Überspitzt, scharfzüngig, streitbar – es wird mal wieder Zeit für ein wenig Hagen Rether.
(weitere Videos findet ihr auf meiner Youtube-Liste)
Überspitzt, scharfzüngig, streitbar – es wird mal wieder Zeit für ein wenig Hagen Rether.
(weitere Videos findet ihr auf meiner Youtube-Liste)
Ich könnte ihm studenlang zuhören. “Born To Run”-Autor Chris McDougall über “biomechanisch talentierte” Menschen, warum wir überhaupt laufen, wie wir laufen und der Frage, was in den letzten 30 Jahren Laufschuhtechnologie alles falsch lief – 52 SEHR unterhaltsame Minuten.
2009 gabs schon mal einen fünfzehnminütigen Ted Talk mit ihm.
“Christopher McDougall explores the mysteries of the human desire to run. How did running help early humans survive — and what urges from our ancient ancestors spur us on today?”
“You think this is just another day in your life… it’s not just another day, it’s the one day that is given to you – today.
It’s given to you. It’s a gift.
It’s the only gift that you have, right now. And the only appropriate response is gratefulness.”
Ach, ich steh ja total auf diese “schaut mal wie verdammt wertvoll und toll das Leben doch ist” Filmchen. (Wenn ihr die einleitenden Worte aus dem TEDx-Vortrag überspringen wollt, landet ihr mit diesem Klick bei circa 3:45min, wo der eigentliche Film beginnt.)
Louie Schwartzberg filmt Natur und urbane Lebensräume, meistens in Zeitrafferaufnahmen, durch die sich ein neues Bewusstsein für die Dinge in unserer Umgebung einstellt. Seine Videos findet ihr auf der Seite Movingart.tv oder drüben auf seinem Youtube-Kanal.
Nachdem sich Daniel Lieberman, Harvards Über-Brain in Sachen Evolutionsbiologie, mehr als ausufernd mit der Frage auseinandergesetzt hat, warum wir aufrecht gehen und was unser Gehirn damit zu tun hat, beschäftigt sich der als Barefoot-Professor bekanntgewordene Lieberman in diesem sehenswerten Vortrag mit einer ganz anderen Frage:
Warum so viele Menschen heutzutage so “umfangreich”, also fettleibig sind und wie das Krankheitsbild Adipositas so gigantisch schnell diese epidemischen Ausmaße erreichen konnte.
You want to reclaim your mind and get it out of the hands of the cultural engineers who want to turn you into a half-baked moron consuming all this trash that’s being manufactured out of the bones of a dying world.
Where is that at?
Terence McKenna, amerikanischer Philosoph und Wegbereiter der Ethnopharmakologie.
Das Video kursiert schon seit einer gefühlten halben Internetewigkeit herum und ich bin mir immer noch nicht schlüssig, ob es irgendeine höhere Bedeutung hat, wenn eine komplett automatisierte Roboterband – die bezeichnender Weise den Namen End Of Life trägt – Marilyn Mansons “The Beautiful People” covert oder ob es einfach nur eine “nette” Idee ist.
And I don’t want you and I don’t need you
Don’t bother to resist, or I’ll beat you
It’s not your fault that you’re always wrong
The weak ones are there to justify the strong
… sind die ersten Zeilen aus dem Song und er passt wie die Faust auf’s Auge.
Diese Maschinen verspotten uns:
“Seht her, ihr perfekten, schönen Wesen, das Krönchen der Schöpfung, zu was habt ihr es denn schon alleine gebracht? Seid doch mal ehrlich: Ihr braucht uns, um aus der Nummer einigermaßen heil rauszukommen; braucht Containerverladeroboter, Börsen-Algorithmen, japanische Blowjob-Maschinen, Navigationssysteme und Herzschrittmacher, um eure kleine Kiste am Laufen zu halten. Und wir sollen bloß als sidekicks für zweit- und drittklassige Weltherrschaftsalpträume herhalten? Na, besten Dank auch, evil idiot fucks!”
Der Aufruf “If you live with apes man, it’s hard to be clean” ist daher eher als Durchhalteparole unter Maschinenbrüder (und Schwestern, auch unter Robotern bitte eine Genderdebatte) zu verstehen, als ein Appell an uns.
