Tag: Menschen (page 1 of 2)

Aufstände

“Man glaubt man wisse mehr über viele Menschen, als die Menschen über sich selbst. Wir sehen ihren Nacken, eine unbemerkte schmutzige Stelle an ihrer Kleidung, wir erkennen ein Muster in ihren Handlungen, von dem sie nichts wissen, oder es sich nicht eingestehen. Und schon sehen wir uns ihnen überlegen, wie milde aber gewissenhafte Richter, die über einen Angeklagten und die Summe seiner Taten oder Unterlassungen ein Urteil sprechen, das unwiderruflich und mehr als eine Strafe ist. Denn eine Bewährung wird nicht gewährt und eine erfolgreiche Revision ist die Ausnahme. Und oft zweifelt der Angeklagte, der Beurteilte, der Erkannte, der Entlarvte, oder stimmt mit traurig-ergebener Zustimmung ein, oder aber er lehnt sich gegen die Außensicht auf, wie ein Schauspieler, der sich als Held sieht und durchweg als Narr besetzt wird.
Jede Rebellion dagegen ist verzweifelt und vieles tut man nur um ein neues Bild seiner selbst zu schaffen. Eine Frau, die unter ihren Kolleginnen als grau und unbegehrt verschrien ist, lernt einen Mann kennen und weiß: Die Kolleginnen werden, wenn sie es erfahren (und sie sollen es erfahren) verächtliche Blicke wechseln und lächeln, gönnerhaft und demütigend. Doch die Frau wird sich gegen ihre Rolle wehren. Vielleicht, wenn sie den Mut aufbringt, wird sie sich von dem Mann abholen lassen. Er wird vor dem Büro auf sie warten, und die anderen werden ihn sehen. Aber er wird sie nicht jeden Tag abholen kommen, und es wird jeder Tag an dem er sie nicht mehr abholt registriert und als möglicher Anfang des zu erwartenden Endes gesehen werden. Wenn der Mann gut aussehend sein wird, werden die anderen die Lebensdauer der Liebesgeschichte herunterrechnen, wenn er unattraktiv ist, werden sie über ihn spotten und wenn die Geschichte vorbei ist, wird der Spott vernichtend, leise und dauerhaft sein.”

– Auszug aus “Aufstände”, von Marcus Ertle

Mike, ein Münchner Aborigine

Giles West Camp, South Australia 1903

Giles West Camp, South Australia 1903

Bei Deichmann, nahe am Marienplatz fiel mir schon oft ein Didgeridoo-Spieler auf. Auf dem Weg zu meiner Tram lief ich ein paar mal an ihm vorbei, er sitzt dort manchmal in den Abendstunden und spielt auf seinem Instrument. Dieses ist jedoch nicht aus Bambus oder Eukalyptusholz, sondern aus einem zusammengesteckten, grauen Plastikrohr, das sich nach unten hin zweimal verästelt.

Gestern Abend blieb ich fasziniert stehen, stellte meine Einkaufstüten zur Seite und hörte ihm eine ganze Weile zu. Und als er eine kurze Pause machte, erzählte er mir seine Geschichte.

Seine Name ist Mike.
Mike war Systemadministrator bei einem Presse-Unternehmen. Eines Tages entschieden seine Vorgesetzten, Mike als “Sicherheitsproblem” einzustufen und er wurde auf die Straße gesetzt. Seitdem lebt er dort, mit einem selbstgebastelten Didgeridoo aus Plastik-Abflussrohren. “Die letzten Jahre waren echt hart”, erklärt er. Seine Hartz IV-Bezüge wurden komplett auf Null zusammengestrichen, er lebt von dem, was andere Leute irgendwo übrig lassen. Oder was sie in seine blaue, ausgefranste Gitarrentasche werfen. Mit seinem Crocodile Dundee-Hut und der olivfarbenen Ranger-Weste steht er vor mir wie ein Vorzeige-Aussie, für den ihn viele auch oft halten, das Didgeridoo an seine Schulter gelehnt. “Das Ding hat mir das Leben gerettet.” Er tippt auf das Plastikrohr. “Ich hätte mir in den letzten Jahren schon ein paar mal die Kugel gegeben. Aber durch den Sound…”, er macht eine Pause, “durch den Sound, durch die Vibrationen, da hab ich immer wieder das Gefühl für mich selbst wiederbekommen.”

