Es ist Freitag und ich suche passable Inschriften für mein Grab.
Hier eine Auswahl:

  1. Bleibt übrig, es lohnt sich, trotz allem.
  2. Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich. (Danke D.F.W.)
  3. Weitermachen!
  4. Haut ab und besauft euch im Prassnik, ich zahl. (Danke W.H.)

Die wahnsinnig unglaubwürdige Geschichte eines kürzlich verstorbenen Literaturwissenschaftlers

Stellen Sie sich vor: Sie sind tot, befinden sich aber noch auf dieser Welt; Sie wissen, dass Sie tot sind und fristen fortan ihr Dasein gefangen in einem Bild von M.C. Escher: Ein Zimmer, ein Balkon und wenn Sie es verlassen wollen, werden Sie nur eine Treppe finden, die stetig aufwärts führt und immer wieder vor ihrer eigenen Haustür endet. Glauben Sie mir: Sie würden entweder Wahnsinnig oder Ungehalten werden. Oder beides gleichzeitig. Ich sage Ihnen: Diesem Zustand ließe sich nur mit einem Augenzwinkern begegnen, alles andere wäre unsinnig. Weiterlesen

Der Arzt hat die Wahrheit gesagt.
Die Zeit ist bemessen.
Warum ich und warum jetzt?
Ein Mann lässt Frau und Kinder zurück, Eltern, Freunde,
Nachbarn und die Geliebte von Gestern,
die Personen in seinem Leben.
Tag um Tag ein Stück Abschied.
Die Worte werden weniger, länger dauert das Schweigen.
Vor dem Fenster wechselt das Jahr die Farben.
Sterben ist eine letzte Arbeit.
Nicht allein sein, während man allein bleibt,
das ist vielleicht gut.
- Wolfgang Kohlhaase

Wie sieht Sterben aus?
Jenseits aller Metaphysik untersucht Andreas Dresen in seinem Film “Halt auf freier Strecke” die Verbindung von Kino und Tod.

Es gibt einen Trick, um weder Spacko noch Sportskanone zu sein: Man ist niemand. Das ist leichter, als man glaubt. Ja, man muss nur Praktikant oder Hospitant oder dergleichen sein. Dann ist man zumindest immerhin irgendwas, aber auch nur unwesentlich mehr als niemand.

Ton jeu est fini | Himmelende

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