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	<title>Himmelende &#187; vernunft</title>
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	<description>Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.</description>
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		<title>Das waren wir. Erinnerungen an ein halbes Jahr.</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 11:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gewitterhexe</dc:creator>
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		<category><![CDATA[beziehung]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit du gegangen bist, ist mein Körper traurig. Weinen kann ich kaum. Die Trauer ist tief in mir vergraben. Ich lenke mich bis zur Erschöpfung ab, lese, bis mir die Augen zufallen, bin so abgelenkt wie möglich und so wenig &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/03/14/das-waren-wir-erinnerungen-an-ein-halbes-jahr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit du gegangen bist, ist mein Körper traurig. Weinen kann ich kaum.<br />
Die Trauer ist tief in mir vergraben. Ich lenke mich bis zur Erschöpfung<br />
ab, lese, bis mir die Augen zufallen, bin so abgelenkt wie möglich und<br />
so wenig traurig wie nur irgend geht.</p>
<p>Unser erster Kuss hat mir nichts bedeutet, du weißt. Ich erzählte es dir<br />
Monate später. Es war eine Laune, es war Sommer, es war eine warme<br />
Nacht, es wurde schon wieder Morgen. Warum ich es tat, das kann ich<br />
bis heute nicht mit Sicherheit sagen, aber ich weiß, es war nicht, weil ich<br />
dich wollte. Nicht so. Das kam erst später. Als meine Hand frisch operiert<br />
und verbunden war, unser erstes Wochenende. Wir verbrachten viel mehr<br />
Zeit miteinander als geplant, aus einem Kaffee wurde ein ganzes langes<br />
Wochenende, das letzte Wochenende des Sommers (so zumindest<br />
erinnere ich es). Wir kannten uns noch kaum, doch etwas in meinem<br />
Inneren sagte „vertrau ihm“ und ich vertraute dir und es war das<br />
Selbstverständlichste von der Welt, als ich zu dir sagte „zieh mich aus“<br />
und „zieh mich an“ und „schneide mir bitte eine Scheibe Brot“. Als du<br />
zum ersten Mal mit mir in meinem kleinen Bett übernachtet hast, als ich<br />
erwachte, als ich mich in deinen Armen fühlte wie im Sonnenschein. Ich<br />
fühlte mich angekommen. Wir konnten uns danach nie einigen, an<br />
welchem Tag unser Wir begonnen hatte, aber für mich war es klar: es<br />
war jener, als ich morgens neben dir erwachte und mich in deiner Wärme<br />
sonnte.</p>
<p>Unsere Beziehung war nicht einfach, viel gemeinsam haben wir nicht. Du<br />
magst amerikanische Serien und ich deutsches Autorenkino, ich gehe gern<br />
in Museen, du prinzipiell nicht. Meine bunten Socken fandest du kindisch,<br />
ich dein Zimmer viel zu karg. Ich koche gern und wenn du wieder Nudeln<br />
mit Pesto und Gouda essen wolltest, konnte ich mich des Gefühls nicht<br />
erwehren, du gibst dir keine Mühe für uns. Ich mache gern Komplimente,<br />
du warst sparsam damit und davon peinlich berührt. Es hat Monate<br />
gedauert, bis sich unsere Körper miteinander bekannt gemacht und<br />
angefreundet hatten.</p>
<p>Mir fiel es schwer zu sagen, was ich an dir mochte, dir erging es ebenso.<br />
Ich hatte immer Hunger nach Liebe, an dir, bei dir und mit dir wurde ich<br />
nicht satt, du hast das wohl gespürt. Ich fühlte mich ungenügend, weil du<br />
mit deiner Zuneigung so sparsam warst, du fühltest dich ungenügend,<br />
weil ich immer nach mehr verlangte, als du zu geben bereit warst (oder<br />
geben konntest, ich weiß es nicht). Unzulänglichkeiten. Unzufriedenheit.<br />
Unglück.</p>
<p>Ich wollte gern mit dir Alltag teilen, aber nicht Alltag für dich sein, doch<br />
viel zu oft fühlte es sich für mich so an.</p>
<p>Und doch hatte ich in den letzten Wochen das Gefühl, dass wir einander<br />
näher rücken. Eine Erinnerung, die noch ganz frisch ist: Nach einer Party<br />
gehen wir durch die nächtliche Stadt zu dir, du schließt deine Augen,<br />
willst von mir so heimgeführt werden. Die Löcher im Asphalt, die<br />
Bordsteine, die Ampel, meine Beschreibung der Welt und die Geräusche<br />
der Autos, der Passanten, der Vögel, dienen dir als Orientierung. Du<br />
warst so konzentriert und ich meine zu spüren, es bereitet dir große<br />
Freude. Und ich freue mich an deiner Freude und ich bin von deinem<br />
Vertrauen so gerührt.</p>
<p>Und doch war die Wärme deines Rückens, wenn ich mich an ihn<br />
schmiegte, für mich trotz allem stets viel mehr als nur dies: ein warmer<br />
Rücken.</p>
<p>Mir ist zu kalt, mir ist zu warm, ich bin erschöpft, ich kann nicht schlafen.<br />
Ich erwache so müde, wie ich am Abend zu Bett gegangen bin, an meine<br />
Träume kann ich mich nicht erinnern, nur ihre Schwere spüren. Mein<br />
Körper trauert, er vermisst dich schon mit aller Wucht, er vermisst deinen<br />
Körper, deine Haut, deine Wärme. Er vermisst dich auf eine ganz eigene<br />
Weise; er spürt genau, was ich noch längst nicht verstehen will,<br />
verstehen kann: dass wir für immer das letzte mal Haut an Haut waren.<br />
