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	<title>Himmelende &#187; sex</title>
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	<description>Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.</description>
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		<title>Amazonaslibelle</title>
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		<pubDate>Sun, 29 May 2011 14:14:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[dschungel]]></category>
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		<description><![CDATA[Pablo hatte den Sexappeal einer verwilderten Kanalratte. Dunkel und dreckig, viele Frauen stehen ja auf so was. Zumindest Annika stand darauf, und ich war der Mann im Schatten, wieder einmal. Sie ist eine dieser winzigen, zarten Frauen, die ihr Leben &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/05/29/amazonaslibelle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pablo hatte den Sexappeal einer verwilderten Kanalratte. Dunkel und  dreckig, viele Frauen stehen ja auf so was. Zumindest Annika stand  darauf, und ich war der Mann im Schatten, wieder einmal. Sie ist eine  dieser winzigen, zarten Frauen, die ihr Leben lang aussehen wie Mädchen.  Dazu hat sie etwas Sauberes, Frisches, das nie verschwindet, selbst  nicht nach einem stundenlangen Marsch durch den Regenwald. Ich muss es  wissen, denn so habe ich sie kennengelernt, bei einem mehrtägigen  Dschungeltrip am Amazonas. Vom ersten Moment an war ich in sie verliebt.  Ich glaube, ihr war sehr bewusst, welche Reaktionen sie bei Männern  auslöste, zumindest Männern wie mir. Wir wollen sie beschützen und in  schwachen Momenten beschmutzen. Über das Alberne dieser Bilder war ich  mir sehr wohl im Klaren, doch es erreichte lange nicht mein Fühlen.</p>
<p>Wie  um eine billige Inszenierung perfekt zu machen, verkörperte Pablo das  Gegenteil von Annika. Er konnte frisch aus der Dusche kommen, ein weißes  Hemd tragen und behielt doch immer die Aura eines schmuddeligen  Herumtreibers, der hauptsächlich in verrauchten Bars und fremden Betten  zu Hause ist. Ich habe eine Abneigung gegen solche Typen, vielleicht,  weil ich gern ein bisschen so wäre wie sie, mit dieser  Scheißegal-Haltung und dieser Fresse&#8230; Diesem Mund, der wirkt als hätte  der Kerl damit Tausende Frauen &#8220;Baby&#8221; genannt, Zigarette zwischen den  Lippen, und die tausendunderste kichert immer noch geschmeichelt und  schmiegt sich an ihn, wohlwissend, auf was sie sich einlässt, all die  Tränen danach. Dabei muss ich sagen, dass Pablo wirklich nett war, sogar  beinahe sanft, was aber letztlich nichts besser machte, im Gegenteil.</p>
<p><span id="more-6070"></span></p>
<p>Wir  waren zu fünft. Außer mir Pablo und seine Freundin Yasmina, der  Dschungel-Guide Alfredo und Annika. Sie reiste allein, das machte mich  wahnsinnig. Dieses puppenhafte Geschöpf schutzlos in einem fremden Land!  Noch dazu ist ihr Haar hellblond, die Männer hier klebten sicher an ihr  wie Wespen an einem Honigglas. &#8220;Ich weiß mir schon zu helfen&#8221;, erklärte  sie trocken, als ich sie beim ersten gemeinsamen Abendessen darauf  ansprach. Ihre Stimme raubte mir endgültig den Verstand. Warm, tief und  ein bisschen heiser. Völlig unpassend, als hätte sie sich in diesen  kleinen Elfenkörper verirrt. Trotzdem konnte ich nicht umhin, mir Annika  als kleines Mädchen vorzustellen. In einem Gänseblümchenfeld, auch das  noch! Um ihre Mundwinkel zuckte es spöttisch, als hätte sie meine  Gedanken erraten. Ich senkte den Kopf und aß.</p>
<p>Nach diesem ersten  Abend und der darauffolgenden Nacht konnten Yasmina und ich nur noch  zusehen, wie uns alles entglitt. Etwas war zwischen Pablo und Annika  passiert, ohne dass es jemand hätte verhindern können. Dabei hatten sie  sich, soweit ich das mitbekommen hatte, noch nicht einmal berührt. Umso  schlimmer.</p>
<p>Am nächsten Nachmittag badeten wir alle im Fluss. Ich  bemühte mich, Annika nicht anzustarren, aber natürlich gelang es mir  nicht. Yasmina muss meine Blicke bemerkt haben, sie kam zu mir und  flüsterte lakonisch: &#8220;Keine Chance.&#8221;<br />
&#8220;Ich weiß&#8221;, seufzte ich. &#8220;Was willst du tun?&#8221;<br />
&#8220;Ich?&#8221;  In ihren Augen bemerkte ich den kurzen Schock, als fühlte sie sich  ertappt. &#8220;Wie meinst du das?&#8221;, tat sie ahnungslos, um kurz danach zu  resignieren: &#8220;Irgendwann musste so was kommen.&#8221;<br />
Sie konnte gerade  noch stehen im Wasser, ihr langes dunkles Haar umgab ihren Kopf wie ein  Umhang aus Algen. Wir schwammen ans Ufer.</p>
<p>&#8220;Er liebt mich nicht&#8221;,  gestand sie mir unvermittelt.&#8221;Ich dachte, das kommt schon noch, weil  ich ihn so sehr wollte, irgendwie glaubte ich, er sei mein Schicksal,  er&#8230; Findest du das albern?&#8221;<br />
Ich schüttelte den Kopf.<br />
Sie wendete sich ab und starrte auf den Fluss.<br />
Pablo  trug Annika auf seinen Schultern durchs Wasser. Ihre Zähne blitzten in  der Sonne wie Perlen. Dann ließ sie sich lachend nach hinten kippen,  fiel, alles glitzterte und flirrte, und wir konnten ihnen nicht böse  sein, Yasmina und ich. Unsere Wut lief ins Leere, aber wir hätten beide  wohl gerne geweint. Später sagte sie einmal so was.</p>
<p>In der Nacht  trennte Pablo sich von Yasmina. Ihre Hütte stand genau neben meiner,  sie saßen bei Kerzenlicht davor, und obwohl sie flüsterten, verstand ich  beinahe jedes Wort. Es täte ihm so leid, er wisse doch auch nicht&#8230;  Ich wünschte, Yasmina würde ihn schlagen, aber natürlich tat sie es  nicht. Das war die letzte Nacht, die sie miteinander verbrachten, für  die verbleibenden Tage zog Pablo zu Annika.</p>
<p>Es schmerzte. Zwar  bemühten sich die beiden Frischverknallten um Rücksicht, fassten  einander so wenig wie möglich an, aber man sah ja doch, dass sie den  Nächten entgegenfieberten, in denen sie sicher kaum schliefen.<br />
Auch  ich kam nachts schwer zur Ruhe, lauschte der Stille, blickte in die  Dunkelheit, spielte an meinem Moskitonetz herum und manchmal auch an  meinem Schwanz. Ich stellte mir vor, wie Annika in den Raum kam, sich  entschuldigte, sie habe sich geirrt, sie wolle mich, sie nahm ihn in den  Mund und ich blickte auf ihr helles, wippendes Haar zwischen meinen  Beinen. Es erregte mich, und doch kam ich erst, als ich sie durch eine  bekannte Nachrichtensprecherin ersetzte, die ich nicht mal sonderlich  attraktiv fand, mit der es aber irgendwie immer funktionierte in meinen  Gedanken. Danach konnte ich schlafen.</p>
<p>Alfredo war die Situation  in unserer Gruppe sichtlich unangenehm, er bemühte sich so zu tun, als  habe er von all dem Gefühlschaos nichts mitbekommen, aber als unsere  Tour zu Ende war, stand ihm die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.  &#8220;Cuidate mucho, pass gut auf dich auf!&#8221;, flüsterte er jedem von uns bei  der Abschiedsumarmung ins Ohr. Ich tat es tatsächlich und verliebte mich  erst einmal lange nicht mehr.</p>
<p>Die verbleibenden Tage bis zu  meiner Abreise verbrachten Yasmina und ich gemeinsam in Quito.  Reflexartig hatten wir uns aneinandergeklammert, es begann zu regnen,  wir nahmen uns ein Zimmer in einer kleinen Pension. Von außen war sie  schmutzig-weiß, innen leuchteten die Wände bunt wie afrikanische  Festgewänder. Es gab nur ein Bett, aber wir küssten uns nicht. Wir  lebten in einer Zwischenwelt, zufällig am selben Ort, ohne  deshalb zusammenzugehören. In Kontakt blieben wir dennoch. Morgen besucht sie  mich, daher kam mir gerade wieder alles in den Sinn. Drei Jahre sind  vergangen.</p>
