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	<title>Himmelende &#187; traum</title>
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	<description>Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.</description>
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		<title>Herbstglühen</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 13:39:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Rot und Blau?&#8221; &#8220;Lila!&#8221; &#8220;Blau und Gelb?&#8221; &#8220;Grün!&#8221; &#8220;Gelb und Rot?&#8221; &#8220;Orange!&#8221; &#8220;Alles zusammen?&#8221; &#8220;Bunt!&#8221; &#8220;Nicht ganz. Das heißt, zuerst schon, aber dann &#8230; Pass auf, wir mischen mal. Guck!&#8221; &#8220;Matsche!&#8221; Kichernd. Wir malen und matschen. Essen Maroni aus dem &#8230; <a href="http://himmelende.de/2012/02/12/herbstgluhen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Rot und Blau?&#8221;<br />
&#8220;Lila!&#8221;<br />
&#8220;Blau und Gelb?&#8221;<br />
&#8220;Grün!&#8221;<br />
&#8220;Gelb und Rot?&#8221;<br />
&#8220;Orange!&#8221;<br />
&#8220;Alles zusammen?&#8221;<br />
&#8220;Bunt!&#8221;<br />
&#8220;Nicht ganz. Das heißt, zuerst schon, aber dann &#8230; Pass auf, wir mischen mal. Guck!&#8221;<br />
&#8220;Matsche!&#8221; Kichernd.<br />
Wir malen und matschen. Essen Maroni aus dem Ofen. Fühlen uns ganz Herbst. Lailas milchkaffeefarbene Händchen sind bedeckt mit bunten Sprenkeln.</p>
<p>Ich pinsle welke Blumen aufs Papier, aber das sage ich der Kleinen nicht. Stattdessen behaupte ich, es seien Schlangen. Freundliche, ungiftige Baby-Schlangen, die Hunger haben, und deswegen male ich ihnen Kuchen. Um den welligen Linien das Florale zu nehmen, kleckse ich ockergelbe, gleichmäßige Muster darauf. Laila lacht und pustet sich eine dunkle Locke aus der Stirn.</p>
<p>Meine Liebe zu dir habe ich brutal aus meinem Herzen gerissen, mitsamt den Wurzeln und Blättern und Blüten. Jetzt liegt sie irgendwo in mir herum, während ich meistens darauf hoffe, dass sie stirbt, sie manchmal sogar vergesse. An anderen Tagen betrachte ich besorgt die Wurzeln, streiche zärtlich darüber und frage mich, ob sie noch stark genug sind, um wieder zu greifen, wenn man sie endlich in saftige Erde steckte.</p>
<p>Ich warte darauf, im Treppenhaus deine Schritte zu hören, halte den Atem an, damit ich sie nicht verpasse. Als könne ich dir ein wenig nah sein, durch dieses alberne Lauschen und das Knirschen der Stufen. Dich im selben Haus zu wissen, zerkratzt mir das Herz, und doch war ich froh, wie elektrisiert, als Marc mich bat, auf seine Tochter aufzupassen heute Nachmittag.<br />
Vor einigen Wochen hätte ich sogar beinahe mit ihm geschlafen deshalb. Wegen seiner Nähe zu dir. Er ist dein bester Freund, ich hätte mir vorgestellt, dass ich einen Teil von dir berühre, und vielleicht hätte Marc dir davon erzählt und dass es schön war mit mir. Du hättest dich erinnert an unsere Nächte und möglicherweise hätte es etwas in deiner Seele berührt, endlich einmal! Gerade noch bekam ich die Kurve und betrog mich nicht selbst.</p>
<p>&#8220;Bist du traurig?&#8221;, fragt Laila plötzlich besorgt, und ich nicke.<br />
&#8220;Nur ein bisschen, Maus.&#8221;<br />
Sie nimmt mich in den Arm. Da kann ich mich nicht mehr beherrschen, fange an zu weinen und schäme mich unendlich dafür.<br />
Das Kind dagegen nimmt es erstaunlich gelassen: &#8220;Jetzt putzt du dein Herz!&#8221;<br />
Ich lache wieder. Dann waschen wir uns die Hände und blättern in Bilderbüchern, bis es Abend wird. Um halb neun bringe ich Laila ins Bett, und bald darauf kommt Marc.</p>
<p>Wir trinken Kakao mit einem Schuss Rum, als ich bemerke, wie es in seinen Augen zu glitzern beginnt. Wie seine Hand zuckt, als wolle er nach der meinen greifen und könne sich nur mit Mühe beherrschen. Ich weiß nicht, was das in mir berührt und hoffe bloß, dass es nicht Mitgefühl ist oder die Angst vor der ewigen Leere. Etwas lässt mich näher rücken zu ihm und mit den Fingerspitzen seinen Handrücken streifen. Plötzlich begehre ich ihn, als hätte ich nie etwas anderes getan.</p>
<p>Er küsst meine Verblüffung weg, meine Tränen und dich. Beinahe vergesse ich zu atmen. Um Laila nicht zu wecken, sind wir ganz leise, langsam und sanft. Es ist, als könnte ich seinen Herzschlag mit meinem verschmelzen lassen, während unsere Körper einander finden. So voller Frieden, dass ich zittere und weine, als ich komme, und gar nicht mehr aufhören kann.</p>
<p>Später starre ich in die Dunkelheit. Ich weiß nicht, wie es uns gelingen wird, mit der Verschiebung der Dinge umzugehen, Marc, Laila, dir und mir. Ich weiß nicht, was wird aus den welken Blumen, ob sie zerfallen werden zu Dünger, auf dem eine neue Liebe gedeiht. Ob ich darauf Einfluss habe und wenn ja, wieviel.<br />
Da sammeln wir alle Narben auf unseren Herzen, und vielleicht, wer weiß, erkennen wir eines Tages Muster darin, deren Schönheit wir fühlen und annehmen können. Ich hoffe darauf, während ich Marcs Wärme in meinem Rücken spüre. Mich kaum zu rühren wage, aus lauter Angst, der Moment könne schneller vergehen dadurch. Irgendwann schlafe ich ein und träume von einem Meer aus raschelndem Laub.<br />
Am nächsten Morgen krabbelt Laila zu uns ins Bett und strahlt.</p>
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		<title>Märchensplitter</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jun 2011 14:04:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
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		<category><![CDATA[märchen]]></category>
