Schaffe ab: unerhörte Gleichzeitigkeit. Ersetze mit: Hypemachine

Kehlmann links, Kehlmann rechts. Mannomann Kehlmann! Hüpft mit seinem neuen Roman durch alle Nachrichtenkanäle, „Ruhm“ hier, „Ruhm“ da; strotzt so vor Ruhm, dass er nicht mehr gerade gehen kann. Jaja, will auch so ein Glanz werden, der oben ist. Mit weißem Auto und Badewasser, das nach Parfüm riecht, und alles wie Paris.
Und dann sind die Fernsehnachrichten vorbei und der Kehlmann turnt weiter. Mein Feedreader, du alter Unheilverkünder, warum klicke ich dich auch jedes mal an? 1643 neue Nachrichten, bestimmt ungelesen und bestimmt interessant, zum großen Teil – die E-Mails jetzt mal nicht mit eingerechnet – will alles lesen, muss alles sehen und sichten. Shortmessagemäßig bricht derweil Dantes Inferno auf meinem Handy los, Twitter zwitschert nicht mehr zartverschähmte Neuigkeitchen vom Ast – das war früher mal so, da brauchte ich nicht eine eingeschobene Schaltwoche, um all die News durchzusichten – sondern planiert mir mit Affengewalt eine Informationsbrache durch die Denkfurche.
Und dann klingelt es und draussen steht wohl jemand vor der Tür, wahrscheinlich Mensch, öffne nicht, hab da nix abonniert.
Und dann wieder Fernsehnachrichten und das alles passiert in rasender Gleichzeitigkeit, während in New York Flugzeuge in den Hudson fallen und uns der Sturm am Wochenende die Haare vom Kopf blasen wird; sagt der Wettermentor und deutet auf ZentralOstWestSüddeutschland, halt irgendwo dort, bloß nicht im Norden, da wirds heiter.

The Hype MachineFakt ist, dass es fast jeden Abend so abläuft und ich ganz besoffen von soviel Tatsachen und mit roten Augen ins Bett gehe. Interessanterweise findet immer dann, wenn ich mich dem produktiven Teil widmen will, der totale Informations-GAU statt. Und das alles immer auf einmal. Gesetz dem Fall, ich werde der nächste Bundespräsident (ich hege Bestrebungen), schaffe ich diese unerhörte Gleichzeitig ab! Einfürallemal!
Da kommt eine helfende Hand gerade recht, um den Überblick über das zu bewahren, was gerade angesagt ist oder besser: angehört wird im Netz. Was Rivva für den Schlagzeilenüberblick über die deutschsprachige Blog- und Online-Medienlandschaft, ist The Hype Machine für alle musikrelevanten Artikel der internationalen Blogosphäre. Phänomenal einfach und genau das Richtige, um nach dem letzten hippen Ohrwurm zu stöbern, den man garantiert nicht mehr aus seiner Gehirnwindung raus bekommt.
(ebenso phänomenal inspiziert von „Oh, what a world“: Teil 1, Teil 2)

Schreibe einen Kommentar