir uns doch alle!“<br />
Alles leuchtet. Die Gläser in ihren Händen, die Blumen im Garten, die untergehende Sonne. <em>Ich gehöre nicht hierhin</em>, denkt sie. <em>Nicht so. </em>Vor Erleichterung muss sie beinahe weinen.<br />
Nachts kümmert sie sich um einen liegengebliebenen Auftrag, die Broschüre für ein Hotel im Grünen.<br />
So vergehen die Tage.</p>
<p>Manchmal sind die Kinder sehr still. Aber zu sagen, sie lachten gar nicht mehr, wäre gelogen. Immer noch können sie versinken im Spiel, Dinosaurier sein oder Elfen oder Clowns. In einigen Momenten vergisst auch Meral Raum und Zeit.<br />
Dann kommt Anne zurück. Verweint, aber entschlossen. „Hier ist mein Leben.&#8221;<br />
Sie wundert sich, als sie Meral sieht: „Du hier?“<br />
„Wegen der Kleinen.“<br />
„Ach so.“ Anne zögert, vielleicht hat sie Angst. „Danke.“<br />
Meral zuckt mit den Schultern. „Ich war gern hier.“<br />
Annes Blick ist prüfend, aber sanft. „Danke“, wiederholt sie.<br />
Dann geht Meral. Leon schenkt ihr zum Abschied ein Bild. „Ein Wald“, erklärt er, „mit wilden Tieren. Die tun aber nix. Und das da bist du!“</p>
<p><em>Ich klettere und klettere. Der Mandarinenbaum im Traum ist hoch wie eine alte Eiche. Mit Früchten, groß wie Honigmelonen, und Laub, so dicht, dass ich es zur Seite schieben muss, um die Sonne zu sehen. Liebe ist ein Geschenk, auch wenn sie wieder vergeht. An den Ästen schramme ich mir die Beine auf. Es tut so weh, wie es eben muss. Am Himmel leuchten bunte Wolken wie riesige Blumen. Jemand hält mich an der Hand. Ich wurde reich beschenkt. Das ist die Wahrheit.</em></p>
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		<title>13:51</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jan 2011 11:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[irgendwo dazwischen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Stand-up writing, das heißt regelmäßig leicht verwahrloste Gelegenheitsprosa raushauen; Textproduktion am Ort des Geschehens, durch die Stadt strawanzen, als ein reflektierendes Etwas, sich ablenken und zerstreuen lassen von den Eindrücken; nur mit Papier und Stift oder &#8211; oh Luxus &#8211; mit &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/01/17/1351/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stand-up writing, das heißt regelmäßig leicht verwahrloste Gelegenheitsprosa raushauen; Textproduktion am Ort des Geschehens, durch die Stadt strawanzen, als ein reflektierendes Etwas, sich ablenken und zerstreuen lassen von den Eindrücken; nur mit Papier und Stift oder &#8211; oh Luxus &#8211; mit Notebook ausstaffiert noch an Ort und Stelle sich möglichst nah ans Leben ranschreiben. <a href="http://himmelende.de/2011/01/09/notwehr/">Das Ding läuft als Experiment</a> schon ein paar Tage und es läuft gut. Eine gewisse sprachliche Kurzatmigkeit ist keine Pflicht, eher ein Symptom. Bedingung ist: Es wird geschrieben, so lange man sich in der Szene befindet, dann muss das Teil durch sein.</p>
<p>Der Marmor ist zu kalt, um länger als zehn Minuten schmerzfrei zu sitzen; die Menschen pfeifen und umarmen, küssen und bewegen sich und versuchen, nicht alles noch komplizierter zu machen, als es eh schon ist. Das alles ist sehr inspirierend und ich lasse mich davontreiben (das war der langweiligste Satz, den ich in den letzten zweieinhalb Wochen geschrieben habe).</p>
<p>Ich habe in letzter Zeit vermehrt das starke Bedürfnis, in der Öffentlichkeit meine Augen zu schließen. Manchmal träume ich davon, mit verbundenen Augen wie ein Blinder von jemandem, den ich liebe durch die Stadt geführt zu werden. Ich will ein intensives Leben und lachen, bis ich glaube zu sterben.<br />
Always remember: You have to go sideways.</p>