<p>Ist Unendlichkeit ein Maßstab für Glück? Über Umwege  erfuhr ich, dass Pablo und Annika nicht lange zusammenblieben. Fühle ich  Genugtuung? Nein. Ich denke an den Ausdruck &#8220;einander erkennen&#8221; und an  die Nächte im Dschungel. Stelle mir Annika nicht mehr als kleines  Mädchen vor, sondern als alte Frau mit dickem, schlohweißem Haar, in  dem sich das Sonnenlicht bricht. Wie Perlmutt, denke ich. So ein Glanz!</p>
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		<title>Der Anfang vom Ende</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 08:49:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[dialog]]></category>
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		<description><![CDATA[Felix Wissen Sie, ich hatte immer irgendwie Erfolg bei Frauen. Ich bin jemand, der Frauen gern hat. Es war vor ungefähr vier Monaten, da hat es aber angefangen, das kam ganz plötzlich, ich hab da wirklich keine Erklärung für - &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/04/30/der-anfang-vom-ende/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Felix</strong><br />
Wissen Sie, ich hatte immer irgendwie Erfolg bei Frauen. Ich bin jemand, der Frauen gern hat. Es war vor ungefähr vier Monaten, da hat es aber angefangen, das kam ganz plötzlich, ich hab da wirklich keine Erklärung für -</p>
<p><strong>Therapeutin</strong><br />
Wir können das ganze auch abkürzen. Mutterkomplex oder Borderline. Im Endeffekt gibt es nur Borderline, der Rest ist Kommentar. Das Wort Mutterkomplex lässt einige Männer zumindest kurz aufhorchen, bevor sie ihr Ding irgendwo reinstecken.</p></blockquote>
<p>via <a href="http://migati.blogspot.com/2010/04/der-anfang-vom-ende.html">Babylon Episoden</a>.</p>
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		<title>Platinblut</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 21:23:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ich betoniere mein Herz ein, danach schlafe ich mit ihm. Ich lasse ihn kommen in meinem Mund und empfinde keinen Schmerz mehr, nur Lust. Seine Lust? Meine Lust? Ich weiß es nicht. Ich verschwinde in dieser Liebe und spüre kein &#8230; <a href="http://himmelende.de/2010/02/27/platinblut/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Ich betoniere mein Herz ein, danach schlafe ich mit ihm. Ich lasse ihn kommen in meinem Mund und empfinde keinen Schmerz mehr, nur Lust. Seine Lust? Meine Lust? Ich weiß es nicht. Ich verschwinde in dieser Liebe und spüre kein Bedauern. Wenn ich ihn küsse, fühle ich nur Kuss. Nicht: deine Lippen, meine Lippen, auch keine Zunge, keine Zähne, nur Kuss. Alles ist ganz klar, nichts verschwimmt. Ein Kuss ist ein Kuss, ein Fick ist ein Fick, Liebe ist Liebe und Schmerz ist Schmerz. Ich fühle alles, und er kennt mich nicht. Soweit der Wunsch, soweit die Angst. Wahrheit ist etwas anderes. In Wahrheit sind das alles Sätze, die nach mehr klingen, als sie sind. Gefühlshüllen, um irgendeine diffuse Nacktheit zu bedecken, irgendein Unglück oder Glück, für das mir die Worte fehlen. Ich denke nicht mehr, aber mein zubetoniertes Herz schlägt heftiger als zuvor.&#8221;</em></p>
<p>Nana legt den Stift beiseite.<br />
&#8220;Was schreibst du?&#8221;, fragt David.<br />
&#8220;Über dich&#8221;, antwortet sie.<br />
&#8220;Darf ich lesen?&#8221;<br />
&#8220;Lieber nicht.&#8221;<br />
„Komm her“, verlangt er leise, und sie steht auf, kommt.<br />
Er liegt auf dem Bett, streckt einen Arm aus, umfasst ihr nacktes Bein und zieht daran, bis sie fällt. Umarmung. Kuss. Vergessen. Glück. Gib mir deine Hand. Deine Hände.<br />
Vielleicht hat er das gesagt. Kurz umschlingt er mit den Fingern ihre Gelenke, streicht mit dem Daumen über ihre Pulsadern, sie wird ganz weich unter seinem Gewicht. Durchs Fenster fallen ein paar Abendsonnenstrahlen, der Ring an seinem Finger blitzt. Platin, hat er ihr mal ungefragt erklärt. Der Ring ist immer kalt.<br />
&#8220;Rutsch hoch.&#8221;<br />
Handschellen. Gitterbett. Er verbindet ihr die Augen, zieht ihr den Slip aus und schiebt ihr T-shirt bis zum Hals, mehr trägt sie nicht. Sie spürt seine Blicke, sekundenlang, minutenlang, tausend Augen, bis sie das Warten kaum noch erträgt. Dann schiebt er etwas Kühles, Metallenes in sie hinein, und sie kommt augenblicklich, leise, heftig, obwohl sie nicht will. Sie wollte ihn und seine Wärme.<br />
Später fickt er sie doch, aber es ist nicht dasselbe.</p>
<p>Nana mag seine Frau sogar, obwohl sie sie nicht gut kennt. Manchmal begegnet sie ihr auf Partys gemeinsamer Freunde. Sophie. Sie ist jünger, süßer, blonder, fast zu jung für eine Ehefrau. Es gibt Fotos von ihnen beiden, einige hat David gemacht, zwei strahlende Ladys mit Sektglas in der Hand. Keine Lüge in den Augen, alles wirkt rein.</p>
<p><em>„Mein Lachen ist echt, obwohl ich innerlich blute vor lauter Sehnsucht und Traurigkeit. Mir hilft mein Betonherz, über das ich bei solchen Gelegenheiten noch eine dicke Platinschicht gieße, damit ich auch von innen glänze und alle mich ganz bezaubernd finden, aufregend, inspirierend und schillernd.“</em></p>
<p>Nana flirtet mit jedem und will nur ihn. Als ein flüchtiger Bekannter, mit dem sie drei oder vier Mal geschlafen hat, ihre Hüfte umfasst, hält sie still. Sie will dass David es sieht, obwohl sie weiß, dass er das lächerliche Spiel durchschaut. Es geht nur um Ruhe. Ein wenig entspannt sie unter der fremden Hand. Sie findet sich wieder in einer Umarmung, die ihr gleichgültig ist, und sucht mit den Augen nach David und Sophie. Die Zärtlichkeit zwischen den beiden bringt sie fast um, aber sie lächelt. Eifersucht hat sie noch nie als Wut gekannt oder Hass. Vielleicht wäre das leichter. Vielleicht auch nicht. David legt den Arm um Sophie, und es sieht richtig aus. Jemand fotografiert.</p>
<p>Zwei Stunden später fängt David Nana ab, als sie gerade von der Toilette kommt. Er drängt sie in eine Ecke, umfasst ihre Brüste, küsst sie, dann schiebt er eine Hand unter ihr Kleid, zwischen ihre Beine.<br />
&#8220;Spinnst du? Deine Frau ist hier!&#8221;<br />
&#8220;Sie ist gerade draußen.&#8221; Er hört nicht auf. &#8220;Ich hab dich mit diesem Kerl gesehen.&#8221;<br />
&#8220;Ich bin dir nichts schuldig.&#8221;<br />
&#8220;Ich weiß.&#8221;<br />
Der Fick auf der Toilette dauert eine Minute, vielleicht auch zwei. Ihre Hände zittern, ihre Haut brennt. Als sie ihr Make-up richten will, bemerkt sie eine kleine Wunde an der Lippe. David ist wieder bei den anderen. Und bei Sophie.</p>
<p>Zumindest denkt Nana das, aber als sie zur Party zurückkehrt, erfährt sie, dass er gegangen ist. &#8220;Ihm war nicht gut&#8221;, sagt Sophie, die sie an der Bar trifft.<br />
&#8220;Warum bist du nicht mit ihm heim?&#8221;<br />
&#8220;Ich bin nicht müde. Er meinte, es sei okay, wenn ich bleibe. Noch einen Sekt?&#8221;<br />
&#8220;Gern. Danke.&#8221;<br />
Hübsches Mädchen, denkt Nana nicht zum ersten Mal. Sophie hat das Haar zusammengebunden, eine einzelne Locke fällt ihr ins Gesicht. Ihre Augen haben eine unbestimmt helle Farbe und eine beinahe asiatische Form.<br />
Sie reden eine Weile über Belangloses, doch Alkohol löst Zungen. Monatelang hat Nana immer die Kurve bekommen, war perfekt in ihrem Schweigen und ihrer Maskenhaftigkeit, aber jetzt bricht es aus ihr heraus, unvermittelt, ohne Vorwarnung: „Ich schlafe mit deinem Mann.“<br />
