Zitate

Dem Glitzerding verfallen

Wenn ich in eine Flughafen-Lounge gehe und Sie mit Ihrem Laptop sehe, weiß ich nicht, ob Sie sich Pornografie auf einer Website aus Bratislava ansehen oder einen Dokumentarfilm auf dem Sundance-Kanal. Sehe ich Sie aber die ZEIT aufschlagen oder den Economist, dann sagt das etwas über Sie, mindestens genauso viel wie Ihre Schuhe, Ihre Jacke, die Uhr an Ihrem Handgelenk oder der Koffer, mit dem Sie unterwegs sind. Die Medien, die Sie verwenden, definieren Sie.

– Tyler Brulé in Zeit Online – Medientrends: Twitter war gestern

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No Name No Slogan

Einfach mal abschalten

“Früher konnte man über alles informiert sein. Heute führt dieser Anspruch zum Overload. Der Perfektionismus ist in dieser Welt utopisch geworden.”

E-Mail, Handy, Newsletter: Viele ertrinken in der Datenflut. Das ist ein volkswirtschaftliches Desaster.
Zeit Online – Informationstechnik: Einfach mal abschalten.

Illustration by Dmitry Ligay (via willmakeyou.com)

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Zitate

Willemsen über Heidi

(…) bei dem Phänomen Heidi Klum handele es sich um [die] “zum Maßstab humaner Seinserfüllung hochgerüstete Belanglosigkeit” (…)

– Roger Willemsen (via Zeit Online – Warum die Amerikaner Heidi Klum so mögen.)

Bild: “Light Resting” von Laura Harris (via Pasa la vida)

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Zitate

Unendlicher Spaß

“Ich kann dir ja erklären, dass ich mit Gott ein verwaltungstechnisches Hühnchen zu rupfen habe. Sagen wir, Gott pflegt einen eher lockeren Managementstil, auf den ich nicht besonders abfahre. Ich bin ziemlich Antitod. Gott scheint nach allem, was man hört, Protod zu sein. Ich bezweifle, dass wir uns in der Beziehung einigen können, er und ich.”

– Harold Incandenza, “Unendlicher Spaß

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No Name No Slogan

Das Kreuz mit dem Kreuz

“Was Deutschland interessiert” will uns Google zeigen und präsentiert zur Bundestagswahl 2009 eine Statistik, so breit, dass sie hier noch nicht mal richtig reinpasst. Die Zahlen in der Grafik zeigen an, wie viele Suchvorgänge für einen bestimmten Begriff verglichen mit der Anzahl aller Suchanfragen bei Google über einen bestimmten Zeitraum durchgeführt wurden. Heißt also: Je steiler die Kurve für eine Partei, desto mehr Interesse. (via Text & Blog)

Ausserdem hat das ZDF auf Youtube einen eigenen Kanal zur Bundestagswahl eingerichtet. Auf „OpenReichstag“ findet man eine ganze Menge Videos, die sich mit dem Thema beschäftigen. Der Kanal bietet die Möglichkeit, sich mit Fragen per Videobotschaft direkt an die Politiker zu wenden. In der Serie „Qual der Wahl“ werden ausserdem die Wahlwerbespots der letzten Jahrzehnte von bekannten Gesichtern der Medienwelt analysiert. Friedrich Nowottny gibt hier unter anderem ein paar exzellente Kommentare ab über die Ära Kohl:

“Scharping (ist) ein politisches Nichts, durch Sockenkauf und Anzugfinanzierung durch ne Werbeagentur gebrandmarkt; in der Luft zerrissen (…) das sind alles Leute von vorgestern.”

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Rücklicht

Absage, die Letzte

photo by Katie Arms

Adieu Berlin, du wärst so schön gewesen. Studieren in der Bundeshauptstadt? Yeah, right!
Gestern hatte ich die letzte meiner drei Absagen aus Berlin im Postkasten. Bewerbung für die Freie Universität, Studiengang “Deutsche Philologie als Kernfach, Nebenfach Philosophie.
“Wir danken für Ihr Interesse… bla bla bla… Leider hatte ihr Antrag…”, weiter muss ich nicht lesen. Warum Absage? Schnitt zu schlecht oder Bewerber zu viel? Beides. Mit meinen 2,7 rangiere ich vielleicht nicht in der Liga der mit Handkuss Genommenen, aber…

Anzahl der Bewerber: 902
Anzahl der Studienplätze: 102
Rang der letzten Zulassung in der Hochschulquote: 1,5 (!)

Auch hier wieder eine ähnlich miese Quote, wie bei den letzten Absagen. Nur rund 1/10 der Bewerber hat Aussicht auf einen Studienplatz.

Wohl gemerkt: Wir reden hier von Deutscher Philologie als Kern- und Philosophie als Nebenfach. Das ist nicht Jura, das ist nicht Medizin, das sind keine fucking Neurowissenschaften, das sind ganz billige Brot- und Butter-Studienfächer, nichts mit Handkuss, nichts mit Schoko-Streusel oben drauf.

Gut, dann geht’s halt nicht an die Spree. Aber zwei Dinge möchte ich im Nachhinein festhalten:
Der Andrang an Berliner Universitäten ist gewaltig, das treibt den NC nach oben (bzw. nach unten, je nachdem, wie man rechnet). Keine Frage, es spricht ja auch einiges für ein Studium in der Bundeshauptstadt: Keine Studiengebühren, gute Wohnsituation und natürlich Berlin an sich.
Ding zwei ist eher ein Verdacht, der mich beschleicht. Berlin ist notorisch pleite und das schlägt sich nicht nur in den Ausgaben für deren Bildungsinfrastruktur nieder, dort jedoch eklatant. Lehrstühle können nicht besetzt werden, es fehlt an genügend Dozenten, die Einrichtungen sind unterfinanziert bzw. für den Ansturm nicht gerüstet. Das mag nicht für jede der dortigen Uni’s gelten und an den FH’s sieht die Sache mancherorts sicher auch anders aus. Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege aber diese Kombination aus Haupstadthype und knapper Kasse führt dazu, dass man selbst in den “billigsten” Studiengängen auf einen NC trifft, der einem knüppeldick die Beine bricht.

So long, Berlin. Schade, du hättest mich von allen deutschen Städten am meisten gereizt. Aber vielleicht kommen wir ja beim Master wieder zusammen. Oder im nächsten Leben. Und dann kann ich endlich meine Hand unter deinem Rock auf Wanderschaft schicken.

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Skepsisreservat, Zitate

Populismus in Deutschland

“Populismusvorwurf, was fürn Quatsch. Das ist so hilflos und kindlich. Das ist, als würden sie einem Sportler vorwerfen, dass er schwitzt. Das sind Politiker, die müssen populär sein.”Hagen Rether zum Thema Populismus und Politik

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