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		<title>Notwehr</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 16:38:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Lyrikpirat wieder unterwegs, Neuzeitnomade, Unterwegs-sein als Lebensprinzip, more goodbye&#8217;s then hello&#8217;s, das schafft Freiluftbedingungen im Oberstübchen. Gehirnfurchenlüften. Also Sachen gepackt, Kerouac eingesteckt, Rucksack geschultert, die Segel gesetzt, die Nase in den Wind gereckt und los. Momentaufnahmen eines Streifzugs durch &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/01/09/notwehr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Lyrikpirat wieder unterwegs, Neuzeitnomade, Unterwegs-sein als Lebensprinzip, more goodbye&#8217;s then hello&#8217;s, das schafft Freiluftbedingungen im Oberstübchen. Gehirnfurchenlüften.<br />
Also Sachen gepackt, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Dharma_Bums">Kerouac</a> eingesteckt, Rucksack geschultert, die Segel gesetzt, die Nase in den Wind gereckt und los. Momentaufnahmen eines Streifzugs durch die Stadt, Zwischenbericht eines Vorübergehenden. Heute ein Novum: Bloggen aus der Welt dazwischen, bloggen von der Straße, live und in Farbe, ziemlich genau <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=en&amp;q=San+Francisco+Coffee+Company+GmbH,&amp;sll=48.158643,11.584804&amp;sspn=0.009275,0.022724&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;rq=1&amp;ev=zi&amp;radius=0.63&amp;split=1&amp;hq=San+Francisco+Coffee+Company+GmbH,&amp;hnear=&amp;ll=48.158643,11.584804&amp;spn=0.009275,0.022724&amp;z=16">von hier</a>, ein Ding der Unmöglichkeit, ein Unding, Gedankenunkraut. Aufmerksamkeitsspanne plusminus ein hundertstel Augenblick, Synapsenknacken in der Höhle des Löwen, in der überfüllten Filiale eines Kaffeerösters, gleich links ab der Flaniermeile. Einzige Bedingung des Spiels: Das Teil muss online stehen, solange ich noch unterwegs bin.<br />
Draussen warme einschläfernde Luft, ein Fakefrühling, fühlt sich bloß so an als ob, es liegt in der Luft und jeder weiß, dass es noch mal knüppeldick mit der Kälte kommen wird. Der Rest eine krakeelende Lärmwelt, Ohrlosigkeit eine Grundvoraussetzung, um nicht wahnsinnig zu werden. Verloren ist, wer den Aufmerksamkeithaschern ins Netz geht. Kinder betrachten mich mit großen Augen, als sei ich eine Vogelscheuche mit einem Neonbuch auf den Schenkeln, grotesk und mit fransigen Haaren und genau deshalb so faszinierend. Irgendwie haben sie recht, wie eben nur Kinder recht haben können. Ich lache, sie lachen und laufen davon. Es dämmert und Lichter gehen an und die Hausfassaden sind Betonmonster mit tausend glühenden Augen und dennoch liegt alles friedlich. Billige Bilder, mehr bekomme ich hier nicht hin.<br />
Flucht aus der Straßenschlucht. Mein Zug geht in zehn Minuten, raus aus der Stadt, raus aufs Land, in die Abgeschiedenheit, bis dahin maximale Zerstreuung voraus. Wenn ich euch damit langweile, brecht mir in den Kommentaren die Beine.</p>
<blockquote><p>„Das glaubt man nicht, wenn man jung ist: Dass Dichtung einfach nur Notwehr sein kann. Eine Weise, sich selbst und das Leben zu überstehen.“</p></blockquote>
<p><a href="http://www.zeit.de/kultur/2011-01/eva-strittmatter-nachruf">Eva Strittmatter</a></p>
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		<title>Mensch, Hegel</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 18:01:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[mensch]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Mensch ist Nacht, dies leere Nichts. Diese Nacht erblickt man, wenn man dem Menschen ins Auge blickt &#8211; in eine Nacht hinein, die furchtbar wird. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Jenaer Systementwürfe, 1805]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der Mensch ist Nacht, dies leere Nichts. Diese Nacht erblickt man, wenn man dem Menschen ins Auge blickt &#8211; in eine Nacht hinein, die furchtbar wird.</p></blockquote>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hegel">Georg Wilhelm Friedrich Hegel</a>, Jenaer Systementwürfe, 1805</p>
