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	<title>Himmelende &#187; monster</title>
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	<description>Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.</description>
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		<title>Alltag, Etwas</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 14:16:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit zwei Scheiben Brot, vier Tassen Kaffe und einer reichlich überzogen naiven Vorstellung von dem, was dieser Tag so alles bringen könnte begann Foster. Oftmals ist eine große Portion Unbedarftheit zwingend notwendig, um nicht mit einem Kniefall aus dem Bett &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/11/06/alltag-etwas/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit zwei Scheiben Brot, vier Tassen Kaffe und einer reichlich überzogen naiven Vorstellung von dem, was dieser Tag so alles bringen könnte begann Foster. Oftmals ist eine große Portion Unbedarftheit zwingend notwendig, um nicht mit einem Kniefall aus dem Bett heraus zu beginnen und reumütig um den Tag herumzuschwänzeln, wenn er die ersten Strahlen durchs Fenster wirft; wie ein Demutsköter, der sein Herrchen scheut, bloß weil es die Hand hebt.</p>
<p>Der Morgen ist für Foster die Nacht der Seele. Die schlimmste Tageszeit, psychisch. Dementsprechend vorsichtig muss sie angefasst werden, sonst kommt es zu Eskalationen und das kann nicht absehbare Folgen für den weiteren Verlauf des Tages haben.</p>
<p>Es musste also genau die richtige Dosis Unbedarftheit und Honigbuttertoast gewesen sein, denn er schaffte den Tag und nicht umgekehrt, was oft genug passierte. Das merkte er aber zumeist erst dann, wenn der Abendvorhang fiel, samtschwer und purpur und ihm das Tagesgeschäft so auf die Nerven ging, dass ihm am Ende jedes einzelne Haar wehtat. An seiner Sensibilität für die Effekte strapaziösen Borderline-Journalismus musste er noch feilen, soviel stand fest, sonst würde er ziemlich bald von einer koronaren Herzkrankheit, einem ischämischer Apoplex oder den Folgen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit dahingerafft werden, egal ob er dann noch der Risikogruppe der Schreibenden, der permanenten Selbstzweifel ausgesetzten Anpassungshelden angehören würde oder nicht.</p>
<p>Die Luft war spiegelkalt und die kühle Bedeutungsschwere der Nacht lag noch auf den Straßen, waberte als Nebel über der Asphaltstadt, als sich die Schemen alltäglicher Morgenroutine der Dinge feingliedrig wie Spinnenbeine ihm entgegenstreckten. Trambahnen und Autos und Busse, Relais und Hupen und Vergaser. Und dazwischen Menschengezwitscher und Vogelstimmen, schreckhafte Geräusche, die sich aus dem mechanischen Morgegrummeln vorsichtig herausschälten, als seien sie nur eine unwirtliche Interpretation der Realität; eine mögliche von vielen, ein karger Verdruss der Wirklichkeit. Es würde Großes passieren, die Zeichen waren eindeutig. Und Foster musste sich beeilen, um heil aus dieser Sache heraus zu kommen.<span id="more-3029"></span></p>
<blockquote><p>Diese Stadt kriegt uns noch, sie steckt uns tief in den Knochen.<br />
Wir können von Glück reden, wenn wir an einem Stück hier raus kommen.</p></blockquote>
<p>Alles begann mit großer Gelassenheit. In zwei Tagen würde das Oktoberfest beginnen. Das Millionendorf hübschte sich zu zweieinhalbfacher Größe auf, drehte die schillerndsten Pfauenfedern nach aussen und kehrte die Obdachlosen mit breitstrahligen Hochdruckreinigern vom Trottoir des Bahnhofs zurück unter die Brücken. Binnen zweier Tage würde hier der Wahnsinn ausbrechen und man merkte jetzt schon, wie ihre Behälter langsam vollliefen. Da musste man kein großer Aufmerksamkeitskünstler sein, es reichte aus, sich vor die Bahnhofshalle zu stellen und dabei zuzusehen, wie die Menschenwellen endlos an die Sicherheitsabsperrungen vor der Stahltristesse des Ausgangs brandeten. Nimmermüde Rolltreppenwürmer, die sich durch den Beton fraßen, schraubten die Horden auf dem Rücken ihrer gezackten Glieder auf die oberen Ebenen oder, diametral entgegengesetzt die Unteren.</p>
