Seth Godin: The tribes we lead – TEDtalk

Skript und Untertitel auf Deutsch verfügbar. Ansehen!
Hier einige Auszüge:

Die Beatles haben Teenager nicht erfunden. Sie haben sich nur dazu entschlossen sie zu führen. Bei den meisten Bewegungen besteht die Führung darin, Gruppen zu finden, die nicht verbunden sind, aber bereits ein Verlangen spüren. Nicht Leute zu überzeugen etwas zu wollen, was sie noch nicht haben.

All diese Leute haben gemeinsam, dass sie Ketzer sind. Sie schauen sich den Stand der Dinge an und sagen: “So geht es nicht weiter! Ich kann das nicht hinnehmen!” Ich bin bereit aufzustehen und Dinge zu bewegen. Ich sehe den Stand der Dinge. Und er gefällt mir nicht. Anstatt all die kleinen Regeln zu sehen und ihnen zu folgen, anstatt wie ein Schaf in der Herde zu agieren, im Halbschlaf den Anweisungen zu folgen, den Kopf unten zu halten und sich anzupassen, gibt es ab und zu jemanden der aufsteht und sagt: “Nicht mit mir.” Jemand steht auf und sagt: “Das ist wichtig. Wir müssen uns darum organisieren.”

Ich habe drei Fragen an Sie. Die erste: Wem treten Sie auf den Schlips? Wenn Sie niemanden aufscheuchen, verändern Sie nicht den Stand der Dinge. Die zweite Frage ist: Wen verbinden Sie? Denn viele Leute machen nur deshalb mit. Wegen den Verbindungen, die hergestellt werden. Die dritte ist: Wen führen Sie? Denn die Veränderung entsteht nicht durch die Technik hinter Ihrem Produkt, sondern durch die Menschen und durch Führung.

via direktTED

It seems to me now that the plain state of being human is dramatic enough for anyone; you don’t need to be a heroin addict or a perfomance poet to experience extremity. You just have to love somebody.Nick Hornby, “How to be good”

Die volle Dröhnung – SZ Spezial zum Thema Rausch

Die letzte Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung widmete sich ganz dem Thema Rausch, aus dem ich bereits hier und hier klitzekleine Zitate stibitzt habe. Besonders toll ist die dazugehörige interaktive Spurensuche gelungen, die vom zuständigen SZ.de Chef moderner mit dem Begriff #scrollytelling verhashtaggt verschlagwortet wurde.

Die Auswahl der Themen der SZ-Volontäre ist sehr gelungen, Hut ab. Besonders ein Artikel von Andreas Glas über Hypoxyphilie hat mich besonders berührt: Tödliche Lust.
Mit Hypoxyphilie wird die sexuelle Praktik beschrieben, bei der Sauerstoffmangel die Lust steigert. Menschen suchen den perfekten Orgasmus und finden den Tod. In Deutschland ersticken jedes Jahr 100 Menschen bei autoerotischen Abenteuern. Der Artikel geht unter die Haut, allein dafür solltet ihr euch einen kostenlosen Test-Zugang holen (verfällt nach 14 Tagen. Und nein, ich werde nicht von der SZ für diesen Hinweis bezahlt.)

Natürlich darf in keiner Themensammlung über Rausch ein Zitat von Hunter S. Thompson oder von Bill Hicks fehlen… oder von Roger Willemsen?!

Einen echten Rausch erkenne ich daran, dass er verboten ist. Sollten Sie denken, der Duft des Usambaraveilchens, das Trillern der Heidelerche oder drei Weinbrandbohnen berauschten mich, müsste ich sagen: Marihuana schafft mehr.Roger Willemsen

Toll! Kaufen, lesen!

10 Dinge zur Rettung der Welt und wie sie vielleicht letztenendes doch untergehen könnte

Machen wir uns nichts vor, George Carlin hat es schon immer gewusst:
The planet is fine. The people are fucked!

Und darum geht es doch. Dem Planeten dürfte es mittelmäßig egal sein, was wir für ein Tamtam veranstalten. Er schwitzt die Angelegenheit aus, wie ein Fieber; oder denkt sich ein paar lustige Viren aus; oder irgendetwas, das heute noch gar nicht auf unserem Radar auftaucht. Also, bevor alle Stricke reißen hat Harald Welzer ein paar konkrete Ideen zur Verbesserung der allgemeinen Gesamtsituation zusammengeschrieben. Ein kleiner Querverweis zum neuen Buch “Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“, das er zusammen mit Claus Leggewie veröffentlichte sei hier gestattet.