Nach einer kurzen Pause blickt Sophie sie an. Fest und ruhig, ihre Augen sind feucht, aber keine der Tränen droht zu entwischen.<br />
„Weiß ich doch&#8221;, sagt sie leise. &#8220;Oder hab es vermutet. Ich wollte warten, dass es vorbeigeht.“</p>
<p><em>&#8220;Der Schock kommt merkwürdig sanft. Wie selbstverständlich fügt er sich ein in die Verwirrung meiner Seele. Meine Zuneigung zu Sophie war noch nie so groß wie jetzt. Gleichzeitig zerbricht etwas in mir. Ganz plötzlich, ganz banal. David und mich gibt es nicht mehr.&#8221;</em></p>
<p>„Es <em>ist</em> vorbei&#8221;, flüstert Nana, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. &#8220;Zu sagen, es täte mir leid, wäre gelogen. Ich habe jede Sekunde mit ihm gewollt. Aber jetzt ist es vorbei.&#8221;<br />
Sophie rührt sich kaum. &#8220;Danke&#8221;, sagt sie knapp. Sie legt ihre Hand auf Nanas und drückt sie leicht, bevor sie geht.</p>
<p><em>&#8220;Die Wochen danach sind hart. Ich gehe nicht mehr ans Telefon und kaum noch aus dem Haus. Weine mir die Augen blind, wenn ich ihn vor meiner Tür betteln höre, ihn hereinzulassen. Einmal gebe ich nach, und wir stürzen uns aufeinander wie Tiere. Als er geht, bin ich wie in Trance. Ich schlage mit dem Kopf gegen die Wand, um aufzuwachen, doch es gelingt mir erst Tage später. Schmerz ist Schmerz, und ich streue Salz in die Wunden, indem ich mir ein ums andere Mal Partyfotos ansehe von David und Sophie, die innigsten, liebevollsten, bis die Verletzung Teil meines Ichs wird und keine Macht mehr über mich hat. Ich schwöre, mich nie wieder zu verstecken und befreie mein Herz. Laufen lerne ich später. Und dann bis zum Horizont.&#8221;</em></p>
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		<title>Gunilla dreht sich</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 14:17:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Frau ist wieder da. Sie ist weder alt noch jung, ihr graublondes Haar trägt sie offen und lang. Bevor sie sich setzt, dreht sie sich im Kreis und zählt dabei die Runden... eins... zwei... drei... vier... fünf. <a href="http://himmelende.de/2009/09/04/gunilla-dreht-sich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/09/summer.jpg" rel="lightbox[2793]"><img class="aligncenter size-large wp-image-3011" title="summer" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/09/summer-585x391.jpg" alt="" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Die Frau ist wieder da. Sie ist weder alt noch jung, ihr graublondes Haar trägt sie offen und lang. Bevor sie sich setzt, dreht sie sich im Kreis und zählt dabei die Runden&#8230; eins&#8230; zwei&#8230; drei&#8230; vier&#8230; fünf.<br />
An jeder Station wiederholt sich die Szene, die Frau steht auf, dreht sich fünf Mal und setzt sich wieder hin, es sei denn, der Platz ist mittlerweile besetzt, dann dreht sie sich einfach weiter. Miriam hat sie Gunilla getauft, irgendwie klingt das nach einem menschlichen Karussell. Unbekannten, die sie öfter trifft, gibt sie Namen, auch dem Sänger zwei Sitze neben ihr, er heißt Arturo, und dem Mann, Heinz, der ganz ruhig seine Zeitung liest, immer von hinten nach vorne. Die Normalen sind eine Minderheit in der Linie 3, aber vielleicht sind sie das überall und man merkt es erst, wenn man wiederholt hinsieht und Regelmäßigkeiten erkennt, also Ticks.<br />
Arturo singt alte Volkslieder, jedes Mal ein anderes, aber manchmal nur eine Zeile davon. &#8220;Die Gedanken si-hind frei&#8221;, singt er heute, davon kann er alle Strophen, ein kleiner Junge starrt ihn an wie einen Geist. Als der Sänger ihn anlächelt, bekommt er Angst und versteckt sich hinter seiner Mutter. &#8220;Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen&#8230;&#8221; Miriam stellt sich vor, das ginge doch, ein Gedanken-Amoklauf, peng, peng, peng, lauter klitzekleine und auch große, schöne Gedanken, die tot zu Boden fielen, bis alle Menschen leer wären im Kopf, atmende, schwitzende, fühlende Hüllen. Ob sich dann noch jemand küssen würde? Und warum?<br />
<span id="more-2793"></span><br />
Um acht wird sie zu Hause sein, die Fahrt dauert eine Viertelstunde, das reicht, um ein paar Seiten zu lesen oder ein Kreuzworträtsel zu lösen oder auch zum Beobachten der Umsitzenden, was Miriams Lieblingsbeschäftigung ist. Es beruhigt sie zu sehen, dass sie mit niemandem tauschen möchte, aber ein bisschen macht es sie auch traurig. Was ist ein Leben ohne Sehnsucht. Eins&#8230; zwei&#8230; drei&#8230; vier&#8230; fünf. Seit ein paar Monaten hat sie niemanden mehr geküsst und mit niemandem geschlafen, deshalb starrt sie hübschen Männern derzeit oft auf die Münder und die Hände und die Reißverschlüsse ihrer Jeans. Wobei die Schlussfolgerung eine Lüge ist, denn hätte sie regelmäßig Sex, täte sie es vermutlich noch öfter. Den Mann gegenüber sieht sie zum ersten Mal, darum ist er namenlos, sein T-Shirt ist moosgrün wie seine Augen, er hat ungekämmte Haare und an der linken Wange ein Grübchen, nur da. Sie könnte ihn auf der Stelle küssen. Peng! Ein Gedankenkuss, ein Kussgedanke, auf dem U-Bahn-Boden, mausetot. Miriam lacht.</p>
<p>Sie lacht noch, als die U-Bahn plötzlich stehen bleibt im Tunnel und Gunilla panisch wird, eins, zwei, drei, vier, fünf, setzen, aufstehen, eins, zwei, drei, vier, fünf&#8230; Das Licht geht aus. Arturo singt weiter. &#8220;Und sperrt man mi-hich ein im finsteren Kerker&#8230;&#8221; Gunilla beginnt zu schreien, andere Fahrgäste brummen genervt, jetzt kannst du dich entscheiden, denkt Miriam, gehörst du zu denen oder zu den Irren, schweigen, mitbrummen, mitsingen, mitschreien. Gunillas Stimme tut in den Ohren weh, schlimmer kann&#8217;s nicht werden, daher brüllt Miriam einfach los, woraufhin das menschliche Karussell augenblicklich verstummt. Verwirrt, aus dem Konzept gebracht. &#8220;Alles gut&#8221;, flüstert Miriam und lächelt. &#8220;Alles gut.&#8221; Einzelne Lichter gehen wieder an, und Miriam erkennt in den Gesichtern der anderen, dass man sie für eine Art Expertin hält im Umgang mit der Verrückten, ihr eigenes Brüllen als Therapie für Gunilla, es ist absurd. Fehlt noch, dass alle klatschen. Nur der Moosgrüne scheint sie zu durchschauen, seine Mundwinkel zucken spöttisch, amüsiert, und Miriam denkt, wenn die Gedanken so frei wären, dass sie sich ruckzuck in Taten verwandelten, dann schöbe sie ihm jetzt eine Hand zwischen die Schenkel. Vielleicht wäre das der Beginn einer Orgie, wer weiß. Wer weiß, was die anderen so denken. In Wahrheit wäre es natürlich der Beginn eines höchst peinlichen Eklats.</p>
<p>Die U-Bahn bewegt sich immer noch nicht, mittlerweile stecken sie fünf Minuten im Tunnel, als endlich eine Durchsage kommt: &#8220;Verehrte Fahrgäste, wegen eines Oberleitungsschadens verzögert sich unsere Weiterfahrt um einige Minuten. Wir bitten, dies zu entschuldigen.&#8221; Dann geht das Licht wieder aus, und Miriam spürt eine Hand in ihrem Gesicht, der Mann gegenüber ist aufgestanden, beugt sich zu ihr, streicht grob über ihre Wange, hebt ihr Kinn, dann sein Mund auf ihrem, seine Bartstoppeln kratzen, er steht und sie sitzt, sein Knie zwischen ihren Beinen, wenn sie nur träumt, ist es ein guter Traum, und natürlich träumt sie nur. Sie steht auf, so gut es geht, mit seinem Bein zwischen ihren Beinen, die anderen verschwimmen im Halbdunkel zu Schimären, sie sind nur noch zu zweit, dann stolpert sie, fällt zurück auf den Sitz oder hat sich möglicherweise schubsen lassen, sein Schoß vor ihrem Gesicht, sie könnte die Jeans öffnen und ihn in den Mund nehmen, nach einer Weile würde er sie zu sich hochziehen und wieder küssen, hart und heftig, die Hand unter ihr Kleid schieben, den Slip ausziehen, sie könnten&#8230; Kurz unterbricht sie ihre Fantasie, die anderen Fahrgäste drängen wieder in ihr Bewusstsein, es fällt ihr schwer, sie sich wegzudenken, eins&#8230; zwei&#8230; drei&#8230; vier&#8230; fünf&#8230; Sie konzentriert sich auf seine Hände, seinen Geruch, und irgendwann ist alles wieder egal. Sie könnten also.</p>