Dass unsere Beziehung zwar mehr als etwas Halbes, aber auch nichts<br />
Ganzes war, dass niemand ein halbes oder ein zweidrittel Glück will, dass<br />
das weh tut, für die eine mehr und den anderen weniger, aber letztlich<br />
für beide.</p>
<p>Es ist Februar und überall sind Vögel. Es ist Nacht, es regnet. In meinem<br />
Hinterhof singt ein Vogel wie im Frühling und das ist weniger als ich noch<br />
vor Tagen vom Leben erwartet habe und mehr als ich mir momentan zu<br />
erhoffen wage. Ein kleines, kostbares Glück. Über die nächtliche,<br />
regnerische Stadt ziehen die Kraniche, sie schreien, sie kommen schon<br />
aus dem Süden. Hoch oben, auf einem Hügel nahe beim Dorf meiner<br />
Kindheit sitzen die schwarzen großen Raben in den Bäumen über den<br />
Feldern, über den Disteln, über den Steinen. Hier scheint sich alles zu<br />
schließen, ist das Regression oder bin ich am Anfang, um von hier aus<br />
neu beginnen zu können, brauche ich diesen Punkt, um mich von hier aus<br />
abstoßen können, alles auf Start, rewind and play.</p>
<p><em>and out through the chimney<br />
and into the sky<br />
the clouds they are empty<br />
and a bird flies by </em></p>
<p>Wie du zur Begrüßung im Kreis winkst,<br />
wie du trinkst und dann ein zufriedenes Geräusch machst wie in der<br />
Werbung,<br />
wie du deine Stirn in Falten legst, wie sie sich entspannt, selten aber<br />
manchmal,<br />
wie du beim Zähne putzen Gymnastik machst,<br />
wie sich dein Hinterkopf in meiner hohlen Hand anfühlt,<br />
wie du uns zum Frühstück Espresso mit Milchschaum zubereitest und Ei<br />
und Brot und Müsli,<br />
wie wir uns nahe sind, Hand in Hand, Bauch an Rücken und Rücken an<br />
Bauch.</p>
<p>All das wird bleiben, nah und warm. Und es gibt keinen Grund, dir<br />
wütend und von dir enttäuscht zu sein. Aber wir konnten einander kein<br />
Glück sein. Wir waren einander ungenügend, wohl nicht einmal<br />
ausreichend, schon gar nicht: gut. Zumindest nicht unter dem Strich,<br />
zumindest nicht, wenn du ihn ziehst. Das habe ich verstanden. Es hat<br />
seine Richtigkeit. Doch sehe ich es trotz allem anders, zumindest noch<br />
jetzt; und verstehen ist nicht dasselbe wie überstehen, das sangen schon<br />
die Sterne. Und eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.</p>
<p>„Auf Wiedersehen. Wenn du magst“ hast du zum Schluss gesagt.</p>
<p>Lass mir Zeit.</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=1647&amp;md5=16e7ec298fe35230589a3f2575525996" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rückbesinnung auf etablierte gesellschaftliche Werte</title>
		<link>http://himmelende.de/2009/02/25/ruckbesinnung-auf-etablierte-gesellschaftliche-werte/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Feb 2009 11:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Skepsisreservat]]></category>
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		<category><![CDATA[ikea]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein junger, bärtiger Mann, nur spärlich bekleidet mit einer Badehose steht in einem grauen, würfelförmigen Raum ohne Fenster. In der Mitte des Raumes befindet sich eine baumähnliche Skulptur: einzelne Holzelemente aus einem Baumarkt, mit präziser Maschinengenauigkeit gefräst und mit Schrauben &#8230; <a href="http://himmelende.de/2009/02/25/ruckbesinnung-auf-etablierte-gesellschaftliche-werte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://himmelende.de/2009/02/25/ruckbesinnung-auf-etablierte-gesellschaftliche-werte/"><img src="http://img.youtube.com/vi/1FyGZjH0Wwc/2.jpg" alt="" /></a></span></p>
<p>Ein junger, bärtiger Mann, nur spärlich bekleidet mit einer Badehose steht in einem grauen, würfelförmigen Raum ohne Fenster. In der Mitte des Raumes befindet sich eine baumähnliche Skulptur: einzelne Holzelemente aus einem Baumarkt, mit präziser Maschinengenauigkeit gefräst und mit Schrauben fixiert, sind ähnlich wie Äste um den Stamm angeordnet.<br />
Der Mann öffnet nun eine Schublade im Stamm des Baumes, aus der er einen Schraubenschlüssel nimmt. Nun beginnt er, den Baum Stück für Stück zu zerlegen. Er verteilt die Einzelteile zunächst auf dem grauen Teppich mit Blümchenmuster und fügt nach und nach die Teile zu neuen Objekten zusammen: ein Gartenstuhl, ein Sonnenschirm und zu guter Letzt ein Stockbett, dessen wackliges Bein er mit einem Familienfoto unterlegt. Schlussendlich legt sich der Mann nach getaner Arbeit schlafen.</p>
<p>Es wäre kein arte-Kurzfilm, wenn er nicht tatsachengetränkt daherkommt und mit einer kodierten Message aufwartet. Der in der Mitte stehende &#8220;Baum&#8221; ist ein expressionistisches Gefüge aus Einzelstücken, die anders formiert Alltagsgegenstände bilden. Grundbestandteil ist Holz, ein Rohstoff und Gegenstand jahrhundertealter Bautradition. Der Mann ist isoliert in der Kammer, abgeschottet von der Aussenwelt operiert er im Geheimen und hat nichts ausser seinen Händen, einen Schraubenschlüssel und ein Foto, wahrscheinlich von seinen Liebsten. Unser experimental Robinson Crusoe bedient sich also am Roh-Stoff und orientiert sich an den ihm innewohnenden Fähigkeiten und Erfahrungen. Er dekodiert den Baum aus Baumarktelementen, um ihn hernach wieder zu kodieren; er geht an dieses Gebilde heran, zerlegt es in seine Einzelkomponenten und führt es in die jeweiligen Ursprungsformen zurück. Die Arbeit des Holzskulpturkünstlers ist es, aus einem Abstraktum sinnstiftende Alltagsgegenstände zu rekonstruieren, eine Rückbesinnung auf etablierte gesellschaftliche Werte.</p>