Wenn ihn Touristen fragen, ob er aus Down Under käme, dann spricht Mike mit einem derben bayerischen Akzent Englisch, dass er sich tatsächlich ein kleines bißchen nach Australier anhört. “Ich bin Münchner. Und ich bin ein Aborigine. Aborigine heißt »Eingeborener«.”

Wenn er spielt und die Menschen, die vor ihm stehenbleiben ihre Kameras zücken, wird Mike zornig und fängt wild mit seinen Händen an zu gestikulieren. “Na, ich will nicht, dass die Leute Fotos von mir machen und dann irgendwo veröffentlichen. Du kannst gerne den Sound aufnehmen, der ist copyrightfrei, kannst ihn veröffentlichen, wo du willst. Aber ich will keine Fotos von mir, ja? My face is my property. Und ich bin nicht Mr. Facebook oder Mr. Google oder so.”

Ich nehme ein paar Minuten seines Spiels auf. Warum er das alles mache? “Ich bin hier, weil ich den Menschen good vibrations schicke, des kommt leider ned bei allen an. Die meisten gehen weiter aber viele bleiben stehen, machen vielleicht sogar die Augen zu und sind voll in sich drin. Die driften manchmal richtig weg. Und dann quatschen sie mich später an, dass sie das super finden. So wie du. Das gibt mir echt viel, wenn ich sehe, dass ich Menschen damit glücklich machen kann.”

Ich vergaß Mike zu fragen, wie lange er schon das Didgeridoo spielt. Das zirkulative Atmen hat er sich jedoch selbst beigebracht. “Der Sound ist zwar nicht perfekt, aber für so Plastik gar nicht mal schlecht, gell?”

 

Restrealität – Steven Assael

Selten, dass ich mich so lange und so fasziniert durch ein Online-Portofolio geklickt habe. Steven Assael malt herrliche Zeichnungen und Gemälde; Körperstudien, Portraits und Szenerien.

Es sind keine superrealen Bilder, es ist vielmehr das, was wir eigentlich sehen: die Restrealität. Bilder mit starken Kontrasten; mystisch, lebendig, aber auch irgendwie verstörend, unerklärbar und dicht. Mit einfachen groben Farbüberlagerungen arbeitet er eine bemerkenswerte Tiefe und Vielschichtigkeit heraus, die ich selten in Gemälden gesehen habe; Licht und Schattierungen, die den Körpern ein ganz eigentümliches Volumen, Weichheit und gleichzeitig Härte verleihen.

Niemand ist eine Insel

“In a sense, each of us is an island. In another sense, however, we are all one. For though islands appear separate, and may even be situated at great distances from one another, they are only extrusions of the same planet, Earth.”
- J. Donald Walters

Gefunden auf dem irrsinnigen wunderbaren Fotoblog Landyscape.

In aller Stille

“Wo die Uhren nicht die Zeit, sondern die Ewigkeit messen, muß einfach alles länger existieren als andernorts, so scheint es.”

“In the Silent World project, we wanted to study and transform our world’s most symbolic metropolises (New York, Beijing, Paris, Rome) into imaginary, fictional, impossible places. In our work, we always try to study and put into image the frontier between reality and the world of dreams. Our desire was to put the viewers into a puzzling and uncomfortable place, pushing him to put into question notions of time and space, but mostly our role and position towards the becoming of our world.”

via iGNANT, Projekt “Silent World” via Lucie & Simon

In der Endlosschleife des Optimierungsgequatsches

Doku “Work hard” : In der Endlosschleife des Optimierungsgequatsches – ZEIT ONLINE
Carmen Losmann hat einen sehenswerten Dokumentarfilm über die moderne Arbeitswelt gedreht. “Work hard – play hard” erzählt von Team Buildings und kreativer Ausbeutung.

