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Pubertäre Unsicherheit

Posted 6 days, 8 hours ago

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Szenenwechsel, Wohnheimsküche, Westend. Mit hibbeligen, nervösen Gesten, exaltierten Handbewegungen und fickrigem Gekicher reagieren die Mädels auf die Frage. Sie wollen so erwachsen damenhaft wirken, nach aussen schaffen sie es bestimmt, soviel Wangenrouge und Lidschatten mag überzeugen; im Kern sind sie jedoch vorzeitlich ihrer Adoleszenz, nicht mitgegangen und noch verhangen in jugendlicher Naivität. Nett anzusehen aber auf [...]

Med-o-mat

Februar 5th, 2010

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Dieser Automat ist toll. Er steht im Untergeschoss des Münchner Hauptbahnhofs. Direkt gegenüber befindet sich das WC Center, das aussieht wie die Himmelspforte, alles supersteril, permanent umweht von einem Zitrone-Desinfektionsgeruch, hier will ich eines Tages nach dem Ableben gerne empfangen werden. Profan betrachtet macht man dort aus dem kleinen Geschäft nichts anderes als Big Business, Männer [...]

Diese vier Wände

Januar 24th, 2010

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Chaostage vor dem Erstsemester. Die endgültige Entscheidung nach Berlin zu gehen um dort zu studieren traf Ron im März Nullneun, als er im Badezimmer vor dem Spiegel stand und versuchte, sich die Nasenhaare mit einer spitzen, aber furchtbar stumpfen Nagelschere zu stutzen. “Bitte fall jetzt nicht ins Klo! Bitte fall jetzt nicht ins Klo! Bitte [...]

Über die zweifelsfrei wohltuende Wirkung eines Stuhlgangs (aber nur bei einem selbst)

Januar 21st, 2010

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Wir Menschen haben schon ein recht ambivalentes Verhältnis, was das sekretieren von Fäkalien betrifft. Oder anders ausgedrückt: Das Scheißen stimmt mich nachdenklich. (Über derbe Sachthemen schreibt man am Besten Frühmorgens, wenn der Verstand sich noch nicht ganz eingerenkt hat). Interessanterweise machte ich diese Feststellung, als ich ein junges Pärchen in der Trambahn beobachtete, was ja [...]

Hallo Schmerz

Januar 18th, 2010

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Weil dieses Jahr so langweilig – langweiliglangweiliglangweilig und achgewöhnlich begann, dachte ich mir: Geh mal zum Zahnarzt, tu dir selbst was gutes und lass dir zur Feier dieses noch recht jungen 2010 so eine richtig schöne Wurzelbehandlung verpassen. (An das Geschriebene “2010″ muss ich mich erst noch gewöhnen. Ich sag derweil “zwanzig-zehn“, das kenne ich [...]

Die Woche in 140 Zeichen

November 9th, 2009

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Reglose Füße unter Toilettenkabinentüren haben etwas Demütiges, ja Friedfertiges. Die Defäkationshaltung ist eine Demutshaltung. # Schnell diesen Tweet noch fertig schreiben, bevor der Rechner neust # ☞ ♨ ✔ # Wörterinflation, now! # Fühle mich der Allverbundenheit der Ereignisse zeitweise entrückt. Es muss irgendwie mit diesem Tag vor Montag zusammenhängen. # listening to “Trust Tissue by I Scream Ice Cream” [...]

Alltag, Etwas

November 6th, 2009

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Mit zwei Scheiben Brot, vier Tassen Kaffe und einer reichlich überzogen naiven Vorstellung von dem, was dieser Tag so alles bringen könnte begann Foster. Oftmals ist eine große Portion Unbedarftheit zwingend notwendig, um nicht mit einem Kniefall aus dem Bett heraus zu beginnen und reumütig um den Tag herumzuschwänzeln, wenn er die ersten Strahlen durchs [...]

Im September nullacht

September 6th, 2009

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Da legt die Spätherbstsonne blasse Erinnerungsfetzen über Wiesen und Wege. Ich weiß grad nichts vernünftiges mit mir anzufangen. Und ich weiß: mit dem ist nichts vernünftiges anzufangen. Ich bin in München. Mit 70 Cent und 2 Büchern unterm Arm. Damit muss ich leben, bis sich mir Geldquellen bieten. Ich hab maßloses erlebt. Ich bin ganz kaputt von [...]

Beziehungsanleitung

September 2nd, 2009

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Stundenprotokoll, im Wartezimmer. Szene 01: Männer lesen Audi-Magazine, Frauen Cosmopolitan. So verteilt sichs, denke ich mir. Die einen, die tragen blau und spielen mit Autos und später dann Krieg. Und die anderen, die tragen rosa, ziehen Puppen an und können im Regelfall nicht werfen. Also: Bedrückende Wartezimmerstille, nur wenige Menschen, zusammengepfercht in einer Atmosphäre des Schweigens. [...]

Läuft wieder

August 11th, 2009

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E-Mails erreichten mich in den letzten Tagen, es müssen an die tausend gewesen sein. Dutzendfach gleich lautende Betreffzeilen, in denen sich die Hilf- und Ratlosigkeit besorgter Himmelende-Konsumenten widerspiegelte, so etwa in der Art: “What the fuck?!” Was denn los sei mit Himmelende, warum man seit Wochen nichts mehr höre, wie es weitergehe und ob der [...]