<p>Katzen haben sieben Leben, sagt man. Menschen haben unzählige, wenn auch manche davon nur Sekunden dauern oder Bruchteile davon. Miriam weiß nicht, ob sie noch träumt, als sie entdeckt, dass Arturo Gunillas Hand hält, sie beruhigend tätschelt, tatsächlich entspannen sich deren Gesichtszüge ein wenig, nur ihre Augen streifen noch suchend umher im schwachen Schein der Tunnelbeleuchtung. Plötzlich scheint sie sich für etwas zu entscheiden und legt den Kopf auf Arturos Schulter. Der hat aufgehört zu singen. Was bis eben noch niemand wusste, Miriam zumindest nicht, scheint nun ganz klar: Die beiden kennen sich. &#8220;Lass es Liebe sein&#8221;, summt sie unwillkürlich und denkt: Das ist ein wahres, schönes Lied, &#8220;Liebe ist alles&#8221;. Die Minuten verstreichen, und die Stimmung in der Bahn wird beinahe friedlich. Für einen Moment ist es vollkommen still. Heinz, der Zeitungsmann, streicht dem kleinen, ängstlichen Jungen über den Kopf, zumindest in Miriams Vorstellung. Ein nicht mehr ganz fremder Opa mit seinem neuen Enkel. Liebe ist alles. Die Gedanken sind frei.</p>
<p>Als das Wagenlicht wieder aufflackert, muss Miriam blinzeln, und nicht nur sie. &#8220;So, meine Herrschaften, weiter geht&#8217;s&#8221;, tönt launig der Zugführer durch die Sprechanlage. Fast fühlt Miriam: schade &#8211; freut sich dann aber doch auf daheim. Noch zwei Stationen. Eins&#8230; zwei&#8230; drei&#8230; vier&#8230; fünf, setzen. Der Alltag hat Gunilla wieder, und mit ihm ihr Ritual. An der nächsten Haltestelle steigen mehr Leute ein als normalerweise, die doppelte Wagenladung Menschen. Alle haben auf uns gewartet, denkt Miriam. Uns. Die kurze, gemeinsam erlebte Phase der Dunkelheit hat aus dem Ich ein Wir gemacht, das sich selbstverständlich schneller ver­flüchtigen wird als der Alkoholgeruch eines frisch aufgetragenen Spritzers Parfüm.</p>
<p>Gunilla heißt Luise.<br />
Arturo heißt Claus.<br />
Heinz heißt Hans. Nah dran.<br />
Miriam trägt gar kein Kleid.</p>
<p>Doch als sie aussteigt, verlässt auch der Moosgrüne die Bahn und sieht ihr kurz, aber gezielt in die Augen. Ihr Unterarm streift den seinen, und weil beide T-Shirts tragen, bedeutet das Haut auf Haut. Er muss in eine andere Richtung als sie, und sie widersteht der Versuchung, ihm nachzusehen. Wahrheit lässt sich nicht festhalten, Realität ist relativ und Freiheit sowieso. Als Miriam nach Hause kommt, hat sie gerade die &#8220;Tagesschau&#8221; verpasst.</p>
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		<title>Paris fickt das Meer</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 14:41:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Tom und Mira das erste Mal miteinander sprechen, ist er als Eiffelturm verkleidet, und sie trägt ein mit Muscheln beklebtes Kleid. Ein Geplänkel über die wenig subtile Symbolik ihrer Kostüme bricht das Eis. Beim Lachen bläst Tom ihr Rauch &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/07/30/paris-fickt-das-meer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Tom und Mira das erste Mal miteinander sprechen, ist er als Eiffelturm verkleidet, und sie trägt ein mit Muscheln beklebtes Kleid. Ein Geplänkel über die wenig subtile Symbolik ihrer Kostüme bricht das Eis. Beim Lachen bläst Tom ihr Rauch ins Gesicht, und sie sieht ihm an, was er denkt: Vielleicht geht da noch was. Sein selbstsicheres Begehren amüsiert und langweilt sie gleichermaßen.</p>
<p>Na ja, schimpft sie sich innerlich. Du denkst doch dasselbe.<br />
Männer denken das ständig, antwortet sie sich stumm. Ich nur, wenn es wirklich stimmt.<br />
Da muss sie lachen.<br />
&#8220;Was ist?&#8221;, fragt Tom. Sie schüttelt den Kopf, &#8220;nichts&#8221;, und küsst ihn. Er geht sofort darauf ein, ganz selbstverständlich, vielleicht hat auch er sie zuerst geküsst. Wenigstens etwas Originelles diesmal. Die Geschwindigkeit, ein Kuss nach kaum zwei Minuten Gespräch. Mit einem Mann im Eiffelturm-Kostüm. Sie kommt sich vor wie in einem studentischen Experimentalfilm, schwarzweiß natürlich, ein paar Muscheln zerbrechen, sie hört sie knacken, von drinnen tönt leise die Partymusik. &#8220;Show me the way to the next whiskey bar&#8230;&#8221;<br />
&#8220;Wie heißt du eigentlich?&#8221;, fragt sie, als sie kurz voneinander lassen, und wünscht im selben Moment, sie hätte nicht gefragt.<br />
&#8220;Tom&#8221;, sagt Tom, bevor sie ihn daran hindern kann. Dann küssen sie einander weiter, und seine linke Hand landet auf ihrer Muschel-Brust. Gleich schneidet er sich an einer kaputten Schale die Finger auf, denkt sie, aber nichts dergleichen passiert. In der rechten Hand hält er immer noch seine Zigarette, genau wie sie. Lautlos fällt Asche auf den Asphalt.<br />
&#8220;Da seid ihr also&#8221; unterbricht sie ein Typ mit Baskenmütze und grinst.<br />
&#8220;Da sind wir also&#8221;, sagt Mira und streicht sich die Haare glatt. &#8220;Wir wollten gerade wieder rein.&#8221;<br />
Tatsächlich ist die Feier noch nicht allzu weit fortgeschritten, es ist zu früh, um die Gastgeber im Stich zu lassen. Toms Freund Marc und Miras Kollegin Sabine sind ein Paar und wandern gemeinsam nach Frankreich aus. Darum die Abschiedsparty heute, inklusive Motto, an das sich erstaunlich viele Gäste gehalten haben, wobei Baskenmützen, &#8220;I love Paris&#8221;-T-shirts und improvisierte Can-Can-Kostüme überwiegen. Gepackte Umzugskisten dienen als Bartische, an den Wänden hängen Poster alter französischer Filme. &#8220;Außer Atem&#8221;, &#8220;Die Liebenden&#8221;, &#8220;Jules und Jim&#8221;.<br />
&#8220;Hat Style, findest du nicht?&#8221;, fragt Tom.<br />
Mira nickt abwesend. &#8220;Entschuldige mich, ich muss mal kurz&#8230;&#8221;, sagt sie und deutet Richtung Toilette.<br />
Er grinst. &#8220;Soll ich mitkommen?<br />
&#8220;Immer langsam.&#8221; Sie schlägt seine Finger von ihrem nackten Arm und lässt ihn allein.</p>
<p>Auf der Toilette kramt sie in ihrer Handtasche nach Kondomen. Tatsächlich findet sie noch zwei. Sie könnte also mit Tom schlafen, wenn sie will, und ein bisschen will sie. Vielleicht später noch mehr. Griffbereit steckt sie sie in ein kleines Seitenfach der Tasche. Ihr Spiegelbild wirkt müde, der anthrazitfarbene Lidschatten ist etwas verwischt, unter ihren Augen liegen dunkle Schatten. Schnell korrigiert sie das Make-up, seufzt kurz, lächelt sich zu und kehrt ins Wohnzimmer zurück. Zu den Umzugskisten, den Filmplakaten, ihrem Sektglas und Tom.</p>