Heutzutage braucht es vielleicht noch einen Arrangeur und Programmierer, aber in absehbarer Zukunft werden uns diese Maschinen in wesentlichen Bereichen überlegen sein.
BD594, der Programmierer dieses Stücks wollte aus seinen Geräten ursprünglich Gary Jules elegische Schmonzette “Mad World” entlocken, scheiterte dann aber an diversen technischen Problemen, wie der Kurzerklärung zu diesem Video zu entnehmen ist.
Aber dann gibt es da noch diese andere Seite:
Ich stelle ich mir einen Planeten voller Elektronikschrott vor, in Bergen von Müll sich autonom organisierende Maschinen, die melancholische Lieder spielen; die alte Sagen, Mythen und Geschichten rezitieren, aus einer Zeit, in der Wesen lebten, die sich selbst “Menschen” nannten.
BD594 hat auf seinem Youtube-Kanal noch weitere ziemlich sehens- und hörenswerte Robot-Band Projekte, unter anderem diese House of the rising sun Adaption mit Oszilloskop und dem guten, alten HP-Drucker.
Wie sieht unser städtisches Leben aus, wenn wir es raffen? Wenn wir die Zeit stauchen, Stunden zu Sekunden verdichten?
Klein und hektisch und schnell sieht es aus; nebensächliche Irrlichter auf ihren Bahnen, die sie immer ziehen. Tagein, tagaus. Wenn Leben akkumuliert wird von der Stadt – pulsierende Lichtquanten, der Vergleich mit Blutbahnen eines Organismus liegt nah - und sich selbst zu einem prozesshaften Muster dieser Stadt verändert; langsam überlagert, bis es irgendwan vollkommen Deckungsgleich und – erhöht man die Blickdistanz – kleinkariert wird.
Es liegt in diesem ständigen herumgeistern eine eigenartige Poesie. Sind es die beständigen Gebäudekomplexe, die wirken, als würden sie schon immer dort ruhen? Mit ihren monolithisch-gleichgültigen Glasfassaden, an denen sich nichts reibt, die nur wiederspiegeln können, was auf sie geworfen wird?
Die Sterne sind nicht dort oben, sind sind hier unten, in dieser Stadt, einer Lichtergalaxie, und sie drehen und schrauben sich: ein auf den Kopf gestelltes Bild. Wo unten oben ist und das Oben unser Unten wird, sollen wir zuhause sein? Das verdreht uns die Sinne. Und dennoch liegt in diesem Trubel und Gewusel eine Stille, die wir viel zu selten wahrnehmen können, weil wir zu sehr in der Zeit stecken.
Die Feuerstelle war dereinst das Zentrum unseres Universums. Heute ist es das fahle Leuchten der Plasmabildschirme, digitale Lagerfeuer der Neuzeit und die Leuchtreklamen an öffentlichen Plätzen.
Menschenströme verschwimmen in elektifizierten Röhren zu einer bunten organischen Masse.
Mit dem Einsetzen des ersten Streichers in diesem Video nehmen wir Abschied von der Stadt; wir sehen Menschen an einem Strand, in einer weniger von uns modifizierten Umgebung. Hier verliert er endgültig die Entwurfs- und Deutungshoheit über “seine” Gebilde, bis er im weiteren Verlauf ganz aus den Szenen verschwindet, nur noch Bergkämme und zuletzt ein Hochplateau und die Sterne zu sehen sind.
Das Video folgt einem ganz bestimmten Pfad: von der untersten Ebene, der technisierten Umgebung im Untergrund einer Metropole, hoch zu den obersten Ebenen der Welt, den Randbezirken, in denen der Mensch eigentlich nichts mehr verloren hat. Man kann das deuten, wie man möchte. Letztenendes sind es einfach nur wahnsinnig schöne Aufnahmen.
Wir sind also bis hierher gekommen, all den weiten Weg.
Aber: Wohin gehen wir?
“My relationship towards tulips is inherently Lynchian. I think they are disgusting. Just imagine. Aren’t these some kind of, how do you call it, vagina dentata, dental vaginas threatening to swallow you? I think that flowers are something inherently disgusting. … Weiterlesen
Eric Idle antwortet auf die Kommentare seiner Youtube-Videos.