Gruß an den Körnel

Heimwärts mit dem Rücken voran auf unbefahrenen Schienen, die Lichter die im dahinsickernden Nebel verschwinden; horizontale Firmamente wie Wächterstatuen des Gewesenen, des Ausgebliebenen, des Verschwundenen in der hereinbrechenden Nacht die das Auge weitet, wenn an den Kirchtürmen die letzten Glocken des Tages läuten und die elektrisierte Luft langsam weicher wird; die Melodie des Weltraums klappert darin, strotzt stottert die uralte Maschine, Sternenkatarakte die von einem oben hell erleuchteten Himmel fallen; silberne Glut auf dem tiefschwarzen Boden zu meinen Füßen und der Nebel breitet sich aus, über die schwankenden Skelette am Horizont, geschmückt mit bunten Girlanden, in der Ferne wo die Propheten kopfüber an Laternenpfählen hängen und Isabel in Decken eingehüllt auf dem Wasser treibt; den Fluss hinunter auf den weiten Ozean, tick, tick, tick, die Uhr, die Schreibmaschine auf einem sinkenden Schiff, wenn die Masten brechen im Sturm und die Segel heulend davon fliegen; die Tasten stottern im seismischen Takt als die Wellen auf Archipelen einstürzen und ungelesene Blätter die Luft erfüllen: Hin und wieder zurück – wie man den Tag lobt und die Narben auf einer gefalteten Stirn, in diesem Moment erloschen für das Gegenwärtige, erhalten als ein gedachtes Morgen, hinfort getragen in der finsteren Nacht, die Blauplausen stählerner Rösser und der halbmondumringten Luftschlösser über dem weiten Ozean; eine Kristalldruse in welcher der Obrist mitsamt seiner Schreibmaschine verschwand und das geborstene Schiff, das auf meinen Erinnerungen wallt und die Bilder seines Hinfort und sein Auftauchen am rechten Ort, als wir zusammen auf dieser Insel standen und die Kartographen Gift und Galle spuckten und ich erinnere mich an die Zeit selbst, wie sie glitschig durch meine Hände glitt und er – Hinfort – unberührt von ihr auf ihr in ihr, umschlossen von ihren weiten Gestaden von denen er gekommen war davon getragen wurde – und es bleibt kein Versprechen und keine Zuversicht außer der Gewissheit, dass kurz vor dem Ende er wieder auf seinem Schiff sitzen würde und geteiltes Leid ist zweimal gestorben; im Jubel ein Säulensaal mit tausend Gesichtern, den Obrist mit bleichem Gesicht irgendwo auf einer Schaukel am Rande seiner Gestade, an die niemand treten kann und Isabel in Decken gehüllt auf einem Fluss für die Gerber, zähflüssiger Schlamm zu seinen morschen Füßen, Bänder und Farben der geweihten Feste seiner transzendentalen Blaupausen die Wolkenkuckucksheime seiner Luftschlösser, während diesseits die Mähnen im Siegesritt flattern und die Musik an den Wänden und Säulen unendlich widerhallt; Tanz der Gezeiten auf einem hohen Wellenkamm, die muntere Gischt wie glitzernde Perlen in der Luft unter einem violetten Himmel und keine Kristalldruse in der die blecherne Trommel seiner Gedanken erzählt – schwarze Helix auf weißen Leinen und die Welle reitet aufs Meer hinaus, die tiefschwarze Ebene, Allesvernichter; legt sich flach unter irrende Schiffe, den Fluß entlang – Hinfort – vorbei an Skeletten mit Girlanden geschmückt und Propheten kopfüber an Laternenpfählen, den Nebel entfacht und die Sterne gleißend zu Boden geworfen auf der unbefahrenen Schiene, wo sich unwillkürlich meine Hand zur Stirn hebt – Heimwärts.

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