Wie viel ist genug?

„Der heutige Kapitalismus hat eine neue Dynamik der Begierdenerzeugung in Gang gesetzt. Es ist ein Fehler, Bedürfnisse und Begierden nicht zu unterscheiden. (…) Bedürfnisse sind ihrer Zahl nach endlich, aber Begierden existieren nur im Kopf und können sich unendlich ausweiten. Wenn die Begierden unbegrenzt sind, dann sind die Ressourcen im Verhältnis dazu definitionsgemäß begrenzt, unabhängig davon, wie reich im absoluten Sinn wir sind. Wir sind zu Mangel verdammt, aber nicht durch das Fehlen von Ressourcen, sondern durch die Extravaganz unserer Gelüste. (…) Die vorgeschlagenen Maßnahmen: mehr Teilzeitarbeit; ein bedingungsloses Grundeinkommen als Einmalzahlung; Erziehung zur richtigen Muße; Luxusgesetze, also eine Konsumausgabensteuer nach dem Ökonomen Robert H. Frank und Einschränkungen der Produktwerbung. Oberstes Ziel müsse es dabei sein, folgende sieben „Basisgüter“ so gut wie möglich zu gewährleisten: Gesundheit, Sicherheit, Respekt, Persönlichkeit, Harmonie mit der Natur, Freundschaft, Muße.“

– aus der Süddeutschen Zeitung Nr. 60, Beilage Literatur, Dienstag 12.03.2013 – „Du brauchst das nicht“ – Robert und Edward Skidelsky: Wie viel ist genug? Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie guten Lebens

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