<p>Auf dem Rolltreppenwurm, auf dessen Rücken Foster hohlkreuzig wie eine don-quijoteske Karikatur stehend in den Untergrund ritt, statt Schild und Harnisch ein wohlwissendes Siegermienenspiel zur Schau tragend, es stünde der Untergang des Abendlandes kurz bevor und nur er allein könne sich mit seinem ganzen Gewicht lanzenspießend der Gefahr entgegenlehnen, um sie aufzuhalten, roch es nach getrocknetem Schweiß und Erbrochenem. Die stummen Zeitungsdiener waren voll von Sensation, blieben an der Oberfläche zurück und verschwanden bald aus seinem Sichtfeld. Am Bahnsteig des Untergrunds flanierten und posierten sie alle wie Wild, es war das Zenit der Balzzeit längst überschritten.</p>
<p>Foster hatte sich für diesen Tag nichts vorgenommen. Es war also eher ein Schlendern, ein wenig Taumeln, ein Strawanzen war es; es war ein ohne Ziel, ein ungerichtetes Wandern. Ankommen war nicht Bestandteil des Plans, den es nicht gab.<br />
Dann ein elektrisches Warten auf die U-Bahn. Foster setzte sich. Die Sitzbänke in den U-Bahn Hallen sind zu hoch für ihn, sind immer zu hoch für ihn, egal in welcher Stadt er auf die U-Bahn wartete. Nicht viel, nur ein kleinwenig, vielleicht fünf oder sechs Zentimeter zu hoch aber immer so viel, dass seine Füße nur mit den Spitzen, allerhöchstens mit den Fußballen aufstanden und das Metallgitter der Sitzfläche unter dem Gewicht der Oberschenkel karierte Muster ins Fleisch drückte.</p>
<p>In der U-Bahn hatte er immer einen unendlichen Spaß daran, die Menschen einfach nur zu beobachten, wie sie scheinbar durch die Fenster in das gedankenschluckende Untergrundschwarz hinausstarrten, in Wirklichkeit jedoch durch spiegelreflexion ihre Blicke nach Innen gelenkt wurden und sie inkognito wie Alltagsagenten die Privatssphäre der Anderen observieren konnten, die ihrerseits wiederum das Selbe taten.</p>
<p>Zeitumstellung machte die Menschen depressiv, sie schnarrten und gurrten und manchmal konnte ein Tag eine einzige Freakshow sein, in der Foster nicht immer nur zweckfreie Staffage war und zu allem Übel ständig daran zweifelte, ob nun er und diese menschlichen Subjekte um ihn herum überhaupt etwas gemeinsam hatten, ausser der Anzahl der Chromosomen vielleicht. Es waren sich fremde Planeten und sie drehten sich noch nicht mal im gleichen Sonnensystem umeinander.</p>
<p>Und dann riss er wieder Schubladen auf: Da waren schamgetriebene Freizeit-Spiritualisten, die eine gefühlte Ekstase mitsamt Nahtoderfahrung erleben, wenn der Regen seitlich kommt (Grass würde sagen: im Krebsgang. Krass); denen die viehische Hysterie der Schweinegrippefurcht von den Ankermännern des bundesdeutschen Vorabendprogramms ins Gesicht diktiert wurde.</p>
<p>Andere wiederum bewahrten in ihrem Gesichtsausdruck eine spartanische Makellosigkeit, die mit nichts zu ersetzen ist. Ihre Gesichter sind porzellan: Das sind die, die noch nicht aufgegeben haben zu glauben. Wieder andere hüllten sich in einem stoischen Schutzschein ein, durch dessen Hülle allerhöchsten trübe Augenblicke drängen: Das sind die, die noch nicht angefangen haben zu glauben. Sie bringen den Tag auch irgendwie rum, wenn er sie nicht zuvor umgebracht hat, was sie sich aber oft hinter vorgehaltener Hand wünschten (und wenn sie wirklich ehrlich waren: permanent). Bis sie sich schicksalsergeben wieder irgendwie am Ende des Tages aus der Sache lavieren. Ihre Mundwinkel rissig sind von der trockenen Luft der Klimageräte. Und sie große Augen bekommen, wenn man ihnen ihr schlechtes Gewissen über die Bedeutungslosigkeit ihres Daseins langsam ins Bewusstsein träufelt. Sie halten ihre Köpfe gebeugt, daran erkennt man sie, als zerre eine unsichtbare Sinnlosschwere sie zu Boden. Ein Nachgeben.</p>