<p>Draußen hat es begonnen zu regnen, die Tropfen prasseln an die Scheiben. Ein Spätsommer-Gewitter. Die Stimmung steigt proportional zum Alkoholpegel, doch als die ersten zu tanzen beginnen, wird es plötzlich dunkel und still. &#8220;Stromausfall!&#8221;, quietscht jemand, Tom tastet nach Miras Hand, seine fühlt sich rau an, fremd und gut. Der Stille folgt Gelächter und hektisches Gemurmel. Im schwachen Schein einzelner Handy-Displays und Feuerzeuge zieht Mira Tom ins Bad, tastet im Dunkeln nach dem Toilettendeckel und klappt ihn hinunter, sodass Tom sich setzen kann. Er schiebt ihr Kleid hoch, sie öffnet seine Hose, das blinde Auspacken und Überziehen des Gummis sorgt für eine Verzögerung, bevor sie ihre Handtasche fallen lässt und Tom in sie eindringt. Paris fickt das Meer, das Meer fickt Paris. Die Stadt der Liebe und der Ort der Sehnsucht. Sex mit einem Fremden hat sich für Mira noch nie heiß angefühlt, sondern im besten Fall kühl und glatt, rund und schön und klein, wie ein vom Salzwasser geschliffener Kiesel. So auch jetzt. Vielleicht sogar etwas besser. Ganz früher dachte sie, das sei auch eine Form von Liebe, nur eben eine, die keinen Bestand hat über den Akt hinaus. Später akzeptierte sie, dass nicht alles aus Liebe geschieht. Dass auch sie nicht alles aus Liebe tut. In der Dunkelheit sieht er nicht, dass ihr die Tränen kommen. Es sind nicht viele, und sie trocknen schnell. Manchmal passiert das, es ist kein schlechtes Zeichen, im Gegenteil. Sie spürt Tom in sich zucken und lächelt, als ihm ein kleiner Seufzer entweicht. Er hält sie fest. &#8220;Das war gut.&#8221;<br />
&#8220;Ja&#8221;, sagt sie und küsst ihn auf den Mund. Dann löst sie sich vorsichtig aus seiner Umarmung, steht auf und streicht ihr Kleid glatt, von dem sich einige Muscheln gelöst haben.</p>
<p>Aus dem Wohnzimmer ertönt wieder Musik, und durch den Türspalt sehen sie, dass auch das Licht wieder brennt. Sie kehren zurück zu den anderen und dann vor die Tür, weil Mira eine Zigarette rauchen will und Tom meint, das habe er auch gerade vorgehabt. Wird stimmen.<br />
&#8220;Was hast du gefühlt?&#8221;, fragt er, und Mira lacht. &#8220;Ist das die Softie-Version von ,Wie war ich?&#8217;&#8221;<br />
&#8220;Kann sein&#8221;, murmelt er und blickt verlegen auf den Boden. &#8220;Du bist so anders und seltsam, aber schön&#8221;, spricht er weiter, und weil sie das gerne wäre oder ist, anders und seltsam, aber schön, lächelt sie und guckt an ihm vorbei in die Nacht.<br />
&#8220;Ich würde dich gern wiedersehen&#8221;, fährt er fort, und es klingt anders als sonst, klingt als meine er es tatsächlich mit der Betonung auf -sehen.</p>
<p>Weil der Nieselregen und der Qualm und der Sekt sie melancholisch stimmen, hat Mira plötzlich Mut zum Pathos und zu Poesie: &#8220;Die Tür zu meinem Herzen müsstest du eintreten&#8221;, flüstert sie. &#8220;Ich habe sie abgeschlossen und den Schlüssel ins Meer geworfen.&#8221;<br />
Er reagiert, als sei das eine normale Antwort auf seinen Wunsch: &#8220;Immerhin gibt es eine Tür.&#8221;<br />
&#8220;Ja&#8221;, sagt Mira.<br />
Tom nimmt sie in den Arm. &#8220;Ich rufe den Schlüsseldienst.&#8221;</p>
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		<title>Sonnenblume</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 09:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Stell dir vor, du könntest die Zeit in Fetzen reißen, alles neu zusammensetzen und dann noch mal im Mosaik leben“, sagt Marie und lacht. Sie sagt öfter solche Sachen. Und sie lacht die ganze Zeit. Deshalb hat Nils sich in Marie verliebt und kaut nun Mangostücke, die sie von der Frucht schneidet und ihm in den Mund schiebt, obwohl er sich nichts daraus macht. Nichts aus Obst und eigentlich auch nichts aus solch schrägen Gedanken, wie Marie sie immer hat. Aber heute scheint die Sonne. <a href="http://himmelende.de/2009/04/26/sonnenblume/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Stell dir vor, du könntest die Zeit in Fetzen reißen, alles neu zusammensetzen und dann noch mal im Mosaik leben“, sagt Marie und lacht. Sie sagt öfter solche Sachen. Und sie lacht die ganze Zeit. Deshalb hat Nils sich in Marie verliebt und kaut nun Mangostücke, die sie von der Frucht schneidet und ihm in den Mund schiebt, obwohl er sich nichts daraus macht. Nichts aus Obst und eigentlich auch nichts aus solch schrägen Gedanken, wie Marie sie immer hat. Aber heute scheint die Sonne.</p>
<p>Gestern Abend, an seinem achtzehnten Geburtstag, hat Marie ihn zum ersten Mal geküsst, und weil sie es beide noch nicht anders kennen, war das ein Kuss, der bedeutet: Jetzt gehören wir zusammen. Er liegt auf dem Rücken, an seinen nackten Füßen kitzelt das Gras und in seinem Gesicht kitzeln Maries Locken. Als er die Augen einen Spaltbreit öffnet, sieht er flirrendes Gold. Ihr blondes Haar riecht nach Sommer. Ein bisschen ungewaschen, nach Baggersee, Blütenstaub und „Sunflower“, ihrem Parfüm. „Interessant wären die Stellen, an denen sich die einzelnen Fetzen überlappen“, geht er auf ihr Gedankenspiel ein, doch sie kichert und hat die Zeitfetzen offenbar schon wieder vergessen. „Ich hol uns ein Eis.“ Auch das ist typisch für sie. Sie fragt gar nicht, ob er überhaupt will. Noch stört ihn das nicht, noch macht es ihn nur verliebter in sie, denn er hat tatsächlich vorhin an Eis gedacht. Sie kann Gedanken lesen, denkt er. Meine Gedanken. Später werden ihn solche Situationen wütend machen, genau wie ihre Sprunghaftigkeit, erst nur ganz wenig und irgendwann richtig, obwohl sie immer noch oft seine Wünsche errät. Aber darauf kommt es nicht immer an.</p>
<p>Jetzt kehrt sie zurück, mit genau der Sorte, die er sich gewünscht hat, was nicht schwierig war, denn er hat sich gewünscht, dasselbe zu essen wie sie. Zwei Cornetto Zitrone also in ihren Händen. Er greift nach einem, da hält sie ihn fest. &#8220;Erst einen Kuss!&#8221; Sie ist eine, die immer bekommt, was sie will. So ein Glück, Glück, Glück, dass sie ihn gewollt hat. Will. Er ist das, was man einen Spätzünder nennt, während sie schon einige Jungs gehabt hat vor ihm. Zumindest erzählt man sich das, weil sie so hübsch ist und so lustig und weil sie die angeblichen Affären nie leugnet. Irgenwann wird er erfahren, dass die Hälfte der Geschichten nicht stimmt. Die andere Hälfte aber doch, und die genügt ihm eigentlich schon. Er wäre gern ihr erster Mann, und die Vorstellung von Marie in den Armen eines anderen macht ihn krank. Gleichzeitig spannt seine Badehose, wenn er daran denkt, und er dreht sich auf den Bauch. Da spürt er ihren Körper auf seinem Rücken, ihre Brüste auf seinen Schulterblättern, ihre Lippen auf seinem Ohr, ihre Zunge an seinem Hals. &#8220;Das ist unfair!&#8221;, stöhnt er und beißt sich die Lippe rot. Bloß nicht hier, bloß nicht jetzt! Sie lacht und rutscht weiter auf ihm herum. Leckt das Eis ab, das auf seine Haut tropft. Nicht besonders raffiniert oder geschickt, aber so unbekümmert und selbstverständlich, dass es ihn wahnsinnig macht. Marie!</p>
<p>Nils und Marie lieben einander zweieinhalb Sommer lang. Sie ist das erste Mädchen, für das er Blumen pflückt, das erste, für das er die Schule schwänzt (bis dahin galt er als Streber), das erste, für das er Gedichte schreibt (tatsächlich!) und das erste, mit dem er schläft. Das Ende kommt schleichend und unspektakulär. Irgendwann ist ihre gemeinsame Zeit vorbei, Marie spürt und sagt es als erste, doch in Nils regt sich wenig Widerspruch. Bei der letzten Umarmung weinen beide und wollen einander nicht loslassen, doch ein wenig erleichtert sind sie doch. Jetzt kann das Leben weitergehen, Freiheit, all die Möglichkeiten, auf die Plätze, fertig, los. Wenige Monate später geht Marie als Au-pair-Mädchen nach Los Angeles und bleibt länger als geplant, beinahe zwei Jahre. Man sagt, die sei die Freundin eines amerikanischen Seifenopern-Stars geworden, doch Nils bekommt davon wenig mit, da er die Kleinstadt zum Studieren verlassen hat und sein Leben nun ein anderes ist, eins ohne Marie. Als sie zurückkommt und ihn besucht, ist ihr Haar geglättet, auf Kinnlänge gekürzt und noch blonder als zuvor. &#8220;Die Sonne!&#8221; erklärt sie strahlend und fällt ihm um den Hals. Er erwidert ihre Umarmung. Sie ist ihm fremd. Einen Kaffee trinken sie dennoch zusammen und dann drei Gläser Wein, worauf es zum Kuss kommt und ganz selbstverständlich eins zum anderen führt. Maries Bewegungen sind routiniert, ihre Zunge, ihre Hände machen alles richtig, so richtig, dass Nils vor lauter Perfektion fast die Lust vergeht. Doch nach einer Weile wird sie weich und verspielt und fast wieder seine Marie. Zwei Wochen lang schlafen sie miteinander, so oft es geht, bis ihnen schwindlig ist vor Erschöpfung, ihre Haut ganz wund und ihre Haare verklebt. Dann ist es endgültig vorbei.</p>