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		<description><![CDATA[Das war keine Zeit, als wir uns fanden und wieder verloren, keine Zeit, kein Raum, keine Wirklichkeit. Etwas stand still, da waren nur noch wir, gefangen in einem Märchen, und alles, was glänzte, war Gold. Es war einmal ein Mädchen &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/06/18/marchensplitter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war keine Zeit, als wir uns fanden und wieder verloren, keine Zeit,  kein Raum, keine Wirklichkeit. Etwas stand still, da waren nur noch wir,  gefangen in einem Märchen, und alles, was glänzte, war Gold.</p>
<p>Es  war einmal ein Mädchen mit bernsteinfarbenem Haar und Lippen weich wie  Rosenblättern, mit Augen, grün wie das Meer und Händen, gemacht, um  Klavier zu spielen, um Katzenkinder zu streicheln und irgendwann einen  Prinzen aus einer anderen Welt.<br />
Das war ich in meinen Gedanken.<br />
Die  Wahrheit, wenn man sie so nennen will, lag knapp daneben. Mein Haar  glänzte matt in rötlichem Blond und in das Grün meiner Augen mischten  sich all die Farben, die keine Namen hatten oder nur erfundene, die  niemand kennt. Ich besaß ein Keyboard, das ich selten hervorzog, und  meine Katze Scharsad war schon 13, wenn auch verschmust wie ein Baby.</p>
<p>An  meinem 20. Geburtstag fühlte ich mich so alt, dass ich mir überlegte zu  sterben, aber dazu war ich nicht unglücklich genug. Außerdem kamst  plötzlich du. Nichts an dir war wirklich schön, aber du konntest einem  in die Augen sehen wie kaum ein Junge in deinem Alter. Manche lernen das  nie und wer es lernt, dem sieht man die Anstrengung oft an, mit der er  sein Können erarbeitet hat. Du dagegen musstest über deinen Blick nicht  nachdenken, weil er zu dir gehörte wie dein Lächeln, deine Beine, dein  Haar, du sahst mich an, so warm und offen und auf irritierend  sympathische Art überlegen. Spöttisch gar, als wüsstest du um meine  zittrigen Knie.</p>
<p>&#8220;Herzlichen Glückwunsch.&#8221; Dein Atem roch nach Rauch.  Wir kannten uns nicht, aber jemand hatte dir gesagt, wer ich bin.  Geburtstagskind. Ich glaube, du hast mich sogar umarmt, zumindest ein  bisschen.<br />
Du trugst eine schwere, schwarze Kunstlederjacke  wie beinahe alle Jungs in dieser Zeit und kamst mit einem Freund in die  Kneipe, in der ich mich feiern ließ. Mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit gehörtet ihr für den Rest des Abends zu uns.<br />
Ich trank aus deinem Glas, und die anderen grinsten. Nur Steve nicht, der in mich verliebt war, wie er mir später einmal gestand. Als die Kneipe schloss, zogen alle weiter und ließen dich und mich allein.</p>
<p>Der Mond stand tief in jener Nacht und leuchtete gelborange. Du erzähltest mir etwas von Lichtbrechung und Staubpartikeln in der Atmosphäre, bis du merktest, dass ich keine Erklärungen wollte, nur diese riesige Münze am Himmel und dich. Da nahmst du meine Hand, und alles war, wie es sollte.<br />
Wir kauften eine Flasche Sekt an der Tankstelle und legten uns damit in den Park. Zählten die Sterne und küssten uns Bilder ins Gesicht, was kitzelte und uns kichern ließ. Dann lagen wir, bis ich beinahe einschlief in deinem Arm.<br />
Ich träumte von  Tausendundeiner Nacht, was immerhin fast drei Jahre gewesen wären, aber unsere Stunden wiederholten sich nicht. Sie wurden, was sie bis heute sind, Juwelensplitter in meiner Erinnerung. Sommernachtslachen. Morgentau. Vergissmeinnicht.<br />
Schnell verloren wir uns aus den Augen.</p>
<p>Ich  wollte glauben, dass du gestorben bist, bei einem Motorradunfall, dass  dein letzter Gedanke mir galt und dem Mond, der wie eine Sonne war. In  Wahrheit hast du schon früh ein Haus gebaut im ödesten Vorort der Welt, du hast  Kinder bekommen mit einer Frau namens Nadine, man erzählte, ihr hättet euch gesucht und gefunden. So war es wohl auch. Die Jahre gingen ins Land, irgendwann folgten Sommernächte ohne dich und ohne dass du fehltest. Alles fügte sich.</p>
<p>Es war einmal eine Prinzessin mit bernsteinfarbenem Haar, die hatte in ihrem Schloss eine Geheimkammer entdeckt und darin glitzernde Schätze versteckt. Große, glänzende Steine aus Glas, auch hier und da einen echten Rubin oder Saphir, Diamanten und Splitter davon, einige schimmernde Perlen und Münzen aus Gold oder Silber, manche aus Blech. Es machte nicht immer einen Unterschied, wenn sie mit den Händen durch ihre Sammlung aus Kostbarkeiten strich, denn lächeln und weinen musste sie so oder so.</p>
<p>Wirklichkeit ist nur das, auf was wir uns alle einigen können. Nicht immer trifft sie den Kern der Dinge, und so wird Unsagbares in der Erzählung gern zum Traum. Wegen der Freiheit und all der Bilder.<br />
Da ich nicht gestorben bin, besitze ich den Schlüssel zur Kammer noch heute. Und das ist wohl so etwas wie ein Happy End.</p>
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		<title>Am Ufer (ein Traum und ein anderer)</title>
		<link>http://himmelende.de/2011/04/10/am-ufer-ein-traum-und-ein-anderer/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 12:52:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[journal intime]]></category>
