Kinderarbeit bei Ferrero

Am Wochenende lief ein Bericht im WDR Fernsehen, den ich jedem Nutella-Liebhaber wärmstens an’s Herz lege: „Der Ferrero-Check„.

Das Unternehmen bezieht den Großteil seiner Haselnüsse aus Plantagen an der türkischen Schwarzmeerküste. Dort werden immer wieder Fälle von Kinderarbeit bekannt (hier die entsprechende Stelle im Video). Als weltweit der größte Abnehmer von Haselnüssen hat Ferrero eine entscheidene Position, um positiv einfluss zu nehmen. Stattdessen gibt es Kinder-Riegel aus Kinderarbeiterhänden, ein bitterer Zynismus.

Nach dieser Sendung gab es eine Diskussion unter meinen Freunden: Was besser sei für diese Menschen: Gar keine Arbeit oder zumindest schlechtbezahlte Arbeit zu haben? Ist dieser Vergleich vielleicht schon falsch? Warum gelingt es Verbraucherschützern und Bundesregierung nicht, solche Firmen zum Handeln zu bewegen? Unfähige Politiker? Korrumpierte Systeme? Ist der Markt an allem Schuld? Er trägt jedenfalls dazu bei. Denn so lange es andere Händler gibt, die mit günstigeren Konditionen locken, wird Ferrero einfach weiterziehen. Wie diese niedrigeren Preise erreicht werden, interessiert den Hersteller von Deutschlands beliebtester Nuss-Nougat Creme wohl nicht.

Auffällig ist, dass zumeist NGOs die ersten sind, die solche Mißstände zuerst aufdecken. Warum stammen solche Beiträge nicht von einem staatlichen Institut oder einem ihrer Vertreter, die dort extra für diesen Zweck von uns eingesetzt wurden? Warum müssen erst private Organisationen wie in diesem Fall das Südwind Institut mit solchen Beiträgen den Konsumenten aufklären? In vielen Bereichen, da ist der Verbraucherschutz nur ein Beispiel, hat sich das Prinzip staatlich verordneter Regulierung als solches überholt.

Ich sehe im kritischen, informierten und vor allem handlungswilligen Bürger die einzige Option, diese Strukturen aufzubrechen. All die vorangegangenen Lebensmittelskandale neuester Zeit konnten von Vorschriften und Regulierungen seitens der Regierung nicht unterbunden werden. Und letztendendes entscheidet jeder Konsument an der Kasse von Aldi und Co.  darüber, welchem Unternehmen er sein Vertrauen und damit sein Geld schenkt.

siehe Aktiv gegen Kinderarbeit – Ferrero

NDR Weltbilder: Die Haselnusskinder von Ordu

8 Kommentar

      • Nach unserem Kenntnisstand gibt es bisher keine Stellungnahme. Aber im Rahmen der aktuellen EU-geförderten Kampagne „Facing Finance“ ( bei Interesse siehe hier: http://www.facing-finance.org/ ), zu der wir bezüglich Arbeits- und Kinderrechtsverletzungen recherchieren, werden wir das Unternehmen weiterhin genauer unter die Lupe nehmen und mit den Vorwürfen konfrontieren. Auf jeden Fall gibt hiermit eine neue Plattform, auch weitere Firmen, die in Normverletzungen involviert sind, zu identifizieren und die Firmenpraktiken für kritische Verbraucher transparent zu machen. Interessant auch die Verbindung zwischen Deutscher Bank und völkerrechtswidrigen Waffen (Streumunition), die im Rahmen der Kampagne Facing Finance aufgedeckt wurde: http://www.youtube.com/watch?v=7xbOloC05CM
        Grüße

  1. Hat sich denn die Kindersklaverei in Südafrika, die die Kakaobohnen ebenso auch für Ferrero sammeln, erübrigt?

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