Und hier der Trailer dazu. Ansehen!

Wohin gehen wir?

Wie sieht unser städtisches Leben aus, wenn wir es raffen? Wenn wir die Zeit stauchen, Stunden zu Sekunden verdichten?

Klein und hektisch und schnell sieht es aus; nebensächliche Irrlichter auf ihren Bahnen, die sie immer ziehen. Tagein, tagaus. Wenn Leben akkumuliert wird von der Stadt – pulsierende Lichtquanten, der Vergleich mit Blutbahnen eines Organismus liegt nah - und sich selbst zu einem prozesshaften Muster dieser Stadt verändert; langsam überlagert, bis es irgendwan vollkommen Deckungsgleich und – erhöht man die Blickdistanz – kleinkariert wird.

Es liegt in diesem ständigen herumgeistern eine eigenartige Poesie. Sind es die beständigen Gebäudekomplexe, die wirken, als würden sie schon immer dort ruhen? Mit ihren monolithisch-gleichgültigen Glasfassaden, an denen sich nichts reibt, die nur wiederspiegeln können, was auf sie geworfen wird?

Die Sterne sind nicht dort oben, sind sind hier unten, in dieser Stadt, einer Lichtergalaxie, und sie drehen und schrauben sich: ein auf den Kopf gestelltes Bild. Wo unten oben ist und das Oben unser Unten wird, sollen wir zuhause sein? Das verdreht uns die Sinne. Und dennoch liegt in diesem Trubel und Gewusel eine Stille, die wir viel zu selten wahrnehmen können, weil wir zu sehr in der Zeit stecken.

Die Feuerstelle war dereinst das Zentrum unseres Universums. Heute ist es das fahle Leuchten der Plasmabildschirme, digitale Lagerfeuer der Neuzeit und die Leuchtreklamen an öffentlichen Plätzen.
Menschenströme verschwimmen in elektifizierten Röhren zu einer bunten organischen Masse.

Mit dem Einsetzen des ersten Streichers in diesem Video nehmen wir Abschied von der Stadt; wir sehen Menschen an einem Strand, in einer weniger von uns modifizierten Umgebung. Hier verliert er endgültig die Entwurfs- und Deutungshoheit über “seine” Gebilde, bis er im weiteren Verlauf ganz aus den Szenen verschwindet, nur noch Bergkämme und zuletzt ein Hochplateau und die Sterne zu sehen sind.

Das Video folgt einem ganz bestimmten Pfad: von der untersten Ebene, der technisierten Umgebung im Untergrund einer Metropole, hoch zu den obersten Ebenen der Welt, den Randbezirken, in denen der Mensch eigentlich nichts mehr verloren hat. Man kann das deuten, wie man möchte. Letztenendes sind es einfach nur wahnsinnig schöne Aufnahmen.

Wir sind also bis hierher gekommen, all den weiten Weg.
Aber: Wohin gehen wir?

Fredda, mit den natürlich gelockten Haaren (und andere Situationen)

“Hier haben Sie Destillate, etwas Verdichtetes: Alltagsfetzen, Szenen, Dinge halt, die einem nach und nach langsam ins Bewusstsein träufeln. Passiert Ihnen das nicht auch ständig?”
Lovable Doc Stanley

