Neue Runde, neues Glück

Allens, wat in’t ole Johr
scheef loopen is un krumm,
dat moken wi nu annersrum.

In diesem Sinne, frohes Neues!
(Da fällt mir auf: Warum wünscht man sich eigentlich ein „frohes Neues“? Dieses doch recht jungfräuliche, erst wenige Sekunden alte Jahr kann doch nicht „froh“ sein. (Wenn ein Jahr überhaupt irgendeine Gefühlsregung hat, dann wohl die der hoffnungslosen Überrumpelung, wenn siebenmilliarden Datumsumbruchfeiernder hereintrampeln!)
Oder sollte der in das neue Jahr Hinüberrutschende gefälligst froh sein, es nun endlich gesund und in einem Stück geschafft zu haben? Sich nicht bei all der Feierei Hand und Hirn mit illegalen Böllern aus Tschechien weggesprengt zu haben? Dann ist das eine unerhört platte, mut- und farblose Form des vorausgreifenden Enthusiasmus! Ein erfolgreiches Neues, ein irre vielfältiges Neues, ein wahnsinnig unerwartet schroffes Neues, ein total überbewertetes Neues, okay. Aber „froh“? Das hört sich doch bitte sehr nach „nett“ an. Und das hört sich wiederrum sehr nach scheißdreck an: ein nettes Neues.
„Und? Wie gefällt dir mein neuer Kaschmir-Schal?“
„Mhm, ganz nett.“

2012 – da können wir aber alle ganz schön froh sein, wieder dabei zu sein.
Neue Runde, neues Glück.)

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