		<category><![CDATA[sequenz]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennt ihr das: Ihr wacht aus einem Traum auf und könnt euch noch so halbwegs daran erinnern und je mehr ihr euch versucht daran zu erinnern, desto mehr verblasst das Bild, bis nur noch eine dumpfe Ahnung davon übrig ist? &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/04/10/am-ufer-ein-traum-und-ein-anderer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennt ihr das: Ihr wacht aus einem Traum auf und könnt euch noch so halbwegs daran erinnern und je mehr ihr euch versucht daran zu erinnern, desto mehr verblasst das Bild, bis nur noch eine dumpfe Ahnung davon übrig ist? Das ist so, als wäre man blind und versucht, nur mit den Fingerspitzen die Äste eines so zarten Konstrukts zu begreifen, die bei jeder Berührung wie Asche zerfallen und am Ende nur noch zwei Dinge übrig bleiben: Schatten und die Gewissheit, dass da mal etwas gewesen sein muss, denn der Aschehaufen beweist irgendwas, vielleicht auch gar nichts, aber daran möchte man nicht denken, sonst käme der Zweifel hoch und dann wäre doch alles bloß nichts.</p>
<p>Heute Nacht hatte ich einen virtuosen Traum. Ich bin mir sicher, denn ich kann mich daran erinnern, dass ich mich daran erinnern konnte. Vielschichtig und fragmentartig muss er gewesen sein, aber ich weiß nur noch von einem Mädchen, das kurze Sätze sagte, einfache Sätze, aber verdammt gute Sätze, so wahr und vielsagend und trotz ihrer prägnanten Kürze wahnsinnig auf den Punkt gebracht (seit ein paar Wochen habe ich mir aus Gründen der Dramaturgie, die mir als absolut unvermittelbar erscheinen angewöhnt, in jedem Himmelende-Eintrag mindestens einmal „wahnsinnig“ und / oder sämtliche Steigerungsformen davon unterzubringen).<br />
Der Zimmerboden war weiß, das Mädchen saß im Schoß einer Mutter, die ich kannte und beide lachten. Das Mädchen wendete sich zu mir und sprach. Haupt-, Nebensatz, Punkt. Und dann knisterte etwas in meinem Hirn und ich musste auch lachen, im Traum. Die Sätze des Mädchens waren so gut, dass ich bereits im Traum daran dachte, ich müsse sie mir unbedingt aufschreiben, nachdem ich erwachen werde. Das war einer dieser ganz seltenen Träume, in denen ich weiß, dass ich Träume; und ich kann es genießen und diesen Zustand scheinbar beliebig lange halten, wie wenn man auf dem Rücken liegend auf dem Wasser schwebt, Arme und Beine von sich gestreckt; man liegt ganz oben auf, wenn man tief eingeatmet hat; man hat es unter Kontrolle und kann es solange halten, bis man ausatmet und man glaubt zu versinken und die kalte Nahtstelle zwischen Wasser und Luft sich kreisförmig auf dem Gesicht schließt.<br />
Wenn ich ausatme ist mein Traum vorbei.</p>
<p>Jedenfalls, jetzt im Nachhinein betrachtet weiß ich aus diesem langen Traum nichts mehr, ausser dieser Episode mit dem Mädchen. Und an die Sätze dieses Mädchens kann ich mich auch nicht mehr erinnern, nur etwas mit Paris und Tod kamen darin vor. Aber das war alles nicht vergleichbar mit dem Traum von letzten Dienstag.</p>
<p>„In meinem Traum stehe ich an einem Fluss, der weniger Wasser trägt als sonst. Ich weiß das, weil ich den Fluss kenne; ein Teil seines Bettes liegt trocken, blankgeschliffene weiße Steine leuchten am Ufer unter der Vormittagssonne. Eine große Fläche, dort liegt ein morscher Baumstamm, Treibgut, eine Gruppe von Wildtieren schaart sich darum. Es müssen Hirsche sein, schöne Tiere mit großen Geweihen, die dort auf dieser freien Fläche um den Baum herumstehen. Ich gehe am Ufer entlang, das Wasser ist kristallen und es ist unmöglich, leise über die Steine zu gehen. Die Tiere sehen mich, richten alle Köpfe gleichzeitig in meine Richtung und springen davon. Sie sind sehr erschrocken. Obwohl ich keine böse Absichten hege und mich nur langsam und vorsichtig annähere weiß ich genau, dass sie nur auf der Flucht sind, weil ich etwas sehr Böses ausstrahle. Die Tiere verschwinden in den nahen Wald, nur hektisches Rascheln ist noch eine Weile zu hören und dann nichts. Aber ich täusche mich denn hinter dem Baumstamm muss noch ein letztes Tier zurückgeblieben sein, ich erkenne zunächst nur die Spitzen seines Geweihs und es schlägt wild um sich. Und dann höre ich ein Schnauben, lang und quälend verzerrt. Verzweiflung, hier bleiben zu müssen und Sehnsucht den anderen Tieren hinterher. Ich gehe um den Stamm herum und sehe, dass eines seiner Beine darunter eingeklemmt ist. Ich komme näher, das Tier kann mich nur aus dem Augenwinkel erkennen, es reagiert absolut panisch und weil es seinen Kopf nicht ganz in meine Richtung drehen kann verdreht es seine Augen. Sie sind weit aufgerissen und schwarzglänzend und aus seiner Schnauze trieft eine klare Flüssigkeit. Ich komme näher und die Angst des Tieres vor mir ist so unermesslich groß, dass es sich &#8211; nur einen stöhnenden kurzen Laut von sich gebend &#8211; in einer irren Bewegung das festgeklemmte Bein abreisst und davon humpelt, den anderen Tieren hinterher, viel schneller, als ein Tier auf drei Beinen laufen könnte.<br />
Von mir geht in diesem Traum etwas abgrundtief Böses aus. Das ist das einzige, das ich mit Sicherheit weiß.“</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=5867&amp;md5=8c5466f20206c615babce20eb0b8ccde" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Im Mandarinenwald</title>
		<link>http://himmelende.de/2011/02/27/im-mandarinenwald/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 18:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carmen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
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		<category><![CDATA[seele]]></category>
		<category><![CDATA[sehnsucht]]></category>
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		<description><![CDATA[„Orange ist die untraurigste Farbe der Welt!“, findet Leon und malt zwei dicke, apfelsinenfarbene Würmer mit lachenden Mündern, kugeligen Augen und blauen Haaren. Dann kritzelt er ihnen klumpige Füße und so etwas wie Hände, an denen sie einander halten. „Verliebte!“, &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/02/27/im-mandarinenwald/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Orange ist die untraurigste Farbe der Welt!“, findet Leon und malt zwei dicke, apfelsinenfarbene Würmer mit lachenden Mündern, kugeligen Augen und blauen Haaren. Dann kritzelt er ihnen klumpige Füße und so etwas wie Hände, an denen sie einander halten. „Verliebte!“, erklärt er und schämt sich ein bisschen dafür.  Legt den Kopf schief und patscht sich das Händchen auf Wange und Auge.<br />
