So kann das nicht weitergehen: Ich personifiziere mein Diktiergerät zu sehr, ich komme damit einfach nicht klar. Es trägt keinen Namen, was sicherlich auch gut so ist; aber immer wenn ich es anschalte, fühle ich mich plötzlich unbehaglich und verstockt, ja regelrecht beobachtet. Ich bin von der Tatsache, dass es mir zuhört so gelähmt, dass ich nicht mehr sprechen und schon gar nicht mehr denken kann. Als stünde ich vor einem Zwölfmillionenpublikum und müsse nun die einzige Wahrheit verkünden. Verstärkerrauschen, Zungenschwere. Vierundzwanzigmillionenaugen, Warten.
Also, alles rein hypothetisch.
Aufnahme.
Artikel zum Schlagwort: alltag
Gewohnheit
Durch die Straßen fahrender Blutspendeaufruf, ein blechernes Megaphon, das die Stimme des Sprechers in den höheren Vokalen abbrechen lässt. Lockmittel aus den Betonhäusern. Große Kaffeehausketten, auf Kunstledersesseln gestrandete Fashionistas, blähend wie Wale in der Sonne, schlürfen maximalgelangweilt ihre Latte Macchiatos. … Weiterlesen
Jacob sucks and why are there polar bears?
via It’s Time We Had That Conversation About “Lost” Again « The Bygone Bureau.
Fredda, mit den natürlich gelockten Haaren (und andere Situationen)
“Hier haben Sie Destillate, etwas Verdichtetes; Alltagsfetzen, Szenen, Dinge halt, die einem nach und nach langsam ins Bewusstsein träufeln. Passiert Ihnen das nicht auch ständig?” – Lovable Doc Stanley Das dicke Mädchen rechts neben mir auf der Bank wartet auf … Weiterlesen
Gondrellplatz, Tram 18
Je weiter wir rauskommen, umso fremdartiger wird ihr Deutsch. Und wir sind jetzt sehr weit draußen. Zwei Frauen unterhalten sich, die eine berichtet von ihren großen Problemen im Kopf. Da oben, erzählt sie und tippt sich auf die graue Stirn, … Weiterlesen
Ich glaub ich bin eher so
Erdenklich gute Geschichten: Könnten einem am ehesten draussen kommen. Mal abwarten. Sitze auf einer Parkbank im Münchner Hofgarten; rechts neben mir die Residenz und links vor mir der Diana-Tempel. Es sind die ersten Strahlen der Frühlingssonne, die die Menschen aus … Weiterlesen
Vom Reißaus nehmen
Er träumte vom Reisen und vom Aufbruch; vom Sachenpacken und sich davonmachen, quasi minütlich, sekündlich, ein jeder Atemzug einen Schritt weiter. Nicht umdrehen und nicht ankommen, ein Heimkehren dorthin wo man fremd ist; ein nie ganz fortgehen. Er träumte schon … Weiterlesen
So ein Gefühl
Hab ihr nicht auch manchmal so ein seltsames Gefühl, beengt, elektrisch, als wäre das alles schon so oft gesagt und getan worden, dass man das Gefühl einer Aufzeichnung habe, dass wir alle hier im Grunde als Fourier-Transformationen von Posen und … Weiterlesen
Pubertäre Unsicherheit
Szenenwechsel, Wohnheimsküche, Westend. Mit hibbeligen, nervösen Gesten, exaltierten Handbewegungen und fickrigem Gekicher reagieren die Mädels auf die Frage. Sie wollen so erwachsen damenhaft wirken, nach aussen schaffen sie es bestimmt, soviel Wangenrouge und Lidschatten mag überzeugen; im Kern sind sie … Weiterlesen
Med-o-mat
Dieser Automat ist toll. Er steht im Untergeschoss des Münchner Hauptbahnhofs. Direkt gegenüber befindet sich das WC Center, das aussieht wie die Himmelspforte, alles supersteril, permanent umweht von einem Zitrone-Desinfektionsgeruch, hier will ich eines Tages nach dem Ableben gerne empfangen … Weiterlesen