<p>So. Komplett schleierhaft bleibt mir jedoch, warum sich der Jungspund-Peter-Lustig ausgerechnet in Bermuda-Shorts und mit aufgeklebtem Taliban-Bart durch sein IKEA-Glück bastelt. Wer möchte, kann bei Bedarf noch eine Schnitte platonisches Höhlengleichnis hineinwursten. (Ist es nicht die den Gegenständen zugrunde liegende Idee, die diese erst formt?) Aber vielleicht habe ich heute ganz einfach nur zu viel Kaffee getrunken und meine zerebrale Denkfurche dehydriert langsam. Nichts für ungut.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.arte.tv/">Arte</a><br />
Via <a href="http://www.lestarte.com/blog/">Lestarte</a> (Danke Olli!)</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=1553&amp;md5=32a317f3c6c89675fb406ad6043fbd62" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der offizielle Kirchenjesus</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/11/24/der-offizielle-kirchenjesus/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 19:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So geht die neue Woche doch schon mal richtig schön los. Mit den ersten Christkindlmarktbuden und Schneegestöber und trilliarden Tonnen Monosaccharide, verdichtet und gepresst zu Lebkuchenherzen und Spekulatius (ich hege immer noch den Verdacht, die teils überbordende Glückseligkeit dieser Tage &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/11/24/der-offizielle-kirchenjesus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So geht die neue Woche doch schon mal richtig schön los. Mit den ersten Christkindlmarktbuden und Schneegestöber und trilliarden Tonnen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Monosaccharide">Monosaccharide</a>, verdichtet und gepresst zu Lebkuchenherzen und Spekulatius (ich hege immer noch den Verdacht, die teils überbordende Glückseligkeit dieser Tage ist überhaupt und einzig nur das Resultat übermäßigen Zuckerkonsums, eine Milliardenlobby steckt dahinter. Bestimmt.)<br />
Jesus Geburtstag rückt ganz nah und mit ihm Nächstenliebe, <del datetime="2008-12-01T20:33:00+00:00">Grippenspiel</del> Krippenspiel und &#8211; man höre und staune &#8211; ein Vatikan auf Schmusekurs mit verblichenen Rebellen.</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,592206,00.html">Papa Benedetto vergibt den Beatles</a>, zeitlich perfekt abgestimmt zur weißen Puderzuckerpracht über Wald und Flur und dem 40. Jubiläum des &#8220;White Album&#8221; der Fab Four. John Lennon wars, der vor 40 Jahren konstatierte, die Beatles seien &#8220;bereits populärer als Jesus&#8221;. Das brachte den Briten damals eine Menge Kritik religiöser Eiferer und die Ächtung durch die Kirche ein. In einem Anflug vorweihnachtlicher Großherzigkeit verkündete nun die Vatikanzeitung &#8220;Osservatore Romano&#8221;, dass es &#8220;nur der Übermut eines Jugendlichen der englischen Arbeiterklasse&#8221; gewesen sei, der &#8220;ganz offensichtlich überwältigt war von einem unerwarteten Erfolg&#8221;, lobt die Songs der Beatles ganz allgemein und straft die übrige Popmusik ab, die heutzutage eher von schlechter Qualität sei.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Paul_II.">Sein Vorgänger</a> hat uns auch schon einmal in Sachen Zugeständnisse überrascht und nach plusminus zweitausend Jahren Christentum schlussendlich eingesehen, dass Schiffe (und seit neuestem auch diese modernen Flugapparate) nicht über den Scheibenrand der Welt in den unendlichen Kosmos stürzen, weil die Erde doch eher tendenziell rund ist und nicht im Zentrum des Universums steht. Ergriffen von soviel <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=props">props</a> gabs dann auch gleich ein <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,540342,00.html">Denkmal</a> hinterher. &#8220;Du, sorry <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_Galilei">Galileo</a>, wir haben uns geirrt. War damals nicht böse gemeint mit der Inquisition und dem Hausarrest und dem Maulkorb.&#8221; </p>
<p>Zurück in der Neuzeit: Die frühen Vögel, die sich der Tage durch Weihnachtsauslagen der Geschäfte batteln und die übertriebene Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes bringen berechtigte Kritik auf den Plan. <a href="http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/?p=2095">Manuel von uiuiuiuiuiuiui.de</a> improvisiert sich derweil die klaviergestählten, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karpaltunnelsyndrom">karpaltunnelsyndromisierten</a> Sehnen wund und singt uns ein Lied darüber, warum Weihnachten dieses Jahr ausfällt.<br />