„Verliebte küssen sich aber“, behauptet seine ältere Schwester Mia voll heiligen Ernstes.<br />
„Küssen ist traurig“, flüstert Leon, dabei ist er erst vier. Er weiß noch nichts von Sehnsucht, geschlossenen Augen und <em>„… mach mir ruhig etwas vor“</em>.</p>
<p>Meral  erschrickt. Hoffentlich! „Warst du schon mal verliebt, Leon?“<br />
„Neeeeeiiiiiin!“ Entrüstet. „Ich bin doch noch ein Kind!“<br />
„Klar, du hast recht. Dumm von mir.“ Erleichtert.<br />
Die Kinder lachen. „Dumm wie ein Flummi, dumm, dumm, dumm!“<br />
<em>Federleicht, unsichtbar tanzen dicke Apfelsinenwürmer durchs Zimmer. Ein heißer Sommertag. Es könnten meine sein</em>, denkt Meral. <em>Meine Kinder.</em></p>
<p>Sind es aber nicht. Mathis hat sie mit Anne bekommen. Mia wurde kaum ein Jahr nach seiner Trennung von Meral geboren, Leon zwei Jahre später. Der Schmerz vergeht nicht. Wahrscheinlich nie. Jeder schleppt ein paar ungelebte Leben mit sich herum, die einen mehr, die anderen weniger, die einen bringt es zum Weinen und Zweifeln, die anderen akzeptieren Träume als Teil ihrer Wirklichkeit.</p>
<p><em>Ungeschriebene Briefe, ungeküsste Küsse, nicht verwirklichte Pläne und verlorener Mut, all das. Was wohl zusammenkäme, könnten und würden wir jedem Impuls folgen, in einer Parallelwelt, mehreren Welten, jedem Impuls, jeder verrückten Idee, jeder Sehnsucht? Wieviele Verbrecher wären unter uns, wie viele Weltenbummler, wie viele Eltern, Millionäre, Huren? Welche Konsequenzen müssten wir tragen, wie viele gleichzeitig ablaufende Leben bräuchte jeder, wie viele Jahre kämen zusammen im Laufe eines Menschseins, 500, 1000, gar mehr?</em></p>
<p>Gedankenspiele. Zeitvertreib. Außerhalb ihrer Fantasie hat Meral keine Kinder von Mathis bekommen, Punkt. Nicht von Mathis und auch sonst von niemandem. Mia und Leon verkörpern eine Liebe, die hätte sein können. Und doch sind die beiden Kleinen ihr Glück.</p>
<p>Vor zwei Tagen ist Anne verschwunden. Musste mal raus, hatte sie Mathis in einem Brief geschrieben. Könne nicht mehr, sei ganz leer, verwirrt, brauche Abstand und Ruhe. Mathis hat Meral gebeten zu kommen und ihr den Brief gezeigt. Daraufhin fühlte sie alles und nichts. Küsste ihn schnell auf den Mund, und er küsste vor Schreck ein bisschen zurück. Sie taten sofort, als sei es nicht passiert, was machte es auch für einen Unterschied. Es war kein Kuss, der eine Antwort bedeutet oder eine Frage. Nur Leere und Traum. Dann kamen die Kinder ins Zimmer und zerbrachen versehentlich die Vase mit den halb verwelkten, flammenfarbenen Gerbera. Große Scherben. Niemand weinte.</p>
<p>„Sie kennen und mögen dich“, sagte Mathis später leise. „Kannst du&#8230;?“<br />
Meral nickte. „Wann brauchst du mich?“<br />
Jetzt ist sie hier, ohne ihn.<br />
„Bleibst du für immer?“, fragt Mia.<br />
Meral schüttelt den Kopf.<br />
Dann kommt, was kommen musste. Leon: „Wo ist Mama?“<br />
„Sie ist&#8230; muss nur&#8230; Ich&#8230; Ich weiß es nicht, Schatz.“<br />
„Sie braucht Urlaub von uns“, erklärt Mia und blickt auf den Boden.<br />
Meral nimmt sie in den Arm. „Hat sie das gesagt?“<br />
Mia schüttelt den Kopf, dann nickt sie. „Ich glaube.“ Ein paar Tränen kullern still über ihre Wangen.<br />
„Bestimmt kommt sie bald wieder&#8230;“ Meral drückt beide Kinder an sich. Ihre Haare duften nach Pfirsisch-Shampoo. „Lass uns ein bisschen rausgehen und spielen, ja?&#8221;<br />
Die Sonne brennt. Sie spielen Restaurant, backen Steinepizza, kochen Grasnudeln mit Hagebuttensoße und tanzen danach in der Sandkasten-Disko, bis alle wieder fröhlich sind und verschwitzt und erschöpft.</p>
<p><em>Ich verliere mich in einem fremden Leben,</em> <em>ich darf das nicht spüren, dieses Glück. Irgendwann in den letzten Jahren bin ich vom Weg abgekommen, aber im Grunde tut das nichts zur Sache, denn letztlich ist ja alles Weg, machen wir uns nichts vor. Willst du mit Anne tauschen? Willst du? Komm zu dir.</em></p>
<p>Die Kinder schlafen schon, als Mathis nach Hause kommt. Meral sitzt auf der Terrasse.<br />
Er öffnet eine Flasche Sekt.<br />
„Aperol, Eis?“<br />
„Gern.“ Sie trinken.<br />
„Danke, dass du da warst&#8230; Bist.“<br />
„Schon okay, war ein schöner Tag.“ Sie sieht ihn schlucken. Tränen oder Sekt. „Entschuldige.&#8221;<br />
Er schüttelt den Kopf. „Ist ja nicht deine Schuld.“ Dann bricht es aus ihm heraus: „Ich wusste nicht, dass sie so unglücklich ist. Klar hat sie manchmal so Sachen gesagt, von wegen alles hinschmeißen und so, aber ehrlich, wer will das denn nicht? Zwischendurch mal ein anderes Leben, danach sehnen wir uns doch alle!“<br />
Alles leuchtet. Die Gläser in ihren Händen, die Blumen im Garten, die untergehende Sonne. <em>Ich gehöre nicht hierhin</em>, denkt sie. <em>Nicht so. </em>Vor Erleichterung muss sie beinahe weinen.<br />
Nachts kümmert sie sich um einen liegengebliebenen Auftrag, die Broschüre für ein Hotel im Grünen.<br />
So vergehen die Tage.</p>
<p>Manchmal sind die Kinder sehr still. Aber zu sagen, sie lachten gar nicht mehr, wäre gelogen. Immer noch können sie versinken im Spiel, Dinosaurier sein oder Elfen oder Clowns. In einigen Momenten vergisst auch Meral Raum und Zeit.<br />
Dann kommt Anne zurück. Verweint, aber entschlossen. „Hier ist mein Leben.&#8221;<br />