<p>Foster griff in seinen Rucksack, holte einen Stift und ein schwarzes Notizbuch hervor und begann zu schreiben, denn es rumorte. Jetzt musste er schreiben, nichts verstellen, nichts verstecken, nichts dergleichen.</p>
<p>&#8220;Montag. Fühle mich enorm. Ich bin ein sehendes Etwas und das Licht geht durch mich hindurch, geht durch mein Auge und fällt auf meinen Schirm, meinen dunklen Schirm und belichtet etwas. A scanner darkly. Dann, ganz am Ende dieses Prozesses kann ich das so zu Wort erstarrte Bild präsentieren. Ich bin der Laborant:<br />
Entwickeln, Unterbrechen, Fixieren, Wässern, Trocknen.<br />
Doch dieses Bild ist nicht statisch, es bleibt nicht starr; es stößt im Kopf des Lesenden ein Gedankenspiel an und das läuft dann und werkelt dann geräuschlos wie ein Perpetuum mobile des Geistes vor sich hin.</p>
<p>Was mache ich da eigentlich in der Stadt? Ich suche Bilder.<br />
Bildersucher.<br />
Menschenbilder.<br />
Und ich finde Geschichten.<br />
Geschichtenfinder.<br />
Geschichtenerfinder.<br />
Manchmal lebe ich davon,<br />
manchmal kann ich nur so überleben.</p>
<p>Später dann am Institut.<br />
Nach 10. Stunden Vorlesung, zuviel Kaffee. Genaugenommen eigentlich nur Kaffee, mal von dem liederlichen Hongitoast heute Morgen abgesehen. Zuviel Koffein, ich fühle mich euphorisch, „aufgebracht“ ein altes Wort; beseelt, naja. Leicht zittrig, es ist halb 6 und ich sitze in der Schellingstraße, dt. Philologisches Institut, Vordergebäude. Heute morgen in der U-Bahn, da war ich superflüssig. Mein Bewusstsein ergoss sich über das Holzimitatfurnier der Innenbekleidung des Wagons, die Kunstplastiksitze, die Menschen; ich war superfluides Bewusstsein. Ich stieg dann aus. An solchen Tagen, da schmerzt meine Leiste. Eigentlich schmerzt sie an jedem Tag, aber an solchen Tagen besonders. Wenn ich viel unterwegs bin oder viel sitzen muss, entwederoder. Sportverletzung. Vom Laufen. Jetzt kann ich das auch mal behaupten (scheiss Attitüde). Manchmal ist der Schmerz da und er ist stark, läuft durch den Oberschenkel hinab ins Knie. Und manchmal ist alles friedlich.<br />
Fange an, Infinite Jest zu lesen.</p>
<p>Die Kreativität zu Schreiben überfällt mich. Es ist ihr egal, wo ich gerade stecke oder was ich mache, das kann ich nicht planen und ich kann sie nicht bitten zu warten. Wenn sie da ist, muss ich handeln und schnell sein, das Beste daraus machen. Ich erleide wirklich Schreibanfälle, wie Spastiken, wie Schluckauf. Ein Schreibschluckauf im Gehirn.&#8221;</p>
<p>Und damit war das Nötigste gesagt.</p>
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		<title>Ode an mein Modem</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 13:25:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[lyrik]]></category>
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		<description><![CDATA[Oder: &#8220;Danke, milliardenfache Elektronengalaxien unterhalb der Asphaltstadt!&#8221; Oh du mein DSL-Modem, kleines schwarzes, hassgeliebtes Scheusal. Wie du unter dem Tisch lauerst, gleich einer Spinne in einer dunklen Ecke des Raumes, und deine vier grünen LED-Lichter abwechselnd blinken. Gibst du mir &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/01/25/ode-an-mein-modem/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Oder: &#8220;Danke, milliardenfache Elektronengalaxien unterhalb der Asphaltstadt!&#8221;</h2>
<p>Oh du mein DSL-Modem, kleines schwarzes, hassgeliebtes Scheusal.<br />
Wie du unter dem Tisch lauerst, gleich einer Spinne in einer dunklen Ecke des Raumes,<br />
und deine vier grünen LED-Lichter abwechselnd blinken.<br />
Gibst du mir heute einen Reset-Zweck? </p>
<p>Du schwarze Siliziumspinne,<br />