<script type="text/javascript" src="http://de.sevenload.com/pl/yKInRsN/445x364"></script></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/W.W.J.D.">What would Jesus do</a>, wenn er den ganzen Zirkus hier sehen würde, kann man sich fragen und froh und munter darüber streiten. What would Klaus Kinski do, if he were Jesus: das lässt sich eindeutiger beantworten, denn er sagt es uns höchstpersönlich.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/yBDEQe9CjOU&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/yBDEQe9CjOU&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=963&amp;md5=34cc2dd6b2439672107f06a41ce37b4c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Nicht deswegen</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/11/10/nicht-deswegen/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 15:39:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wollte rausgehen, eine Runde durch die Stadt drehen und mir eine Zigarette schnorren. Ich rauche nicht, für gewöhnlich. Doch seit ein paar Wochen packt es mich regelmäßig, ich werde unruhig, bilde mir was ein und ziehe los und während ich &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/11/10/nicht-deswegen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wollte rausgehen, eine Runde durch die Stadt drehen und mir eine Zigarette schnorren. Ich rauche nicht, für gewöhnlich. Doch seit ein paar Wochen packt es mich regelmäßig, ich werde unruhig, bilde mir was ein und ziehe los und während ich unterwegs bin orten meine Laserpointeraugen Zielobjekte &#8211; Gesicht, Bewegung, Hand, Zigarette ja / nein? &#8211; hochanalytisch, das geht in Sekundenbruchteilen. Terminatorinterfaceblick. Und die ganze Zeit murmle ich einen Satz, &#8220;Entschuldigung, hast du vielleicht eine Zigarette für mich? Entschuldigung, hast du vielleicht&#8230;? Entschuldigung?&#8230;&#8221;; wie ein Mantra, wie die zwei Zeilen eines Gedichts, das man als Kind auswendig lernen musste. Die zwei Zeilen, die einen immer und immer wieder zum stolpern brachten, an denen man permanent scheiterte. Am Heiligabend oder an sonstirgendeiner Veranstaltung, bei der mehr als zwei Personen zugegen waren, auf einem Fest in der Grundschule, einem Theaterspiel oder bei Verwandtenbesuchen; wo es einem die Aufregungsröte ins Gesicht trieb, weil man all den Menschen zeigen wollte, das man es draufhat und jetzt bloß nichts vergeigen und dann doch bloß stammelte und das geräuschlose Warten der Erwachsenen einen die Brust zudrückte. Bei eben bei diesen zwei Zeilen.<br />
Wollte also rausgehen, eine Runde durch die Stadt drehen und mir eine Zigarette schnorren. Ich rauche nicht, für gewöhnlich. Doch wenn, dann geht es schnell. Also die Frage nach einer Zigarette geht schnell und so einfach, wie die Frage nach der Uhrzeit. &#8220;Entschuldigung, wie viel Uhr haben wir? Entschuldigung, hast du vielleicht eine Zigarette?&#8221;<br />
Wollte also rausgehen, eine Runde durch die Stadt drehen und mir eine Zigarette schnorren, blieb jedoch im Appartement, das in den frühen Stunden des Tages ganz sonnendurchflutet hin und her schaukelt, wie ein Korb an einem Heißluftballon, der ächzt und knarrt unter dem Gewicht der Passagiere und dem rauen Zerren des Windes, wenn man höher und höher steigt, so hoch schon dass man meint, bald mit den Fingern langsam über die Wolken streichen zu können.</p>
<p>Blieb also im Appartement und spülte Gläser und machte das Bett und freute mich über einen weichen Morgenschiss. Wie gewöhnlich alles. Aber dann, ach.<br />
Dann fuhr ich doch in die Stadt (nicht der Zigaretten wegen, ich schwörs), ging nicht zu J.C. Pennys (den gibts bei uns nämlich gar nicht) oder Karstadt oder Woolworth oder Starbucks, weil da alles mit Geldausgeben verbunden ist und ich wollte kein Geld ausgeben. Ich ging nicht dorthin um Ruhe zu haben, weil Ruhe hat man in der Stadt nicht. Oder selten oder an Orten, die ich nicht kenne. Die Stadt gibt eigentlich keine Ruhe, sie will permanent etwas von dir, dass du mitschwimmst und konsumierst und das macht sie manchmal so aufdringlich, dass ich ganz nervös werde und am Ende doch bloß wieder nachgebe und irgendeinen Scheiss kaufe. Verchromte Handtuchhalter, die man in die Tür klemmt, Digitalkamerareisetaschen aus Neopren für Digitalkameras, die ich nicht besitze, chinesische Glückskatzen mit erhobener Pfote, die das Glück heranwinken, so haarscharf an meiner Schläfe vorbei (Glück, Katze, sonst hättest du mir damit ein Loch in den Schädel gebohrt), Nasenhaarrasierer mit Fuzzy-Logic und Lithium-Ionen-Akku und Staubsaugerbeutel im Fünferpack, weil günstig und somit <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=bang+for+the+buck">the most bang for the buck</a>. Dinge, die ich eigentlich nicht brauche und nicht will, die ich kaufe, nicht um glücklich zu sein sondern als eine Art Valium für zwanzig Minuten Frieden und Eintracht im Einkaufstempel.</p>