Sie wundert sich, als sie Meral sieht: „Du hier?“<br />
„Wegen der Kleinen.“<br />
„Ach so.“ Anne zögert, vielleicht hat sie Angst. „Danke.“<br />
Meral zuckt mit den Schultern. „Ich war gern hier.“<br />
Annes Blick ist prüfend, aber sanft. „Danke“, wiederholt sie.<br />
Dann geht Meral. Leon schenkt ihr zum Abschied ein Bild. „Ein Wald“, erklärt er, „mit wilden Tieren. Die tun aber nix. Und das da bist du!“</p>
<p><em>Ich klettere und klettere. Der Mandarinenbaum im Traum ist hoch wie eine alte Eiche. Mit Früchten, groß wie Honigmelonen, und Laub, so dicht, dass ich es zur Seite schieben muss, um die Sonne zu sehen. Liebe ist ein Geschenk, auch wenn sie wieder vergeht. An den Ästen schramme ich mir die Beine auf. Es tut so weh, wie es eben muss. Am Himmel leuchten bunte Wolken wie riesige Blumen. Jemand hält mich an der Hand. Ich wurde reich beschenkt. Das ist die Wahrheit.</em></p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=5736&amp;md5=4b990aedda4ea298f00ba2866888727c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das ist alles</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 09:12:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[gewitter]]></category>
		<category><![CDATA[passage]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist alles so mühsam. Quatsch, sehen Sie einfach nicht auf die Worte, während Sie tippen. Das ist alles so erheiternd. Quatsch, Quatsch und Doppelquatsch. Sehen Sie nicht, wie sich diese durchaus ernstzunehmende Lage immer mehr verfängt, sie Verhedderter? Lassen &#8230; <a href="http://himmelende.de/2011/01/25/das-ist-alles/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist alles so mühsam.<br />
<em> Quatsch, sehen Sie einfach nicht auf die Worte, während Sie tippen.</em><br />
Das ist alles so erheiternd.<br />
<em> Quatsch, Quatsch und Doppelquatsch. Sehen Sie nicht, wie sich diese durchaus ernstzunehmende Lage immer mehr verfängt, sie Verhedderter? Lassen sie bloß los, </em><em>bevors</em><em> zu spät ist.</em></p>
<p>Und ich ließ los und schlief vierzig Tage am Stück. Dieser Traum war so ein David Lynch Ding, so ein besessener Gonzo-Traum; echt irgendwie bedeutungsvoll, und dabei keinen blassen Schimmer, um was es eigentlich geht. Ich schlief für vierzig Tage denn dieser Traum war so staunenswert.<br />
Da stehen plötzlich alle vor mir und wollen, dass ich Begriffe wie Synergieeffekte schematisch in ein trapezoides Diagramm übertrage. Ich versuche dabei, an nichts zu denken, denke aber natürlich an alles mögliche und blicke aus dem Fenster. Dabei dachte ich so viele tolle Sätze und hatte gefallen daran, sie in meinem Kopf zu lassen und summte leise vor mich hin, während ich fror. Jetzt ein schönes Käsebrot, mit Brie und Paprikapulver, das wärs; und ein kleines Fässchen für die Angst und irgendwas zum Schnupfen. Habe Hunger, höre meinen Magen bellen, er krampft. Es scheint, die ganze Stadt kauft heute Laufschuhe. Jetzt ist es endlich etwas ruhiger. Sie reden von Fußball, ich gehe ins Lager und schicke der Frau, die ich liebe fünf Küsse in Andacht.</p>
<p>Traum, wilde Assoziationsketten. Ich muss dieses Messer spülen, es führt kein Weg daran vorbei. Es erscheint so Aussichtslos, doch ist es die Grundbedingung, ohne der alles sonst keinen Sinn ergäbe. Also spüle ich das Messer frei von Butterschmalz und Blut oder etwas, das verkrustetes Ketchup sein könnte und lege es beiseite, betrachte die Sonne wie sie schnell versinkt und aufgeht und wieder versinkt. Ein Glas Vitamin C für die Seele. Und in all meinem Glück verdampft dann ein bisschen was von der Gewissheit, dass alles nur ein Traum ist und ich jederzeit aufwachen könnte, wenn ich wollte. Doch der Himmel kippt nur langsam. (Wie sind die Zeichen schleichenden Wahnsinns?)<br />
Nur ein einziges mal in meinem Leben hatte ich so einen Traum, in dem ich wusste, dass ich träume. Ich hörte sogar am Ende den Wecker im Traum klingeln, ich wusste dann, dass er bald zu Ende sein würde und ich war plötzlich zwei Personen, der Schlafende und der gleich Erwachende. Und der gleich Erwachende, der sich herüberrettete, rief dem Träumer hinter sich noch etwas zu, bevor er davongezogen wurde; ich rief mir also selbst zu: Die Wahrheit liegt in den Dingen selbst. Ich dachte mir noch, wow, was für ein enigmatischer Satz und wachte auf.</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=5655&amp;md5=87007746ded591e0d5a649432f9f46dc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Leben ein Traum</title>
		<link>http://himmelende.de/2010/01/18/das-leben-ein-traum/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 20:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgesagt]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>
		<category><![CDATA[zitat]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist Leben? Irrwahn bloß! Was ist Leben? Eitler Schaum! Trugbild, ein Schatten kaum, Und das größte Glück ist klein; Denn ein Traum ist alles Sein, und die Träume selbst sind Traum! - Calderón, dt. Romantiker (1600-1681)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Was ist Leben? Irrwahn bloß!<br />
Was ist Leben? Eitler Schaum!<br />
Trugbild, ein Schatten kaum,<br />
Und das größte Glück ist klein;<br />
Denn ein Traum ist alles Sein,<br />
und die Träume selbst sind Traum!</p></blockquote>