beißt in die Rinde der Menschenhirne und saugst sie aus,<br />
stösst dein Beisswerkzeug in die gelähmten Körper,<br />
die so tumb und taub und voll von Sensation,<br />
PopUp-Porno-Picture-Lähmung<br />
frisst meinen Verstand und dabei<br />
deine blinkenden grünen Lichter,<br />
gleich im Intervall eines Sauggeräusches. </p>
<p>Durch das eine Loch in der Wand bist du, schwarzes Kästchen<br />
verbunden mit dem Netz, doch<br />
auf der anderen Seite knüpft dein gelbes Ethernet-Kabel<br />
direkt an meine Frontallappen an,<br />
nistet sich ein in meinem Neuronengeflecht, wie bei so vielen Menschen<br />
und aus der Leitung tröpfelt langsam<br />
die böse stille Macht, es ist:<br />
das Elixier der Zerstreuung. </p>
<p>Durch Leitungen, in denen Lichtwellen sich den Gesetzen<br />
der Totalreflexion beugen<br />
kreischen Quantenteilchen durch die Glasfaserlabyrinthe,<br />
milliardenfache Elektronengalaxien unterhalb der Asphaltstadt,<br />
durch den Beton und Transformatoren,<br />
während die müden großen Schatten der Hochhäuser<br />
sich besoffen schwer aneinander lehnen. </p>
<p>Mal tröpfelt es nur langsam durch die Internetleitung,<br />
eine Schneise, geschlagen in den Verstand der Menschen<br />
und wie an einer Infusion, einer Webzwonull-Nährlösung hängen unsre Hirne.<br />
Am Tropf, durch dessen Kanülen ein grauschleimiges Serum fließt,<br />
Wahrheitskonstrukte und Wunschmaschine<br />
und das Spam-Versprechen auf einen größeren Penis in nur einer Woche.</p>
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		<title>Cloverfield</title>
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		<pubDate>Fri, 16 May 2008 09:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Skepsisreservat]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[monster]]></category>

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		<description><![CDATA[Film: Cloverfield Erster Eindruck: &#8220;Meine Augen brennen.&#8221; Darum gehts: &#8221;Etwas&#8221; hat es auf New York abgesehen. Eine Kleine Gruppe von Menschen, bewaffnet nur mit einer Videokamera zieht durch die Stadt und filmt die Ereignisse.  Das kam vor: A terrible thing, The Black Keys, &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/05/16/cloverfield/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Film:</strong> <a href="http://www.imdb.com/title/tt1060277/"><em>Cloverfield</em></a><br />
<strong>Erster Eindruck:</strong> <em>&#8220;Meine Augen brennen.&#8221;</em><br />
<strong>Darum gehts:</strong> &#8221;Etwas&#8221; hat es auf New York abgesehen. Eine Kleine Gruppe von Menschen, bewaffnet nur mit einer Videokamera zieht durch die Stadt und filmt die Ereignisse. <br />
<strong>Das kam vor:</strong> <a title="IMDB: Cloverfield quotes" href="http://www.imdb.com/title/tt1060277/quotes" target="_self">A terrible thing</a>, <a href="http://www.lastfm.de/music/The+Black+Keys">The Black Keys</a>, dunkle U-Bahn Schächte, <a href="http://homepage.ntlworld.com/watson-jones/alphabet/atom-bomb.html">let the bomb go</a><br />
<strong>Das kam nicht vor:</strong> <a title="Big Fucking Gun" href="http://en.wikipedia.org/wiki/BFG9000" target="_self">BFG9000</a>, <a title="{Bild} Megalon, Gigan, Godzilla and Jet Jaguar" href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/05/megalon_gigan_godzilla_and_jet-jaguar.jpg" rel="lightbox[257]">Megalon</a>, Roland Emmerich<br />
<strong>Was lernen wir daraus?:</strong> a) Videokamera-Akkus halten länger als Handy-Akkus, b) Wenn das Militär dir sagt, &#8220;Hau ab!&#8221;: Hau ab! c) Wenn das Monster <em>&#8220;*GROARRRR!&#8221;</em> brüllt (was so viel heißt wie &#8220;Hau ab!&#8221;): Hau ab!<br />
<strong>Letzter Eindruck: </strong>Film mit pseudo-dokumentarischen Charakter (siehe Blair-Witch Project). Authentizität wird von einer Menge verwackelter Einstellung unterstützt. Das bringt Spannung aber auch Kopfschmerzen.</p>