<p>Wollte rausgehen, eine Runde durch die Stadt drehen und mir eine Zigarette schnorren. Ich rauche nicht, für gewöhnlich. Und dann war ich plötzlich in der Stadt. Zur Hölle, ich kann nicht sagen wieso oder warum. Was machte ich hier überhaupt? Also doch bloß der Zigaretten wegen (hab vorhin gelogen), da fiel mir <a href="http://himmelende.de/2008/09/15/nicht-trinken/">ein Zitat von Peter Glaser </a>ein. Abgewandelt, ganz leicht, so hat er es nämlich nicht gesagt (ich wandle gerne mal ein Zitat um, sodass es seine Gültigkeit behält oder am besten eine neue Richtung bekommt. So bin ich halt). Sag ich so: Manchmal muss man rauchen, um das Nichtrauchen nicht überhand nehmen zu lassen. Kann man so sagen. Kann man auch so stehen lassen. Jetzt funktioniert das aber auch in die andere Richtung. Manchmal muss man nichtrauchen, um das Rauchen nicht überhand nehmen zu lassen. Trotzdem suchte ich nach einer Zigarette, scheiß doch auf die guten Vorsätze, die sind ja morgen auch noch gut. Werden ja nicht schlecht. Und mit dem Gedanken an schlecht kam der Hunger. Bin dann doch zu Subways gegangen und schon schlechtes Gewissen bekommen, daheim nichts ordentliches gekocht zu haben und jetzt für meine Ernährungsfaulheit Geld für belegte Weißbrotscheiben auszugeben, das ich eigentlich nicht ausgeben wollte. Gab dann aber letzten Endes doch kein Geld aus und keine belegten Weißbrotscheiben und nach wie vor hungrig wie ein streunender Wolf in der Tundra, denn es war Dienstag und &#8220;Sub des Tages&#8221; war das Meatball Marinada und das sah so fleischklopsig widerlich aus, dass mir der Appetit ganz ordentlich verging. Dann war ich wieder mit den Gedanken beim Hunger und bei schlecht.</p>
<p>Wollte rausgehen, eine Runde durch die Stadt drehen und mir eine Zigarette schnorren. Ich rauche nicht, für gewöhnlich. Und dann saß dort auf einer Bank meine Zigarette (die Isabella hieß, wie sich später rausstellte) und ich war keck und trug ihr meinen kleinen beschissenen sozialschmarotzenden Weihnachtsvers vor. Entschuldigung, hast du vielleicht eine&#8230;? Ja klar. Und sie musterte mich skeptisch, als ich mich für einen Moment neben ihr auf die Bank setzte und so tat, als wäre meine Frage nach einer Zigarette die gewöhnlichste Frage der Welt für mich. Vielleicht zögerte ich auch zu lange, vielleicht tat ich auch so, als würde ich auf eine Unterhaltung warten (wenn ja, so fiel mir das nicht auf) und sie so: &#8220;Kennen wir uns!&#8221; Nein&#8230; also&#8230; nun, ich denke nicht und log, denn ich hätte ein ganzes fleischklopsiges Meatball Marinada drauf verwetten können, sie irgendwo schon mal gesehen zu haben. Sie hatte die Beine übereinander geschlagen und wippte mit dem braunzerlatschten Hauspantoffel an ihrem Fuß. &#8220;Sag mir bitte einen Grund, warum ich nicht die Stadt verlassen soll.&#8221; Dieser Satz kam so direkt und selbstverständlich über ihre Lippen, dass ich mich fühlte, als seien wir bereits 30 Jahre verheiratet und alles mal wieder so gewöhnlich, ach, und befürchtete, diese Unterhaltung ist schon nach dem zweiten Satz im Arsch, so richtig tief drin. Sag mir du bitte einen Grund, warum du die Stadt verlassen willst. Der Job? Nein. Die Wohnung? Nein. Die Familie? Nein, nicht deswegen. &#8220;Der Freund, der Pisser.&#8221; Sein Wasserglas stand noch immer an der selben Stelle. Er hatte noch nicht mal Zeit gehabt, richtig zu lügen. Er hatte noch nicht mal Zeit gehabt, richtig auf Wiedersehen zu sagen. Der Pisser! Pisser!, Pisser!, Pisser! und aus ihren Augen sprühen Fünfmilliarden Hassfunken und ich halte meine geschnorrte Zigarette zur Sicherheit mal ganz weit weg, nicht dass sie angeht, wollt ich mir ja noch für später aufheben. Und ich dann so: Mhm, was für ein Pisser und ich weiß, dass ihr das überhaupt nichts bringt. Geheuchelte Anteilnahme ist manchmal noch unpassender, als gar keine Anteilnahme, also sag ichs ganz leise, damits vom Straßenlärm verschluckt wird und das klappt ganz gut.</p>
<p>Und du? Warum bist du hier? Einkaufen? Nein. Essen? Nein. Naja&#8230; (und der Tundrawolf in meinem Magen fletscht die Zähne). Zigarette schnorren? Ich schau auf die Zigarette zwischen meinen Fingern und für den nächsten Satz denke ich auffällig lange nach. Nein, nicht deswegen und buddle mich solange durch die Staubschicht auf meinem Hirn &#8211; hundert Lagen von Meatballs und Nasenhaarrasiererangebote und Shoppingglanz und Motorengebrumme, bis ich einen blanken Kern finde, der mich überrascht, weil er so unerhört weiß schimmert wie der Knochen, der durch eine Fleischwunde blitzt. Menschen, sag ich dann trocken und drehe mich um und zu ihr und sie blickt mich an, als wäre das die gewöhnlichste Antwort der Welt. Menschen, sag ich noch einmal, als hätte ich selbst nicht verstanden, was ich gerade gesagt habe und meine damit ihre Geschichten, deine Geschichte zum Beispiel, Zigaretten-Isabella, mit deinem Pisser, der sich verpisst hat und sein Wasserglas, dass immer noch dort steht, wo er es hingestellt hat und das dich auch noch in ein paar Tagen an eure Unterhaltung erinnern wird, an den Streit und deine Vorwürfe und seine wortlose Eile, vielleicht hin zu einer anderen, du hast es ja schon immer vermutet.</p>