<p>- Calderón, dt. Romantiker (1600-1681)</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=3642&amp;md5=dba6e008d2c45554eafee0b9e56c4562" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Habe geträumt</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/12/07/habe-getraumt/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Dec 2008 15:48:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[für einen Text großes Lob und Dank erhalten zu haben. Aber dann: Ach. &#8230; ein Attentat auf Adolf Hitler in einer Schlucht verüben zu wollen, jedoch das nötige Gewehr vergessen. &#8230; die Schlange vor dem Apple Store sei riesig und &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/12/07/habe-getraumt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>für einen Text großes Lob und Dank erhalten zu haben. Aber dann: Ach.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>ein Attentat auf Adolf Hitler in einer Schlucht verüben zu wollen, jedoch das nötige Gewehr vergessen.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>die Schlange vor dem Apple Store sei riesig und ich beschwere mich bei Thomas Middelhoff, dem neuen Chef von Apple Deutschland (nur im Traum).</p>
<p>&#8230;</p>
<p>ein Anderer zu sein. War aber dann doch bloß der Selbe und wachte auf, weil ich mich scheinbar mit dem Gedanken nicht anfreunden konnte.</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=1011&amp;md5=d0f8a2702458cf485b85f59290dfdd4e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Seifenträume</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/09/15/seifentraume/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 08:53:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[foto]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/09/seifentraeume.jpg" rel="lightbox[635]"><img class="alignnone size-medium wp-image-636" title="Seifentraeume" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/09/seifentraeume-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=635&amp;md5=d2941f37eaeb4c47055cc1c9effd8b72" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Colatraum</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 16:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgesagt]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ich hab von dir geträumt, dass du mir Coca-Cola in das Ohr träufelst. Ein scheußlicher Tod.&#8221; - Fabian]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Ich hab von dir geträumt, dass du mir Coca-Cola in das Ohr träufelst. Ein scheußlicher Tod.&#8221;<br />
- Fabian</p></blockquote>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=475&amp;md5=868e1dd269a4655fd6508d3a84ef05b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fänger im Roggen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 14:09:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-438" title="Catcher in the Rye" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/07/31409920_e48be1dd0e1.jpg" alt="" width="500" height="313" /></p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=437&amp;md5=0bab4b31e43c712b0d7877ec3c3693dc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kollektiver Freudentaumel</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 21:30:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[laufen]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade vom Nachtlauf nach Hause gekommen. Bewusst während des Spiels Deutschland &#8211; Türkei Laufen gegangen, ich pack sowas nervlich nicht. Drum Schuhe an und los, als die Spieler gerade in die Halbzeitpause gingen. Ein paar Runden durch den Park gedreht, &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/06/25/kollektiver-freudentaumel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade vom Nachtlauf nach Hause gekommen. Bewusst während des Spiels Deutschland &#8211; Türkei Laufen gegangen, ich pack sowas nervlich nicht. Drum Schuhe an und los, als die Spieler gerade in die Halbzeitpause gingen. Ein paar Runden durch den Park gedreht, es war einsam, schön. Kein Mensch auf den Straßen, keine Autos, kühl. Nur von der Ferne wogten hin und wieder Freudenschreie durch das Parkdunkel heran. Auf dem Weg raus aus der Anlage an einer Kneipe vorbeigelaufen, draussen Fernseher, zehn Leute drumherum, da stand es 2:1 für Deutschland. Zurück durch die Stadt, anderen Weg genommen, suchte Hauptverkehrsadern, um auf dem Laufenden zu bleiben. Dann über eine breite, zweispurige Straße gelaufen, bis zum Horizont kein Auto, nichts. Da setzte ein Schreien ein, ein Gebrüll, zunächst noch einzelne Stimmen in der Nähe zu hören, dann hob ein Getöse an, das hoch bis über die Spitzen der Wohnblöcke anschwoll und über die ganze Stadt rollte. Ein aussergewöhnlicher Moment, ich stand mitten auf der Kreuzung der breiten Straße, bliebt stehen, stoppte meine Uhr, drehte mich im Kreis und musste lachen. Aus allen Richtungen war es zu hören, eine Welle, die über meinen Kopf schwappte. Man bekommt ein eigenartiges Bewusstsein von der Gesellschaft, wenn man in Augenblicken des kollektiven Freudentaumels mal nicht mitten drin steht, sondern am Rande, eine von aussen nach innen gerichtet Perspektive auf die Ekstase einnimmt. Wahnsinn.<br />
Dann Blick auf die Uhr: passend zur letzten Minute durch Wohnsiedlung gelaufen, die Extrarunde war geplant, &#8220;Noch eine Minute, noch eine Minute!&#8221; plärrte es aus einem Fenster. Von allen Häuserwänden rauschte Stadiongebrüll. Dann war es vorbei. Abpfiff. Und Sirenen heulten los, Kracher und Hupen und Schreie. Alles brodelte, als ich glücklich und verschwitzt die Wohnungstüre öffnete. Verrückte Nacht.</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=400&amp;md5=112f0b8a1c8542b40a8a0c9b9ce0451d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Große Freiheit Nummer 1</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/06/07/grose-freiheit-nummer-1/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Jun 2008 08:58:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[No Name No Slogan]]></category>