Rettung der Welt: Was Sie sofort tun können: Zehn Empfehlungen – Debatten – FAZ

9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugehören, wo Sie stolz sagen können: „Wir machen das anders!“ Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln, Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben, oder was Ihnen sonst noch einfällt. Zukunftsfähig zu sein bedeutet das Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu handeln.

Besonders eine Kultur der Achtsamkeit und Fehlerfreundlichkeit halte ich für Erstrebenswert. Aber lesen (und denken!) sie selbst.

Sollte dann doch die Einladung zur Aufwärmparty am Vorabend der Apokalypse ins Haus (oder Atomschutzbunker) flattern, habe ich ihnen hier einen TEDTalk aus dem Jahr 2002 ausgegraben. Damit sie sich schon mal gedanklich auf das Prozedere einstellen können. Der Vortrag liegt schon 14 Jahre zurück, hat aber an Aktualität nicht verloren.
Sagen sie bitte nicht, ich hätte sie nicht gewarnt.

Stephen Petranek: 10 ways the world could end – TEDTalk

Diese Zivilisation produziert Menschen, die standardisiert sind, die Angst haben, als Aussenseiter zu gelten. Und das, obwohl sich alle heute für Individualisten halten. So kommt zustande, was der englische Dichter Edward Young im 17. Jahrhundert folgendermassen formulierte: Wir werden als Originale geboren, sterben aber als Kopien. Arno Gruen, Über den Verlust des Mitgefühls, Interview auf SRF.ch im Zuge der Veröffentlichung seines neuen Buches “Dem Leben entfremdet. Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden”

Der Volksmund sagt: Religion ist Opium für das Volk. Das ist irreführend.
Opium ist eine bewusstseinserweiternde Droge.Volker Pispers, Kabarettist

Der Moment der keine Worte kennt

Ich berausche mich an Worten, wenn sie sich im Ohr verorten,
wenn sie im Gehörgang wandeln und mit Hirn und Herz anbandeln,
wenn sie einwirken auf Handeln und einladen zum Sinnieren,
sich im Gedankenüberschwang verlieren
und mich in die Stille führen — denn
ich mag auch den Moment,
der keine Worte kennt.

Die besten Lebensratschläge , die du jemals bekommen wirst

Jesus ist zurück. Und er ist fucking high on LSD!

Ken Robinson: Wie Schulen die Kreativität töten – TEDTalk

Wenn es einen TEDTalk gibt, den ihr diese Woche ansehen solltet: hier ist er!

Einige Auszüge aus dem Vortrag (hier gehts zum gesamten Skript).

“Kinder sollten keine Angst haben, etwas falsch zu machen. Ich will damit nicht sagen, dass etwas falsch zu machen bedeutet, kreativ zu sein. Wir wissen aber, dass wer nicht bereit ist einen Fehler zu machen nie etwas wirklich Originelles schaffen wird. Wenn man nicht bereit ist, Fehler zu machen. Und wenn sie erst erwachsen sind haben die meisten Kinder diese Fähigkeit verloren. Sie haben Angst, Fehler zu machen. Und nebenbei, wir machen das in Firmen genauso. Wir stigmatisieren Fehler. 
Wir haben heute nationale Bildungssysteme in denen Fehler das Schlimmste sind, was man machen kann. Und das Ergebnis ist, dass wir den Menschen ihre kreativen Fähgikeiten weg-unterrichten.”

“Picasso hat mal gesagt: Alle Kinder werden als Künstler geboren.
 Das Problem ist ein Künstler zu bleiben während man aufwächst.