<p>All diese kleinen Geschichten der Menschen aus der Welt dazwischen, der Füllstoff in unserem Dasein; der Kitt, der die Fugen zwischen den Episoden des Lebens zusammenklebt oder sprengt, je nachdem, wie mans halt erwischt. Geschichten, die einem doch immer wieder zeigen, dass es anderen auch so geht. Und die sind dann vielleicht besser oder schlechter dran als man selbst und das tut gut, weil man sich dann am Leben fühlt und für einen Moment den Pappmachéfassadengeschmack im Mund vergisst, den diese eskapistische Quatschwelt oft hinterlässt. Ja, das ist mein Grund, warum ich die Stadt noch nicht verlassen habe. Sie nickt und lächelt und sagt etwas, das vom Straßenlärm verschluckt wird. Dann erzähle ich ihr noch davon, dass ich in die Geschichte eingehen werde als größter evil idiot fuck, der auf seinem Kahn absäuft, blubb blubb von der Bildfläche verschwindet und mit ihm all seine tausend kleinen evil idiot fuckideen. Da werd ich mal ein Buch draus machen, sag ich und steh auf und bin ganz plötzlich sachlich und per Sie: &#8220;So ist es, wenn sie so wollen&#8221;. Und auf dem Weg nach Hause kaufe ich mir einen Notizblock in DINA5, für all die Geschichten, die ich niemals schreiben werde und werfe die Zigarette weg. Temporäres Raucherwochenende beendet.</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=932&amp;md5=8f0fdea77d574021de3c5459b85f32dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Manche Leute</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/11/09/manche-leute/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 11:45:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgesagt]]></category>
		<category><![CDATA[vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[zitat]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Manche Leute drehen nie durch. Was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen.&#8221; - Charles Bukowski]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Manche Leute drehen nie durch. Was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen.&#8221;<br />
- Charles Bukowski</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=925&amp;md5=79b24db4be92694d3e25e8fab5750479" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mutterprivileg</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/09/21/mutterprivileg/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 20:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[monolog]]></category>
		<category><![CDATA[vernunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Angerempelt, ach was, halb totgefahren, doch stehen gelassen worden. Statt Entschuldigung nur ein Murren, ein verbiestertes Knurren. Dann hagelts Schimpfwörter, rechts und links fliegen sie mir um die Ohren. Geh vorsichtshalber in Deckung. &#8220;Passens doch auf! Gehens halt a bisserl &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/09/21/mutterprivileg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angerempelt, ach was, halb totgefahren, doch stehen gelassen worden. Statt Entschuldigung nur ein Murren, ein verbiestertes Knurren. Dann hagelts Schimpfwörter, rechts und links fliegen sie mir um die Ohren. Geh vorsichtshalber in Deckung. <em>&#8220;Passens doch auf! Gehens halt a bisserl weiter auf d&#8217;Seitn.&#8221;</em> Auf meiner Hose dicke schwarzbreite Gummiradschleifspuren.<br />
Fährt die mir also eiskalt mit ihrem Kinderwagen gegen&#8217;s Schienbein. Und über den Fuß. Diese Sozialautistin. Diese verzärtelte Husche aus dem Villenvorort. Ich bin so verwirrt, so frustriert verwirrt und kurzatmig, dass mir nichts drauf einfällt und ich mir einen freien Platz in der U-Bahn suche. Sonst stehe ich immer. Jetzt muss ich mich hinsetzen.<br />
Eigentlich mag ich Kinder. Und ich mag Mütter. Für gewöhnlich. (Ich baue mit dieser Aussage bewusst vorweg eine positive Grundstimmung auf, benutze das quasi als heuchlerische Pufferzone, um hernach ordentlich austeilen zu können. Also links antäuschen und dann mit der Rechten voll auf die Omme.) Aber es gibt eine Kategorie Mütter, die das Privileg ihres Mutterdaseins weidlich auskosten, um nicht zu sagen: ausnutzen; diese besonderen Privilegien auswringen wie einen Schwamm, bis er leer ist und klein und verschrumpelt und zu stinken beginnt, weil er vertrocknet. Und keiner sagt was. Genau die Mütter meine ich. Und so eine fuhr mir gerade die Zehen platt.<br />
Nach mehrmaligen Rammversuchen hat sie dann auch endlich ihren Kinderwagen in die U-Bahn hineingequetscht. Ihr breites Schmalzgrinsen versucht mich lieblächelnd gewogen zu stimmen. Schafft sie nicht. Stattdessen wendet sie sich den Anderen zu. Sagt nichts, sondern steht nur da, grinst dick und bräsig weiterhin wie ein Mondkalb, widerlich siegessicher. <em>Hallo? Schaut doch bitte! Hallo? Hallooo! Alle bitte mal herschauen. Iiihich bin nämlich eine Mutter. Mhm. Ich genieße besondere Privilegien.</em><br />
Darüber vergessen sie leider häufig genau die Fähigkeiten, die andere Menschen gesellschaftsfähig machen. Glückliches Miteinander und so. Dabei sollen ihnen ja auch bestimmte Privilegien zustehen. Kinder in die Welt setzen ist eine Sache. Sie aufzuziehen und ihnen ein akzeptables Maß an vernünftigen Grundwerten mit auf den Weg zu geben eine andere, respektable (weil aufopfernde) Sache. Wir Deutschen bekämen eh zu wenig Kinder, mehr davon ließen bestimmt nicht nur Statistiker- und Bund-der-Steuerzahler-herzen höher schlagen. Aber auf der anderen Seite (und das soll jetzt bitte unter uns bleiben) gehen mir diese speziellen Mütter, die es über alle Maßen wichtig haben ganz einfach &#8211; Entschuldigung &#8211; auf den Sack.<br />