		<category><![CDATA[foto]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Mittelpunkt die Mädchen. Dixi Chicks, die in die große Freiheit tanzen und lange Schatten werfen. Have you seen her?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="{Vivian} Dixi Chicks grosse Freiheit" href="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/06/vivian_freiheit.jpg" rel="lightbox[349]"><img class="alignnone size-medium wp-image-352" title="vivian_freiheit" src="http://himmelende.de/wp-content/uploads/2008/06/vivian_freiheit-257x300.jpg" alt="" width="257" height="300" /></a></p>
<p>Im Mittelpunkt die Mädchen. Dixi Chicks<em>, </em>die in die große Freiheit tanzen und lange Schatten werfen. Have you seen her?</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=349&amp;md5=e261a8be1312f7626b89c9e02b3b9379" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Träume</title>
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		<pubDate>Mon, 26 May 2008 16:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tango Paris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Hatte schauderhaften Traum. War mit Mick Mack und Möck auf Südseesinsel gefangen, auf der in Kürze ein Atomtest stattfinden sollte. Aufgrund mangelnder Bildung der drei war es aussichtslos, ihnen die bevorstehende Gefahr klar zu machen. Auf pantomimische Erklärungsversuche (u.a Darstellung &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/05/26/traume/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hatte schauderhaften Traum. War mit Mick Mack und Möck auf Südseesinsel gefangen, auf der in Kürze ein Atomtest stattfinden sollte. Aufgrund mangelnder Bildung der drei war es aussichtslos, ihnen die bevorstehende Gefahr klar zu machen. Auf pantomimische Erklärungsversuche (u.a Darstellung eines Atompilzes) folgte nur höhnisches Gelächter allenthalben. Gab die Versuche deshalb auf und freundete mich mit einem Elefantenbaby an, welches meine Angst vor dem Atomwaffentest teilte und mit mir auf einem Kanu flüchten wollte. Mussten Mick Mack und Möck zurücklassen, da nur für mich und das Elefantenbaby Platz war. Nach einigen Seemeilen hörten wir eine große Explosion. Atompilz blieb allerdings aus, dafür hatte sich das Elefantenbaby in Kasupke verwandelt der mich auslachte und sich begeistert auf die Schenkel schlug. Wachte Schweißdurchnässt auf.</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=335&amp;md5=8484308f7335982f4d7382071d473dcc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Aufgewacht aus grosser Müdigkeit</title>
		<link>http://himmelende.de/2007/09/10/aufgewacht-aus-grosser-mudigkeit/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Sep 2007 16:03:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Unten im ersten Stock saßen die Russen noch zusammen. In ihrem Zimmer, es brannte Licht, noch spät. Sie tranken und sangen und träumten Ostblockträume. Heroes dead and gone. &#8220;Dutschke wars nicht. Dutschke wars nicht.&#8221; Die ganze Zeit verfolgte mich diese &#8230; <a href="http://himmelende.de/2007/09/10/aufgewacht-aus-grosser-mudigkeit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unten im ersten Stock saßen die Russen noch zusammen. In ihrem Zimmer, es brannte Licht, noch spät. Sie tranken und sangen und träumten Ostblockträume. Heroes dead and gone.<br />
&#8220;Dutschke wars nicht. Dutschke wars nicht.&#8221; Die ganze Zeit verfolgte mich diese Stimme. Es gab kein Bild dazu, nur diese Stimme, heiser, irre. &#8220;Dutschke wars nicht&#8221;, und ich wusste nicht, woher sie kam und wer der Flüsterer im Dunkeln war. Noch was er damit beabsichtigte.<br />
Als ich hochschreckte und auf die Straße lief, war es Nacht. Die Nacht gehört den Katzen und den Prostituierten. Ein Wolkeneisbär jagte unter einem sichelförmigen Mond. Große Pranken, fegendes Fell. Und der Gesang der Russen. Und in der Ferne ein Jubelsturm von Menschen. Freude hallte durch die Nacht, während High Heels vor mir herstöckelten. Zartbehoste Beine in viel zu knappen Shorts, bei viel zu niedrigen Temperaturen. Ich fragte nicht, wurde aber auch nicht gefragt. Für Geld ginge alles; ich lief, während ich langsam ging. Und drehte mich nicht zur Seite, während Wangenrot aus dem schwarzen Benz leuchtete. Beim Blitzen der Katzenaugen blieb ich stehen. Erst dann blieb ich stehen. Hab ich des schönen Traums nicht gleich gelacht?</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=154&amp;md5=ea420dd2b3aeec82e5aa8e13bc36672e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fremdkörper</title>
		<link>http://himmelende.de/2005/02/19/fremdkorper/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2005 13:07:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>
		<category><![CDATA[weltuntergang]]></category>

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		<description><![CDATA[Dasein und doch nicht. Ein Mann, eine Frau, Liebe und ein Traum - eine Suade der Sehnsucht, ein Lobgesang an das Nichts. <a href="http://himmelende.de/2005/02/19/fremdkorper/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Morgen war lau. Ich hatte mal wieder schlecht geträumt. Ein verrückter Porno in meinem Kopf. Zwiespältige Situationen, Gewalt, Hardcore, Blut und tote Menschen, kranker Scheiss. Ich saß auf der Bettkante und war noch nicht ganz im hier, die Klarheit des heraufziehenden Tages war noch nicht ganz bei mir. Gesenkter Kopf von Hand gestützt, die Finger im Haaransatz vergraben. Mein Blick ruhte auf dem Zeitnehmer an der Wand und führte doch ins Leere. Halbundhalbwahrheiten in meinem Verstand.</p>
