Ich glaub ich bin eher so

Erdenklich gute Geschichten: Könnten einem am ehesten draussen kommen. Mal abwarten.
Sitze auf einer Parkbank im Münchner Hofgarten; rechts neben mir die Residenz und links vor mir der Diana-Tempel. Es sind die ersten Strahlen der Frühlingssonne, die die Menschen aus ihren Grotten lockt. Der Wind ist kalt, noch immer, nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit; die Münchner Teenie-Schickeria ist zu nobel und eitel, um sich dem Wetter angemessene Kleidung anzuziehen und so steht sie rauchend und mit nach innen geknickten Beinen in ihren dünnen Hipster-Klamotten da und friert. Mütter rufen ihren Kindern, Hundehalter ihren Hunden, ein ausgesprochen gewöhnlicher Karfreitag. Aß zuhause noch eine selbstgekochte Gemüsepfanne, nichts fertiges, kein Fleisch, nicht aus moralischen oder religiösen Gründen, ich bin noch nicht einmal ein guter Christ und Tiere, die ich aufesse tun mir wirklich fürchterlich leid, esse sie aber trotzdem. Gewissensbisse.

Manchmal hilft nachdenken nicht. Manchmal kommt man mit Besonnenheit nicht weiter. Und Gewalt kann durchaus eine Lösung sein.
THE CITY IS WRAPPED IN PLASTIC AND THERE IS NOTHING WE CAN DO ABOUT IT.
Gewaltfantasien sind Gedankenmetastasen. Einmal ausgebrochen wuchern sie wild und unaufhörlich und die zwangsverordnete Chemotherapie beruhigt allerhöchstens die Verwandten.

„Es könnte ruhig ein wenig wärmer sein, hätte ich absolut nichts dagegen.“
Wie seltsam einen die Leute ansehen, wenn man alleine auf einer Parkbank sitzt und in einem Buch schreibt. Im Blumenbeet neben mir liegt ein Haufen Hundescheisse, ich bemerke ihn erst jetzt. Durch die wärmenden Sonnenstrahlen beginnt er zu stinken. Es ist ein ausgesprochen großer Haufen.
YOU CAN SEARCH FOR THE BOY WITH THE MOLESKINE BUT YOU WON’T FIND ANY ANSWERS.

„Das Wichtigste ist das Apres-Ski!“, schmierig lautes Lachen. Und in diesem Augenblick setzt sich eine Fliege auf mein Buch, irgendwo zwischen der 13. und 14. Zeile der noch unbeschriebenen rechten Seite. Ihr gefällt die Reflexionseigenschaft des weißen Papiers, nehme ich an. Ich glaub, ich bin eher so ein Pseudosubjekt und das zieht manchmal ganz schön viel Fliegen an.
So wirds also Sommer, ganz gewöhnlich alles. Mit Mokka und Marmorkuchen im Muschi-Mekka. Illustre Gäste im Garten, dann wieder aufgepumpte Anabol-Spasten und durchgeknallte Epo-Heads, während im Hintergrund die Möchtegern-Semiprofis vom Team Telekom auf ihren Tausendeurobikes leggingskomprimiert an mir vorbeischnaufen.
I’M AFRAID I’M FEELING GOOD.

Im Münchner Hofgarten: Menschen spielen Boule, es sind sehr viele, das ist in den letzten Jahren ziemlich schick geworden, ein fucking Yuppi-Trend. Die ersten sitzen bei Tambosi im Biergarten. Da saßen auch schon Hitler und Ludendorff.

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