Das dicke Mädchen rechts neben mir auf der Bank wartet auf die Studienberatung der Germanistik. Sie wartet, wie ich, seit eineinhalb Stunden, während der Raum immer enger wird und die Wände immer dann, wenn man nicht hinsieht, ein paar Zentimeter näher zu rücken scheinen.
Aus dem Augenwinkel heraus mustere ich sie. Warum so nett? Sie ist nicht dick, sie ist fett! (Dieses Wort sage ich mir in Gedanken immer und immer wieder mit einer Genüsslichkeit, dass es spritzt.) Sie sitzt da und starrt viehisch geradeaus und puhlt sich mit einem Zahnstocher zwischen den Zähnen, ohne ihren Mund dabei zu verdecken. Das zum Vorschein gebrachte hält sie sich so nah vor die Nase, dass sie schielen muss; leckt dann die weißfasrigen Brocken wieder vom Holzstocher, schmatzt gemütlich, versucht leise aufzustoßen, was aber wegen ihres voluminösen Korpus trotzdem irre gewaltig klingt und die Sitzbank inklusive mir und Mädchenkörper in Rülpsschwingung versetzt. Sie stinkt nach alter Bratensoße oder Frittierfett, so genau kann man das nicht sagen. Sie gluckst und speichelt stark nach innen ab, das hört man an ihren mühsamen Schluckgeräuschen. Mit jeder Kopfbewegung wippen ihre kurzen, natürlich gelockten Haare. Sie könnten das Schönste an ihr sein, hätte sie sie nicht pechschwarz gefärbt, was in einem zu starken Kontrast zu ihrer blassen, wachsenen Haut steht.
Selbst wenn ich lange darüber nachdenke kann ich mich nicht erinnern, jemals zuvor neben so einem unästhetischen Mädchen gesessen zu haben.

Der Parkplatz gegenüber meiner Wohnung ist in der Nacht hell erleuchtet. Laternen an hohe Masten werfen breite Lichtkegel, daneben grenzt ein Park an. Die Vögel dort reagieren eigenartig auf die nächtliche Lichtverschmutzung, sogar um zwei Uhr Nachts zirpen und zwitschern sie noch, als sei es heller Nachmittag. Das Zwitschern und die Nacht, wirken in ihrer Gemeinsamkeit absurd. Die kräftige Selbstverständlichkeit, mit der die Vögel singen, hat eine noch stärkere Wirkung auf mich, als das Licht. Ihr Gesang motiviert mich wach zu bleiben. Obwohl ich schlafen möchte, entscheidet mein Körper beim Zwitschern der Vögel, dass es irgendwie falsch sei jetzt zu schlafen.
Es ist halb Drei.

„Das ist ein moderner Fetisch, ein Mindgame, alles reine Kopfsache.“ Sie bindet sich die blaue Schnur um das Handgelenk und betrachtet es noch eine ganze Weile, bis sie ihren Blick löst und auf den Fluss starrt. „Kommt also darauf an, ob ich daran glaube oder nicht?“, fragt sie den Mann mit dem grauen Mantel. „Ja“, antwortet der Verkäufer. Und sie nickt, breitet die Arme aus und lässt sich von der Brücke fallen.

Die zwei Brotscheiben hat M. auf dem hölzernen Brotzeitbrett symmetrisch jeweils mit der Unterkante der Brotkruste so nebeneinander gelegt, dass sie aussehen wie eine Eizelle in der Telophase der Zellverdopplung. Er redet von Entropie und Thermodynamik, während S. in der Badewanne ein Stockwerk tiefer langsam verbrennt.

Es ist Samstag in der Innenstadt und vor mir demonstrieren Horden aus dem schwarzen Block. Gegen Kapitalismus, gegen Konsumismus und gegen eine Menge weiterer -ismen. Ich trage auch schwarz, aber das ist ein Versehen, wie ich ihm versichere. Der Griff ist streng und er blickt kein einziges mal in meine Richtung, während er mich in den Polizeibus zerrt.

Nachts um eins klingelt das Telefon. Es ist eine Fehlschaltung, man hört Vater und Tochter, die sich unterhalten. Man lauscht eine Weile, mischt sich in das Gespräch ein, Verwunderung an jedem Ende und verabredet sich schließlich auf einen Kaffee oder eine Cola.
Die Telekommunikationsunternehmen schalten willkürlich Gespräche zusammen; es klingelt, es wird abgehoben und ein Fremder antwortet, mindestens genau so unvorbereitet. Es wird aber trotzdem immer noch gerne telefoniert, ein jeder hat zwar eine eigene Telefonnummer, aber die hilft nichts, es wird nur ein ganz anderer erreicht. Es gibt auch einen Störungsdienst. Man kann die Nummer dieses Störungsdienstes wählen, aber man erreicht ihn nie, sondern immer jemand anderen. Es klingelt und irgendjemand ist dran, der einen auch nicht anrufen wollte, sondern selbst angerufen wurde. Menschen, die bei den Telefongesellschaften arbeiten, heißen Kommunikationsvermittler.
(aus “Am Telefon” — Ben, 9 Jahre)

