Wir alle hoffen auf ein bisschen Prima

Wir alle erleiden Verluste.
Wir alle leiden an Geschwüren, Ekzemen und Ausflüssen,
offenen Brüchen, Eiter, Kurzatmigkeit,
Stumpfsinn, Idiotie und Blödigkeit.
Wir alle vergehen und sind unbeständige Gestalten.
Körper, die zunächst bloß herumgereicht und dann
herumgezerrt werden von den Gewalten.
Wir alle sind Körper,
denkt euch das, wenn ihr morgen in der U-Bahn sitzt:
bloß müdes Vergänglichkeitswerk von irgendjemandem.

Doch, doch, denn es ist so:
Wir alle sind halbseidene Beschädigte – auf die eine oder andere Weise – und
es juckt uns nicht, dieses jämmerliche Leben dazwischen,
verhangen im Zustand zwischen verstehen wollen und handeln müssen,
was bleibt schon, wenn nichts bleibt?
wer schreibt schon wenn nichts schreibt?
Bloß wir, denn wir sind
der Grind in den Dehnungsfugen des Lebens.

Hallo? Ist dort jemand?
Ist dort wirklich irgendjemand?
Niemand, vielleicht?

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