No Name No Slogan

Versendet Facebook ortsbezogene, personalisierte Werbung auf’s Handy?

Ich brauch eure Hilfe in einer Sache, die mich sehr nachdenklich macht. Nehmt euch bitte die drei Minuten, lest den Artikel und schreibt mir in den Kommentaren, ob euch so etwas auch schon passiert ist oder ob ich total gaga bin.

Folgendes Szenario:
Ein Freund von mir, der in der selben Stadt wohnt veröffentlicht auf Facebook einen Termin zu seiner Geburtstagsparty, mit Ortsangabe. Ich bestätige die Einladung auf Facebook und sage zu. Am Tag der Party schnappe ich mir mein Rad und fahre dorthin. Jetzt kommt der Gaga-Teil: Als ich dort ankam und mein iPhone aus dem Rucksack hole sehe ich, dass ich unterwegs folgende Werbe-SMS bekam.

2014-08-10 14.37.24

Das ist an sich noch nichts erschreckendes, so etwas passiert häufiger. Was mich jedoch extrem stutzig machte war, dass die SMS…

  1. exakt zu der Zeit kam, als ich unterwegs war
  2. als SMS-Absendername mein Kumpel angegeben war

Die Nummer, von der die SMS kam ist nicht die Nummer meines Freundes. Eine Recherche bei anrufer.info brachte heraus, dass es sich bei „der Vorwahl 01573 um eine Vorwahl ohne direkten regionalen Bezug z.B. Mobilfunkanbieter, Sonderrufnummern, VoIP-Anbieter handele. Der Betreiber bzw. die Klassifierung ist E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG.“

Die Domain http://whatsappmail.com leitet weiter auf www.meincoyote.de, ein Anbieter von Fahrassistenz-Systemen,  „die auf dem Informationsaustausch zwischen Autofahrern einer Community basieren.“ Mit dem iPhone geöffnet leitet der Link zu einer entsprechenden App weiter.

Facebook besitzt alle Informationen darüber, wo und wann eine Veranstaltung stattfindet, wer zu- oder absagt, kennt die jeweiligen Rufnummern der Teilnehmer und ihre aktuellen Wohnorte, bzw. momentanten Aufenthaltsorte. Sobald die App auf dem iPhone geöffnet wird, werden Positionsdaten übermittelt, die Bewegungsprofile ermöglichen. Soweit nichts neues.

Bis jetzt ging ich in meiner naiven Kleinteiligkeit davon aus, dass Facebook die Daten nutzt, um mir entsprechende Angebote im Internet und auf seinem Portal unter die Hirnrinde reiben zu wollen. Aber eine personalisierte SMS, die sich als Nachricht eines Freundes tarnt und exakt dann verschickt wird, wenn ich mich auf dem Weg zu ihm befinde – das ist eine ganz neue Qualität.

Mich persönlich schreckt die aggressive Art dieser Werbung eher ab, als dass sie mich animieren würde, etwas zu kaufen. Im Gegenteil, es wirft ein schlechtes Licht auf die Betreiber solcher Seiten.

Denkt an eine Postwurfsendung, die daherkommt als Nachricht eurer Freundin / eures Freundes und euch hinterhergetragen wird, wenn ihr auf dem Weg zum Blumenhändler oder Juwelier seid, um ein Geschenk zu kaufen.
Ich gehe davon aus, dass die Menschen, die sich solche Kampagnen ausdenken sehr wohl die negativen Effekte abwägen – sie geben nur einen gepflegten Dreck drauf.

Meine Anfrage an E-Plus, wieso diese Werbenummern vergeben werden und ob sie wissen, dass darüber derartige Werbung verschickt wird blieb noch unbeantwortet. Coyote erreicht man telefonisch erst wieder Werktags. Ich werde diesen Beitrag aber aktualisieren, sobald ich etwas neues weiß.

Mein Frage an euch: Ist euch schon mal etwas ähnliches passiert? Vielleicht mit anderen Diensten? Auch in Kombination mit Facebook? Bitte postet es in den Kommentaren und leitet diesen Beitrag an eure Freunde und Bekannte weiter.

DANKE!

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Zitate

Für gewöhnlich sieht der Mensch nur das Stoppelfeld der Vergänglichkeit; was er übersieht, sind die vollen Scheunen der Vergangenheit. Im Vergangensein ist nämlich nichts unwiederbringlich verloren, vielmehr alles unverlierbar geborgen.Viktor Frankl

Über das Leben – Viktor Frankl

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Skepsisreservat

Seth Godin: The tribes we lead – TEDtalk

Skript und Untertitel auf Deutsch verfügbar. Ansehen!
Hier einige Auszüge:

Die Beatles haben Teenager nicht erfunden. Sie haben sich nur dazu entschlossen sie zu führen. Bei den meisten Bewegungen besteht die Führung darin, Gruppen zu finden, die nicht verbunden sind, aber bereits ein Verlangen spüren. Nicht Leute zu überzeugen etwas zu wollen, was sie noch nicht haben.

All diese Leute haben gemeinsam, dass sie Ketzer sind. Sie schauen sich den Stand der Dinge an und sagen: “So geht es nicht weiter! Ich kann das nicht hinnehmen!” Ich bin bereit aufzustehen und Dinge zu bewegen. Ich sehe den Stand der Dinge. Und er gefällt mir nicht. Anstatt all die kleinen Regeln zu sehen und ihnen zu folgen, anstatt wie ein Schaf in der Herde zu agieren, im Halbschlaf den Anweisungen zu folgen, den Kopf unten zu halten und sich anzupassen, gibt es ab und zu jemanden der aufsteht und sagt: “Nicht mit mir.” Jemand steht auf und sagt: “Das ist wichtig. Wir müssen uns darum organisieren.”

