Hallo Thomas,
entschuldige, dass meine Antwort so lange gebraucht hat.
Ich bin mit 5F (Bikila und KSO) zwei Winter lang durch den oberbayerischen Winter gelaufen. Die Bikilas (wahlweise Spyridon) kann ich im Winter eher empfehlen als die KSO. Letztere haben überhaupt kein Profil, lass es also nur ein bisschen frostig und matschig sein und du kommst aus dem Rutschen nicht mehr raus. Aber das hast du bestimmt selbst schon festgestellt.
Größter Nachteil für alle Läufer, die gaga genug sind im Winter mit Fivefingers rumzugurken: die Kälte. Dadurch, dass jede einzelne Zehe in einer eigenen Box steckt, sinkt meiner Meinung nach die Durchblutung, die Füße werden kälter, als in einem Schuh mit geschlossener Zehenbox. Zehensocken machen das Ganze kein Stück besser. Erstens werden die Zehen noch mehr in den Fivefingers abgedrückt und zweitens saugen sie sich nach einiger Zeit mit Wasser voll, was in Kombination mit eisigen Aussentemperaturen ein noch unangenehmeres Gefühl ergibt. Auch das Modell Flow aus Neopren, mit dem ich mich ebenfalls einen Winter gequält hatte kann ich nicht empfehlen. Hält zwar die Feuchtigkeit draussen, sorgt aber auch dafür, dass der Schweiß am Fuß bleibt. Plus traben durch die Winterwunderlandschaft und du hast ein fantastisch frostig-ekliges Laufgefühl an den Fußen.

Also: Barfußgefühl hin- oder her, Fivefingers sind im Winter exakt nullkommanull Prozent komfortabel.

Mit Sandalen im Winter sieht es ähnlich aus. Keine Frage: Es gibt halt einfach ein paar ziemlich triftige Gründe für Schuhe.
Du kannst dir natürlich ein paar ordentlich warme Tabi-Socken holen. Dadurch, dass alle Zehen zusammenbleiben und nur der große Zeh getrennt ist bleibt der Fuß insgesamt wärmer, als in Zehensocken. Gegen Tiefschnee und Schlammpfützen hilft auch die beste Wolle vom glücklichsten Merinoschaf Neuseelands nix, da ist Die-Hard-Attitüde gefragt. Es gibt natürlich auch Tabi-Socken aus Neopren aber… zur Hölle nochmal, sind wir Monster oder Roggenbrötchen?

Darum mein Tip: Abwechslung. An Tagen Schrägstrich Wochen, die richtig tiefschneemäßig eklig sind und es mit den Temperaturen in den Keller unter dem Keller unter dem Keller geht, laufe ich mich Vivobarefoot, Evo zum Beispiel. Flach, flexibel, wasserabweisend, geschlossene Zehenbox und, hell yeah!, man kann auch mal Socken tragen!
Wenn es kalt und trocken ist und ich nicht unbedingt dreieinhalb Stunden durch die Isartrails jage, dann laufe ich mit der robustesten Laufsandale, die es momentan gibt: den Oso’s von Luna Sandals (Testbericht folgt).
Ungläubige Blicke anderer Läufer garantiert.