Die andere Saite eines Riesen

Er brummt mit tiefer Stimme sein Unglück. Dass er sich den Knöchel gleich zweimal verstaucht hat und er jetzt deswegen vorsichtig sei, sagt er, während ich seine Laufschuhe, die er gleich kaufen wird in die Schachtel zurück packe und an die Kasse stelle. Größe 49, das ist ein Kindersarg, andere Leute leben in solchen Kartonagen; aber ich sage es nicht, es wäre unhöflich und für ihn sicher nicht das erste mal, dass er das hört. Grobschlächtig und kastenförmig ist die Gestalt des Mannes, ein Riese, der selbst im Sitzen noch einen Kopf größer ist als ich im Stehen. Langsam und träge sucht er seine Sachen zusammen: Jacke, Einkaufstaschen, Plastiktrinkflasche, und allein der glaziale Fortschritt seiner Bewegungen lässt jede seiner Handlung wohlüberlegt und wahnsinnig bedächtig aussehen.

Hohe kantige Wangenknochen, wie mit der Axt bearbeitet verstärken die atavistischen Gesichtszüge des Mannes. Es sind genetische Expressionen eines Menschentypus, dessen Wurzeln irgendwo im Dunst der dunkelgrauesten Vorzeit liegen. Der Riese ist Conan, ein Neandertaler. Seine Hände sind so groß, dass er damit ohne Mühe meinen Kopf umklammern und mich vom Boden heben könnte; oder um damit Betonbrocken aus einem Grund zu zerbrechen, der absolut keinen Sinn ergibt. Oder um damit Schweine in zwei Hälften zu teilen. Ich denke für einen Moment an Höhlen und große Feuer, an abgeschabte Tierfelle und Knochenwerkzeuge aber das ist alles Blödsinn und gehe mit ihm an die Kasse, während seine braune Augen blitzgescheit unter den wulstigen Brauen hervorlugen und mich skeptisch mustern, als hätte er gerade erraten, was ich dachte.

Während er sein Portemonnaie öffnet macht er mit der anderen Hand eine rotierende Geste, die irgendwie zeigen soll, dass er in Eile ist, die ich jedoch aufgrund der zweieinhalbfachen Verlangsamung sämtlicher Bewegungen des Riesen für die Lockerungsübung eines verknacksten Handgelenks halte. Er nickt mir freundlich zu, steckt das Wechselgeld ein und nimmt die Tüte mit den neuen Schuhen an zwei Fingern. Dann sagt er bloß noch, dass das Gespräch sehr interessant war, vielen Dank für die Beratung, er sei jetzt allerdings etwas in Eile, denn er müsse zur Cello-Stunde. Und in mir geht ein Licht auf, so wie meine Gesichtsmuskulatur vollkommen erschlafft: Ich sehe den Riesen vor mir, wie er dieses Cello hält, das allein durch seine überwältigende körperliche Präsenz wie die miniaturisierte Form einer aufgestellten Geige wirkt und denke an die Finger seiner Hand – in meinen Gedanken eben noch Dächerabdeckend – wie er sie auf die Seiten des Instruments presst, das leidvoll knarzt.

Daher sollte man, wenn man von der Gestalt, die man sieht, auf die Seele, die spricht, schließt, nicht etwa Geist und Lebendigkeit erwarten, wohl aber mit Intelligenz rechnen dürfen und einem Hauch von Erhabenheit.

- Fernando Pessoa

Die meisten Leute sind andere Leute

Most people are other people. Their thoughts are someone else’s opinions, their lives a mimicry, their passions a quotation.

Oscar Wilde, “De Profundis

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