<p>Marie ist der Anfang. Nach ihr liebt Nils einige, und als er in einem Alter ist, in dem Männer gewöhnlich heiraten, heiratet er die Frau, die er zu diesem Zeitpunkt liebt, was nicht die schlechteste Wahl ist, vielleicht sogar die beste. Sie bekommen eine Tochter, die rabenschwarzes Haar hat wie ihre Mutter und die er liebt wie keinen Menschen zuvor. Wenige Wochen nach ihrem achten Geburtstag liegt er mit ihr am See, streicht ihr über den Kopf, über die maisgelben Spängchen, die Stirn und wundert sich über die kleine Grübelfalte zwischen ihren Brauen. Die Sonne brennt. &#8220;Mein ernstes Mädchen&#8221;, denkt er voll Sehnsucht und Sorge und Zärtlichkeit, doch da erhellt sich plötzlich ihr Gesicht, und die dunkelbraunen Augen blitzen, als wären sie blau. &#8220;Papa&#8221;, fragt sie, &#8220;kann das sein, dass ich gleichzeitig hier bin und ganz woanders? Dass mein Leben viele Knicke hat und ich vielleicht gleichzeitig ich und schon ganz alt bin oder jemand anders?&#8221; Sie schüttelt den Kopf, denkt noch mal kurz nach. „Oder nein, jemand anders vielleicht nicht. Aber ich in alt, das glaube ich manchmal schon, dass das geht. Oder, Papa?“ Er streicht ihr weiter übers Haar. Maries Mosaik. Etwas kitzelt in seinem Gesicht. Er steht auf, kauft Zitroneneis und stolpert beinahe über einen herumliegenden Ast. Schließlich sagt er: &#8220;Ja, mein Engel. Ja, das kann sein.&#8221;</p>
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		<title>A Complete History Of My Sexual Failures</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 11:53:47 +0000</pubDate>
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<p>via <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o9qH2PleUtQ&amp;feature=player_embedded">YouTube &#8211; A Complete History Of My Sexual Failures Trailer</a>.</p>
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		<title>Pferdeporno</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 11:36:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Pferdeanzeigen im Tiermarktteil der Zeitung haben schon so ein bisschen was von Sexkontakt-Annonce: &#8220;Unsere jungen Warmblutstuten (geritten) suchen dring. ein liebevolles Zuhause, nur an priv. Tel.0171/345678&#8243;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pferdeanzeigen im Tiermarktteil der Zeitung haben schon so ein bisschen was von Sexkontakt-Annonce:</p>
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		<title>Wortglauberei 22</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 07:47:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Datenaffäre Lidl machte es, die Deutsche Bahn machte es, Airbus auch: Daten ihrer Mitarbeiter und Geschäftspartner ausspionieren, zumeist an den Gesetzen vorbei, was die Sache erst zur Affäre macht. Nur ich frage mich: können Daten untereinander Affären haben? Die kleine &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/04/09/wortglauberei-22/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Datenaffäre</em><br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/837/464437/text/">Lidl</a> machte es, die <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,616090,00.html">Deutsche Bahn </a>machte es, <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/175/463780/text/">Airbus</a> auch: Daten ihrer Mitarbeiter und Geschäftspartner ausspionieren, zumeist an den Gesetzen vorbei, was die Sache erst zur Affäre macht.<br />
Nur ich frage mich: können Daten untereinander Affären haben? Die kleine rothaarige &#8220;private Telefongespräche&#8221; Information mit der braungebräunten &#8220;Angabe zum Geschlecht&#8221;? Wer geht da mit wem? Und wer hüpft durch welche Betten? Da gehts bestimmt heißer her als bei der Verbotenen Liebe oder GZSZ oder dem Denver Clan.</p>
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		<title>Froschkönigin</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 19:35:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er malt sie immer in Grün. Obwohl sie die Farbe nicht mag. Sie hat es ihm mehrmals gesagt, erst sachlich, dann wütend, irgendwann resigniert, doch er greift weiter zu den grünen Farbtuben, tannendunkel, maihell, Wiesen, Meer und ihre Augen. Das ist der Punkt. "Du hast die schönsten Augen der Welt", sagt er oft. "So ein Grün habe ich nirgendwo sonst gesehen." Mag ja sein. "Ich bin das aber nicht", flüstert sie. "Grün ist nicht meine Farbe." "Ich sehe dich so", sagt er, und damit ist das Thema erledigt. Immer. <a href="http://himmelende.de/2009/04/07/froschkonigin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://juicyfruit.exblog.jp/"><img class="size-full wp-image-1891" title="090406-title" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/04/090406-title.jpg" alt="image by juicyfruit" width="500" height="149" /></a></p>
<p>Er malt sie immer in Grün. Obwohl sie die Farbe nicht mag. Sie hat es ihm mehrmals gesagt, erst sachlich, dann wütend, irgendwann resigniert, doch er greift weiter zu den grünen Farbtuben, tannendunkel, maihell, Wiesen, Meer und ihre Augen. Das ist der Punkt. &#8220;Du hast die schönsten Augen der Welt&#8221;, sagt er oft. &#8220;So ein Grün habe ich nirgendwo sonst gesehen.&#8221; Mag ja sein. &#8220;Ich bin das aber nicht&#8221;, flüstert sie. &#8220;Grün ist nicht meine Farbe.&#8221; &#8220;Ich sehe dich so&#8221;, sagt er, und damit ist das Thema erledigt. Immer.</p>
<p>Einmal war sie schon so weit, ihn deshalb zu verlassen. Es kann ja keine Liebe sein, dachte sie, wenn er mich so anders sieht als ich mich selbst. &#8220;Es kann keine Liebe sein, wenn du mir vorschreibst, wie ich dich zu sehen habe&#8221;, sagte er. Nach dem Streit und den Tränen und dem Kuss und seinen Händen, ihren Händen, dem Rausch und der Erschöpfung blieb sie doch.</p>
<p>Manchmal träumt sie davon, dass er ihren nackten Körper bemalt, spürt die Pinselstriche, die nasse Farbe, sanft und kühl, dann sein Gewicht, wenn er sie nimmt, auf dem alten, schweren Tisch in seinem Atelier, auch im Traum zerkratzen ihr die angetrockneten Farbreste darauf den Rücken, doch die Striemen sind grün und irgendwann merkt sie, wie ihre Haut sich verfärbt, erst die Finger, dann die Arme, Brüste, Beine, Hals, Gesicht, ist das der Tod? Vielleicht. Dann erwacht sie. Mit Wolken im Kopf und in den Gliedern.</p>
<p>Er ist 15 Jahre älter als sie, und manchmal ist das ein Problem. Wenn sie mit ihm wachsen möchte und merkt, dass er ihren Weg längst gegangen ist. Dann wächst nur die Einsamkeit, und meistens schläft sie in solchen Momenten mit ihm, um zu vergessen und die Unterschiede zu verschmelzen, das funktioniert. Sie hätte gern ein Kind mit ihm. Es hätte seine schwarzen Locken und karamellfarbene Haut, seine große schiefe Nase und diese Zartbitter-Augen, vielleicht ihren fein geschwungenen Mund, ein zartes Mädchen mit ihrer beider Seelen im kleinen Gesicht.</p>
