Das besorgte Tier

MOHAMMED YOUSEF/NATIONAL GEOGRAPHIC TRAVELER PHOTO CONTEST

„Wir sind, vielleicht einzigartig unter den Kreaturen dieser Erde, das besorgte Tier. Wir verbringen unser Leben mit Sorgen, voller Angst vor der Zukunft, unzufrieden mit der Gegenwart, unfähig den Tod zu begreifen, unfähig still zu sitzen.“
— Lewis Thomas


Die meisten Sprachwissenschaftler sind sich darin einig, dass der englischen Sprache richtig übel wurde, als sie nach Nordamerika einwanderte. Und als das Englische schließlich Texas erreichte, ist es dort gestorben.


Es ist Juni und eine gewisse Fickrigkeit liegt in der Luft. Sex und Fortpflanzung nehmen jetzt einen großen Teil unsere Zeit in Anspruch — nicht so sehr das praktische Handeln, aber das denken darüber. Fast jeder einigermaßen strukturierte Vielzeller beschäftigt sich damit.


Vorsorge ist ein schönes deutsches Wort. Eine Art Angstmentalität, die verwaltet werden will; die an den Knochen nagt, als ob es irgendwie eine total sinnvolle Angelegenheit wäre, sich für eine Sache vorauseilend Sorgen zu machen. Quasi Sorge auf Vorrat. Nur um auf Nummer sicher zu gehen, falls man später nicht mehr dazu kommt oder sie ganz unerwartet ausgeht. Stell dir vor es ist Zukunft und du machst dir keine Sorgen. Wo kämen wir da hin?


And Lo, for the Earth was empty of Form, and void. And Darkness was all over the Face of the Deep. And We said: ‘Look at that fucker Dance.’
– Infinite Jest, David Foster Wallace

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