Jetzt, ein paar Tage später scheint all das vergessen: die Gummiradschleifspuren auf der Hose, der blaue Fleck am Schienbein, der lädierte Zeh. Hab den Ärger einfach runtergeschluckt. Jedoch grad eben im Netz, ein Pop-Up, eine <a title="Prinzessin Lillifee" href="http://www.prinzessin-lillifee.de/" target="_blank">Lillifee</a>-Werbung. Da kam der ganze Scheiß wieder hoch. Dann tut das bloggen gut, um nicht in eine Duldungsstarre sozialer und moralischer Korrektheit zu verfallen, sondern sich beherzt kritisch zu äussern. Für gewöhnlich geht das auch sonst im Offlineleben prächtig. Es sei denn, man ist so erstaunt vom vierrädrigen Brutkasten, der einem langsam über die Zehen wälzt, dass man kein Wort mehr rausbekommt.</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=688&amp;md5=e0ee8eb59450eb9c442124fc2c3d9b42" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mal eben nichts</title>
		<link>http://himmelende.de/2008/07/25/mal-eben-nichts/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 20:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[seele]]></category>
		<category><![CDATA[vernunft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Schnell nach Hause&#8230; schnell umziehen&#8230; schnell duschen&#8230; kurz was essen&#8230; schnell drüberlesen&#8230; kurz anrufen&#8230; kurz hinlegen&#8230; schnell was ausmachen, abmachen, durchmachen.&#8221; Die letzten 5 Wochen: hastig und rastlos. Eile &#8211; das Attribut klebte an jeder Tätigkeit, ölte sie ein, machte &#8230; <a href="http://himmelende.de/2008/07/25/mal-eben-nichts/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Schnell nach Hause&#8230; schnell umziehen&#8230; schnell duschen&#8230; kurz was essen&#8230; schnell drüberlesen&#8230; kurz anrufen&#8230; kurz hinlegen&#8230; schnell was ausmachen, abmachen, durchmachen.&#8221;<br />
Die letzten 5 Wochen: hastig und rastlos. Eile &#8211; das Attribut klebte an jeder Tätigkeit, ölte sie ein, machte sie glitschig. Kaum zu fassen alles. Zur Ruhe kommen war nicht. Gar nicht dran zu denken. Keine Zeit dran zu denken. Dafür war der Prüfungsstoff zu viel. Und die Zeit zu knapp.<br />
Kaffee gemacht, die Nacht durchgemacht, gebüffelt, gepaukt. Am nächsten Tag zwar ausgelaugt, doch in die Schule geschleppt und schwer. Manchmal geglaubt es geht nicht mehr, aber nie überzeugt gewesen davon, also weitergemacht and so on. Kaffee gebrüht, spät Nachts geübt, dann Hirn verglüht. Den Morgen drauf, die Augen auf, noch vom Delirium besoffen, sind meine Augen wirklich offen? Raubbau am Körper, ein Stück weit Mord. Ach, <a title="Goethe, Faust" href="http://www.recmusic.org/lieder/get_text.html?TextId=29448" target="_blank">Schlaf ist Schale, wirf sie fort</a>!<br />
Jetzt: nichts mehr. Keine Prüfungen, keine Verantwortlichkeiten, kein schlechtes Gewissen, zu wenig getan zu haben, zu viel getan zu haben, überhaupt etwas getan zu haben. Jetzt: nichts mehr. Nichts mehr als nur Zeit, einfach nur Zeit. In Ruhe heißt lang. Lang duschen, lang frühstücken, lang telefonieren, auch lang-sam gehen. Wieder<a title="Wikipedia: Die Entdeckung der Langsamkeit, Roman" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Entdeckung_der_Langsamkeit" target="_blank">entdeckung der Langsamkeit</a>.<br />
Da ist ein Raum, so voll mit Nichts. Mit nichts mehr als nur Zeit. Mit der weiß ich noch gar nichts anzufangen. Ich mach mal eben nichts. Ist das OK?</p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=497&amp;md5=29ee8c44d09bdd0cd409f283c129ceb9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Über Vernunft</title>
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		<pubDate>Wed, 28 May 2008 14:25:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Chuck Norris ist auch nicht vernünftig.&#8221;<br />
&#8220;Naja, aber der ist ja auch beyond.&#8221; </p>
 <p><a href="http://himmelende.de/?flattrss_redirect&amp;id=339&amp;md5=fa70935a1d142ca33e78005b165570f0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://himmelende.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Elfeurofuffzig Milieustudie</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Dec 2006 11:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[monster]]></category>
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		<category><![CDATA[vernunft]]></category>

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		<description><![CDATA[7 Euro Eintritt für den Club, 3.50 Euro ein Becks, 1 Euro Garderobe. Zum Rhythmus schüttelnde, zuckende Leiber. Der Laden ist rappelvoll, wer nicht die wenigen Quadratzentimeter Freiraum für tanzende Bewegung braucht, der schiebt sich vorbei. Körper reiben auf Körper, &#8230; <a href="http://himmelende.de/2006/12/30/elfeurofuffzig-milieustudie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>7 Euro Eintritt für den Club, 3.50 Euro ein Becks, 1 Euro Garderobe. Zum Rhythmus schüttelnde, zuckende Leiber. Der Laden ist rappelvoll, wer nicht die wenigen Quadratzentimeter Freiraum für tanzende Bewegung braucht, der schiebt sich vorbei. Körper reiben auf Körper, sie drücken sich aneinander, ganz unbeabsichtigt spürt man Hüften, Brüste, Ärsche, Ellbogen; hat nach Aprikose-Kokosnuss-Ingwer duftende Haare im Gesicht, sie wirbeln einem über die Augen; nasse T-Shirts, die an den Armen kleben bleiben. Alles windet sich, eine nach so großer Betörung gierende Masse Mensch in Aufruhr. Und alles rüttelt sich, nur ich bleibe statisch.</p>