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		<title>Während du, Grübler denkst und verharrst</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 11:28:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ist doch was. Das ist doch schon mal was. Das ist doch wenigstens schon mal was. Aber Zeit, Mensch, das ist doch nix! Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Grübeln, zuviel Zeit zu haben, das ist überhaupt das Schlimmste. Zeit, &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/12/06/wahrend-du-grubler-denkst-und-verharrst/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist doch was. Das ist doch schon mal was. Das ist doch wenigstens schon mal was. Aber Zeit, Mensch, das ist doch nix! Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Grübeln, zuviel Zeit zu haben, das ist überhaupt das Schlimmste. Zeit, Mensch! Hat man zu wenig davon, isses nix. Hat man zuviel davon, isses auf Dauer auch nix. Es ist alles nix. Hilft alles nix.</p>
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		<title>Die meisten Leute sind andere Leute</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Dec 2010 09:08:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Most people are other people. Their thoughts are someone else&#8217;s opinions, their lives a mimicry, their passions a quotation. Oscar Wilde, &#8220;De Profundis&#8220;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Most people are other people. Their thoughts are someone else&#8217;s opinions, their lives a mimicry, their passions a quotation.</p></blockquote>
<p>Oscar Wilde, &#8220;<a href="http://www.upword.com/wilde/de_profundis.html">De Profundis</a>&#8220;</p>
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		<title>Knapp gescheitert</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 09:45:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[“Das Erbauliche an seinem Leben ist nicht, was er erreicht hat, sondern was er versucht hat. Das Traurige an unserer Zeit ist aber nicht, was sie nicht erreicht, sondern was sie nicht versucht. Im Versuchen aber liegt der echte Idealismus.” &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/12/01/5263/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>“Das Erbauliche an seinem Leben ist nicht, was er erreicht hat, sondern was er versucht hat. Das Traurige an unserer Zeit ist aber nicht, was sie nicht erreicht, sondern was sie nicht versucht. Im Versuchen aber liegt der echte Idealismus.”</p></blockquote>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Marcuse">Ludwig Marcuse</a> über Platon in “Der Philosoph und der Diktator”</p>
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		<title>Ton jeu est fini</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 09:28:47 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[irgendwo dazwischen]]></category>
		<category><![CDATA[Land]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal kann auch das Haltbarkeitsdatum von Gefühlen ablaufen, entgegen der allgemeinen Lehrmeinung, Seelenwunden verheilen nie ganz. Das ist dann der Augenblick, an dem ich öffentlich werden kann; an dem die Gaukler hervorkriechen und mit langen bärtigen Gesichtern traurig im Kuriositätenkabinett &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/10/31/ton-jeu-est-fini-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal kann auch das Haltbarkeitsdatum von Gefühlen ablaufen, entgegen der allgemeinen Lehrmeinung, Seelenwunden verheilen nie ganz. Das ist dann der Augenblick, an dem ich öffentlich werden kann; an dem die Gaukler hervorkriechen und mit langen bärtigen Gesichtern traurig im Kuriositätenkabinett zu jonglieren beginnen.<br />