(…)

“Aber etwas wird einem klar wenn man nach Amerika kommt und auch sonst um die Welt reist: Jedes Bildungssystem der Erde hat die gleiche Hierarchie von Fächern. Wirklich jedes. Es ist egal wohin man geht. Man könnte annehmen, es wäre anders, aber das ist es nicht. Ganz oben stehen Mathematik und Sprachen, darunter die Geisteswissenschaften, und ganz unten steht Kunst. Überall auf der Welt. Und in so ziemlich jedem System gibt es auch eine Hierarchie innerhalb der Künste. Kunst und Musik haben meistens einen höheren Status in Schulen als Theater und Tanz. Es gibt auf dem Planeten kein Bildungssystem das Kinder täglich genauso im Tanzen unterrichtet wie in Mathematik. Warum? Warum nicht? Ich denke, dass das ziemlich wichtig ist. Ich denke Mathematik ist wichtig, aber das gilt auch für Tanz. Kinder tanzen die ganze Zeit, wenn sie dürfen, wir alle tun das. Wir alle haben Körper, oder? Ernsthaft, was geschieht ist doch, dass wir Kinder wenn sie aufwachsen immer weiter von der Taille aufwärts unterrichten. Und dann konzentrieren wir uns auf die Köpfe. Und ein wenig zu einer Seite hin.”

(…)

“Wenn sie als Außerirdischer das staatliche Bildungssystem besuchen würden und fragten “Was ist der Zweck des öffentlichen Bildungssystems?” dann müsste man schlussfolgern – mit Blick auf das Ergebnis, also wer kommt wirklich durch, wer macht alles richtig, wer bekommt all die Pluspunkte, wer sind die Gewinner – man müsste schlussfolgern, dass es der Sinn öffentlicher Bildung überall auf der Welt ist, Universitätsprofessoren zu produzieren. Nicht wahr? Das sind die Leute, die an der Spitze sind. Und ich mag Universitätsprofessoren, aber wissen sie wir sollten sie nicht hochhalten als den Gipfel menschlicher Leistungsfähigkeit. Sie sind nur eine Lebensform, eine weitere Lebensform. Aber sie sind recht merkwürdig, und ich sage das aus Zuneigung zu ihnen. Professoren haben nach meiner Erfahrung etwas Merkwürdiges an sich — nicht alle natürlich, aber häufig — sie leben in ihren Köpfen. Sie leben da oben, und ein wenig zu einer Seite. Sie sind körperlos, wissen sie, im wörtlichen Sinn. Sie betrachten ihren Körper als eine Transportmöglichkeit für ihre Köpfe, nicht? Eine Art und Weise ihre Köpfe zu Meetings zu bringen. Wenn sie stichhaltige Beweise für außerkörperliche Erfahrung wollen, nur nebenbei, gehen sie mal zu einer Konferenz von leitenden Akademikern in ihrer Gegend, und schauen sie am letzten Abend in der Disko vorbei. Und da werden sie es sehen, erwachsene Männer und Frauen winden sich unkontrolliert, aus dem Takt, und warten auf das Ende, nur um nach Hause zu gehen und darüber einen Aufsatz zu schreiben.”

(…)

“Wir wissen drei Dinge über Intelligenz. Erstens, sie ist vielfältig. Wir begreifen die Welt in jeder Weise in der wir sie wahrnehmen können. Wir denken visuell, wir denken in Tönen, wir denken kinästhetisch. Wir denken in abstrakten Begriffen, wir denken in Bewegung. Zweitens, Intelligenz ist dynamisch. Untersucht man die Interaktionen des menschlichen Hirns, wie wir gestern in vielen Präsentationen hörten, stellen wir fest, dass Intelligenz wunderbar interaktiv ist. Das Gehirn ist nicht in Bereiche unterteilt. Tatsächlich entsteht Kreativität — darunter verstehe ich den Prozess originelle Ideen von Bedeutung zu haben — sehr häufig durch die Interaktion verschiedener Wege eine Sache zu betrachten.”

(…)

“
Ich glaube unsere einzige Hoffnung für die Zukunft ist, ein neues Konzept von menschlicher Ökologie anzunehmen. Eines, in dem wir unsere Idee des Reichtums menschlicher Fähigkeiten neu entwickeln. Unser Bildungssystem hat unsere Köpfe genau so ausgebeutet wie wir die Erde ausbeuten: Um eines bestimmten Rohstoffs willen. Und für die Zukunft, wird uns das nichts nutzen. Wir müssen unsere fundamentalen Prinzipien, nach denen wir unsere Kinder ausbilden, überdenken. Es gibt ein wundervolles Zitat von Jonas Salk, der sagte: “Wenn alle Insekten von der Erde verschwänden, würde innerhalb von 50 Jahren alles Leben enden. Wenn alle Menschen von der Erde verschwänden, würden in 50 Jahren alle Formen des Lebens aufblühen.”
Und er hat Recht.”