<p>An ihrem 30. Geburtstag führt er sie in sein Atelier, sie mag den Geruch dort und die Atmosphäre, die zärtlichwarme Kälte, den Boden aus Beton. Doch in der Mitte des Raumes ist wieder sie selbst in Grün, zwei mal zwei Meter, ihr Gesicht, ihre Brüste, ihre Hände, ihr Haar, Grün in Grün, als wäre sie eine Zimmerpflanze, lebendig, aber stumm. &#8220;Das bin ich nicht&#8221;, sagt sie leise, der Satz fühlt sich leer an in ihrem Mund, doch zum ersten Mal antwortet er anders als sonst, antwortet: &#8220;Ich weiß&#8221;, und zieht sie an sich. &#8220;Wir übermalen es.&#8221;<br />
&#8220;Wir?&#8221;, fragt sie, da drückt er schon eine rote Farbtube über der Leinwand aus, kleckst damit ein Herz auf das Bild, sie muss lachen, &#8220;du bist albern&#8221;, aber dann wischt sie mit der Hand durch das Herz, über ihre grünen Brüste, die trockene Farbe darunter kratzt, sie greift zu Gelb und Orange und Blau, malt mit den Händen, er sieht ihr zu, setzt hier und da eine Linie, die ihr farbiges Chaos im Zaum hält, ist das noch ein Mensch, den sie da malen? Ja, denkt sie, ein Mensch von innen. Oder zwei. Sie küsst ihn auf den Mund und lacht, singt &#8220;Will you love me tomorrow?&#8221;, ihr Lied.</p>
<p>Sie hat es gesungen, damals in der verrauchten Kneipe, die es nicht mehr gibt und in der sie als Studentin einge Mal aufgetreten ist. Sie mochte es, wie er sie ansah dabei, ja, morgen werde ich dich lieben, aber vielleicht schon heute Nacht. So kam es. Am nächsten Morgen betrachtete sie die feinen Fältchen um seine Augen die kleine Narbe am Kinn, das erste Grau in seinem Haar, alles an ihm rührte sie, wenn er schlief, und alles an ihm erregte sie, wenn er erwacht war. Sie kam jede Nacht, in der ersten Woche, er kam jede Nacht, sechs Jahre ist das her, irgendwann zog sie bei ihm ein, sie singt nur noch manchmal und nur noch für ihn. &#8220;Du bist ihm verfallen&#8221;, sagte eine Freundin, die es als Warnung meinte, doch ihr gefiel der Satz. Und die Vorstellung.</p>
<p>&#8220;Tomorrow and forever&#8221;, sagt er mit seinem Londoner Akzent, den sie liebt, und lächelt. Es ist das erste Mal, dass sie ihm glaubt. Ihre verschlungenen Hände auf der Leinwand, die schmatzende Farbe auf ihrer Haut, das ist das Glück, denkt sie, das Glück, das Glück, die Sonne und ja, auch das Meer, ein Kuss voller Farben, Sekunden voll Licht, das Leben, halt mich, doch diesmal fällt er, fällt, oder sie beide, wer weiß das schon, sie rollen über den Boden, ein Eimer voll schmutzigem Wasser kippt um, sie lachen und weinen und halten sich. Ihr weißes Kleid ist fleckig, sie guckt es an und lacht. &#8220;Ich bin ein fleischgewordenes Klischee!&#8221;<br />
&#8220;Wir beide&#8221;, sagt er und schiebt seine Hände unter den groben Stoff, seine farbigen Hände voller Farbe, erneut muss sie lachen deshalb und er mit ihr, sie küsst seinen dunklen Mund, die großen, weichen Lippen, sein unrasiertes, raues Kinn, küsst und küsst, jetzt ist sie über ihm, er lässt seine Hände von ihr, legt sie hinter den Kopf auf den Boden, sieht zu, wie sie das Kleid auszieht, darunter trägt sie nichts, wozu, sie sind zu Hause, zu Hause, so fühlt es sich an.<br />
Sie öffnet seine Jeans, sein Hemd, zieht ihn aus, spürt ihn in sich, es dauert nicht lange, und die Farben verschwimmen vor ihren halb geöffneten Augen, der Raum dreht sich im Kreis, Zittern, Rausch, Liebe und alles, dann zuckende Stille, leise Tränen und Licht in den Pfützen um sie herum.<br />
Die Augen hatte sie ausgespart auf dem Bild, sie blitzen immer noch grün, wie zwei junge Buchenblätter, es stört sie nicht mehr, sie kugeln über den Boden, &#8220;bleib in mir&#8221;, bittet sie, doch natürlich gelingt das nicht, sein Körper wärmt sie dennoch, sie küsst ihm einen Tropfen von der Schulter und ist ihm nah wie noch nie.<br />
Das war im Frühling.</p>
<p>Im Winter verlässt sie ihn mit der neugeborenen Tochter für einen jungen, schwedischen Dichter mit sanften Händen, Flausen im Kopf und einem Hausboot in Amsterdam. Ein Irrtum, den der Vater geduldig hinnimmt und der vielleicht auch keiner ist. Der Dichter singt dem Baby alte Liebeslieder vor, bei denen es nur selten einschläft, es schläft überhaupt weniger als gedacht. Dafür schläft der Dichter mit der Mutter, Nacht für Nacht, und jede Nacht ein bisschen zu lange. Bald wird er müde. Es ist eine ansteckende Müdigkeit, die sich paart mit plötzlicher Sehnsucht, und so kommt es, dass die Suche dann doch zu Ende ist. Noch bevor die Kleine das erste Mal zahnt, kehrt die Mutter mit ihr nach Hause zurück.</p>
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		<title>Ich verlor mein Herz auf einer Auktion für Minderjährige</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 21:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[sex]]></category>
		<category><![CDATA[zorn]]></category>

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		<description><![CDATA[Zornprophet Benjamin Green vom Vice Magazine findet deutliche Worte. Sein Stil ist für mich momentan das perfekte Heilmittel gegen eine inflationär auftauchende Alltagsbullshittigkeit, die mir seit ein paar Tagen literweise über den Kopf gekübelt wird. Also danke, Mr. Green, für &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/03/24/ich-verlor-mein-herz-auf-einer-auktion-fur-minderjahrige/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zornprophet Benjamin Green vom Vice Magazine <a href="http://vice.typepad.com/vice_germany/2009/03/ich-verlor-mein.html">findet deutliche Worte</a>.<br />
Sein Stil ist für mich momentan das perfekte Heilmittel gegen eine inflationär auftauchende Alltagsbullshittigkeit, die mir seit ein paar Tagen literweise über den Kopf gekübelt wird. Also danke, Mr. Green, für ihren tendenziösen Grundgroll. Und bitte: mehr davon.</p>
<blockquote><p>&#8220;Mit Mädchen ausgehen ist richtig beschissen, weil du die ganze Zeit damit beschäftigt bist, zu kontrollieren, ob ihr beide exakt den richtigen Pegel habt. Sie muss betrunken genug sein, dass sie denkt, du bist nett. Dann musst du wiederum so betrunken sein, dass du denkst, das sei sexy. Weil du dann aber betrunken bist, muss sie noch einen Tick betrunkener sein, um deine Dreistigkeit als Ironie aufzufassen und dann musst du betrunken genug sein, um tatsächlich das mit dem Sex noch zu probieren—und zwar ohne dass du vor lauter Betrunkenheit deinen Ständer auf der Taxifahrt einbüßt und dein Schwanz sich beim restlichen Rummachen anfühlt wie Kacke im Ballon. Natürlich könntest du auch noch ein bisschen koksen, aber wenn sie nicht gerade eine 46-jährige Speedschlampe ist, dürfte sie eher anfangen zu heulen, wenn du sie auf der Toilette zu ein paar Lines überreden willst. Es muss doch irgendwie einen einfacheren Weg geben, ein nettes Mädchen klarzumachen, als ihren Alkoholpegel zu manipulieren. Oh, warte mal, na klar, die alljährliche Auktion für minderjährige Zigeunerbräute steht mal wieder vor der Tür&#8230;&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Das waren wir. Erinnerungen an ein halbes Jahr.</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 11:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gewitterhexe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
