So kann das nicht weitergehen: Ich personifiziere mein Diktiergerät zu sehr, ich komme damit einfach nicht klar. Es trägt keinen Namen, was sicherlich auch gut so ist; aber immer wenn ich es anschalte,  fühle ich mich plötzlich unbehaglich und verstockt, ja regelrecht beobachtet. Ich bin von der Tatsache, dass es mir zuhört so gelähmt, dass ich nicht mehr sprechen und schon gar nicht mehr denken kann. Als stünde ich vor einem Zwölfmillionenpublikum und müsse nun die einzige Wahrheit verkünden. Verstärkerrauschen, Zungenschwere. Vierundzwanzigmillionenaugen, Warten.
Also, alles rein hypothetisch.
Aufnahme.

Ringsum liegt unsere riesige, heulende Mutter Natur, so schön und um ihre Kinder so besorgt wie eine Leopardin, und doch werden wir ihrer Brust so früh entwöhnt und wenden uns der Gesellschaft zu, jener Kultur, die ausschließlich aus der Interaktion zwischen Menschen besteht – es ist eine Art intensiver Inzucht, die bestenfalls einen englischen Adel hervorbringt, eine Zivilisation, die nur allzu bald an ihre Grenzen stoßen muß.
In der Gesellschaft und in den besten Institutionen der Menschen kann man leicht eine gewisse Frühreife ausmachen. Wir sind bereits kleine Männer, wenn wir doch noch im Wachstum begriffene Kinder sein sollten. Gebt mir eine Kultur, die viel Schlamm von den Sumpfwiesen holt und ihn in den Boden einarbeitet, anstatt sich allein auf erwärmten Mist, verbesserte Geräte und neue Kultivierungsmethoden zu verlassen!

aus “Vom Spazieren” - Henry David Thoreau, US amerikanischer Schriftsteller und Philosoph, 1817 – 1862

Bitte: Man darf ja gerne Claudia Roth heißen und den Grünen zugehören. Aber das heißt noch lange nicht, dass man mit so einem beschissenen Blumenaufdruck am Revers durch die Welt wandeln kann, ohne straffrei aus der Sache raus zu kommen.