Ken Robinson: Wie Schulen die Kreativität töten – TEDTalk

Wenn es einen TEDTalk gibt, den ihr diese Woche ansehen solltet: hier ist er!

Einige Auszüge aus dem Vortrag (hier gehts zum gesamten Skript).

„Kinder sollten keine Angst haben, etwas falsch zu machen. Ich will damit nicht sagen, dass etwas falsch zu machen bedeutet, kreativ zu sein. Wir wissen aber, dass wer nicht bereit ist einen Fehler zu machen nie etwas wirklich Originelles schaffen wird. Wenn man nicht bereit ist, Fehler zu machen. Und wenn sie erst erwachsen sind haben die meisten Kinder diese Fähigkeit verloren. Sie haben Angst, Fehler zu machen. Und nebenbei, wir machen das in Firmen genauso. Wir stigmatisieren Fehler. 
Wir haben heute nationale Bildungssysteme in denen Fehler das Schlimmste sind, was man machen kann. Und das Ergebnis ist, dass wir den Menschen ihre kreativen Fähgikeiten weg-unterrichten.“

„Picasso hat mal gesagt: Alle Kinder werden als Künstler geboren.
 Das Problem ist ein Künstler zu bleiben während man aufwächst.

(…)

„Aber etwas wird einem klar wenn man nach Amerika kommt und auch sonst um die Welt reist: Jedes Bildungssystem der Erde hat die gleiche Hierarchie von Fächern. Wirklich jedes. Es ist egal wohin man geht. Man könnte annehmen, es wäre anders, aber das ist es nicht. Ganz oben stehen Mathematik und Sprachen, darunter die Geisteswissenschaften, und ganz unten steht Kunst. Überall auf der Welt. Und in so ziemlich jedem System gibt es auch eine Hierarchie innerhalb der Künste. Kunst und Musik haben meistens einen höheren Status in Schulen als Theater und Tanz. Es gibt auf dem Planeten kein Bildungssystem das Kinder täglich genauso im Tanzen unterrichtet wie in Mathematik. Warum? Warum nicht? Ich denke, dass das ziemlich wichtig ist. Ich denke Mathematik ist wichtig, aber das gilt auch für Tanz. Kinder tanzen die ganze Zeit, wenn sie dürfen, wir alle tun das. Wir alle haben Körper, oder? Ernsthaft, was geschieht ist doch, dass wir Kinder wenn sie aufwachsen immer weiter von der Taille aufwärts unterrichten. Und dann konzentrieren wir uns auf die Köpfe. Und ein wenig zu einer Seite hin.“

(…)

„Wenn sie als Außerirdischer das staatliche Bildungssystem besuchen würden und fragten „Was ist der Zweck des öffentlichen Bildungssystems?“ dann müsste man schlussfolgern – mit Blick auf das Ergebnis, also wer kommt wirklich durch, wer macht alles richtig, wer bekommt all die Pluspunkte, wer sind die Gewinner – man müsste schlussfolgern, dass es der Sinn öffentlicher Bildung überall auf der Welt ist, Universitätsprofessoren zu produzieren. Nicht wahr? Das sind die Leute, die an der Spitze sind. Und ich mag Universitätsprofessoren, aber wissen sie wir sollten sie nicht hochhalten als den Gipfel menschlicher Leistungsfähigkeit. Sie sind nur eine Lebensform, eine weitere Lebensform. Aber sie sind recht merkwürdig, und ich sage das aus Zuneigung zu ihnen. Professoren haben nach meiner Erfahrung etwas Merkwürdiges an sich — nicht alle natürlich, aber häufig — sie leben in ihren Köpfen. Sie leben da oben, und ein wenig zu einer Seite. Sie sind körperlos, wissen sie, im wörtlichen Sinn. Sie betrachten ihren Körper als eine Transportmöglichkeit für ihre Köpfe, nicht? Eine Art und Weise ihre Köpfe zu Meetings zu bringen. Wenn sie stichhaltige Beweise für außerkörperliche Erfahrung wollen, nur nebenbei, gehen sie mal zu einer Konferenz von leitenden Akademikern in ihrer Gegend, und schauen sie am letzten Abend in der Disko vorbei. Und da werden sie es sehen, erwachsene Männer und Frauen winden sich unkontrolliert, aus dem Takt, und warten auf das Ende, nur um nach Hause zu gehen und darüber einen Aufsatz zu schreiben.“

(…)

„Wir wissen drei Dinge über Intelligenz. Erstens, sie ist vielfältig. Wir begreifen die Welt in jeder Weise in der wir sie wahrnehmen können. Wir denken visuell, wir denken in Tönen, wir denken kinästhetisch. Wir denken in abstrakten Begriffen, wir denken in Bewegung. Zweitens, Intelligenz ist dynamisch. Untersucht man die Interaktionen des menschlichen Hirns, wie wir gestern in vielen Präsentationen hörten, stellen wir fest, dass Intelligenz wunderbar interaktiv ist. Das Gehirn ist nicht in Bereiche unterteilt. Tatsächlich entsteht Kreativität — darunter verstehe ich den Prozess originelle Ideen von Bedeutung zu haben — sehr häufig durch die Interaktion verschiedener Wege eine Sache zu betrachten.“

(…)

„
Ich glaube unsere einzige Hoffnung für die Zukunft ist, ein neues Konzept von menschlicher Ökologie anzunehmen. Eines, in dem wir unsere Idee des Reichtums menschlicher Fähigkeiten neu entwickeln. Unser Bildungssystem hat unsere Köpfe genau so ausgebeutet wie wir die Erde ausbeuten: Um eines bestimmten Rohstoffs willen. Und für die Zukunft, wird uns das nichts nutzen. Wir müssen unsere fundamentalen Prinzipien, nach denen wir unsere Kinder ausbilden, überdenken. Es gibt ein wundervolles Zitat von Jonas Salk, der sagte: „Wenn alle Insekten von der Erde verschwänden, würde innerhalb von 50 Jahren alles Leben enden. Wenn alle Menschen von der Erde verschwänden, würden in 50 Jahren alle Formen des Lebens aufblühen.“
Und er hat Recht.“

Von Ken Robinson gibt es einige sehr interessante Bücher zum Thema Entfaltung des persönlichen Potentials.

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