<p>Wieder zurück auf Erden ging ich ins Bad. Wasserlassen. Natürlich, muss man. Zähneputzen im Angesicht des großartigsten Lügners, dem du an jedem Tag deines Lebens begegnest. Unrasiert und fahl, in lebenslustlosem Weiß, Büroalltagbleich.</p>
<p>Nachdem ich aufstand meinte ich, mein Schatten sei liegen geblieben. Es gibt Tage, da bin ich glashell, durchlässig und fein wie Pergament. Dann durchfließt mich Licht ohne Widerstand; ungehindert, wie durch das dünne Häutchen zwischen Zeigefinger und abgespreiztem Daumen, wenn man es direkt in den Schein einer starken Lampe hält. Draussen regnete es seit gestern.</p>
<p>Die Kälte der Küchenfließen kitzelte an meinen Fußsohlen, ließ mich Zehenspitzenhüpfend von einer Kachel zur nächsten balancieren. Verkannt und abgebrannt stand ich in Shorts vor dem geöffneten Kühlschrank. Die Milch war alt. Sie wollte letzte Woche schon gewechselt werden. Sie wollte genau so gewechselt werden wie das defekte Kühlschranklicht, die defekte Kaffeemaschine und überhaupt eine Menge anderer Dinge. Frustration zieht sich, sie trieft langsam. Montagssirupsorgen.</p>
<p>Als es an der Tür klingelte, war mir nicht wohl. Mein Sinn stand mir nicht nach Gesellschaft. Zu früh, nicht jetzt. Annika stand draussen, durch die Gegensprechanlage hörte ich sie niesen. Wie konnte ich sie vergessen? Schlüssellos im Regen.</p>
<p>Nass und aufgebracht sah sie sinnraubend attraktiv aus, das fiel mir jetzt das erste mal auf. Ich reichte ihr ein Handtuch und tröstete sie mit einer heissen Tasse Instant-Kaffee. Ohne Milch. Die war ja alt.</p>
<p>“Dieser alte Sack vor mir in der Bäckerei.”<br />
Sie knallte die Tüte mit den Semmeln auf den Tisch.<br />
“Was war los?”, fragte ich.<br />
“Glaubt doch allen ernstes, er müsse mit der Verkäuferin eine Grundsatzdiskussion über genverändertes Getreide führen. Wo der Laden doch gerammelt voll war. Endspeinlich.”<br />
Mein Gesichtsausdruck änderte sich nicht. Ich sollte Zustimmung zeigen, zumindest. Statt dessen erlosch nur ein müdes Lächeln in meinen Mundwinkeln.</p>
<p>“Du hast wieder schlecht geträumt, oder?” Annika blickte mich fragend an. Ich nickte. “Und von was hast du geträumt?”<br />
“Von einer Parade durch unseren Garten. Die Menschen waren nicht glücklich, sie hassten. Einer brach zusammen, ich wollte ihm helfen, musste irgendwas an seinem Rückenmark operieren. Die anderen ließen mich nicht und vertrieben mich, bewarfen mich mit Steinen. Er starb, ich floh.”<br />
“War das alles?”<br />
“Nein. Aber ich will nicht weiter&#8230;”<br />
“Komm schon, raus damit!”<br />
“Weltuntergang. Es war Weltungergang.”<br />
Annika hob ihre rechte Augenbraue und der dünne Haarstreifen verformte sich zu einer geschwungenen Welle leisen Bedenkens.  “Kommt das öfter vor?”<br />
“Oft. Nicht jeden Tag. Aber oft.”<br />
“Und wie&#8230; geht&#8230; die Welt in deinem Traum unter?”<br />
“Juli.”<br />
“Was?!” Annika schien nun vollends verwirrt und so entwickelte ich ihr meine Gedanken.<br />
“Es ist ein früher Sommerabend im Juli, als die Welt untergeht. Es ist hell aber die Sonne ist schwarz. Ein schwarzes Sonnenloch droht am Himmelszenit. Es ist das Ende der Welt, jeder weiß es. Die Menschheit versinkt im Chaos. Ich trete auf die Veranda, bin ganz ruhig und voller Erwartung. Die Wolken am glutrot gefärbtem Himmel stieben auseinander und eine gewaltige Feuerwalze rollt vom Horizont heran. Es ist das Ende der Welt, so wie wir sie kennen. Und ich fühle mich gut.”</p>
<p>Meine Stirn warf tiefe Falten, der Blick verirrt im haltlosen Nichts.<br />
“Du siehst nicht gut aus. Komm her.” Sie zog mich zu sich und presste ihre Lippen an mein Ohr. “Sei ohne Sorgen, nicht denken.”, und das erste «S» zischelte sie so spitz und leise in meine Gehörmuschel, dass es mich kitzelte. Für einen kurzen Moment schauderte ich, dann drückte Annika ihren Körper eng an meinen. Ich spürte ihre festen Brüste, mein Herz schlug bis zum Hals. Und als würde sie versuchen, mir eine altbekannte Lebenslehre verständlich machen zu wollen, wiederholte sie die letzten zwei Wörter noch einmal ganz langsam und tippte dabei mit ihrem Finger auf meine Nasenspitze. “Nicht denken.” Durch die Wärme ihres Leibes merkte ich erst, wie kalt ich war. Ihre jugendliche Hitze züngelte um meine Fingerspitzen, als ich mit ihnen sanfte Muster auf ihrer weichen Haut beschrieb. Wie ergaben uns der Begierde. Körperschreie in der Küche.</p>
<p>Ihre Augen waren tausend Ozeane tief. Als sie ging blieb ich zurück. Verbluten in Einsamkeit. Das war immer so, wenn sie weg war. Der Tag verstreicht, vergeht. Die Schatten im Zimmer wandern, sie biegen, krümmen, strecken sich von einer Wand zur nächsten. Der Raum geht.</p>
<p>Vier-Wände Dasein, von ausserhalb hineingeblickt. Manchmal kann sich Leben verdammt fremd anfühlen. Und jetzt, erst im Nachhinein erfasste ich den Gedanken, der mich zunächst erschrak, der nun aber wie ein blasses Echo aus dem Traum nachklang, als ich dort auf der Veranda stand und befreit von aller Last mit gedankenloser Leichtigkeit dem Ende allen Seins entgegen blickte &#8211; und mich gut fühlte, als wir zu Staub zerfielen.</p>
<p>Stehend am Rande, lauschend dem Knarzen des Weltengangs. Heute klar die Liebe vom Himmel scheint, morgen die Leere der Weite weint. Mich gibt es nicht.</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=86&amp;md5=cd07d7a63b27cad039d50a16bc3f2221" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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