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		<title>Elfeurofuffzig Milieustudie</title>
		<link>http://himmelende.de/2006/12/30/elfeurofuffzig-milieustudie/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Dec 2006 11:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[monster]]></category>
		<category><![CDATA[skepsis]]></category>
		<category><![CDATA[vernunft]]></category>

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		<description><![CDATA[7 Euro Eintritt für den Club, 3.50 Euro ein Becks, 1 Euro Garderobe. Zum Rhythmus schüttelnde, zuckende Leiber. Der Laden ist rappelvoll, wer nicht die wenigen Quadratzentimeter Freiraum für tanzende Bewegung braucht, der schiebt sich vorbei. Körper reiben auf Körper, &#8230; <a href="http://himmelende.de/2006/12/30/elfeurofuffzig-milieustudie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>7 Euro Eintritt für den Club, 3.50 Euro ein Becks, 1 Euro Garderobe. Zum Rhythmus schüttelnde, zuckende Leiber. Der Laden ist rappelvoll, wer nicht die wenigen Quadratzentimeter Freiraum für tanzende Bewegung braucht, der schiebt sich vorbei. Körper reiben auf Körper, sie drücken sich aneinander, ganz unbeabsichtigt spürt man Hüften, Brüste, Ärsche, Ellbogen; hat nach Aprikose-Kokosnuss-Ingwer duftende Haare im Gesicht, sie wirbeln einem über die Augen; nasse T-Shirts, die an den Armen kleben bleiben. Alles windet sich, eine nach so großer Betörung gierende Masse Mensch in Aufruhr. Und alles rüttelt sich, nur ich bleibe statisch.</p>
<p>So verdammt statisch, so gehemmt. Ein deplatzierter Gehemmter steht daneben, ich fühle mich so und dieses Gefühl des daneben stehens lässt mich nur noch verkrampfter werden. Ich würde gerne, ich würde gerne mitschwingen, aber ich kann nicht, nicke stattdessen nur mit dem Kopf. Ganz leicht, das signalisiert zumindest schon mal Anerkennung für die aufgelegte Musik. Sie gefällt mir wirklich. Die Leute beäugen mich argwöhnisch, ich versuche krampfhaft zu lächeln, pudere ein bisschen die Maske Fröhlichkeit. Ich werde und werde nicht locker, kralle mich an die teuerste Flasche Becks, die ich je erstand und würde gerne aus mir heraus. Zwei Schritte gehe ich dann von der Wand weg, an die ich mich drängte und vor der ich unsichtbar werden wollte, wie das Chamäleon im Urwald. Der Laden wird immer voller, die Stimmung immer aufgeheizter. Bin froh um die Ohropax, die ich mitnahm. Der Bass drückt die Luftmasse in alle Richtungen des Raumes, die Luft in meiner Lunge flattert, mein ganzer Körper und die Kleidung vibrieren. Mein Hemd zittert, es fühlt sich an wie tausend haarfeine Stecknadeln, die auf die Haut rieseln, fühlt sich an wie tausend nervös pogende Ameisen. Alle Mädels um mich herum sehen so fantastisch aus.</p>
<p>Kurz bevor ich mich an diesem Abend durchringen konnte, in den Club zu gehen, fühlte ich mich alt. Ich fühlte mich wie ein alter, dreckiger Bastard, kein bisschen aufgestiegen und noch immer zwei Kategorien unter dem kleinen Leben. Jetzt im Club ist das Gefühl nicht besser. Und als ich den Club  verließ &#8211; zu einer Uhrzeit, zu der die meisten überhaupt erst anfangen auszugehen, ging es mir am dreckigsten. Das da drinnen, das bin ich nicht. Ich wäre es gerne, vielleicht nur ein wenig. Dann der erste Zweifel: Bin ich schon zu alt? Brauche ich andere Drogen? Bin ich verkehrt? Der Club ist ein Raum, der vieles ausklammert. Keine Taliban, kein Terror, keine Telekomrechnung. Das ist nicht das Podium dafür, schon klar. Hier feiert Mensch sich selbst und badet in einer großen Gefühlskiste. Nur ich zieh immer zu früh den Stöpsel für den Abfluss.</p>
<p>Der Clubraum ist in grünes Licht getaucht. Ganz wie im Film <em>Alien</em>. Heute bin ich das Alien. Ich komme heim.</p>
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