Keine Auskunft von der Staatsgewalt

Nun ging ich also vor ein paar Tagen tatsächlich zu dem Unsicherheitspersonal am Hauptbahnhof, das dort seit ein paar Wochen an den Eingängen mit vollautomatischen Argumentationsverstärkern und sehr ernsten Mienen gegen eine sehr ernste Zeit anfriert; sie stehen dort in der Kälte und ich wollte mich mit ihnen unterhalten. Kein Spott, kein Streitgespräch, keine Zanksucht, sondern eine ehrliche ernsthafte Frage von einem ehrlichen ernsthaften jungen Mann. Ich fragte sie, ob sie für den Fall der Fälle einen Schießbefehl hätten. Wenn also Big Buddy Mudschaheddin gotteszornig und lautschreiend auf sie zustürmte, ob sie ihn dann abknallen würden, einfach so. Ihre Antwort: kein Kommentar. Es gäbe aber höhere Stellen, die Auskunft erteilten. Ebenfalls kein Kommentar darüber, welche Stellen das seien. Die Beamten versuchten so wenig Anteilnahme wie möglich zu zeigen, das Gespräch lief nur in eine Richtung, Einbahnstraße, nach ziemlich genau 37 Sekunden waren wir durch und meine Absicht, eine ernsthafte Antwort auf eine ernsthafte Frage zu bekommen damit beendet. Natürlich naiv, aber warum nicht einfach versuchen, mit 100% ungeheuchelter Neugierde sich direkt an die Staatsgewalt zu wenden?

„Würde ja keinen Sinn machen, mit einer Maschinenpistole hier zu stehen ohne dass wir sie benutzen dürften.“, durch die Blume ein zarter Erklärungsversuch eines Beamten, der letzte Satz am Ende des zwei Wege Monologs. Ich dachte an UNO Einsätze in Afrika, ohne ein Mandat, dort eingreifen zu dürfen, hatte aber weder Luft noch Lust, mich auf Windmühlendebatten einzulassen.

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