Ich habe drei Fragen an Sie. Die erste: Wem treten Sie auf den Schlips? Wenn Sie niemanden aufscheuchen, verändern Sie nicht den Stand der Dinge. Die zweite Frage ist: Wen verbinden Sie? Denn viele Leute machen nur deshalb mit. Wegen den Verbindungen, die hergestellt werden. Die dritte ist: Wen führen Sie? Denn die Veränderung entsteht nicht durch die Technik hinter Ihrem Produkt, sondern durch die Menschen und durch Führung.

via direktTED

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Zitate

It seems to me now that the plain state of being human is dramatic enough for anyone; you don’t need to be a heroin addict or a perfomance poet to experience extremity. You just have to love somebody.Nick Hornby, “How to be good”

The plain state of being human is dramatic enough for anyone – Nick Hornby

Zitat
thema_rausch
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Die volle Dröhnung – SZ Spezial zum Thema Rausch

Die letzte Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung widmete sich ganz dem Thema Rausch, aus dem ich bereits hier und hier klitzekleine Zitate stibitzt habe. Besonders toll ist die dazugehörige interaktive Spurensuche gelungen, die vom zuständigen SZ.de Chef moderner mit dem Begriff #scrollytelling verhashtaggt verschlagwortet wurde.

Die Auswahl der Themen der SZ-Volontäre ist sehr gelungen, Hut ab. Besonders ein Artikel von Andreas Glas über Hypoxyphilie hat mich besonders berührt: Tödliche Lust.
Mit Hypoxyphilie wird die sexuelle Praktik beschrieben, bei der Sauerstoffmangel die Lust steigert. Menschen suchen den perfekten Orgasmus und finden den Tod. In Deutschland ersticken jedes Jahr 100 Menschen bei autoerotischen Abenteuern. Der Artikel geht unter die Haut, allein dafür solltet ihr euch einen kostenlosen Test-Zugang holen (verfällt nach 14 Tagen. Und nein, ich werde nicht von der SZ für diesen Hinweis bezahlt.)

Natürlich darf in keiner Themensammlung über Rausch ein Zitat von Hunter S. Thompson oder von Bill Hicks fehlen… oder von Roger Willemsen?!

Einen echten Rausch erkenne ich daran, dass er verboten ist. Sollten Sie denken, der Duft des Usambaraveilchens, das Trillern der Heidelerche oder drei Weinbrandbohnen berauschten mich, müsste ich sagen: Marihuana schafft mehr.Roger Willemsen

Toll! Kaufen, lesen!

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Durer_Revelation_Four_Riders
Skepsisreservat

10 Dinge zur Rettung der Welt und wie sie vielleicht letztenendes doch untergehen könnte

Machen wir uns nichts vor, George Carlin hat es schon immer gewusst:
The planet is fine. The people are fucked!

Und darum geht es doch. Dem Planeten dürfte es mittelmäßig egal sein, was wir für ein Tamtam veranstalten. Er schwitzt die Angelegenheit aus, wie ein Fieber; oder denkt sich ein paar lustige Viren aus; oder irgendetwas, das heute noch gar nicht auf unserem Radar auftaucht. Also, bevor alle Stricke reißen hat Harald Welzer ein paar konkrete Ideen zur Verbesserung der allgemeinen Gesamtsituation zusammengeschrieben. Ein kleiner Querverweis zum neuen Buch “Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“, das er zusammen mit Claus Leggewie veröffentlichte sei hier gestattet.

Rettung der Welt: Was Sie sofort tun können: Zehn Empfehlungen – Debatten – FAZ

9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugehören, wo Sie stolz sagen können: „Wir machen das anders!“ Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln, Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben, oder was Ihnen sonst noch einfällt. Zukunftsfähig zu sein bedeutet das Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu handeln.

Besonders eine Kultur der Achtsamkeit und Fehlerfreundlichkeit halte ich für Erstrebenswert. Aber lesen (und denken!) sie selbst.

Sollte dann doch die Einladung zur Aufwärmparty am Vorabend der Apokalypse ins Haus (oder Atomschutzbunker) flattern, habe ich ihnen hier einen TEDTalk aus dem Jahr 2002 ausgegraben. Damit sie sich schon mal gedanklich auf das Prozedere einstellen können. Der Vortrag liegt schon 14 Jahre zurück, hat aber an Aktualität nicht verloren.
Sagen sie bitte nicht, ich hätte sie nicht gewarnt.

Stephen Petranek: 10 ways the world could end – TEDTalk

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Diese Zivilisation produziert Menschen, die standardisiert sind, die Angst haben, als Aussenseiter zu gelten. Und das, obwohl sich alle heute für Individualisten halten. So kommt zustande, was der englische Dichter Edward Young im 17. Jahrhundert folgendermassen formulierte: Wir werden als Originale geboren, sterben aber als Kopien. Arno Gruen, Über den Verlust des Mitgefühls, Interview auf SRF.ch im Zuge der Veröffentlichung seines neuen Buches “Dem Leben entfremdet. Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden”

Über den Verlust des Mitgefühls

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Wortstoffhof

Der Moment der keine Worte kennt

Ich berausche mich an Worten, wenn sie sich im Ohr verorten,
wenn sie im Gehörgang wandeln und mit Hirn und Herz anbandeln,
wenn sie einwirken auf Handeln und einladen zum Sinnieren,
sich im Gedankenüberschwang verlieren
und mich in die Stille führen — denn
ich mag auch den Moment,
der keine Worte kennt.

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