<span id="more-5203"></span></p>
<p>So wie sie werde ich wohl nicht werden, werde ich wohl niemals werden. Ich könnte sitzenbleiben in der Tram, einfach so. Mit dem kribbeligen Gefühl etwas zu tun, was ich sonst nie tue. Wie ein Junge, der über den Schulhof schleicht zu einer Uhrzeit, zu der er dort nicht sein dürfte. Ein gespannter Entdecker.<br />
Ich könnte einfach sitzenbleiben in der Trambahn und bis zur Endhaltestelle fahren, die kenne ich ja eh noch nicht, da war ich noch nicht. Vielleicht sieht es dort ja ganz anders aus?</p>
<p>&#8220;Du sollst nicht immer so Ich-bezogen schreiben, Sebastian, nicht immer so subjektivistisch. Gehe aus dir heraus, nimm deine Charaktere mit, abstrahiere, fühle ehrliche Empathie und blicke durch die Augen der Anderen&#8221;. So recht wie die Lehrerin mit ihrer Anweisung doch hatte, so wenig konnte ich ihren Ratschlägen folgen, sah ich mich doch noch immer nicht in der Lage, den Blick in fremde Gärten zu tun. Es war eine Beschränkung aus der Zeit vor dem Unfall und ich tat mich schwer, sie zu überwinden.<br />
&#8220;Nehmt Sie ernst!&#8221;, mahnte uns Frank und er hatte nicht den blassesten Schimmer davon, wie sehr ich mich anstrengen musste, ihr überhaupt zuzuhören. Von dem Moment an wusste ich, es würde nur wieder eine weitere Episode des Scheiterns aus einer schier endlos langen Serie der persönlichen Aufzeichnungen eines Gemiedenen sein. Soviel stand fest.</p>
<blockquote><p>&#8220;Es gibt einen Trick, um weder Spacko noch Sportskanone zu sein: Man ist niemand. Das ist leichter, als man glaubt. Ja, man muss nur Praktikant oder Hospitant oder dergleichen sein. Dann ist man zumindest immerhin irgendwas, aber auch nur unwesentlich mehr als niemand.&#8221;</p></blockquote>
<p>In der Stadt<br />
Die Stadt ist synthetisch. Alles an ihr wirkt ausgedacht (komponiert klänge zu harmonisch, zusammengesteckt zu technisch, aber irgendetwas dazwischen höchstwahrscheinlich). Da gibt es Tage, da funktioniert diese Illusion, da meint man, sie sei ein ganz großes räderndes Etwas. Und sie kommt mit der Nummer durch. Und dann gibt es Tage, da nehme ich ihr die Rolle nicht ab und sie zerfällt in tausendmilliarden Fragmente, die alle gegeneinander Arbeiten und für sich genommen ihr Routineprogramm abspielen. Ein kakophonischer Misthaufen. Solche Tage eben, an denen man das Klimpern und Krachen in dem Apparat hört.</p>
<p>Land, allein<br />
Zur Zeit denke ich mir alle Menschen weg. Zur Zeit &#8211; das sage ich Ihnen jetzt ganz offen und ehrlich &#8211; habe ich die Schnauze voll von allem und jedem.<br />
Ich will allein sein auf einer selbst von Gott verlassenen Welt; will weglaufen über braune Äcker und stolpern über lehmige Erdschollen; will fliegen, davonrennen, in den Wald, mit Hasen und Rehen um die Wette, die von diesem irren Nichtmenschen aus dem Unterholz aufgescheucht werden und mit großen erschrockenen Augen und tropfenden Schnauzen davonhetzen.<br />
Dann will ich nicht so sein wie jetzt, werde König eines jeden neuen Morgens sein und rufen und brüllen, werde mich in diesem Wahnsinn suhlen, mit getrocknetem Schlamm in Haar und Gesicht, weil keiner mehr zurückruft und ich dann wirklich allein bin. Im kalten Dezember Nullneun, wenn kleine Kondenswölkchen aus dem Mund steigen.</p>
<p>&#8220;Ich bin mein Himmel und meine Hölle.&#8221;<br />
- Friedrich Schiller</p>
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		<title>Bestimmung</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 08:29:06 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[friede]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[zitat]]></category>