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		<category><![CDATA[sehnsucht]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit du gegangen bist, ist mein Körper traurig. Weinen kann ich kaum. Die Trauer ist tief in mir vergraben. Ich lenke mich bis zur Erschöpfung ab, lese, bis mir die Augen zufallen, bin so abgelenkt wie möglich und so wenig &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/03/14/das-waren-wir-erinnerungen-an-ein-halbes-jahr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit du gegangen bist, ist mein Körper traurig. Weinen kann ich kaum.<br />
Die Trauer ist tief in mir vergraben. Ich lenke mich bis zur Erschöpfung<br />
ab, lese, bis mir die Augen zufallen, bin so abgelenkt wie möglich und<br />
so wenig traurig wie nur irgend geht.</p>
<p>Unser erster Kuss hat mir nichts bedeutet, du weißt. Ich erzählte es dir<br />
Monate später. Es war eine Laune, es war Sommer, es war eine warme<br />
Nacht, es wurde schon wieder Morgen. Warum ich es tat, das kann ich<br />
bis heute nicht mit Sicherheit sagen, aber ich weiß, es war nicht, weil ich<br />
dich wollte. Nicht so. Das kam erst später. Als meine Hand frisch operiert<br />
und verbunden war, unser erstes Wochenende. Wir verbrachten viel mehr<br />
Zeit miteinander als geplant, aus einem Kaffee wurde ein ganzes langes<br />
Wochenende, das letzte Wochenende des Sommers (so zumindest<br />
erinnere ich es). Wir kannten uns noch kaum, doch etwas in meinem<br />
Inneren sagte „vertrau ihm“ und ich vertraute dir und es war das<br />
Selbstverständlichste von der Welt, als ich zu dir sagte „zieh mich aus“<br />
und „zieh mich an“ und „schneide mir bitte eine Scheibe Brot“. Als du<br />
zum ersten Mal mit mir in meinem kleinen Bett übernachtet hast, als ich<br />
erwachte, als ich mich in deinen Armen fühlte wie im Sonnenschein. Ich<br />
fühlte mich angekommen. Wir konnten uns danach nie einigen, an<br />
welchem Tag unser Wir begonnen hatte, aber für mich war es klar: es<br />
war jener, als ich morgens neben dir erwachte und mich in deiner Wärme<br />
sonnte.</p>
<p>Unsere Beziehung war nicht einfach, viel gemeinsam haben wir nicht. Du<br />
magst amerikanische Serien und ich deutsches Autorenkino, ich gehe gern<br />
in Museen, du prinzipiell nicht. Meine bunten Socken fandest du kindisch,<br />
ich dein Zimmer viel zu karg. Ich koche gern und wenn du wieder Nudeln<br />
mit Pesto und Gouda essen wolltest, konnte ich mich des Gefühls nicht<br />
erwehren, du gibst dir keine Mühe für uns. Ich mache gern Komplimente,<br />
du warst sparsam damit und davon peinlich berührt. Es hat Monate<br />
gedauert, bis sich unsere Körper miteinander bekannt gemacht und<br />
angefreundet hatten.</p>
<p>Mir fiel es schwer zu sagen, was ich an dir mochte, dir erging es ebenso.<br />
Ich hatte immer Hunger nach Liebe, an dir, bei dir und mit dir wurde ich<br />
nicht satt, du hast das wohl gespürt. Ich fühlte mich ungenügend, weil du<br />
mit deiner Zuneigung so sparsam warst, du fühltest dich ungenügend,<br />
weil ich immer nach mehr verlangte, als du zu geben bereit warst (oder<br />
geben konntest, ich weiß es nicht). Unzulänglichkeiten. Unzufriedenheit.<br />
Unglück.</p>
<p>Ich wollte gern mit dir Alltag teilen, aber nicht Alltag für dich sein, doch<br />
viel zu oft fühlte es sich für mich so an.</p>
<p>Und doch hatte ich in den letzten Wochen das Gefühl, dass wir einander<br />
näher rücken. Eine Erinnerung, die noch ganz frisch ist: Nach einer Party<br />
gehen wir durch die nächtliche Stadt zu dir, du schließt deine Augen,<br />
willst von mir so heimgeführt werden. Die Löcher im Asphalt, die<br />
Bordsteine, die Ampel, meine Beschreibung der Welt und die Geräusche<br />
der Autos, der Passanten, der Vögel, dienen dir als Orientierung. Du<br />
warst so konzentriert und ich meine zu spüren, es bereitet dir große<br />
Freude. Und ich freue mich an deiner Freude und ich bin von deinem<br />
Vertrauen so gerührt.</p>
<p>Und doch war die Wärme deines Rückens, wenn ich mich an ihn<br />
schmiegte, für mich trotz allem stets viel mehr als nur dies: ein warmer<br />
Rücken.</p>
<p>Mir ist zu kalt, mir ist zu warm, ich bin erschöpft, ich kann nicht schlafen.<br />
Ich erwache so müde, wie ich am Abend zu Bett gegangen bin, an meine<br />
Träume kann ich mich nicht erinnern, nur ihre Schwere spüren. Mein<br />
Körper trauert, er vermisst dich schon mit aller Wucht, er vermisst deinen<br />
Körper, deine Haut, deine Wärme. Er vermisst dich auf eine ganz eigene<br />
Weise; er spürt genau, was ich noch längst nicht verstehen will,<br />
verstehen kann: dass wir für immer das letzte mal Haut an Haut waren.<br />
Dass unsere Beziehung zwar mehr als etwas Halbes, aber auch nichts<br />
Ganzes war, dass niemand ein halbes oder ein zweidrittel Glück will, dass<br />
das weh tut, für die eine mehr und den anderen weniger, aber letztlich<br />
für beide.</p>
<p>Es ist Februar und überall sind Vögel. Es ist Nacht, es regnet. In meinem<br />
Hinterhof singt ein Vogel wie im Frühling und das ist weniger als ich noch<br />
vor Tagen vom Leben erwartet habe und mehr als ich mir momentan zu<br />
erhoffen wage. Ein kleines, kostbares Glück. Über die nächtliche,<br />
regnerische Stadt ziehen die Kraniche, sie schreien, sie kommen schon<br />
aus dem Süden. Hoch oben, auf einem Hügel nahe beim Dorf meiner<br />
Kindheit sitzen die schwarzen großen Raben in den Bäumen über den<br />
Feldern, über den Disteln, über den Steinen. Hier scheint sich alles zu<br />
schließen, ist das Regression oder bin ich am Anfang, um von hier aus<br />
neu beginnen zu können, brauche ich diesen Punkt, um mich von hier aus<br />
abstoßen können, alles auf Start, rewind and play.</p>
<p><em>and out through the chimney<br />
and into the sky<br />
the clouds they are empty<br />
and a bird flies by </em></p>
<p>Wie du zur Begrüßung im Kreis winkst,<br />
wie du trinkst und dann ein zufriedenes Geräusch machst wie in der<br />
Werbung,<br />
wie du deine Stirn in Falten legst, wie sie sich entspannt, selten aber<br />
manchmal,<br />
wie du beim Zähne putzen Gymnastik machst,<br />
wie sich dein Hinterkopf in meiner hohlen Hand anfühlt,<br />
wie du uns zum Frühstück Espresso mit Milchschaum zubereitest und Ei<br />
und Brot und Müsli,<br />
wie wir uns nahe sind, Hand in Hand, Bauch an Rücken und Rücken an<br />
Bauch.</p>
<p>All das wird bleiben, nah und warm. Und es gibt keinen Grund, dir<br />
wütend und von dir enttäuscht zu sein. Aber wir konnten einander kein<br />
Glück sein. Wir waren einander ungenügend, wohl nicht einmal<br />
ausreichend, schon gar nicht: gut. Zumindest nicht unter dem Strich,<br />
zumindest nicht, wenn du ihn ziehst. Das habe ich verstanden. Es hat<br />
seine Richtigkeit. Doch sehe ich es trotz allem anders, zumindest noch<br />
jetzt; und verstehen ist nicht dasselbe wie überstehen, das sangen schon<br />
die Sterne. Und eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.</p>
<p>„Auf Wiedersehen. Wenn du magst“ hast du zum Schluss gesagt.</p>
<p>Lass mir Zeit.</p>
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		<title>Defekte Gefühle</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 10:24:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bas</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0519.jpg" rel="lightbox[1601]"><img src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0519-225x300.jpg" alt="Defekte Gefühle" title="Defekte Gefühle" width="225" height="300" class="aligncenter size-medium wp-image-1602" /></a></p>
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