<p>So verdammt statisch, so gehemmt. Ein deplatzierter Gehemmter steht daneben, ich fühle mich so und dieses Gefühl des daneben stehens lässt mich nur noch verkrampfter werden. Ich würde gerne, ich würde gerne mitschwingen, aber ich kann nicht, nicke stattdessen nur mit dem Kopf. Ganz leicht, das signalisiert zumindest schon mal Anerkennung für die aufgelegte Musik. Sie gefällt mir wirklich. Die Leute beäugen mich argwöhnisch, ich versuche krampfhaft zu lächeln, pudere ein bisschen die Maske Fröhlichkeit. Ich werde und werde nicht locker, kralle mich an die teuerste Flasche Becks, die ich je erstand und würde gerne aus mir heraus. Zwei Schritte gehe ich dann von der Wand weg, an die ich mich drängte und vor der ich unsichtbar werden wollte, wie das Chamäleon im Urwald. Der Laden wird immer voller, die Stimmung immer aufgeheizter. Bin froh um die Ohropax, die ich mitnahm. Der Bass drückt die Luftmasse in alle Richtungen des Raumes, die Luft in meiner Lunge flattert, mein ganzer Körper und die Kleidung vibrieren. Mein Hemd zittert, es fühlt sich an wie tausend haarfeine Stecknadeln, die auf die Haut rieseln, fühlt sich an wie tausend nervös pogende Ameisen. Alle Mädels um mich herum sehen so fantastisch aus.</p>
<p>Kurz bevor ich mich an diesem Abend durchringen konnte, in den Club zu gehen, fühlte ich mich alt. Ich fühlte mich wie ein alter, dreckiger Bastard, kein bisschen aufgestiegen und noch immer zwei Kategorien unter dem kleinen Leben. Jetzt im Club ist das Gefühl nicht besser. Und als ich den Club  verließ &#8211; zu einer Uhrzeit, zu der die meisten überhaupt erst anfangen auszugehen, ging es mir am dreckigsten. Das da drinnen, das bin ich nicht. Ich wäre es gerne, vielleicht nur ein wenig. Dann der erste Zweifel: Bin ich schon zu alt? Brauche ich andere Drogen? Bin ich verkehrt? Der Club ist ein Raum, der vieles ausklammert. Keine Taliban, kein Terror, keine Telekomrechnung. Das ist nicht das Podium dafür, schon klar. Hier feiert Mensch sich selbst und badet in einer großen Gefühlskiste. Nur ich zieh immer zu früh den Stöpsel für den Abfluss.</p>
<p>Der Clubraum ist in grünes Licht getaucht. Ganz wie im Film <em>Alien</em>. Heute bin ich das Alien. Ich komme heim.</p>
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		<title>Gaukler der Worte</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Nov 2006 19:18:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rücklicht]]></category>
		<category><![CDATA[skepsis]]></category>
		<category><![CDATA[vernunft]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Jubeln Sie nicht voreilig, meine Herrschaften. Noch ist nicht aller Tage Abend; noch pochen Sie darauf Wahrheiten zu erfahren, obgleich Sie wissen, dass Wahrheit stets die Erfindung eines Lügners ist.<br />
So lassen Sie mich Ihnen folgende Gedanken entwickeln: Es ist nur ein Aufschrei der Verrücktheit dieser Person, ja, ich bestehe sogar darauf, es als ein blankes Entsetzen, ein Raunen seiner Welt zu bezeichnen, das Sie vernehmen. Zweifeln Sie nicht an der Seriosität dieses Mannes, meine Herrschaften. Er mag Ihnen verwirrt erscheinen, vielleicht sogar auf einer merkwürdigen Art und Weise verstört, beklemmend verstört sozusagen, wie Sie es nie zu träumen gewagt hätten. Er mag Ihnen eigenbrödlerisch erscheinen und gewiss: er ist ver-rückt. Er ist ver-rückt aber er ist nicht wahnsinnig! Begehen Sie also nie diesen Fehler und missdeuten Sie sein Verhalten als eine Ausgeburt des Wahnsinns seines Geistes. Es ist vielmehr so, dass er sieht, was den Augen manch andrer verwehrt bleibt. Er sieht mehr mit dem Herzen und dies wurde, ob der Lasterhaftigkeit der Welt grau und krank, es verdarb ihm zusehends.<br />
Also, lassen Sie es zu, meine Herrschaften. Lösen Sie sich aus dem engen Korsett der Voreingenommenheit; werfen Sie all den Unrat der Vorurteile über Bord, die in Ihnen gären. Lassen Sie alle moralische Bedenken fahren; lassen Sie sich vor stumpfer Wahrheit warnen; lassen Sie sich spalten vom fundamentalen Unernst dieses Mannes. Beobachten Sie und genießen Sie die Schau, wenn dieser Gaukler der Worte über den Jahrmarkt der Eitelkeiten tobt. Am Ende wirds ein rauschend Fest, Sie werden gewiss nicht aufwachen. Bleiben Sie unverhaftet mit den Dingen dieser Welt, bleiben Sie hungrig, bleib Sie ver-rückt, bleiben Sie kritisch und unvernünftig. Denn <a href="http://www.lyricsdownload.com/tocotronic-pure-vernunft-darf-niemals-siegen-lyrics.html">pure Vernunft darf niemals siegen</a>, meine Herrschaften. Niemals!</p>
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