Armutszeugnis

Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer. Kommenden Montag wird die Bundesregierung ihren „Armut und Reichtumsbericht“ für das Jahr 2008 vorstellen. Wieder wird die Schere zwischen den Besser- und Geringverdiener ein Stück weiter auseinander gegangen sein. Wieder wird sich Bundesarbeitsminister Scholz den Mund fransig reden und die dringende Notwendigkeit des Mindestlohns vorexerzieren.
Arm ist nach den Maßstäben der EU, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient, also 781 Euro netto. In der Bundesrepublik fallen 13% der Bevölkerung in diese Kategorie. Wer jedoch von Armut in Deutschland spricht, muss eines hinzufügen: Mit der existenziellen Armut, unter der Menschen in Entwicklungsländern leiden, hat sie nichts zu tun. Interessant dürfte also der Vergleich zwischen Arm und Reich in weltweiter Relation sein.
Hier bietet die Seite Global Rich List eine aufschlussreiche Übersicht. Nach der Eingabe des jährlichen Einkommens wird dort ein internationaler Vergleich gezogen. Schnell stellt man fest, dass man, selbst mit einem niedrigen Einkommen noch in den obersten Rängen dieser Liste zu finden ist. Arm sein ist relativ. Und leider immer noch stark davon abhängig, an welchem Ort der Erde man geboren wurde.

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