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		<description><![CDATA[In jedem steckt ein Bild dessen, der er werden soll. Solange das nicht ist ist nicht sein Friede voll. Friedrich Rückert, dt. Dichter, 1788 &#8211; 1866]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>In jedem steckt ein Bild dessen,<br />
der er werden soll.<br />
Solange das nicht ist<br />
ist nicht sein Friede voll.</p></blockquote>
<p>Friedrich Rückert, dt. Dichter, 1788 &#8211; 1866</p>
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		<title>Am Leben</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 08:58:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[fremdsein]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie schön das Leben ist, erfährt man nur, wenn man sich nicht vor allem verschließt, was einem fremd erscheint. Hans Bemmann (1922-2003), österreichischer Schriftsteller]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wie schön das Leben ist,<br />
erfährt man nur, wenn man sich<br />
nicht vor allem verschließt,<br />
was einem fremd erscheint.</p></blockquote>
<p>Hans Bemmann (1922-2003), österreichischer Schriftsteller</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der kurze Post zum langen Abschied</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 04:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[aufbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsein]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[Neuseeland]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine tausend Meile weite Reise beginnt vor deinen Füssen. Liebe Leute, Schluss für heute. Der Rucksack ist &#8211; soweit ich das überblicken kann gepackt; das Bier ist griffbereit, die Notrutschen sind aufgeblasen, Zeit für den Abgang. Ab morgen weht ein anderer &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/09/04/der-kurze-post-zum-langen-abschied/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Eine tausend Meile weite Reise<br />
beginnt vor deinen Füssen.</p></blockquote>
<p>Liebe Leute, Schluss für heute. Der Rucksack ist &#8211; soweit ich das überblicken kann gepackt; das Bier ist griffbereit, die Notrutschen sind aufgeblasen, <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article8949659/Flugbegleiter-flippt-aus-und-wird-zum-Volksheld.html">Zeit für den Abgang</a>. Ab morgen weht ein anderer Wind: hoffentlich Rückenwind.<br />
Emirates bringt mich heute Abend um halb 11 von München zunächst nach Dubai, drei Stunden Aufenthalt, dann Melbourne, nochmal kurz tanken, Scheiben abziehen und dann der letzte Hoppser nach Auckland. Läuft alles gut, komm ich mit 28 Stunden Flugzeit durch, plusminus 18.000 Kilometer, so wie die Krähe fliegt (flöge sie denn so weit). Ich bin jedenfalls sehr gespannt und freue mich riesig über die nächsten acht Monate, die vor mir liegen.</p>
<p>Also: Wir sehen uns auf der anderen Seite. Und wenn ihr an mich denken wollt und ihr euch absolut nicht vorstellen könnt, wie und wo dieses sogenannte &#8220;Neuseeland&#8221; sein soll, dann schaut einfach auf den Boden und denkt euch circa 12750 Kilometer weiter durch die Erde. Denn ziemlich genau da werde ich dann stehen, bloß eben andersherum auf dem Kopf.</p>
<p>See you in another life, brother.</p>
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		<title>Laufen auf dem Gottesacker</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 12:42:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewegungsdrang]]></category>