Von Ken Robinson gibt es einige sehr interessante Bücher zum Thema Entfaltung des persönlichen Potentials.

Facebooks Sozialexperiment – Warum wir tun, was wir tun

In regelmäßigen Abständen spült es die Eindrittelparanoia der Erste Welt-Bevölkerung nach oben, gerne in Form von Beiträgen zu Facebooks omnipotenter Informationsgeilheit nach orwellschem Muster. Dystopie galore, nun gut, soweit nichts neues aus dem Westen.

Zwei Beiträge, die in dieser Woche zu dem Thema veröffentlicht wurden zeigen sehr deutlich, wie weit das Leistungsspektrum von null bis total tolle Totalkontrolle reicht.

Facebook glaubt, dich zu kennen, hat aber keine Ahnung – Vice Magazine
Blödelige Vollgasnaivität nach dem Motto: “Hey Facebook, solange du mir komische Werbebanner einblendest, kennst du mich ja gar nicht richtig.”
Yeah, Vice, kiff weiter.

Facebook manipuliert die Nachrichtenfeeds der Benutzer für ein psychologisches Experiment — Daring Fireball
Und um dieses Ding geht es hier: John Gruber, der wiederum den AV Club zitiert, bringt hier eine interessante Studie, die mich tatsächlich keine zwei Sekunden überrascht. Freiheraus übersetzt liest sich das so:

“Facebooks Wissenschaftler haben ein Dokument veröffentlicht in dem sie beschreiben, wie sie den Inhalt von 600.000 Benutzern der Platform manipulierten. Der Versuch sollte bestimmen, inwiefern der emotionale Zustand dieser Benutzer beeinflusst werden könne. Das Dokument mit dem Titel “Experimenteller Beweis für massenhafte emotionale Ansteckung in sozialen Netzwerken” erschien in The Proceedings Of The National Academy Of Sciences. Es zeigt, wie Facebooks Datenwissenschaftler den Algorithmus justierten, der dafür zuständig ist, welche Beiträge in der Timeline der Benutzer auftauchen — genauer gesagt veränderten die Forscher die Anzahl der positiven oder negativen Begriffe in den Timelines von zufällig ausgewählten Benutzern.
Facebook analysierte daraufhin die zukünftigen Beiträge der betroffenen Benutzer, die diese im Laufe einer Woche veröffentlichten um zu sehen, ob sie von sich aus mit einer erhöhten Positivität oder Negativität reagierten. Damit sollte der Frage auf den Grund gegangen werden, ob emotionale Zustände über ein soziales Netzwerk übertragen werden können.”

Ergebnis: sie können! Tadaa!
Tolle Neuigkeiten für die Datenwissenschaftler bei Facebook, die mit Hilfe dieser Ergebnisse Standpunkte der modernen Psychologie bestätigen möchte. Eher semitolle Neuigkeiten für die restliche Menschheit, die sich von geheimen Experimenten nicht in die Gefühle pfuschen lassen möchte.

John Gruber weiter…
“Das ist ziemlich kontrovers. Aber ehrlich gesagt bin ich nur davon überrascht, dass irgendjemand davon überrascht ist. Ja, das ganze ist echt gruselig. Es zeigt den totalen Mangel an Respektlosigkeit für die Privatsphäre der Nutzer und die Seriosität ihrer Inhalte. Aber ratet mal: das ist Facebook.
“Leg mich einmal rein, Schande über dich. Leg mich zweimal rein, Schande über mich”, so das Sprichwort. Leg mich zwei Dutzend mal rein — dafür gibt es kein Sprichwort.

Update 30.06.14: Kontroverse um Studie zeigt, dass Facebook als Unternehmen erwachsen werden muss – Neunetz.com
Update 05.07.14: Need to know: About Facebook’s social contagion study – ideas.ted.com
Update 06.07.14: I Left Facebook, And You Can Too — Jessica Ferris on Medium.com
“Facebook doesn’t want to strengthen your relationship with loved ones. It wants to strengthen your relationship with Facebook.”

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