		<category><![CDATA[laufen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[seele]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Spaziergeher, Besucher und Eichhörnchen des Münchner Waldfriedhofes sehen in letzter Zeit häufig einen Schatten vorbeihuschen. Lautlos, schnell: das bin bloß ich. Normalerweise laufe ich einfach aufs Geratewohl quer durch die Stadt, urbane Lebensräume inspizieren oder drehe meine Runden durch den &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/08/29/laufen-auf-dem-gottesacker/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spaziergeher, Besucher und Eichhörnchen des Münchner Waldfriedhofes sehen in letzter Zeit häufig einen Schatten vorbeihuschen. Lautlos, schnell: das bin bloß ich.<br />
<span id="more-4974"></span><br />
Normalerweise laufe ich einfach aufs Geratewohl quer durch die Stadt, urbane Lebensräume inspizieren oder drehe meine Runden durch den Westpark. Letzterer ist allerdings besonders in den Abendzeiten und frühen Morgenstunden derart überlaufen (im wahrsten Sinne des Wortes), dass es keinen Spaß mehr macht. Als ich nach einer alternativen Route suchte, entdeckte ich den <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=48.105282,+11.496119&amp;sll=48.105798,11.497321&amp;sspn=0.018656,0.045447&amp;ie=UTF8&amp;ll=48.105282,11.496119&amp;spn=0.018656,0.045447&amp;z=15">Waldfriedhof</a> für mich. Ein riesiges Areal mit verzweigten Wegen, schattenspendenden Bäumen und dem Wichtigsten: Stille. Die frühen Morgenstunden dort sind besonders. Manchmal hängt feiner Nebel zwischen den Bäumen und alles wirkt morbide. Kurz nachdem die Eingänge in den Sommermonaten geöffnet werden &#8211; das ist ab 8 Uhr &#8211; bin ich unterwegs. Von meiner Wohnung aus ist es zunächst ein Stück über die Fürstenriederstraße entlang &#8211; lärmender, hektisch-aggressiver Berufsverkehr, Gestank nach Mechanik und Motoren. Nimmt man den ersten kleinen Nordeingang, den man leicht übersieht, taucht man sofort ab in eine andere Welt. Es ist Wald, richtig Wald! Und ich liebe Wälder. Nach ein paar Metern hört man nichts mehr von der Stadt und ein erdiger und würziger Duft zieht einem sofort durch die Nase. Die Luft ist klar und kühl und nur manchmal unterbrochen von Wolken schweren Parfums älterer Damen, die dort die Gräber pflegen und in Andacht gedenken.</p>
<p>Ich bin nicht unchristlich oder pietätlos. Sehe ich Menschen oder eine Gemeinschaft an einem Grab trauern, mache ich einen Umweg, sodass ich sie nicht störe. Friedhöfe sind in meinen Augen Orte der Kontemplation, des Innehaltens und der Trauer, aber auch Orte der Lebensfreude. Wo sonst mahnen uns Symbole so eindrücklich wie hier, das Leben wertzuschätzen? Wenn uns diese unzähligen Gräber etwas sagen können, dann dies: Seid am Leben und seid euch darüber bewusst, dass es vergänglich ist. Darum grüße ich zunächst immer die Toten, wenn ich laufenden Schrittes über den Gottesacker fliege und zolle ihnen meinen Respekt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ave_Caesar,_morituri_te_salutant">Morituri te salutant</a> &#8211; die Todgeweihten grüßen euch.</p>
<p>So viele Namen, hinter denen so viele Geschichten stehen, das beeindruckt mich immer sehr. Aber noch beeindruckender sind die Bäume auf dem Friedhof. Sie wurzeln in dem Grund, in dem wir unsere Verstorbenen hineingeben und erwachsen aus den Überresten der Vergangenen. Die Dagewesenen gehen also in etwas Größerem auf, sie verwesen und werden wiederum zu Lebensmaterial, das die Bäume speist, bis hinauf in die Spitzen der Kronen, deren Umfang oben so groß und ausladend ist, wie das Wurzelwerk unten, dessen knorrige Arme sich tief durch die Gräber schlagen und Tunnel für glückliche Wühlmäuse hinterlässt. Was für ein schönes Symbol für das Entstehen von etwas Neuem aus Vergangenem, das ewige Streben nach oben zum Licht. Die Seele, die Baumwipfel.</p>
<p>Und so sieht diese Route dann zum Beispiel aus:<br />
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